Login: 
Passwort: 
Neuanmeldung 
Passwort vergessen



Das neue Heft erscheint am 30. November
CPDLC und ADS-B ab 2020
EASA Konferenz GA-Roadmap 2.0
Runway Excursions
Historie: Das Desaster Tempelhof
Autopilot: Multiples Organversagen
Schlechtes Wetter und viele Fragen
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Sortieren nach:  Datum - neue zuerst |  Datum - alte zuerst |  Bewertung

133 Beiträge Seite 1 von 6

 1 2 3 4 5 6 
 

Reise | Mit einem 3-Achs UL bis nach Australien/Neuseeland  
2. August 2018 23:03 Uhr: Von Chris B. K. 

Moin,

ich hoffe, daß ich hier richtig bin und das Ihr mir nicht gleich den Kopf abreißt bzgl. meiner Frage. Es dauert zwar noch knapp 30 Jahre, bis ich in Rente gehe, aber Träume muß man ja haben.

Konkret geht es bei mir darum, ob es wohl möglich ist mit einem 3-Achs UL bis nach Australien bzw. Neuseeland zu fliegen mit entsprechend vielen Tankstopps auf der Route. Von Fliegerischen her mache ich mir da eher weniger Sorgen, bin schon in AUS, NZ und SA mit den kleinen Fliegern unterwegs gewesen, dann aber immer gechartert. Plant man die Strecke bis AUS, stellt man fest, daß von der Tankreichweite her es jedes UL, das 450km schafft, bis da runter packen sollte. Also für Australien müßten 450km gemäß luftlinie.org reichen, für Neuseeland müssen es dann 800km sein. Was mir aber Angst macht ist der ganze bürokratische Overhead so einer Tour. Fängt schon damit an, ob so eine SPL für die ULs überhaupt anerkannt wird, ohne das man vorher in jedem Land erneut durch die Flugprüfung muß, zumindest wenn man mit einem D-Mike Flieger einreist und keine dort registrierten Flieger chartert. Sollte ich evtl. noch die PPL-A nachmachen, um dann mit einem UL dort fliegen zu können?

Daher meine Frage: Was meint ihr, ist so ein Flug bürokratisch zu schaffen? Oder sollte ich den Traum besser gleich begraben?

Ich meine, mit einem A380 ans andere Ende der Welt fliegen kann jeder, aber mit so einem kleinen Grashüpfer... das sehe ich halt irgendwie als sportliche Herausforderung so mit 40-50 Tankstopps und der entsprechenden Zeit als Rentner (in 30 Jahren) die Strecke zu reißen. :-)

Wenn ich das alles so lese hier im Forum (habe ich schon länger gemacht) und allein an die Diskussionen mit den Tankkarten denke usw., wünschte ich mich manchmal in die alten Zeiten des Australienflugs der G-EAOU zurück. Oder an die Flüge diverser Damen in den 1930ern. Damals war das alles irgendwie einfacher, zumindest scheint es so.

Gruß Plattypus

2. August 2018 23:36 Uhr: Von Georg v. Zulu-eZulu-schwit-Zulu an Chris B. K. Bewertung: +1.00 [1]

Hi Chris,

unwahrscheinlich, dass das jemand im Forum bereits mit einem UL gemacht hat.

Fang doch mal mit den Online-Artikeln aus dem letzten Jahr von den Leuten an, die im Rahmen der PuF-Leserreise die Strecke geflogen sind:

https://www.pilotundflugzeug.de/artikel/2017-10-03/Operation_Hobbit

Und das waren eher keine C172er, die da flogen...

Der Eindruck, der bei solchen Berichten bei mir immer hängen bleibt: Technisch kein Problem, der Kampf und die Unwägbarkeiten ist der gegen die Bürokratie. Und denke ich mir so: Wirst Du Dein Leben lang mit Freude daran zurückdenken, wie Du für einen 5-stelligen Betrag für Bürokratie (nur geraten!) und das häufige Gefühl, verarscht und ausgenutzt zu werden, dann doch irgendwie Deinen Willen durchgezogen hast?

Meine persönliche Maxime ist, in die Länder zu fliegen, die mich und mein Flugzeug gerne sehen, und die anderen Länder zu meiden. Aber das sehen andere anders, völlig okay.

2. August 2018 23:44 Uhr: Von Tee Jay an Chris B. K.

Naja ich will Dir Deinen Optimismus nicht nehmen, aber das Vorhaben ist ambitioniert. Vielleicht schaust Du mal die Reise(n) von Lenarcic mal an. Er hat in einer Pipistel Virus und in einer WT9 die Welt bereist. Immerhin ist er 2016 einmal um die Erde in 28 Tagen rum gekommen und Deine Route abgeflogen:

https://www.worldgreenflight.com

Successfully accomplished projects

Darüber hinaus kann ich die Folge von diesem Podcast empfehlen, wo John Hilton davon berichtet wie er in einer CT einmal über den großen Teich und wieder zurück gehüpft ist, sehr "abenteuerlich" und die meiste Zeit mit zugefrorenem Pitot. Jede Minute vom Podcast ist hörenswert:

https://www.flyingpodcast.co.uk/flying-adventures/episode-69-jon-hilton-canada-back-microlight/

P.S. solltest Du einen Sponsor finden, sag mir Bescheid ;-)

3. August 2018 00:14 Uhr: Von Chris B. K. an Tee Jay

Ich denk halt an solche Berichte: https://www.australiangeographic.com.au/blogs/on-this-day/2012/05/on-this-day-darwin-applauds-record-flight/

Wenn sie es da in den 1930ern mit einem Schulflugzeug geschafft haben und das Solo innerhalb von 3 Wochen... :-)

3. August 2018 00:34 Uhr: Von Erik N. an Chris B. K.

Meine Grosscousine ist in einer Junkers von Berlin Tempelhof nach Tokio in 10 Tagen.

https://youtu.be/tC5h0cM2o9I

Und damals war 1.die Fliegerei noch frisch, 2. die Bürokratie in den Überflugländern unbekannt und 3. E-Mail und Internet noch nicht erfunden. Die Ju war auch nix anderes als ein UL heute. Deutschland - Neuseeland ist definitiv kein Problem. Ambitioniert, klar, wenn es einfach wäre würde es jeder machen ! Nur Mut ;)

3. August 2018 04:32 Uhr: Von Wolfgang Lamminger an Chris B. K.

... jedes UL, das 450km schafft, bis da runter packen sollte. Also für Australien müßten 450km gemäß luftlinie.orgreichen, für Neuseeland müssen es dann 800km

Bitte nicht nur die Strecken über Wasser berücksichtigen, sondern auch die Flugplatzdichte und Kraftstoffverfügbarkeit und Permissions in d n einzelnen zu überfliegenden Ländern.

Da kann es u U mit der von Dir benannten Range auch eng werden.

Inwiefern UL und die zugehörige nationale Lizenz dann gültig sind, ist schwer zu beantworten. Eine ICAO anerkannte Lizenz (PPL (A)) ist sicher hilfreich.

Ob ein solches Unternehmen in 30 Jahren noch möglich ist, ist sehr fraglich. Warum sooo lange aufschieben?

3. August 2018 06:42 Uhr: Von Christoph S. an Chris B. K. Bewertung: +1.00 [1]

Das geht!

Buchenpfehlung: Heckmann, Wolf:

Haie fressen keine Deutschen. Erster Alleinflug im Motorsegler nach Australien

3. August 2018 07:59 Uhr: Von Florian S. an Georg v. Zulu-eZulu-schwit-Zulu

Coole Idee/Initiative.

Ja, es geht - aber selbst in E-Maschinen es haben es bisher wahrscheinlich deutlich weniger Menschen gemacht, als jährlich auf dem Gipfel des Mount Everest stehen. Wahrlich ein "Lebensabenteuer".

Praktisch wird AVGasversorgung das größte Problem - aber wenn der Plan ist, es in 30 Jahren zu machen, dann hat das UL ja dann vielleicht entweder einen Dieselmotor oder ist sogar elektrisch, so das Treibstoffversorgung wieder einfach ist.

Administrativ hilft sicher, wenn möglichst viel ICAO-konform ist. Daher kann eine PPL nicht schaden...

Viel Erfolg!

3. August 2018 08:14 Uhr: Von Flieger Max L.oitfelder an Chris B. K.

Reichweite wird nicht das Problem sein, mit einer CT bspw. kannst Du ohne Überladung bei 472kg MTOM alleine mit mind. 800km Reichweite rechnen, organisatorisch stelle ich mir das sehr aufwändig vor.

3. August 2018 08:26 Uhr: Von Aristidis Sissios an Chris B. K. Bewertung: +1.00 [1]

Wenn Du heute mit der Flugvorbereitung beginnst, vielleicht hast in 30 Jahren alles .... Scherz ;-)

30 Jahren ist sehr sehr sehr lang, wer weiß vielleicht dann darfst/kannst/willst nicht fliegen, oder inzwischen fliegst turboprop und willst nichts mit UL‘s zu tun haben, oder oder oder....

Natürlich träumen kann man schon.... ich träume an was anderes, Aviation spezifisch aber OT hier..

3. August 2018 08:35 Uhr: Von Aristidis Sissios an Tee Jay

solltest Du einen Sponsor finden, sag mir Bescheid ;-)

Hat schon erwähnt... die Rentekasse ;-)

3. August 2018 09:18 Uhr: Von Wolfgang Oestreich an Chris B. K. Bewertung: +1.00 [1]

Die Bücher über vergangene Reisen sind sicherlich ein gutes Mittel zu Motivation zwischendurch. Für die praktische Umsetzung sind diese teils 30-40 Jahre alten Informationen aber genauso wenig geeignet, wie heutige Informationen für eine Reise in 30 Jahren.

Sind die finanziellen und familären Voraussetzungen gegeben, gilt hier der Spruch vom Fliegerhorst: "Machen, nicht labern".

Am besten das Vorhaben mal mit Armin Stief und seiner Frau besprechen, die auf dieser Strecke reichlich Erfahrung durch die PuF Reisen haben.

Auch FSI (Flight Service International, siehe Anzeigen im Heft) ist eine erste Anlaufstelle für die Machbarkeitsprüfung. Dann bekommt man einen Eindruck vom realen organisatorichen und finanziellen Aufwand.

Johannes Burges, der mit einer Mooney 252 an der Weltumrundung teilnahm schrieb in seinem (derzeit nicht aktiven) Blog, dass sie rund 1.000€ pro Tag eingeplant hatten. Inwieweit die Summe ausreichte, kann ich nicht sagen.

Sein Buch über die Reise ist übrigens inzwischen erschienen: 360° westwärts: Im Propellerflugzeug in 80 Tagen um die Welt

Viel Erfolg bei Planung und Umsetzung

3. August 2018 09:26 Uhr: Von Eustach Rundl an Chris B. K.

Wie schon oben beschrieben. Dieses Buch beschreibt genau was Du suchst und planst! Und bedenke der olle Falke ist viiiel langsamer, unbequemer ...und von GPS und Internet Anfang der 80er keine Spur:

https://www.amazon.de/fressen-Deutschen-Alleinflug-Motorsegler-Australien/dp/3776611944/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1533281214&sr=8-1&keywords=haie+fressen+keine+deutschen

3. August 2018 10:47 Uhr: Von Peter S an Chris B. K. Bewertung: +5.00 [5]

Hi Chris,

das klingt doch mal nach einem prima Plan - und nem guten Grund nach nem Sabatical, um nicht 30 Jahre zu warten :)

Einen ersten Überblick zu Permit-Situation kannst Du Dir hier machen: https://www.fsbureau.org/permitmap . Das ist zwar nicht für ULs, aber Du kannst ja einmal annehmen, dass Du unterwegs in jedem Land ein Permit benötigen wirst. Beim Beantragen kannst Du Dir je nach Land auch von darauf spezialisierten Unternehmen helfen lassen. Ich habe aktuell in Afrika gute Erfahrungen mit https://apogee.aero/ gemacht (grob $50 bis $100 pro Aufschlag pro Permit), aber da gibt es bestimmt eine Menge Erfahrung hier im Forum und sicherlich auch andere Anbieter. Wenn Du Dich traust, mehr als 12 NM vor der Küsste zu fliegen (keine Ahnung, ob das im UL vertretbar ist), kannst Du kleinere Länder auch umfliegen und Dir Arbeit und Kosten ersparen.

Für Dich persönlich brauchst Du bestimmt ne Menge Visa, da Du vermutlich im UL keine Crew-Privilegien geltend machen kannst. Da hilft nur ein Stapel Reisepässe und Geduld. Infos hat beispielsweise das Auswärtige Amt auf seiner Seite. Auch hier gibt es Anbieter, die Visa stellvertretend einholen, aber da kenne ich keinen guten.

Die eigentliche Flugplanung kannst Du sicherlich selbst machen und die Flugpläne kannst Du auch selbst aufgeben. Entweder via Autorouter/EuroFPL (AFTN-Adressen gibt es in den AIP, falls verfügbar, oder auch im Jeppesen Manual) oder schriftlich am Flugplatz - notfalls per Telefon.

Spannender dürfte die Frage nach der Route sein.

Einerseits muss die zu Deiner Reichweite passen und Du musst, wenn Du über Ländergrenzen fliegst, im Zweifelsfall von einem internationalem Platz zu einem anderen fliegen. Infos, welche Plätze das in welchem Land sind, findest Du natürlich in den AIP. Da die vielfach aber kaum oder nur teuer zu besorgen sein dürften, ist ein Blick ins Jeppesen Manual vermutlich praktikabler. Vielleicht kennst Du ja einen Piloten, der kommerziell fliegt und Dich mal in seine Kopie schauen lässt. Die "Airport of Entry"-Infos aus diversen Internetdatenbanken würde ich mit Vorsicht geniessen wollen.

Dann gibt es noch den Sicherheitsfaktor. Mir persönlich sind Konfliktgebiete nicht geheuer, in denen die Kontrolle über Kleinwaffen, nicht funktioniert, aber da ist jeder anders. Potenziell hast Du einige dieser Gebiete auf Deiner Route. Einen groben Überblick kannst Du Dir hier verschaffen, aber das ändert sich natürlich laufend: https://safeairspace.net/

Viel Spass beim Planen & einen Guten Flug!

3. August 2018 11:20 Uhr: Von Peter S an Chris B. K.

Kurzer Nachtrag. Diesen Reisebericht fand ich toll: https://www.aerokurier.de/general-aviation/reisen/blog-die-reise-der-trike-globetrotter/674636

Das trifft doch in etwa Deine Situation, oder?

Die sind, wenn ich mich richtig erinnere, dann weiter durch Südamerika und haben die Permits mit einer Firma aus Grossbritannien organisiert. Ich meine das hätte ich in einer älteren Ausgabe im Aerokurier gelesen. Vielleicht lohnt es sich, das einmal nachzulesen.

3. August 2018 11:57 Uhr: Von Guido Frey an Chris B. K.

Vielleicht lohnt auch ein Blick auf

https://earthrounders.net

Dort gibt es recht viele Berichte und Links zu Leuten, die soetwas in vielen verschiedenen Arten von Luftfahrzeugen gemacht haben.

3. August 2018 16:38 Uhr: Von Willi Fundermann an Chris B. K.

"Ich meine, mit einem A380 ans andere Ende der Welt fliegen kann jeder, aber mit so einem kleinen Grashüpfer... das sehe ich halt irgendwie als sportliche Herausforderung so mit 40-50 Tankstopps und der entsprechenden Zeit als Rentner (in 30 Jahren) die Strecke zu reißen. :-)"

Ich bin mir sehr sicher: Wenn jemand in der Lage wäre, seriös voherzusagen, wie die Situation der allgemeinen Luftfahrt im generellen, die der ULs im speziellen und die Durchführbarkeit dieser Reise im Jahre 2048 sein werden - er könnte eine Menge Geld verdienen!

3. August 2018 18:06 Uhr: Von Sven Walter an Chris B. K.

Hi, ein Freund von mir (Colin Hales, zweifacher Eigenbauer KR2, mit der ersten ist er nach Australien kurz nach 9/11) hat genau die Route gemacht. War damals mit Lebensabschnittswgefährtin, 350 nm Reichweite, und auf Zelt- und Permits-immer-alles-selbst-beantragend-mit-Eigenbau für 10.000 (!) GBP, für zwei Personen. Er bezweifelt indes, dass das heute noch so günstig ginge. Da musst du halt wochenlang auf Genehmigungen warten und "Red Tape" ohne Ende. Sehr spannende Tour, finde die DVD gerade nicht. Waren so 140 Flugstunden, und sie haben richtig viel abgedeckt. Wie hier vorab erwähnt, sind die alten Infos nur teilweise hilfreich. Es ist hart und entbehrungsreich, aber sehr erfüllend.

UL wäre ja Mogas, also per jerrycan besorgbar jeweils.

Mach 'nen Ausflug nach Shenington Gliding Club, wo er logiert, dann bekommst du die Originalgeschichte erzählt von deinem Traum. Nur einen Tipp hätte ich: nicht 30 Jahre warten. Machen, nicht labern (s.o. :-)).

3. August 2018 20:50 Uhr: Von Chris B. K. an Sven Walter Bewertung: +1.00 [1]

Moin,

erstmal danke für das doch recht positive Feedback. Ich hätte jetzt gedacht es endet in "laß es gleich bleiben".

Also kurz zu den aufgeworfenen Fragen, ich hoffe ich vergesse keine:

  • Warum erst in 30 Jahren? Nun ja, ich kriege in meinem Beruf nicht soviel Urlaub zusammen, daß ich mir sicher wäre es in der Zeit durchziehen zu können. Konkret würde ich es als Berufsschulpauker auf maximal 41 Tage am Stück bringen können und das wäre dann im Juli/August. Was aber wahrscheinlich im Hinblick auf die Innertropische Konvergenz (=Regenzeit) wahrscheinlich sogar recht gut passen würde. Dann ist nämlich in Australien und Indonesien Winter und Trockenzeit. Mit Regen müßte ich im Iran rechnen.
  • ULs sind halt rein auf VFR ausgelegt und verfügen über keinen Autopiloten. Habe da halt etwas Bedenken wegen des Wetters, ob die Strecke auch wirklich in 41 Tagen zu schaffen ist. Man kann ja nicht davon ausgehen, daß das Wetter in jedem Jahr so gut fürs Fliegen ist wie derweil in Deutschland. Seit Mai ist ja zumindest in Norddeutschland praktisch jeder Tag fliegbar gewesen. Man kann eine IFR-Instrumentierung in ein UL einrüsten, was ich wohl auch tun werde. Dank der Auflastung auf 600kg MTOW dürfte das machbar sein. Einen Autopiloten in jeglicher Form ist bei ULs komplett verboten, zumindest so lange der Vogel mit deutscher Zulassung fliegt. Da ist also wirklich Knüppeln auf der ganzen Strecke angesagt.
  • Ja, der Motor in der Kiste, ein 3300 Jabiru kommt mit normalem MoGas aus. Je nach Qualität des Tankstellenbenzins ist also das Tanken aus Kanistern, die man an der Dorftankstelle füllt, durchaus eine Option, die ich auch hier in D öfters schon machen durfte. AvGas würde er auch futtern, aber bleifrei ist besser.
  • Der Vogel mit dem die Tour laufen soll, ist ein KfA Explorer, baugleich mit Eurofox und Kitfox. Die haben sich alle gegenseitig die Baupläne und -lizenzen abgekauft. Bei der Explorer ist der Motor aber sehr viel schöner eingebaut, also auch Luftleitbleche unter der Cowling, so daß auch Außentemperaturen von 40°C gut machbar sind (selber erflogen). Die allermeisten UL-Hersteller schneiden vorne ja bloß zwei Löcher in die Cowling und dahinter kommt dann nichts weiter.
  • Man kann den Vogel innerhalb einer Viertelstunde alleine soweit abrüsten (Klapp-Tragflächen etc.), daß er in einen Standard Seefracht-Container paßt. Ich denke halt daran wie ich den Vogel nachher wieder nach Hause bekomme und was ist, wenn ich irgendwo auf der Strecke mit einem großen technischen Defekt hängenbleibe. Meine läßt sich genauso zerlegen wie die in den Video, inkl. Check brauche ich aber so 15 Minuten.
    --> https://www.youtube.com/watch?v=Lll1UPR2Gi8
  • Für die Tour nach Australien schweben mir zwei Routenalternativen vor, wobei ich die Südroute bevorzugen würde, wenn der Iran und die Türkei sich irgendwie positiv entwickeln sollten:
    • Südroute: Österreich, Italien, Griechenland, Türkei, Iran, Pakistan (Südküste), Indien, Bangladesh, Myanmar, Thailand, Malaysia, Indonesien, Papua Neuguinea, Australien und in Verlängerung evtl. Fiji und Neuseeland
    • Nordroute: Polen, Rußland, China, Myanmar, Thailand, Malaysia, Indonesien, Papua Neuguinea, Australien und in Verlängerung evtl. Fiji und Neuseeland
  • Ich komme halt auf solche Gedanken seitdem sie mir am Platz die Geschichte erzählt haben, wie sie vor zieg Jahren einen alten 65 PS Falken (Scheibe SF 25 Falke) nach Japan verkauft haben und der alte Vogel die Strecke bis Japan auch mit eigenen Schwingen geschafft hat. Aber Ok, da gab es nur ein Transitland außerhalb der EU, nämlich Rußland. Der flog aber auch rein VFR und hatte auch keinen Autopiloten.
  • Was Flüge über Wasser mit einem nicht zertifizierten Flieger angeht, ist es halt eine Frage des Piloten-Muts. Wobei ich ganz klar sagen muß, daß ich überm Wasser weniger vor Motorausfall Angst habe als vor Fehlern in der Navigation. Wenn man da den kleinen Flugplatz auf der avisierten Insel verfehlt, gibt es keine Auffanglinie. Bei einem Motorausfall über Wasser würde ich die Gesamtrettung ziehen und dann am Fallschirm runterkommen. Wenn man hier von Angst spricht, finde ich den Tiefflug in der Platzrunde über geschlossenem Waldgebiet wesentlich emotional anstrengender. Und ja, mich hat auch schon einmal ein zertifizierter Rotax verlassen, beim Gaswegnehmen im Endanflug über geschlossenem Wald.

Also sollte es in 40 Tagen machbar sein zumindest den Hinweg zu schaffen, könnte ich den Vogel anschließend in einem Seefracht-Container parken und per Schiff nach Hause bringen lassen. Dann wäre das Ganze auch schon sehr viel eher möglich. :-)

Hoffentlich habe ich jetzt keine Eurer Fragen und Anmerkungen übersehen.

3. August 2018 22:22 Uhr: Von Erik N. an Chris B. K.

Auch auf die Gefahr der Blamage: Was bedeutet eigentlich „3-Achs- UL“ ? Und was wäre denn 2-Achs ?

3. August 2018 22:49 Uhr: Von Chris B. K. an Erik N. Bewertung: +2.00 [2]

"Was bedeutet eigentlich „3-Achs- UL“ ?

Moin,

es gibt 3-Achs Ultraleichts und schwerkraftgesteuerte Ultraleichts. 3-Achs-ULs sind kleine Flugzeuge mit Höhen-, Seiten- und Querruder. Sie sehen also langläufig wie "richtige" kleine FLugzeuge aus, eben steuerbar um alle 3 Achsen. Schwerkraftgesteuerte ULs sind diese Trikes, die unter einem Drachen hängen.

Also solche UL Trikes: https://de.wikipedia.org/wiki/Ultraleichtflugzeug#/media/File:Hg-trike.jpg

Daneben gibt es heute auch noch Trikes, die unter einem Gleitschirm hängen. Sobald die Dinger Räder haben, sind das auch schwerkraftgesteuerte ULs.

Die Unterscheidung ist insb. deswegen wichtig, weil sehr viele Flugplätze, zumindest in D, eben nur für 3-Achs ULs zugelassen sind. Mit so einem Drachen Trike würde man es z.B. locker nach Helgoland schaffen, dürfte dort aber nicht landen, mit einem 3-Achser schon.

4. August 2018 02:13 Uhr: Von Alexander Callidus an Chris B. K. Bewertung: +7.00 [7]

Die Chance, daß Du den Trip in dreißig Jahren machst, geht gegen null.

Es besteht ein reales Risiko, daß Du in dreißig Jahren nicht mehr lebst.
Es besteht ein höheres Risiko, daß Du in dreißig Jahren nicht mehr so gesund bist, daß Du die Reise machen kannst.
Es besteht ein sehr hohes Risiko, daß sich Deine Interessen in dreißig Jahren so verändert haben, daß Du die Reise nicht mehr machen möchtest.

Die administrativen und politischen Bedingungen sind in den letzten achzig bis fünfzig Jahren nur schlechter geworden. Zu Elly Beinhorns oder Bertrams Zeiten brauchte man nur viel Geld, etwas Glück und konnte sich auf den Weg machen. Zu Zeiten oder zehn Jahre vor Deiner Geburt sind unzählige mit Käfer, Ponton-Benz oder VW-Bus einfach losgefahren und kamen in Indien oder dahinter raus - heute kaum machbar. Besser wird es nicht werden.

Die Zukunft der GA zwischen nachlassender Faszination, zunehmenden administrativen Limitierungen und Alternativen (Drohnen, FPV) ist ungewiss.

41 Tage halte ich für vollkommen unrealistisch und einen unnötigen extremen Streßfaktor. An den weiten PuF-Leserreisen kannst Du Dir kein Beispiel nehmen, die spielen technisch und finanziell in einer ganz anderen Liga. Ich lese dauernd nur alarmistische Meldungen über (Berufsschul)lehrermangel. Wenn Deine Lebenssituation es erlaubt: ein drei-bis sechsmonatiges Sabbatical sollte sich machen lassen.

Fazit: nicht in dreißig, sondern in drei Jahren,

4. August 2018 08:50 Uhr: Von Tee Jay an Alexander Callidus Bewertung: +2.00 [2]

Meine 5 Cents, die wie immer streitbare Meinung:

Du hast nur ein Leben, Lebe dieses Leben und mach' es wenn Du jung bist und die körperliche und mentale Endurance dazu hast.

Aber: Betrachte eine Weltreise als Hochleistungssport. Ein Wettkampf nicht nur gegen die Elemente, Landschaft und Bürokratie sondern auch gegen Dich selbst. Bist Du schon 8, 10, 12 Stunden am Tag über mehrere Tage im unbekannten Gebiet geflogen? Weisst Du was so eine Belastung mit Deinem Körper macht? Wie der ständige innere Kampf gegen Müdigkeit, Unaufmerksamkeit und Fehler aussieht? Da wird selbst das Straight & Level Halten zur Aufgabe, zur Überlebensaufgabe. Und by the way: Einen Scheiss würde ich auf deutsche Zulassungsvorschriften geben. Ohne "aktive Trimmhilfe" und entsprechender Avionik, die Dir dabei Hilft auch mit Seitenwind von 40-50 Knoten gerade auf Deinem Kurs zu bleiben würde ich so eine Tour nicht machen wollen.

Bedenke auch eines bei den ganzen genannten Berichten und Reiseerlebnissen: Es sind die wenigen Success-Stories Einzelner. Die vielen Namenlosen, die es zu hunderten oder tausenden probiert und auf die eine oder andere Weise gescheitert sind, die bleiben unerwähnt. Es ist ein Hochleistungssport wo ein Untrainierter nicht von 0 auf 100 mithalten können wird.

Ich sage auch nicht "vergiß es" sondern eher "behalte diesen Traum". Aber um diesen auch realistisch erreichen zu können, musst Du viel und hart und vor allem mit Ausdauer trainieren. Vielleicht auf das eine oder andere Liebgewonne heute schon verzichten, damit Du irgendwann in 5-10 Jahren Dich an Dein Lebensziel wagen kannst. Zerlege das Große in viele kleine Häppchen. Beginne heute schon mit einer Route einmal um das Mittelmeer herum, lerne den Papierkrieg mit Versicherungen, Permit to Fly und Behörden z.B. auf einen Flug zum Ural und wieder zurück.

4. August 2018 10:18 Uhr: Von Malte Höltken an Tee Jay Bewertung: +4.00 [4]

Ohne [...] entsprechender Avionik, die Dir dabei Hilft auch mit Seitenwind von 40-50 Knoten gerade auf Deinem Kurs zu bleiben würde ich so eine Tour nicht machen wollen.

Dieser Rat ist wichtig! Ohne Kompass funktioniert ein Langstreckenflug wirklich nicht! Aber der ist ja dankenswerter Weise eh Minimalausrüstung in motorgetriebenen Luftfahrzeugen.

4. August 2018 11:03 Uhr: Von Karpa Lothar an Alexander Callidus

Und manche Träume bleiben Träume, nicht jeder muss erfüllt werden...

das Leben ist begrenzt und jeder muss seine eigenen Prioritäten setzen

und manche Träume rufen nach Erfüllung


133 Beiträge Seite 1 von 6

 1 2 3 4 5 6 
 

Home
Impressum
© 2004-2018 Airwork Press GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Airwork Press GmbH. Die Nutzung des Pilot und Flugzeug Internet-Forums unterliegt den allgemeinen Nutzungsbedingungen (hier). Es gelten unsere Datenschutzerklärung unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (hier). Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA) Hub Version 12.16.06
Zur mobilen Ansicht wechseln
Seitenanfang