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Luftrecht und Behörden | Mental Health Formular beim Flieger Doc.  
21. Mai 2021 15:39 Uhr: Von Tom Tom  Bewertung: +1.00 [1]

Hallo Miteinander,

na wer von Euch war denn in letzter Zeit mal wieder beim Flieger Doc?
Es gibt mal wieder News aus der LBA Formular Szene mit einem besonders interessantem Formular, welches vor dem eigentlichen Arzt-Gespräch ausgefüllt dort vorgelegt werden muss.
Es ist eine wahre Lachnummer dieses zweiseitige Pamphlet und wird unter Garantie die "Psychisch-Angeschlagenen" von den ganz besonders Braven Flieger-Kollegen trennen. Ironie aus.
Vom Datenschutz und den Behördlichen Begehrlichkeiten mal ganz abgesehen - wohin geht denn da die Reise???

VG, Tom



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FragebogenMentalHealth.pdf
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Mental Health Fragebogen des LBA


21. Mai 2021 15:54 Uhr: Von Ernst-Peter Nawothnig an Tom Tom Bewertung: +1.00 [1]

Die Frage ist, woher solche Dinger jeweils kommen.

Umsetzung von EASA-Forderungen?

eigenständige "Leistung" des LBA?

Entspricht jedenfalls dem Megatrend, Sicherheit durch bürokratische Prozesse vorzugaukeln. Weiterer Vorteil: Wenn man immer mehr Papier verlangt, wird jeder Pilot irgendwann unperfekt und angreifbar. Verantwortlichkeiten der Behörde reduzieren sich entsprechend. Böser Willle muss gar nicht dahinter stecken - es genügt schon, wenn jemand endlich befördert werden will und Aktion vorzeigen muss.

21. Mai 2021 16:05 Uhr: Von Christof R. an Tom Tom

Gibt es bei uns in Österreich schon etwas länger. Wurde kurz nach dem Germanwingsabsturz eingeführt, wurde mir zumindest so vom Arzt meines Vertrauens mitgeteilt.

21. Mai 2021 16:50 Uhr: Von Ulrich Dr. Werner an Tom Tom

Guten Tag zusammen

Der Fragebogen basiert auf den im Januar 2019 geänderten AMC and GM to Part-MED der EASA. Es ist keine Aktion einer nationalen Luftfahrtbehörde an sich.

Dort hat die EASA beschrieben:

AMC2 MED.B.055 Mental health

(a) Mental health assessment as part of class 2 aero-medical examination

(1) A mental health assessment should be conducted and recorded taking into account social, environmental and cultural contexts.

Das heißt, ein AME muss das „mental health assessment“ dokumentieren. Damit diese Dokumentation standardisiert erfolgt, ist der Fragebogen generiert worden, der als Anamnese seine fachliche Berechtigung hat.

Mit Fliegergruß

Ulrich Werner

21. Mai 2021 17:37 Uhr: Von Dominic L_________ an Ulrich Dr. Werner Bewertung: +1.00 [1]

Das Ding hatte ich auch schon. Selten hat mich ein Formular so deprimiert. Es sagt so viel über das Unvermögen all der Leute aus, die auch nur am Rande damit zu tun hatten/es hätten verhindern müssen. Es ist so unwirksam, handwerklich schlecht gemacht und zeugt von einer Einstellung zum Alkohol, dass ich nicht sicher bin, ob ich diesen intellektuellen Tiefschlag ohne Tabletten überstehen kann.

21. Mai 2021 17:57 Uhr: Von Stefan Jaudas an Tom Tom

Was wird denn mit dem Formular gemacht? Außer abgeheftet?

Gibts da auch einen Schlüssel, wie dann welche Antwort gewertet wird? Oder geht das dann nach Nasenfaktor von wer auch immer damit noch irgendwas macht außer Abheften?

Und was sollen das für Fragen sein? Haben die auf irgendwas eine Aussagekraft? Ich habe Schuldgefühle, wenn ich Alkohol getrunken habe? Was ist, wenn ich keinen Alkohol trinke? Dann kann ich da weder zustimmen noch nicht zustimmen ...

21. Mai 2021 18:15 Uhr: Von Dominic L_________ an Stefan Jaudas Bewertung: +2.00 [2]

Deswegen ist er handwerklich schlecht gemacht. Genauso gut könnte man eine Frage rein nehmen:

Ich möchte morgen gerne:

a) einen Blumentopf auf den Kopf bekommen und nach einem Monat Koma schwerbehindert sein.

b) Durch eine Fehlinvestition komplett ruiniert sein.

Was soll ich denn davon ankreuzen? Es ist ja auch nicht so, dass nach dem kleineren Übel gefragt wäre.

21. Mai 2021 18:22 Uhr: Von Robert Hartmann an Tom Tom

Wer keinen Alkohol trinkt kann nicht alle Fragen beantworten. Das ist zeimlich prefide!

21. Mai 2021 19:15 Uhr: Von T. Magin an Robert Hartmann Bewertung: +5.00 [5]
Auch ich hatte schon das Vergnügen damit. Und am meisten Sorgen mache ich mir über die Autoren. Wer glaubt mit solchen Prozessen die Sicherheit der Luftfahrt auch nur um ein Jota zu verbessern, welch Verbesserungsideen setzt der wohl an anderer Stelle um? Ich möchte nicht drüber nachdenken ...
21. Mai 2021 21:22 Uhr: Von Tobias Schnell an T. Magin Bewertung: +1.00 [1]

Das gehört irgendwie zu den Dingen, bei denen ich keine Energie dafür verschwenden mag, mich darüber aufzuregen oder auch nur über den tieferen Sinn nachzudenken. So was macht man, hakt es ab und freut sich, dass das Thema "mental health" damit erledigt ist...

21. Mai 2021 21:38 Uhr: Von Sven Walter an Tobias Schnell

Eigentlich möchte man dir Recht geben, aber andererseits sehen wir ja, wie häufig und lange sich solch ein Blödsinn verstetigt....

21. Mai 2021 21:39 Uhr: Von Tobias Schnell an Sven Walter Bewertung: +2.00 [2]

Welche Form eines "mental health assessments" würdest Du denn diesem Fragebogen vorziehen? Und dass das Thema irgendwie relevant ist, kann man ja kaum bestreiten, nachdem es in der kommerziellen Luftfahrt in den letzen 30 Jahren mindestens vier erweiterte Suizide von Crewmitgliedern gegeben hat, aber nur einen einzigen (?) Unfall durch "pilot incapacitation".

21. Mai 2021 22:01 Uhr: Von T. Magin an Tobias Schnell Bewertung: +1.00 [1]
„ nachdem es in der kommerziellen Luftfahrt in den letzen 30 Jahren mindestens vier erweiterte Suizide von Crewmitgliedern gegeben hat“

Und wieviel Passagiere sind in der gleichen Zeit ohne den Suizid von Piloten transportiert worden? Will fragen, wo ist denn die Verhältnismässigkeit? Morgen früh geh ich zum Bäcker, zu Fuß, unter Todesgefahr von schlafenden Autofahrern, leinenlosen Hunden, marodierenden Radfahrern, ... was bitte ist dagegen ein Unfall in der kommerziellen Luftfahrt, egal welcher Genese. Das Risiko eines unfreiwilligen Ablebens durch Pilotensuizid ist so gering, dass ich Blasen auf dem Zeigefinger bekomme um die ganzen Nullen nach dem Komma einzugeben. Aber was red ich, wir haben ja ne ZÜP - damit wird alles noch guterer.
21. Mai 2021 22:12 Uhr: Von Sven Walter an Tobias Schnell

Welche Form eines "mental health assessments" würdest Du denn diesem Fragebogen vorziehen? Und dass das Thema irgendwie relevant ist, kann man ja kaum bestreiten, nachdem es in der kommerziellen Luftfahrt in den letzen 30 Jahren mindestens vier erweiterte Suizide von Crewmitgliedern gegeben hat, aber nur einen einzigen (?) Unfall durch "pilot incapacitation".

Gar keine machen.

Meine Lösung ist eine ganz andere: Wer ein AOC mit mehr als vier Maschinen hat (in kleinen Flugbetrieben kennt man sich noch besser und persönlich), muss für Fälle solcher Kandidaten immer einen solchen Kandidaten als TRI/ TRE umschulen zu 50% der Bezüge, bis zur Rente. Am Boden passiert nichts, bessere Kontrolle, Sozialprestige immer noch in Ordnung plus bei Heilung ist spätere Wiederverwendung im Cockpit nicht ausgeschlossen. Wenn auch nicht so wahrscheinlich. Notfalls Fracht oder so mit Rückkehroption.

Nix davon ist perfekt, im Frachtcockpit gab's den berüchtigsten Axtangriff, schon klar, aber da wir vielleicht nie, aber zumindest in den nächsten Jahrzehnten nicht in Köpfe reingucken können und auch keine Crews haben, die so groß sind wie die Betriebsmannschaften von Kernkraftwerken, sehe ich nichts Besseres. Das hier ist "cover your ass". Reiner Aktionismus.

Ein Lubitz hat seit Segelfliegertagen von nix anderem geträumt. Es drohte der Verlust von allem - Traum, Ansehen, Gehalt....

Das Risiko ist nicht ausgeschlossen, aber minimiert. Er würde vielleicht heute noch vom Gehalt locker einen 200.000 € - Eigenstarter mit Gleitzahl 1:50 fliegen, sein schlimmstes Schlafproblem wäre die Mitternachtsschicht im Sim, und schlussendlich sind die Toten von German Wings auch indirekte Opfer von 9/11.

Der Ägypter? Silk Air? MH77 (oder welche Nummer das doch gleich war)? Niemand kann in Köpfe reingucken. Aber gutes Gehalt, jede Nacht im eigenen Bett schlafen, Lizenz gülltig halten ist besser als dieser Papierterror ohne Funktion. Wir bürokratisieren uns zu Tode. Alle anderen Piloten mit erweiterem Suizid hatten schon mehrere tausend Stunden auf dem Buckel. Es waren nie FOs mit 250 - 1500 h, wenn ich mich recht entsinne.

Einzige Problemstellung ist die Meldung für so ein Programm, die Schwelle zur Selbsterkenntnis. Na denn - dann muss die Umschulung halt aus Bundesmitteln kommen und über eine unabhängige Stelle entschieden werden. Wer da reingeht, kann von der Firma nicht mehr gefeuert werden. Geht der Laden pleite, wird er mit der Vita vermutlich nicht ad hoc in einer neuen Firma genommen werden. Aber selbst wenn: AOC mehr als vier Maschinen, die Regel gilt ja wieder.

Feuer frei zur Debatte, aber ich hab noch nix Besseres gelesen.

21. Mai 2021 22:17 Uhr: Von Tobias Schnell an T. Magin Bewertung: +1.00 [1]

Will fragen, wo ist denn die Verhältnismässigkeit?

Berechtigte Frage. Aber wo ist in der Denke dann die Verhältnismässigkeit für ein Medical in einem Zweimanncockpit?

21. Mai 2021 22:38 Uhr: Von T. Magin an Tobias Schnell Bewertung: +1.00 [1]
Die Antwort darauf liegt sicherlich auf dem Grund des Glases 2018er Riesling Spätlese, Forster Kirchenstück in meiner Hand ... aber am Bodensee steht Ihr je eher auf Gutedel, ich bin mir nicht sicher, ob der es mental so weit bringt ;-)
21. Mai 2021 22:42 Uhr: Von T. Magin an Sven Walter Bewertung: +4.00 [4]
„ Wir bürokratisieren uns zu Tode „

Die Anzahl der Regeln, die sich eine Gesellschaft gibt, ist ein Maß ihrer Dekadenz ......... eines meiner Mantras, mit dem ich manchmal versuche zu beruhigen.
21. Mai 2021 22:52 Uhr: Von Willi Fundermann an Tom Tom
Das Thema wurde bereits im August 2020 aufgegriffen und der Hintergrund schon damals von "Ulrich Dr. Werner" ausführlich erklärt.
22. Mai 2021 06:41 Uhr: Von Stefan Jaudas an T. Magin

Und jetzt stellen wir uns mal vor, der:ie nächst:e Verkehrsminister:in heißt zum Beispiel Stefan Gelbhaar.

22. Mai 2021 06:52 Uhr: Von Stefan Jaudas an Tobias Schnell Bewertung: +1.00 [1]

Welchen Sinn hat so ein "Mental Helath Assessment"? Egal, welche Form es annimmt?

Genau einen: Nachgelagertes politisch-bürokratisches CYA. Da ist ewtas passiert, was eigentlich hätte nicht passieren sollen, wenn die Bürokratie ihren Job gemacht hätte. Aber es gilt ja:

Regel 1: Die Bürokratie macht keine Fehler.

Regel 2: Sollte die Bürokratie doch mal Fehler machen, tritt automatisch Regel 1 in Kraft.

Regel 3: Der Aktivierung von Regel 2 ist durch noch mehr Bürokratie einen Riegel vorzuschieben.

Dazu kommt dann noch der Herdentrieb bei den Medien und den Medienkonsumenten und die Befolgung des Narrativs.

All das ist eine Konstante - sei es Germanwings, 9/11, Erfurt, ...

Und die Frage bleibt unbeantwortet, was passiert mit dem Wisch? Wenn die Fragen schon sinnlos sind, dann ist es womöglich auch deren Auswertung? Nur, dass da eine sinnfreie Auswertung eines sinnfreien Formulars echte Konsequenzen haben kann? Bei allem Möglichen gibt es klare und messbare Grenzen. Dioprien bei Kurz- und Weitsichtigkeit, Go und NoGo bei bestimmten Medikamenten, 8,5% beim HbA1c, usw. ...

Und englisch haben die immer noch nicht gelernt. Wer findet den Fehler?

  • "weiß nicht * - neither agree nor disagree"
  • "weiß nicht - don't know" oder "can't say"
  • "ich stimme weder zu noch stimme ich nicht zu - neither agree nor disagree"

Korrekt wäre eine separate Spalte mit "nicht zutreffend" oder "keine Angaben möglich".

* "weiß nicht" klingt zudem danach, als ob das der schnoddrige Ferienjobber salopp hingeschmiert hätte ...

Brauchen wir wieder einen Claus-Dieter Zink?

22. Mai 2021 12:44 Uhr: Von Olaf Musch an Sven Walter

Gar keine machen.

Meine Lösung ist eine ganz andere: Wer ein AOC mit mehr als vier Maschinen hat (in kleinen Flugbetrieben kennt man sich noch besser und persönlich), muss für Fälle solcher Kandidaten immer einen solchen Kandidaten als TRI/ TRE umschulen zu 50% der Bezüge, bis zur Rente.

Finde den Fehler:

Gar keine Assessments machen, aber dann "solche Kandidaten" umschulen.

Und wie genau identifzierst Du sicher und nachvollziehbar "solche Kandidaten", wenn Du kein Assessment machst?

Aber grundsätzlich gebe ich Dir Recht. Wer einen Pilotenschein hat, sollte intelligent genug sein, dieses Assessment so auszfüllen, dass sich daraus ein Blick auf eine stabile und harmlose Person ergibt.

Viel interessanter für die Suche nach "labilen Personen" könnte es sein, den Fliegerärzten ein (ähnliches) Formular in die Hand zu drücken, das sie in einem persönlichen Gespräch mit dem Piloten durcharbeiten und ausfüllen müssen. Jetzt sind aber nicht alle Fliegerärzte auch geschulte Psychologen, und nicht jeder hat die vielleicht erforderlichen Fragetechniken drauf. Und außerdem kostet das ja wertvolle Zeit (und damit Geld).

Entweder sollte niemand solch einen Fragebogen über sich ergehen lassen müssen, oder aber tatsächlich nur die Piloten, bei denen ein erweiterter Suizid auch mehr als nur eine handvoll Personen betreffen könnte. Sprich: Alle, die im Linien- oder Charterdienst Maschinen bewegen, die mehr als z.B. 6 oder 8 Sitzplätze für Paxe haben. Damit wären alle PPLs und viele CPLs raus, bei denen der "Erwartungswert" (Wahrscheinlichkeit mal Schaden) deutlich näher an der 0 liegt, als der bei einem ATPL auf einer 747.

Olaf

22. Mai 2021 15:04 Uhr: Von Achim H. an Tom Tom Bewertung: +4.00 [4]

Ich war tieftraurig als die US-Einwanderungsbehörde mich plötzlich nicht mehr danach gefragt hat, ob ich an nationalsozialistischen Verbrechen zwischen 1933-1945 beteiligt war und/oder einen terroristischen Anschlag plane.

Jetzt gibt es mit dem mental health assessment endlich wieder einen Lichtblick.

Beide sind zutiefst humoristisch, müssen aber ohne Einsatz von Humor bearbeitet werden. Eine immer wieder interessante Dichotomie.

22. Mai 2021 15:52 Uhr: Von Sven Walter an Olaf Musch Bewertung: +3.00 [3]

Finde den Fehler:

Gar keine Assessments machen, aber dann "solche Kandidaten" umschulen.

Und wie genau identifzierst Du sicher und nachvollziehbar "solche Kandidaten", wenn Du kein Assessment machst?

Gar nicht: Ich schaffe einen Anreiz, sich selbst zu melden. "Just culture". Der potentielle Säufer gibt vorm Saufen den Autoschlüssel dem Wirt oder besten Freund. Der Alkoholiker vorne rechts im Layover mit Rückfall meldet sich krank mit einer Magen-Darm-Grippe oder Nebenhöhlenentzündung. Der Choleriker behält die Waffe, aber verschenkt die Munition. Der 80-Jährige verwechselt beim Einparken ohne Bleckschaden Bremse und Gaspedal, und verkauft sein Auto, der Führerschein landet in der Erinnnerungsschatulle. Der Chirurg, der schwächere Augen bekommt, unterrichtet nur noch. Klappt garantiert nicht immer, sind auch bestimmt bessere Beispiele denkbar, aber so kann es laufen. Firmenkultur: Wir lassen dich nicht fallen. Wir rauben dir nicht alles, was dir etwas bedeutet.

22. Mai 2021 16:08 Uhr: Von Dominic L_________ an Sven Walter Bewertung: +1.00 [1]

Davon abgesehen kann man ja schließlich auch einfach dafür sorgen, dass Menschen nicht zu sehr belastet werden. Irgendwann ist man auch mal drauf gekommen, dass man die Zeiten limitieren muss, die Menschen hinter dem Lenkrad oder Steuerhorn eingesetzt werden. An solchen Aspekten muss man schrauben. Wenn jemand geistig gesund sein soll, muss man ihm auch die Chance dazu geben. Wenn man nie zu Hause ist, nie seine Frau und/oder Kinder sieht, ist es klar, dass Folgeschäden unvermeidlich sind, ggf. über den Zerfall der Beziehung, Streit über die Kinder etc. und das dann alles NEBEN dem Job. Kann man verstehen, wenn jemand irgendwann nicht mehr weiter weiß. Da kann man viel tun und was dann noch übrig bleibt, ist meines Erachtens eben allgemeines Lebensrisiko. Wie wir alle wissen, kann man auch über die Straße gehen und von jemandem im Auto überfahren werden, in dessen Gehirn auch gerade etwas schiefläuft. Was soll man dazu schon sagen? Alle Autos auf 5 km/h reduzieren? Alle Führerscheine entziehen? Autos einstampfen? Das Leben ist eben leider manchmal lebensgefährlich. So tragisch der Tod völlig Unbeteiligter auch häufig ist: Es gibt einfach leider keine 100%ige Sicherheit im Leben - und das Meiste in unserem Leben ist wirklich schon supersicher. Diese Fälle gehen durch die Medien, betreffen aber eben zum Glück so gut wie niemanden persönlich. Es ist ein Spiel mit der Angst, es könnte einem selber auch passieren. Wenn mich diese befällt, sage ich mir immer: Ruhig bleiben, es ist EXTREM unwahrscheinlich.

22. Mai 2021 16:49 Uhr: Von Sven Walter an Dominic L_________

Stimmt. Wobei das Hauptrisiko der Übermüdung und Crewdienstzeiten ja bedauerlicherweise auch nicht rein wissenschaftlich entschieden wurde damals.

Ich hab so den Eindruck, dass die Arbeitslast selbst innerhalb der Fluglinien recht ungleichmäßig verteilt ist, je nach Flotte und Seniorität, selbst bei den gewerkschaftlich starken Umfeldern. Sommer/ Winter ist klar, Fracht primär nachts auch, das weiß man alles.

Rausstechen, im Guten wie im Schlechtent, tut da irgendwie Ryanair: Praktisch jede Nacht im eigenen Bett ist ein Traum für alle Beteiligten. Aber wenn die eine Basis schließen heißt es umziehen.


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