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Das neue Heft erscheint am 2. November
Flugzeugnutzung in AOC und ATO
Sicherheitslandung am Silver Trail
Kontaminierte Kabinenluft
Pilot Induced Oscillation
Zollen oder Zahlen
Fehler - was mache ich bloss damit?
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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24. Juli 2005 Jan Brill

Politik: Flugzeugabsturz


Pilot und Flugzeug interveniert gegen Überreaktionen und Medienhype

In einer Reihe von sehr nachdrücklichen Briefen hat sich die Redaktion von Pilot und Flugzeug am Wochenende in die Berichterstattung und politische Diskussion um den Flugzeugabsturz vor dem Berliner Reichstag eingemischt.
Chefredakteur Jan Brill und Hauptstadtredakteur Hans-Joachim Adomatis mussten dabei zahlreiche nur noch infantil zu nennende Irreführungen der Medien konterkarieren und auf verantwortungslos populistische Verbotsforderungen wahlkämpfender Politiker reagieren.
Kaum sind diese Schreiben versendet, meldet sich der Bundesverkehrsminister Stolpe und kündigt ein "Flugverbot für Hobbypiloten" über der Stadt an. Da wird ohne Hemmung gelogen und die Gesetze der Physik werden mit Rücksicht auf den Wahlkampf ignoriert.



Physikalische Tatsache: Von den Flugzeugen der AL geht - vom VLA bis zur Kolbentwin - keine Gefahr aus, die auch nur theoretisch größer wäre als die von einem PKW ausgehende Bedrohung
In drei Briefen an Medienvertreter und Wortführer der politischen Diskussion begegnet Pilot und Flugzeug der zentralen Fehleinschätzung die jeglicher Diskussion über Flugverbote, Raketenabwehr oder Kampfhubschrauber zu Grunde legt:

Von den gängigen Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt geht keinerlei Gefahr aus, die auch nur theoretisch betrachtet größer wäre als das Risikopotential eines Mittelklassewagens. Dieser Umstand ist nicht nur einleuchtend, er ist auch unter Sicherheitsfachleuten weitgehend unumstritten und inzwischen offizieller Standpunkt auch der US-amerikanischen TSA. So lange man PKW und Lieferwagen nicht aus der Innenstadt verbannt, solange ist ein Flugverbot für Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt unbegründet und widerspricht dem rechtsstaatlichen Grundsatz der Verhältnismässigkeit.

Die leider täglich erlebte Praxis bestätigt diese simple physikalische Betrachtung auf tragische weise. Während es weltweit nahezu wöchentlich zu verheerenden Anschlägen mit Personen- oder Kleinlastwagen kommt, sind Anschläge mit Hilfe von Kleinflugzeugen äußerst selten (0 – Null – Vorkommnisse in den letzen 10 Jahren weltweit).

Die nun lautstark erhobene Forderung nach Flugverboten oder weiter greifenden Sicherheitskontrollen auf Flugplätzen der Allgemeinen Luftfahrt ist also unbegründet.

Im Gegenteil: Angesichts der irrationalen Überhöhung des von diesen Flugzeugen ausgehenden Gefährdungspotentials müssen sich die politischen Wortführer - allen voran Herr Beckstein und Herr Schönbohm - fragen lassen, ob sie an einem wirklichen Schutz der Bevölkerung interessiert sind oder – durch das Schüren von populistischen Ängsten – die Aufmerksamkeit von der tatsächlichen Bedrohung unserer Gesellschaft durch terroristische Kräfte ablenken wollen.

Die drei Briefe liegen hier zum Herunterladen bereit.

- Brief an die Redaktion von ARD-Aktuell anlässlich der Berichterstattung vom 23.07.
- Brief an die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und die Minister Beckstein und Schönbohm
- Brief an die SPD-Fraktion im Bundestag und den MdB Wiefelspütz

Wir bitten unsere Leser diese Schreiben mit Nachdruck an ihre Bundes- und Landtagsabgeordneten weiterzuleiten um so auf eine sachliche und an tatsächlichen Gefährdungspotentialen orientierte Diskussion um die Sicherheit im Luftverkehr hinzuwirken.

Wie irreführend die Politik mit dieser Thematik umgeht zeigt ausgerechnet Bundesverkehrsminister Stolpe, indem er der DDP gegenüber ein "Flugverbot für Hobbypiloten" ankündigt.

Sehr geehrter Herr Stolpe - es gibt in Deutschland keine "Hobbypiloten". Es gibt Privat-, Berufs- und Militärpiloten. Des weiteren darf bereits jetzt über der Bundeshauptstadt nur mit Freigabe durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) geflogen werden!
Manfred Stolpe unterstreicht ein weiteres mal seine vollständige Unkentnis der Materie Luftfahrt. Es ist geradezu erschreckend, dass sich der zuständige Fachminister nicht zumindest kompetenter beraten lässt. Eine Flugverbotszone ist bürokratischer Unsinn - sie hätte weder den Piloten vom 22.7. abgehalten, noch würde sie einen ernstlichen Schutz vor irgendwelchen Übeltätern bieten.
Stolpe fügt in seinem hilflosen und infantilen Aktionismus der traurigen Sammlung deutscher Bürokratieleichen ein weiteres Beispiel hinzu.
Seine Mitarbeiter wissen das, sein Parteifreund Körting weis das und hat es gestern selbst gesagt und sämtliche Piloten in Deutschland wissen das.

Als ob damit die Inkompetenz des Ministers noch nicht deutlich genug hervor träte, fügt er an: "Der Zwischenfall von Freitag habe gezeigt, dass auch von kleineren Fluggeräten eine massive Gefahr ausgehen könne".
Diese Aussage ist schlicht und einfach unrichtig. Hier wird ein reiner Propagandafeldzug geführt beim grossen Wettrennen mit rechts-überholen in der Klasse "alle gegen Beckstein".
Es wird ohne Scham gelogen. Man suggeriert der Bevölkerung auf dem Rücken einer zahlenmässig schwachen Gruppe hier "etwas zu tun" und ignoriert die Fakten und die Physik.

Warum sagt Herr Stolpe nicht die Wahreit und teilt der - gar nicht so hysterischen - Bevölkerung mit: In einer freien Gesellschaft, gibt es ein gewisses Lebensrisiko, aber das Gefährdungspotential der Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt - die Ihnen Organe, frische Blumen, Freunde, Freude, Post oder Pilotenausbildung bringen - ist nicht größer als das Risiko das von einem VW-Polo mit eingeschlafenem oder unaufmerksamen Fahrer ausgeht.

Es wird stattdessen wahlkämpfend aktionistischer Tineff fabriziert und das staatliche Handeln gleitet ab in den Bereich hysterischer Esoterik.

Wo ist jetzt der DAeC mit seinen "hervorragenden Kontakten" zur Politik? Wo sind Allerdissen und seine Mannen - Anwälte und Experten - die proaktiv (also mit praktikablen Gegenvorschlägen!) den regulatorischen Auswüchsen der Politik entgegen treten oder mit der Macht der hunderttausend Mitglieder wenigstens eine qualifizierte Gegenrede führen?

Wieso obliegt es malwieder einer kleinen und unabhängigen Fachzeitschrift hier am Sonntag die
Stellung gegen die populistische Wahlkampfmühle der Sicherheitsfetischisten zu halten?

Der Wettlauf nach Absurdistan

Wie zum Hohn auf unser demokratisches Grundgesetz fordern nun SPD- wie Unionspolitiker den stärkeren Einsatz der Bundeswehr im Innern. Es wäre nicht das erste mal, dass Ereignisse um den Deutschen Reichstag - die Furcht vor einer tatsächlichen oder erfundenen Bedrohung - die Militarisierung unserer Gesellschaft zur Folge hätte.

Liebe Leser: Es brennt in unserem Land! Wenn der - noch nicht einmal aufgeklärte - Absturz eines 400 Kilo-Flugzeuges auf einer Wiese in Berlin, bei dem mit Ausnahme des Piloten lediglich ein paar Maulwürfe zu Schaden kamen, eine Diskussion um die Grundlagen unserer staatlichen Ordnung nach sich zieht, dann wird es höchste Zeit dass die Bürger diesem Wettlauf nach Absurdistan nachdrücklich Einhalt gebieten.

Islamistische Terroristen haben in Deutschland noch keinen einzigen ernst zu nehmenden Anschlag verübt. Das brauchen sie auch nicht. Wir machen uns in vorauseilendem Gehorsam einfach selber fertig!
Wie feige und hysterisch erscheint der Grossteil unserer politisch handelnden Klasse im Vergleich zu den Briten, die angesichts von Tod und schrecklicher Zerstörung als erstes riefen: "we are not afraid!" und damit meinten sich den liebgewonnenen Lebensstil nicht von Verbrechern - egal welcher Motivation folgend - kaputt machen zu lassen.

Anscheinend besitzt nur Verteidigungsminister Struck noch elementare Kenntnisse des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Er sagt: "Die Bundeswehr ist für den Schutz nach Außen zuständig, die Polizei für den Schutz im Innern - dabei bleibt es."

Die von uns nicht selten kritisierte Bundeswehr sträubt sich mit Händen und Füssen gegen diese politische Instrumentalisierung und scheint im Gegensatz zu Wiefelsspütz, Beckstein, Merkel und Co. die Nerven zu behalten.
Der Absturz vor dem Reichstag "eignet sich dafür nicht", sagte der Kommandeur der Nato-Luftverteidigungszentrale in Kalkar, Hans-Joachim Schubert, gegenüber der Welt am Sonntag. Zwar könnten Leichtflugzeuge vom Radar der Luftwaffe nicht erfasst werden, ihre zerstörerische Wirkung sei aber nicht zu vergleichen mit der großer Verkehrsmaschinen.

Das sagen wir auch.


  
 
 




24. Juli 2005: Von Michael Höck an Jan Brill
Sehr gut Herr Brill,
ich habe Wiefelspütz bereits eine Email geschrieben.

Allmählich, so könnte man glauben, ist jedes Mittel recht um in den Nachrichten zu erscheinen.

Es ist zum K.....

Fliegerfahrer
24. Juli 2005: Von Thomas Schmidt an Jan Brill
Hallo JanBrill,

sehr gute Maßnahme!
Allerdings hätte ich mir angesichts der in den jüngsten Artikeln, von den besagten Politkern, geäußerten Sachunkenntnis (man könnte auch Blödsinn sagen)gewünscht, dass Ihre Argumentation ruhig noch etwas drastischer hätte ausfallen können... Sonst kapieren die es ja nicht!
Aber man kann ja noch "nachschiessen"...
###-MYBR-###Grüße,
TS
24. Juli 2005: Von Thomas Schmidt an Jan Brill
ES IST BEREITS PASSIERT!!!!!!!!!

Meldung in den Nachrichten des Bayr. Rundfunks, 18.03 Uhr:

Nachdem sich der Bundesverkehrsminister mit dem Berliner Innensenator nach einem "Krisengespräch" geeinigt haben, gilt ab sofort ein ÜBERFLUGverbot für Privatmaschinen über Berlin!

Tja,... war abzusehen bei unseren tollen Volksvertretern!

Grüße,
TS
24. Juli 2005: Von Konrad Vogeler an Thomas Schmidt
Sehr guter Brief,

aber je länger ich darüber nachdenke, um so mehr komme ich zu der Überzeugung, daß es überhaupt nicht um die Sicherheit der Bürger geht.

Die Hysterie hat ihren Ursprung in der Angst unserer Politiker, daß sich jemand durch ihr weltoffenes Glasdach wirft.

Vorschlag: 50 bunte Fesselballons auf dem Dach des Reichstags.
Dann können unsere Volksvertreter endlich wieder im Plenarsaal schlafen und die friedlichen Privatflieger werden in Ruhe gelassen.

Konrad Vogeler
24. Juli 2005: Von RotorHead an Thomas Schmidt
In den aktuellen NOTAMs steht nichts von einem Flugverbot über Berlin.
24. Juli 2005: Von Mark Pfeiffer an Jan Brill
VERBIETET COLADOSEN und -FLASCHEN!

Selbst der geplante Suizid von dem sehr verzweifelten Mann gestern ist fast schon daneben gegangen... da fällt es mir sehr schwer das professionelle Schadens- und Verwednungspotential einzuschätzen (und das immerhin ist ein Teil meines Jobs als Berater in dem CT Bereich). Bei solcher Anlaßgesetzgebung lässt sich befürchten das in der Nähe von Politikern bald Coladosen verboten werden könnten, da diese als Waffe verwendet werden können... Genug der Polemik...

Mal ganz im Ernst wir haben weltweit ein echtes Problem mit Terrorismus und Deutschland ist sicher eines der wahrscheinlicheren Ziele. Da ist es notwendig die richtigen Maßnahmen zu ergreifen (das ist der Bereich in dem ich seit Jahren mein Geld verdiene hier Regierungen Unterstützung zu bieten, Deutschland gehört übrigens NICHT zu meinen Kunden!). "No Fly Zones" für Leichtflugzeuge die erheblichen Personellen Aufwand bedeuten gehören mit Sicherheit nicht dazu! Zudem wie soll das Enforced werden? Mit welchen Waffen die weniger Schaden anrichten als das Luftfahrzeug selber soll auf eine Bedrohung reagiert werden? (Die Auswahl hier ist sehr dünn...)

Diese Art der populistischen Politik mit dem Ziel zu zeigen, das man "was tut" ist in dieser Welt furchtbar fehl am Platz und eine ganz gefährliche Strategie!
Wir haben echte Probleme:
Deutschland wird als Basis für die Planung und teilweise auch Ausführung von Anschlägen verwendet.
Es sind militärische Sprengstoffe und Wissen über hocheffiziente "Haushaltssprengstoffe" im Umlauf und es wird erschreckend wenig dagegen getan!
Es sind Boden-Luftraketen im Umlauf und werden seit Jahren gegen Zivilmaschinen eingesetzt, ohne das es wirklich ernsthaft thematisiert wird....
Und dies sind nur die Themen die durch "Open Source Intelligence" eh schon publik sind und damit "OK" sind hier zu thematisieren.

Deutschland (und einige andere Staaten) braucht fachlich fähige Berater die sich in diesen Themen wirklich auskennen und Politiker die Verhältnismäßigkeit und normalen Hausverstand in diesen Themen beweisen (aber das ist ja in anderen Bereichen schon nicht möglich warum also hier?).

Bedenken Sie eines: Das Ziel der meisten terroristischen Gruppen ist die Veränderung unserer Gesellschaft und des Lebens wie wir es bisher kennen und genau in diesem Punkt gewinnen diese Gruppen.
24. Juli 2005: Von Bernd Juhrig an Thomas Schmidt
Überflugverbot für Berlin für Privatflugzeuge-
was ist denn ein Privatflugzeug?
Bleiben wir mal nur bei der E-Klasse:

1.Ein Flugzeug,welches die gleiche natürliche Person als
Eigentümer und Halter hat,sicher.
2.Ein Flugzeug,welches eine natürliche Person als Eigentümer
und eine juristische Person (z.B. Luftfahrtunternehmen als
GmbH) als Halter hat?
3.Ein Flugzeug,bei dem Eigentümer und Halter juristische
Personen sind?

Die DFS kennt nur das Kennzeichen beim Inititialcall zur
Einflugfreigabe in die CTR von Berlin,wer sagt denen dann,ob es sich um ein Privatflugzeug oder ein gewerblich eingesetztes Flugzeug handelt?
Oder ein gewerblich angemeldetes Flugzeug (Flugschule) kann ein Flugzeug an einen Privatpiloten für reine Privatflüge verchartern.Was gilt dann,wer kann es prüfen?

Also,Ihr seht schon,alles mal wieder handwerklich nicht umsetzbar und unausgegoren.

Gruss
BJ
24. Juli 2005: Von Friedrich Klinkert an Jan Brill
Sehr geehrter Herr Brill,

DANKE für Ihre Bemühungen bei einigen Popo-listen (ist das die Definition von Hinterteil und listig?) etwas anzustoßen (graue Zellen) was nicht vorhanden oder falsch programmiert ist.

Offenbar hat der alte Spruch seine Richtigkeit "... die Mutter der Ignoranz ist immer schwanger...".
Wieso kommen diese Leute eigentlich dazu sich als "Volksvertreter" auszugeben?
Machen Sie bitte trotzdem weiter, denn die Hoffnung stirbt ja zuletzt, wie man so sagt. Gleichwohl mag ich den Spruch kaum mehr glauben, wenn ich die Resignation in unserem Volk sehe.

mfg
Klinkert
25. Juli 2005: Von Wilson Gessner an Jan Brill
Hallo Herr Brill,
unsere Politiker sind doch berechenbar. Schon in dem Augenblick als sich jener unglückselige Pilot entschloß, seinen Abgang dramaturgisch vor dem Reichstag zu inszenieren,war klar, dass dies in einem Flugverbot enden würde.Ich frage mich ob, unsrere Staatslenker nicht in der Lage sind nur ein einziges mal mit gesundem Menschenverstand zu handeln. Man könnte auf die Idee kommen in Deutschland fürs fliegen bestraft zu werden.
25. Juli 2005: Von Erwin Schlawuttke an Wilson Gessner
Hallo,

ich bin zwar kein Jurist, aber ich habe mal gelernt, dass eine behördliche Maßnahme gegen Bürger verhältnismäßig sein muss. D.h. sie muss geeignet, erforderlich und angemessen sein.
Geeignet ist sie schonmal garnicht, da sie das Ziel der höheren Sicherheit / Terrorismussbekämpfung überhaupt nicht erreicht.
Da die Maßnahme nicht geeignet, also effektiv ist, kann sie auch nicht erforerlich sein.
Und angemessen ist sie sicherlich auch nicht, denn ein Vorteil gegenüber der Allgemeinheit existiert faktisch nicht, während der Nachteil des Einzelnen ("Hobbypiloten") erheblich ist.
Gott sei Dank leben wir zumindest formell noch in einem Rechtstaat, also dürfte dieser Akt doch eigentlich vor keinem Verwaltungsgericht Bestand haben, oder?!
25. Juli 2005: Von Häupler Karl an Erwin Schlawuttke
Also ich habe gestern die SPD, die SPD-Bundestagsfraktion, die CDU, die CSU und die Unions-Bundestagsfraktion angeschrieben und ihnen zu ihrem Unsinn gratuliert.
Hätten die Engländer doch nur den Terroristen einfach das Betreten der U-Bahnen durch Gesetz verboten - der Stein des Weisen.
Aber sind wir doch einmal ehrlich: Schon durch die normalen Auswahlkriterien werden Leute zur Wahl aufgestellt die populistische Schwätzer sind. Im Wahlkampf wird dann noch das bischen Rationalität verdrängt, das diesen Leuten gegeben ist.
25. Juli 2005: Von Thomas Schmidt an Jan Brill
Die engstirnige wie unsinnige Einstellung, der Verbotswahnwitz der Politiker bringe mehr Sicherheit, hat nun auch endgültig die Vertreter der Presse erreicht!

Unter dem Deckmäntelchen "ANALYSE" schreibt Christine Richter:

Quelle:
Berliner Zeitung
Montag, 25. Juli 2005
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Das Flugverbot über dem Regierungsviertel ist richtig
Nach der Selbsttötung eines Freizeitfliegers wird eine Sicherheitslücke Berlins geschlossen

Christine Richter

Kein Terroranschlag, ein Selbstmord war es, als am Freitagabend ein 39-jähriger Brandenburger mit seinem Leichtflugzeug auf der Wiese zwischen Reichstag und Bundeskanzleramt in Berlin abstürzte. Ein tragischer Tod, der aber nun eine heftige Debatte über die Sicherheit in der Hauptstadt, vor allem im Regierungsviertel auslöst. Und dies völlig zu Recht, denn eigentlich konnte man doch annehmen, dass nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York das Überfliegen dieses politisch sensiblen Bereichs in Berlin sowieso schon verboten ist.

Am Sonntag nun haben die verantwortlichen Politiker reagiert. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) und Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) kündigten an, dass so schnell wie möglich ein Flugverbot für Privatflieger über der Innenstadt von Berlin verhängt wird. Auch die Sportflugplätze im Umland sollen besser kontrolliert, Hubschrauber in der Nähe der Hauptstadt stationiert werden, um bei Gefahr ein unbekanntes Flugzeug aus dem Berliner Luftraum abdrängen zu können. Auch Körting, der am Tag zuvor von einer Sperrung des Luftraums noch nichts wissen wollte, plädiert nun dafür.

Der Berliner Innensenator hatte zunächst darauf verwiesen, dass es eine absolute Sicherheit vor einem terroristischen Anschlag nicht geben könne, immer ein Restrisiko bleibe. Damit hat er sogar Recht. Es ist ganz klar, dass ein Terrorist - ebenso wie der Unglückspilot vom vergangenen Freitag - den Transponder im Cockpit, mit dem er auf dem Radarschirm erkennbar wäre, abschalten würde. Ein Terrorist wird sich auch nicht bei der Flugsicherung anmelden und die Erlaubnis zum Überfliegen des Regierungsviertels holen. Und kaum vorstellbar ist, dass die Abfangjäger der Bundeswehr, die in Niedersachsen und Bayern stationiert sind, einen solchen Anschlag per Flugzeug verhindern können, ist die Terroristen-Maschine erst einmal über Berlin in der Luft.

Und doch ist das neue Sicherheitskonzept, das Körting und Stolpe jetzt realisieren wollen, richtig. Freizeit- und Sightseeingflieger haben über dem Stadtzentrum, erst recht über dem Regierungsviertel mit Reichstag, Bundeskanzleramt, Holocaust-Mahnmal, dem Brandenburger Tor und bald auch der US-Botschaft nichts zu suchen. Nur in Ausnahmefällen sollten Rundflüge mit Touristen erlaubt werden. Was hätte am vergangenen Freitag alles passieren können: Der Unglückspilot flog nur ganz knapp über die Reichstagskuppel, wo sich viele Touristen befanden. Es ist auch ein Wunder, dass bei dem Absturz kein Unbeteiligter verletzt oder getötet wurde. Auf der Wiese halten sich an schönen Sommertagen viele Menschen auf.

Einige eifrige Politiker wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Dieter Wiefelspütz forderten am Wochenende mehr militärischen Schutz der Hauptstadt. Eine Flugbereitschaft der Bundeswehr mit Kampfhubschrauber sei in Berlin erforderlich, weil die Bundeswehr mit ihren Abfangjägern bei Kleinflugzeugen zu schnell und damit überfordert sei. Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) fiel ein, dass man nun den Einsatz von Luftabwehrraketen prüfen müsse. Nun, die Herren sind bekannt dafür, dass sie nach einem Ereignis immer schnell eine Idee parat haben - zumal in Wahlkampfzeiten. Das Sicherheitspaket mit Flugverbotszone, einem neuen Alarmierungssystem, mehr Kontrollen und zusätzlichen technischen Vorschriften für die Sportflieger, das Stolpe und Körting am Sonntag vorstellten, erscheint da schon vernünftiger.

Der tragische Unfalltod vom vergangenen Freitag hat die Politiker zu Recht aufgeschreckt. Warum es erst dazu kommen musste, bis die verantwortlichen Sicherheitspolitiker in Berlin reagieren, bleibt allerdings deren Geheimnis.
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Wird jetzt ganz Deutschland paranoid????

Grüße,
TS
25. Juli 2005: Von Klaus-P. Sternemann an Jan Brill
Möglichst viele Protest-Briefe sind schön und gut, werden aber
erfahrungsgemäß von den Empfängern gleich gelöscht - vor allem E-Mails.
Es gibt keine Information darüber, wieviele wirklich
versandt, gelesen und verstanden wurden.

Um wenigstens etwas Medienpräsenz zu erreichen,
sollten Proteste aller Art jeweils zusätzlich
gesammelt und öffentlich bei eingeladenen Medienvertetern
dem/den Empfänger(n) zugestellt werden.
Darüber hinaus könnte man einen Preis für den hyperaktivsten
Politker ausschreiben und öffentlich verleihen.

Wie war das doch? Ein kleines Mädchen erkannte, dass der
Kaiser keine Kleider hatte und traute sich, es laut öffentlich
zu sagen. Dann merken alle...

Hätte es eine E-Mail geschrieben, wäre nichts geschehen.


###-MYBR-###
25. Juli 2005: Von Intrepid an Wilson Gessner
Mir ist klar, dass es mehr Unheil anrichtet, wenn ich mit einem PKW in die Eisdiele am Straßenrand fahre, als wenn ich mit einem Flugzeug in die Innenstadt stürze. Dabei ist es egal, ob es Absicht oder ein Unfall war.

Aber die nicht fliegende unbedarfte Bevölkerung sagt doch nach meiner bisherigen Erkenntnis aus, sie sei erstaunt, dass es überhaupt möglich ist, über der Berliner Innenstadt zu fliegen (auch mit Transponder und Freigabe ist ein Selbstmord am Reichstag möglich, nur wenn man sich eh umbringen will, kann einem die zu Erwartetende Bestrafung ja egal sein und deshalb spart man sich den Sprechfunk). Politiker zähle ich da mal zur unbedarften Bevölkerung.

Müssen die Piloten nicht geschickter agieren, wenn sie weitere Einschränkungen verhindern wollen? Ich habe noch keine Lösung, ich mache mir aber Gedanken dazu. Das hier im Forum gesagte wäre vielleicht in drei Monaten mehrheitsfähig, diese Woche ist es das sicherlich nicht. Eigentlich war mal vorgesehen, dass Gesetze und Vorschriften nicht aus Emotionen entstehen, aber in Punkto Flugverbotszone wird jetzt wohl emotional gehandelt.

Kleine Geschichte am Rande: Direkt nach dem 11. September gab es bei der Polizei viele beunruhigte Anrufe, wenn Rundflugmaschinen einen nahe gelegenen Vergnügungspark überflogen (der Überflug war oft Grund für den Rundflug). Eine freiwillige Selbstbeschränkung für ein Vierteljahr (keine Überflüge, nur noch Vorbeiflüge) hat wieder Ruhe einkehren lassen. So ist halt die Bevölkerung! Und weil jeder ein Handy dabei hat, wird sofort reagiert: einer äußert seine Angst, der nächste spielt den Beschützer und reagiert wie beschrieben. Zwei Minuten Aktion und die Betroffenen sind ewig lange mit der Reaktion beschäftigt.
25. Juli 2005: Von Thomas Schmidt an Klaus-P. Sternemann
Weitere Meldung vom Tagesspiegel-Online von heute:

(25.07.2005 )
KOMMENTAR:

Schutz des Luftraumes

Himmel über Berlin

Der Absturz eines Selbstmordpiloten vor dem Reichstagsgebäude hat gezeigt: Das Parlaments- und Regierungsviertel in Berlin ist verwundbar. Der Luftraum ist ungeschützt, wenn jemand beabsichtigt, ein kleines Flugzeug im Sturzflug auf das Kanzleramt oder den Bundestag niedergehen zu lassen. Die Bundesregierung und der Senat haben nach dem spaktakulären Vorfall reagiert: Privatflieger dürfen künftig nicht mehr über der Berliner City kreisen. Das Verbot ist richtig – warum kommt es erst jetzt? Zumindest die gefühlte Sicherheit wird dadurch erhöht. Vielleicht erschwert es Terroristen sogar das Geschäft. Mehr wohl nicht. Ist ein Kleinflugzeug erst einmal in der Luft, und für den Start reicht ein Feldweg in Brandenburg, kann es zur schwer bekämpfbaren Waffe werden. Deutsche Sportpiloten haben schon im Mai dieses Jahres, als eine Cessna versehentlich auf das Kapitol in Washington zusteuerte, über die Möglichkeiten diskutiert, mit einer solchen Maschine Sprengstoff zu transportieren. 350 Kilogramm passen rein, wenn der Pilot schlank ist. Man muss der Wahrheit ins Auge sehen: Einen Terroranschlag auf das Berliner Regierungsviertel kann niemand hundertprozentig ausschließen. Die Anschläge in London haben gezeigt, dass dem Rucksack-Terrorismus nur schwer Paroli zu bieten ist. Jedenfalls in einem Rechtsstaat, der den Bürgern nicht alles verbieten kann. Damit müssen wir leben.
- za -
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Was bezweckt der Auotr mit folgender Aussage?
Zitat
"Deutsche Sportpiloten haben schon im Mai dieses Jahres, als eine Cessna versehentlich auf das Kapitol in Washington zusteuerte, über die Möglichkeiten diskutiert, mit einer solchen Maschine Sprengstoff zu transportieren. 350 Kilogramm passen rein, wenn der Pilot schlank ist."
Zitat Ende

WEil er damit unterstellen, die (alle?) deutschen Privatpiloten arbeiten gemeinsam an Möglichkeiten, mit Kleinflugzeugen Anschläge zu planen???????

Was müssen wir uns denn noch alles gefallen (unterstellen) lassen?

Grüße,
TS
25. Juli 2005: Von Holger Klemt an Thomas Schmidt
350 Kilogramm also?

seltsam, ich erinnere mich das die Maschine dort eine Cessna 150 war (siehe auch hier:https://www.stern.de/politik/ausland/540267.html?nv=ct_mt)

Wenn man die also mit 350 Kilogramm Sprengstoff belädt, und meinetwegen auch einen sehr schlanken Piloten, 50kg vielleicht, und zumindest 10kg Sprit, dann wird das sicher ein lustiger Start. Der wird höchstens den Flugplatz in die Luft sprengen oder muss unauffällig auf einer sehr breiten Strasse zu seinem Anchlagsziel rollen. Da fällt ein VW Polo sicher weniger auf.

Wahrscheinlich meinte man ja auch gar keine C150, sondern eine C182 (da kommt man auch noch fliegend zum Ziel), oder vielleicht eine Cessna Caravan(da passen schon fast 2 Tonnen Sprengstoff rein).

Der gewissenhafte Journalist legt aber nur dann Wert auf eine sachlich fundierte Recherche, wenn er nicht eh schon eine vorgefasste Meinung hat. Ist das dann überhaupt Journalismus?

Überall wird behauptet, das der Pilot seine Maschine erst vor kurzem gekauft hat, teilweise sogar vor 2 Wochen erst. In google findet man aber komischerweise mit genau diesem Namen und der Kennung eine 2 Jahre altes Verkaufsangebot und relativ alte Bilder auf kiebitzflieger.de
Schreibt da wieder jeder von jedem ab? wahrscheinlich ....

Aus meiner Sicht lässt sich das nicht als Journalismus bezeichnen, sondern lässt sich nur mit einem Zitat von Dieter Nuhr beschreiben: Wenn man mal keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!


Holger


p.s.: Wenn die übliche Journalistenschar die Themen schon nicht sachlich fundiert hinterfragen und so einen Bockmist schreiben, was will man dann von denen erwarten bei der Beobachtung unserer Politiker.
25. Juli 2005: Von Markus Engelmoser an Holger Klemt
Es wird noch besser:

>>"Geprüft werden muss der Einsatz von Luftabwehrraketen und Kampfhubschraubern. Wir müssen die Fähigkeit haben, mit jedem Flugobjekt fertig zu werden", sagte Bayerns Innenminister Günther Beckstein<<.

Bald kommt der finale Abschuss der Freizeitpiloten aus purer Lust, sich politisch zu profilieren. Sie spinnen, die Römer... Die Dummheit (oder Bosheit?) dieser Politiker ist kaum mehr zu verstehen.

Seit Jahren fliege ich seit Jahren nur noch IFR, in weiser Voraussicht der kommenden Umstände! Das Reise-Fliegen ueber die Platzrunde hinaus nach VFR ist bald nicht mehr zu verantworten. Die Räume Paris, Zürich, London, Hamburg etc. sind auf einem normalen Level nicht mehr zu überfliegen.

Fly for fun - forget it!
25. Juli 2005: Von Günther Herzig an Thomas Schmidt
Warum soll eigentlich nicht Vorsorge dafür getroffen werden, dass sich derartige Zwischenfälle nach Möglichkeit nicht wieder ereignen? Nur weil der Schutz bestimmter Objekte vielleicht nicht zu 100 % organisierbar ist, muß doch auf Regelungen nicht verzichtet werden, unabhängig davon, dass tatsächlich momentan allerlei fragwürdige Forderungen erhoben werden. In den USA denkt man insofern wohl anders. Mir ist es lieber, wenn das Risiko vermieden wird, soweit es sich vermeiden läßt. Ein Autofahrer hat doch auch keine Möglichkeit in beliebige Bereiche einzufahren, wenn dies verboten ist. Oder sind Piloten, was immer sie auch fliegen, charakterlich unangreifbar, sodass von ihnen keine Gefahr ausgehen kann?
Das war natürlich nur rethorisch gefragt, haben uns doch Herr Atta und Kumpane etwas anderes gelehrt. Wenn schon eine Rucksackbombe Wirkungen entfalten kann, wie es zuletzt in London zu beobachten war, kann auch der Pilot eines Ultraleichtflugzeuges für Schäden sorgen, die besser nicht eintreten, sogar wenn dabei kein Wolkenkratzer einstürzt.
mfg A
25. Juli 2005: Von Thomas Schmidt an Günther Herzig
Hallo alekto,

natürlich kann ein Autofahrer nicht in eine mit Betonböllern gesperrte Straße vor einer z.B. Botschaft reinfahren...
Aber in der Fliegerei bewegen wir uns im dreidimensionalen Raum!!
Insofern nützt also ein Sperrgebiet, von denen es zig in Deutschland gibt herzlich wenig.

Verantwortungsvolle Piloten respektieren diese und planen entsprechend, aber wir reden hier nicht von der Mehrheit der normalen Piloten, sondern von Einzelfällen, die aus welchen Gründen (Selbstmord, Terroranschlag)auch immer, genau in diese Sperrgebiete einfliegen. Es interessiert sie einfach nicht!

Wenn die gleichen Personen mit einem Auto in eine mit Böllern gesperrte Straße einfahren wollen, dann gestaltet sich das schon schwieriger bis gar unmöglich.

Dieses bodengebundene Absperrdenken kann aber in der Luftfahrt NICHT angewendet werden und genau das begreifen unsere Politker nicht.

Kennen Sie, wenn sie schon präventive Maßnahmken fordern eigentlich das Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG)?

Hier werden unbescholdene (fliegende) Bürger, nämlich Piloten unter Generalverdacht gestellt und sollen per eigenen Antrag diesen Verdacht durch Zustimmung zu einer Zuverlässigkeitsüberprüfung ausräumen. Ein im Rechtsstaat einmaliger Vorgang! Die Anordnung oder Durchführung der Überprüfung darf der Staat selbstständig ohne Tatverdacht nicht anordnen, also soll es der Pilot selber tun. Ein Wahnwitz sondersgleichen! Die Überprüfung bezieht alle staatlichen Stellen und Geheimdienste ein.

Es bringt natürlich nichts, außer der massiven Verletzung von Grundrechten... zumal wenn man einer solchen Überprüfung nicht zustimmt, der Lizenzentzug (ohne rechtliche Grundlage) angedroht wird. So etwas nennt man "Erpressung".

Wäre der deutsche Autofahrer mit so etwas konfrontiert, würde der ADAC amoklaufen und das Gesetz wäre in kürzester Zeit vom Tisch. Aber mit den Piloten kann man´s ja machen...

Grüße,
TS
25. Juli 2005: Von RotorHead an Günther Herzig
Zitat:
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Warum soll eigentlich nicht Vorsorge dafür getroffen werden, dass sich derartige Zwischenfälle nach Möglichkeit nicht wieder ereignen? Nur weil der Schutz bestimmter Objekte vielleicht nicht zu 100 % organisierbar ist, muß doch auf Regelungen nicht verzichtet werden, ...
--------------------------------------------

Einfache Antwort: WEIL ES NICHT MÖGLICH IST!!!

Der Pilot ist bereits OHNE Freigabe in eine Kontrollzone geflogen, er ist OHNE Erlaubnis unterhalb der Mindestsicherheitshöhe geflogen, er hat OHNE Außenlandegenehmigung eine Bruchlandung außerhalb eines Flugplatzes unternommen (ain Absturz war es ja wohl nicht).

Was soll dann bitte ein zusätzliches Verbot bringen? Einen Selbstmörder oder Terroristen wird das nicht abhalten!

Es wurde sogar schon über derartigen Schwachsinn nachgedacht, etwa solche Flugzeuge durch Hubschrauber abzudrängen. Das funktioniert nicht nur nicht, auch die Besatzung des Hubschraubers müsste dazu Selbstmordabsichten haben.

Um einen Absturz oder kontrollierten Flug in den Boden in Zukunft zu verhindern, wird sogar über den Abschuss solcher Flugzeuge nachgedacht. - Wahrscheinlich bleigt ein abgeschossenes Flugzeug am Himmel. Zumindes denken sich das wohl einige Schwachköpfe, die leider auch für unsere Gesetze zuständig sind.
25. Juli 2005: Von Ralf Rabas an Jan Brill
Hallo Herr Brill,
zuerst einmal vielen Dank, dass Sie (PuF) mal wieder die Initiative ergriffen haben, hier zu intervenieren.

Jetzt aber der Wermutstropfen zur gegenwärtigen Diskussion: Auch ein kleiner 2-Sitzer kann von einem todesbereiten Terroristen ohne Probleme mit 150 kg Sprengstoff beladen werden. Die Auswirkung einer Explosion dieser Menge sollte man nicht herunterspielen. Davon wird zwar kein Gebäude einstürzen, aber das ist ja auch meistens nicht das Ziel dieser Fanatiker. Stellen Sie sich bloß vor, ein solches „Sprengstoffpaket“ landet inmitten der wartenden Reichstagsbesucher.

Nach Verarbeitung des menschlichen Leids käme sofort die Suche nach den Verantwortlichen und Schadensersatzforderungen in unkalkulierbarer Höhe. Hiervor muss der Politiker den Staat schützen und natürlich in erster Linie sich selbst. Was tut man bei latenter unvorhersehbarer Gefahr? Man stellt ein Schild auf! (wir kennen das: Eltern haften für ihre Kinder).

Nun haben wir also ein Schild „Flugverbotszone“, welches zwar keinen Terroristen abschreckt, aber zeigt, dass die politisch Verantwortlichen gehandelt haben. Auf die Spitze getrieben wird dieses Tun dann noch durch den politischen Gegner, der es schon vorausgesehen hat, es immer besser weiß, kreativer ist und sowieso alles anders machen würde, und auch gegen diese „Gefahrenhinweise“ des anderen politischen Lagers muss sich unser Verantwortlicher absichern. Eine Steilspirale nach oben ist die Folge, und genau das erleben wir zur Zeit.

Viele kennen den Wahnwitz der ISO-Zertifizierungen in der Wirtschaft. Genauso läuft es hier, und entsprechend kommt noch hinzu: Es muss dokumentiert werden, damit man im Falle eines Falles die Haftung abschieben kann. Musterbeispiel: Zuverlässigkeitsüberprüfung.

Hier helfen m. E. kein Briefeschreiben, keine Petition und kein gegenseitiges Wundenlecken. Hier muss von Verbandsseite, von AOPA, DAEC, von …? ein Gipfelgespräch mit der Politik und dem Verkehrsministerium initiiert werden, bei dem Experten einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, aber auch festhalten, welcher Schutzaufwand mit vertretbaren Mitteln nicht betrieben werden kann. Hier können alle Interessenvertreter Gutachter einbeziehen und die Diskussion auf ein sachliches Fundament stellen.
Ziel muss es sein, dass die für den Luftverkehr Verantwortlichen von ihren Haftungsängsten herunterkommen und sich auf ein Protokoll beziehen können, ohne selbst Purzelbäume schlagen zu müssen.

Der ADAC hätte sich für die Autofahrer (nicht nur für die Mitglieder!) bereits heftig ins Zeug gelegt. Was tut die AOPA? Dort scheint sich niemand verantwortlich zu fühlen. Folgen hat ‘s ja auch keine.

Auf Verständnis in der Bevölkerung und der Politik dürfen „Hobbyflieger“ nicht hoffen. Da hat jeder Motorradfahrer mehr Sympathien und Rechte. Also bleibt nur, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Wer hilft konkret weiter?? Ich mache mit!

Viele Grüße
Ralf
25. Juli 2005: Von rolf an Ralf Rabas
Ich finde es rächt sich momentan sehr, dass sowohl
AOPA wie DAeC wenig bis garnichts unternommen haben (und
die Mehrzahl von uns Privatpiloten vieleicht auch nicht),
um das einseitige Klischee vom freizeitorientierten "Sport-
und Hobbypiloten" in der Öffentlichkeit mal zugunsten eines
Privatpilotenbildes, welches auch den (privaten/beruflichen/
geschäftlichen) Einsatz des Fliegers als VERKEHRS- und REISEMITTEL (und nicht einzig als angebliches Sport- und
Hobbygerät) beinhaltet, zu korrigieren.

Was würde der ADAC sagen, wenn alle Autofahrer, die nicht hautpberuflich LKW/PKW fahren, als "Hobby- und Sportfahrer" wahrgenommen werden würden und Stolpe nach dem dem
nächsten Geisterfahrerunfall ein "Autobahnverbot für
alle Sport- und Hobbyfahrer" oder nach dem nächsten Überholunfall ein "Überholverbot für alle Sport- und Hobbyfahrer" fordern würde?

Ohne Hervorhebung der Bedeutung des individuell als Reise-
und Verkehrsmittel vom Privatpiloten genutzen Kleinflugzeugs
wird es immer schwerer sein, sich gegen Einschränkungen zu
wehren - ist doch nur ein "Hobby" oder "Sport"
eingeschränkt.

Rolf
25. Juli 2005: Von Stefan Jaudas an RotorHead
Hi, RTH,

Zitat: "Um einen Absturz oder kontrollierten Flug in den Boden in Zukunft zu verhindern, wird sogar über den Abschuss solcher Flugzeuge nachgedacht. - Wahrscheinlich bleigt ein abgeschossenes Flugzeug am Himmel. Zumindes denken sich das wohl einige Schwachköpfe, die leider auch für unsere Gesetze zuständig sind."

Nein, wenn ein Flugzeug abgeschossen wird, dann expodiert es in viele ganz kleine Fetzen, es löst sich sozusagen in Schall und Rauch auf. So haben es unsere "Vertreter" zumindest aus den einschlägigen Anti-Terror-Bildungsfilmen aus Hollywood gelernt. In den gleichen Filmen sieht man, wie toll eine Stinger ein Ziel mit der Wärmesignatur eines kleinen Rotax findet und dranbleibt. Super, Baby!

Gruß

StefanJ
26. Juli 2005: Von Norbert V.H. Lange an Erwin Schlawuttke
Betr.: Klage beim Verwaltungsgericht

Nachdem wir uns alle wieder beruhigt haben, was zugegebenermaßen auch mir angesichts dieser elementaren Hilflosigkeit unserer Executive schwerfällt, wäre dies wieder mal genau der richtige Weg,

meint
der Henry

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