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88 Beiträge Seite 1 von 4

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Sonstiges | Nachtsichtgerät: nützlich für VFR-Night?
7. Dezember 2018 11:21 Uhr: Von Gerald Heinig 

Hallo,

beim stöbern durch YouTube bin ich auf ein Video gestoßen, das verschiedene Nachtsichtgeräte-Generationen gegeinander vergleicht und die Bildqualität der neuesten Geräte war ziemlich hoch.

Für mich stellt sich die Frage: reicht die Bildqualität für eine Notlandung nachts aus?

Wenn man aus, sagen wir, 3000 Fuß den Unterschied zwischen Wald, See und Wiese erkennen kann, dann müßte das doch für Nachtflüge ein großer Sicherheitsgewinn sein.

Hat das hier jemand mal ausprobiert?

7. Dezember 2018 12:11 Uhr: Von Erik N. an Gerald Heinig

Ich habe ein älteres Nachtsichtgerät, G3, Restlichtverstärker, zum Segeln, was bei Fahrten die in die Dunkelheit geraten, hervorragend hilft. Ist allerdings ein Okular, das man in der Hand halten muss.

Fürs Fliegen, denke ich, würde man eine binokulare Goggle benötigen, mit 2 Restlichtverstärkern oder Infrarotkameras, damit das Gerät tiefenscharfes Sehen ermöglicht, um dann auch die Landung einschätzen zu können.

Dann die Basis: Restlichtverstärker funktionieren nur bei Restlicht, und ob das ausreicht, um ggfs. ohne umliegende Lichtquellen (Bebauung, Strassen, Sternen-/Mondlicht) noch ausreichend Konturen zu erkennen, müsste man einmal konkret ausprobieren. Ich würde vermuten, Flug über ein dunkles Wald- und Wiesengebiet, ohne Lichtquellen, siehst Du nur griseliges Grün....

Die andere Alternative sind NV Goggles auf Infrarotbasis, die dann entsprechend auch doppelte Wärmekameras haben müssten, wegen Tiefenschärfe.

Was es da alles für den zivilen Einsatz gibt, weiss ich nicht. Militärische Geräte sind heute relativ leicht, schalten zw. Restlicht- und IR um, incl. Farbgebung, unterliegen aber wohl Einfuhr- und Kaufbeschränkungen.

Ansonsten, warum nicht, keine schlechte Idee. So fliegen die KSKs und Navy Seals ihre Einsätze. Warum nicht wir auch :)) Aber ob es sowas für zivile Zwecke legal käuflich gibt, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht gibts hier jemand der das besser beurteilen kann.....

7. Dezember 2018 12:42 Uhr: Von Gerald Heinig an Erik N.

Im besagte Video wurden die verschiedenen Generationen verglichen und ab Generation 3 habe ich gedacht, daß es zumindest für eine Bruchlandung ausreichen müßte. Wenn man wenigstens den Unterschied zwischen Wald (sicherer Tod) und Wiese (akzeptable Chancen) ausmachen kann, ist schon viel gewonnen.

Ich sehe da das Hauptproblem bei der Fernsicht: die Tests die ich gesehen habe (auch nicht besonders gut aufgenommen) waren alle mit Entfernung so um die 100 - 200 Meter. Sieht man bei, z.B. 1000 Meter überhaupt etwas?

Die Geräte der 4. Generation hatten ein wirklich gutes Bild und ich denke, man hätte eine gute Chance eine passable Landung hinzukriegen. Die sind aber ziemlich teuer: ab €3500 geht's los.

7. Dezember 2018 12:52 Uhr: Von Erik N. an Gerald Heinig

Für eine weite Ausleuchtung benötigst Du auch beim Restlichtverstärker einen Ausleuchter. Normalerweise ist das ein IR Strahler, mit mehr oder weniger guter Lichtbündelung. Um aus 3000 Fuss erst mal generell etwas zu erkennen, geht meiner Einschätzung nach erst mal beides. Meine Sorge wäre, die Entfernung nicht abschätzen zu können, zb für die Landung.

Die Cirrus hat ja eine Wärmebildkamera als Zusatzoption

https://youtu.be/XJToqJ61t4A

Man könnte eine FLIR istallieren, die per Bluetooth aufs iPad streamt. Wenn es sowas gibt ?

7. Dezember 2018 12:54 Uhr: Von Schauss Walter an Gerald Heinig

Il zweiten Weltkrieg flugen die Bomber ohne solche Geräte. Ich glaube das erste ist AVIATE COMMUNICATE denn aus 2500 fuss bleibt nicht mehr viel Zeit zum spielen.

Ein Wald ist nicht ein sicherer Tod

7. Dezember 2018 13:03 Uhr: Von Wolfgang Lamminger an Gerald Heinig

im Hubschrauberbereich gibt es professionelle zivile Anwender solcher Geräte. Der Aufwand, um das brauchbar hinzubekommen (Nachtlandung abseits von Flugplätzen etc.) ist recht groß.

Beispielsweise muss die Instrumentenbeleuchtung angepasst werden, da man sonst geblendet würde...

7. Dezember 2018 13:05 Uhr: Von Tee Jay an Gerald Heinig

Ganz ehrlich? Für uns GA Spielzeug. Ich sehe neben dem Handling und der Quali auch unsere lichtverschmutzte Umgebung als Störfaktor an.

7. Dezember 2018 13:15 Uhr: Von Andreas Ni an Gerald Heinig Bewertung: +2.00 [2]

investiere lieber in einen zweiten Motor. Der gibt Dir mehr Sicherheit als das Nachtsichtgerät.

7. Dezember 2018 13:20 Uhr: Von R. P. an Gerald Heinig Bewertung: +1.00 [1]

Im besagte Video wurden die verschiedenen Generationen verglichen und ab Generation 3 habe ich gedacht, daß es zumindest für eine Bruchlandung ausreichen müßte. Wenn man wenigstens den Unterschied zwischen Wald (sicherer Tod) und Wiese (akzeptable Chancen) ausmachen kann, ist schon viel gewonnen.

Off Topic: Wald ist keine grundschlechte Option für eine Notlandung. Sicher ist eine Wiese besser, aber es gibt deutlich schlechter Varianten. Bäume können einen grossen Teil der Energie absorbieren.

On Topic: Verhältnis Aufwand zur Risikominimierung scheint mir nicht ideal. Gibt wahrscheinlich Massnahmen mit besserem Wirkungsgrad.

7. Dezember 2018 13:29 Uhr: Von Erik N. an R. P.

Kommt auf den Aufwand an. Die meisten Systeme laufen auf FLIR Basis: Rockwell Collins, Astronics, OpGal,... und sind teuer, und in den wenigsten Fällen für Notlandungen gedacht. Findet man eine leichte, einfache Lösung, die man im Notfall aufsetzt, um Wald von Wiese zu unterscheiden, why not ?

Die Idee finde ich schon interessant.

7. Dezember 2018 13:39 Uhr: Von Florian S. an Andreas Ni

Wann ist in Europa das letzte mal ein Pilot einer Einmot gestorben, weil er einen technisch bedingten Motorausfall in der Nacht hatte (bei fehlendem Sprit helfen zwei Motoren auch nix - ganz im Gegenteil) und auf Grund der Dunkelheit kein geeignetes Notlandefeld finden konnte?

Wenn das Risiko bei einer Einmot Null ist, um wie viel kleiner wird es dann durch den zweiten Motor?

7. Dezember 2018 13:45 Uhr: Von Gerald Heinig an Schauss Walter

Die Geräte gibt's eh erst seit dem Vietnamkrieg (brauchbare, zumindest...)

So ziemlich alle Crashes die ich kenne, die im Wald endeten, waren für die Insassen tödlich.

7. Dezember 2018 13:50 Uhr: Von Gerald Heinig an Tee Jay

daher ja die Frage, hat es jemand mal ausprobiert. Es könnte durchaus sein, daß in den meisten Fällen aufgrund einzelnen, hellen Lichtquellen das Bild so gestört ist, daß man nichts ausmachen kann.

7. Dezember 2018 13:58 Uhr: Von Gerald Heinig an Andreas Ni Bewertung: +1.00 [1]

das habe ich auch vor. Aber eins nach dem anderen :)

7. Dezember 2018 14:00 Uhr: Von Gerald Heinig an R. P.

Off Topic: Wald ist keine grundschlechte Option für eine Notlandung. Sicher ist eine Wiese besser, aber es gibt deutlich schlechter Varianten. Bäume können einen grossen Teil der Energie absorbieren.

Hmm. Da habe ich anderes gelesen aber ich lasse mich gerne belehren.

On Topic: Verhältnis Aufwand zur Risikominimierung scheint mir nicht ideal. Gibt wahrscheinlich Massnahmen mit besserem Wirkungsgrad.

Finde ich nicht: €3k für eine kleine Überlebenschance gegen so gut wie keine Chance ohne Nachtsicht. Welche alternative Maßnahmen meinst Du denn?

7. Dezember 2018 14:06 Uhr: Von Erik N. an Florian S. Bewertung: +1.00 [1]

Wann ist in Europa das letzte mal ein Pilot einer Einmot gestorben, weil er einen technisch bedingten Motorausfall in der Nacht hatte (bei fehlendem Sprit helfen zwei Motoren auch nix - ganz im Gegenteil) und auf Grund der Dunkelheit kein geeignetes Notlandefeld finden konnte?

Wenn das Risiko bei einer Einmot Null ist, um wie viel kleiner wird es dann durch den zweiten Motor?

Nein, wir brauchen jetzt nicht die einhundert-millionste Grundsatzdiskussion über die Anzahl von Motoren und Nachtflügen. Keine akademische Abhandlung. Kannst Du dir sparen.

Die Frage ist aus technischer Sicht interessant, und die Weiterverfolgung lohnt sich.

Zweite Motoren, ob jemand gestorben ist ohne Nachtsichtgerät, oder die wahrscheinlich unvermeidliche Schirmdiskussion: G'schenkt.

7. Dezember 2018 14:14 Uhr: Von Achim H. an Erik N.

Bei solcher Ausrüstung muss man auch das Risiko bei Auslandsflügen bedenken. Die Ausrüstung könnte illegal sein. Ich fliege z.B. jeden Monat nach Ägypten, dort stehen Drohnen unter Gefängnisstrafe (Ausländer wurden bereits verknackt) und was bei einem Nachtsichtgerät passiert, will ich mir gar nicht ausmalen. Man müsste bei jedem Auslandsflug die Situation in allen beteiligten Ländern vorher prüfen, Nachtsichtgeräte sind generell höchst problematisch.

7. Dezember 2018 14:15 Uhr: Von Andreas Ni an Florian S.

Adressiere diese Frage an Gerald, er hat diesen Thread gestartet und möchte seine Überlebens-Chance bei SEP-Motorausfall bei Nacht per Nachtsichtgerät optimieren.

Ich habe genau (genau wie Gerald) aus der Angst vor Motorausfall nach 25 Jahren Einmotfliegen (ohne Ausfall) mich entschlossen, zwei Motoren haben zu wollen.

Im übrigen fällt mir in diesem Forum schonmal Einer ein, der sich mehrfach, mit 3 ausgefallenen Motoren - nein, nicht vergessen zu tanken oder gar Tankwahlschalter umzustellen! - hier geoutet hat. Das sollte zu denken geben. Ich glaube, seine Motoren hatten sich für Ausfall bei Tage und nicht über Wasser und mindestens einer in einer Zweimot entschieden. Hätte aber auch anders kommen können. In einer Einmot bei Nacht und über Ärmelkanal, Jadebusen oder Ägäis oder so.

7. Dezember 2018 14:31 Uhr: Von Patrick Lienhart an Andreas Ni

Ist statistisch gesehen die „light twin“ nicht tödlicher als eine Single?

7. Dezember 2018 14:43 Uhr: Von Florian S. an Erik N.

Die Frage ist aus technischer Sicht interessant, und die Weiterverfolgung lohnt sich.

Find ich klasse - dann sollten wir in der Diskussion aber auch alle Sicherheitsaspekte raus lassen.

Wenn es um Technik geht, dann kann man da viel diskutieren. Eine risikobasierte Argumentation ohne echte Daten zum Grundrisiko muss scheitern, weil dann die Frage, in wie weit das zusätzliche Risiko durch das Nachtsichtgerät (Brand, Ablenkung, Fehlbedienung, Blendung) überhaupt vertretbar ist.

7. Dezember 2018 14:55 Uhr: Von Andreas Ni an Patrick Lienhart Bewertung: +4.00 [4]

Ein Samurai-Schwert ist auch tödlicher als ein Plastik-Einwegmesser. Jede Menge Geschichten gibt es mit der man sich eine Einmot schönreden kann. "Der zweite Motor fliegt Dich eh nur in den Tod" etc. etc.....

Objektiv ist der zweite Motor aber eben die Option, mit der Du -ausser nach dem Start und vor Erreichen der Vmcse - bei einem mechanischen Motorschaden weiterfliegen kannst.

Die wohl meisten Zweimot-Unfälle scheinen eh bei den Checkflügen bzw. dem Training passieren, man denke nur an jene Seneca, die in Straubing ins Wasser sprang oder womöglich den grausamen Unfall der Cheyenne, die in Riem ins Mc Donalds fiel. Bei letzterem Unfall saß ein Prüfer des Landes Bayern rechts, er hatte unterhalb Blue Line dem Piloten einen Motor rausgezogen.

Ich jedenfall bevorzuge einen zweiten Motor zu haben und möchte das auch Gerald raten (was er schliesslich auch ins Auge gefasst hat, s.o.).

7. Dezember 2018 15:17 Uhr: Von Wolff E. an Patrick Lienhart

Ich wäre vermutlich nicht mehr am Leben, wenn ich 1-Mot geflogen wäre. Aber die meisten hier kennen die Geschichte schon. Nur soviel: 3 x Motorprobleme bei einer 2-Mot......

7. Dezember 2018 15:23 Uhr: Von Florian S. an Andreas Ni

Objektiv ist der zweite Motor aber eben die Option

Objektiv ist das unglaublich schwer zu beantworten. Objektiv ist nicht mal klar belegbar, ob das unbestreitbare Risiko durch die Zweimot-Ausbildung (so ziemlich das objektiv gefährlichste, was man in der GA machen kann) den möglichen Sicherheitsgewinn durch den zweiten Motor wert ist.

Subjektiv fühlen sich 2-mot Piloten deutlich sicherer - dann sollen sie Zweimot fliegen.

Subjektiv haben wir Angst vor Motorausfällen und Mid-Airs aber objektiv sterben Piloten an schlechter Planung/Vorbereitung und falscher Flugtaktik. Das sagen die Unfallstatistiken klar.

Abwer wollten wir die Sicherheitsdiskussion hier nicht rauslassen?

7. Dezember 2018 15:28 Uhr: Von Andreas Ni an Wolff E.

Ich glaubte auch mindestens eine Einmot bei Dir in Erinnerung gehabt zu haben: gabs da nicht mal eine Malibu, deren Motor stehen blieb?

Bei wem war eigentlich mal die Kurbelwelle vorn gebrochen und der ganze Prop war weg? Ich glaube mich da ebenfalls an eine Malibu zu erinnern....

7. Dezember 2018 15:31 Uhr: Von Andreas Ni an Florian S.

Die Sicherheitsdiskussion ergibt sich zwangsläufig bei der Frage der Sinnhaftigkeit eines Nachtsichtgerätes um damit Landungen von Einmots bei Nacht nach Motorschaden durchzuführen.

Florian, der mechanische Motorschaden ist (ordentliche Wartung vorausgesetzt) unabwendbar, wenn er mal eintritt. All jene Unfälle bei Zweimotausbildung etc. sind es aber, und zwar durch gute Ausbilder, Ausbildung und fliegen nach Handbuchwerten....

Bez. Handbuchwerte: Wer denkt schon daran, dass zB eine blue line nur dann gilt, wenn der Flieger nicht mehr als 3-5 Grad Querlage hat? Oder welchen Einfluss Beladung / Schwerpunkt auf all diese im Bereich "Emergency Procedures" im POH angegebenen Geschwindigkeiten/Verfahren hat?


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