Login: 
Passwort: 
Neuanmeldung 
Passwort vergessen



Das neue Heft erscheint am 2. November
Corona-Beschränkungen: Es geht wieder los
Im Test: Diamond DA62
Ratingverträge in Krisenzeiten
Cessna Caravan fliegt autonom
Flugzeuge mit Wasserstoffantrieb
Was checken wir eigentlich beim Run-up?
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Sortieren nach:  Datum - neue zuerst |  Datum - alte zuerst |  Bewertung

Reise | Einsteigerinfo - Reisen mit PPL  
1. September 2020 10:40 Uhr: Von Andreas Pietzsch 

Hallo Fliegergemeinde,

Ich habe wegen der Familie (4 Personen) das Gleitschirmfliegen eine Pause verordnet. Jetzt sind die Kids 6 & 12 und ich möchte das Fliegen wieder beginnen. Um das für die ganze Familie nutzbar zu machen bin ich jetzt bei der PPL gelandet und überlege die Lizenz zu erwerben. Wohne auch nur einen Steinwurf von Jesenwang entfernt :-)
Mich würde an der Stelle interessieren, wie man sich Urlaubsreisen mit dem Flugzeug so vorstellen kann. Habe mir schon Basisinfos aus dem Web und bei einem Rundflug in Rothenburg zum PPL abgeholt.
Kann man sich vorstellen, ein Flugzeug für 1 oder 2 Wochen zu chartern (z.B. Im Verein München) um damit z.B. Italien / Spanien oder Skandinavien zu bereisen?
Das wird man langfristig planen müssen denke ich. Wie spontan kann man denn einen Trip übers Wochenende München - Bozen angehen?
Mir fehlt dazu das Gefühl, wie man das Fliegen auch für Urlaubsausflüge nutzen kann, ohne eine eigene Maschine zu besitzen. Kann man dann mit den normalen Kosten (Charter, Sprit, Lande- & Parkgebühr) rechnen?
Dass das Wetter einen Einfluss darauf hat, habe ich auf dem Radar.
Gibt es auch Haltergemeinschaften? Dazu habe ich noch keine Infos finden können.

Vielen Dank schon einmal für die Infos und Erfahrungsberichte!

Grüße,
Andreas

1. September 2020 11:17 Uhr: Von Johannes B. an Andreas Pietzsch Bewertung: +1.00 [1]

In den meisten Vereinen ist es problemlos möglich einen Flieger für eine Woche zu chartern, sofern der Flug nicht nur zu einem Nahziel führt. Ca. 1h Nutzung im Schnitt pro Tag sollte min. einkalkuliert werden, auch wenn viele Vereine das nicht explizit fordern. Zwei Wochen sind ggf. nach Abstimmung auch möglich (Nebensaison, große Entfernung oder viele Flugstunden).

Haltergemeinschaften sind häufig ein Kompromiss aus Verein und eigenem Flugzeug. Dies ist sicherlich sinnvoll, wenn mehrmals jährlich längere Reisen unternommen werden sollen, aber insgesamt eher unter 100h pro Jahr zusammenkommen (Fixkostenanteil).

Wie eine solche Reise dann geplant und umgesetzt werden kann (VFR), kannst du im Nachbarthread "VFR auf die Balearen" erfahren...

1. September 2020 11:20 Uhr: Von Friedhelm Stille an Andreas Pietzsch Bewertung: +4.00 [4]

Hallo

die Frage des Reisens auf PPL/VFR habe ich mir zu Beginn meiner Fliegerkarriere vor 22 Jahren auch gestellt.

Mir schwebte vor, den eigentlichen Urlaub mit der An/Abreise mit dem Flieger zu kombinieren.

Charter für einen längeren Zeitraum ist immer schwierig. Bei kommerzielllen Vercharterern sind pro Tag meist 3-4 Mindeststunden fällig.

Rümliche Ausnahme stellt das PuF Konzept mit den Lisas dar, moderater Tagessatz ohne Mindeststunden. Meines Erachtens der einzig seriöse Ansatz, längere Reisen mit einem gecharterten Flugzeug zu unternehmen.

Wetter hast Du ja schon abgesprochen. Zwischen der Buchung des Fliegers und dem tatsächlichen Flug liegen ja meist mehrere Wochen, auch weil der eigentlichen Urlaubsreise ja unabhängig vom fliegerischen Aspekt weitere Planungen wie Hotel- und Mietwagenbuchungen vorausgehen.

Es ist also zum Zeitpunkt der Urlaubsplanung nicht sicher, ob überhaupt geflogen werden kann. Und mit Familie sollte man auch nicht mit VFR Minima fliegen. Meine Minima waren da mit 3000 Wolkenbasis und 5 NM Flugsicht eher konservativ. Die Grosswetterlage musste zusätzlich für mehrere Tage diesen Minima entsprechen.

Fazit nach 22 Jahren US PPL und 500 Stunden (6 Jahre Pause): Keiner der auf einem GA Flugzeug basierenden Urlaube wurde je so umgesetzt.

Die wirklich interessanten Ausflüge waren eher spontan und von kurzer Dauer. Rügen mit 4 Tagen war der längste.

Für wirklich verlässliche Flugurlaube braucht man meiner Meinung nach einen eigenen Flieger oder zumindest eine Haltergemeinschaft. Dazu IFR.

Alles andere läuft kurz oder lang auf due berühmte Kaffeefliegerei in der Umgebung hinaus oder bestenfalls auf Reisen, bei denen das Fliegen der Hauptzweck ist. Berichte in den einschlägigen Magazinen gibt es ja genug. Immer wieder ist dann da die Rede von Zeitdruck und dem Wunsch, nochmals mit mehr Zeit die überflogenen Landschaften und Orte jenseits der Flugplätze zu besuchen.

Was meist nie passiert.

Also: Eigenes Auto als Reisevehikel oder Anreise mit der Linie und dann Mietwagen.

Niemals ein GA Flugzeug für den Familienurlaub.

Just my 5 Cents.

1. September 2020 11:24 Uhr: Von Wolff E. an Andreas Pietzsch

Erst mal Glückwunsch zur Entscheidung, den PPL an zugehen.

Was das "mitnehmen" über Wochen betrifft, ist in Vereinen, gerade im Sommer so ein Problem. Wenn es geht, wird in der Regel eine Mindeststundenzahl pro Tag verlangt. Kommerziele Vercharterer sind da ähnlich aufgestellt, aber da kann man ggf "verhandeln". Normalerweise ist dem Verein oder dem Vercharterer das nicht so recht, da er Geld verliert. Ein Flugzeug kann im Sommer pro Woche deutlich mehr Stunden erfliegen als wenn es für 2 Wochen nach Valencia "mitgenommen" wird. Das sind ca 15-20 Stunden Flugzeit in zwei Wochen. Wenn in dieser Zeit der Flieger nur 2-3 Stunden pro Tag im Schnitt im allgemeinen Charter unterwegs wäre, nimmt der Verein/Vercharterer mehr ein. In unserem Verein in Aschaffenburg ist das zwar möglich, aber es müssen meines Wissens 2 Stunden pro Tag abgerechnet werden, eagl ob geflogen wurde oder nicht. Wären 14 Stunden "für nix" in zwei Wochen und damit ggf zu teuer.

Was man auch nicht vergessen darf, ein planmässiges "Zurück Fliegen" kann wetterbedingt schief gehen. Da kommen dann schnell andere Kosten auf einen zu. Rückreise per Bahn/Linie, Flugzeug später wieder abholen usw. Deshalb schaffen sich die meisten einen eigenen Flieger an, obwohl es teurer ist. Was interessant ist, Haltergemeinschaften, da geht "wocheweise mitnehmen" eigentlich immer.

1. September 2020 11:26 Uhr: Von Chris _____ an Andreas Pietzsch Bewertung: +1.00 [1]

Reisen mit dem Flugzeug machen hier wohl so ziemlich alle.

Um dir eine Vorstellung von den Kosten zu geben: in dem Club, in dem ich vor Anschaffung meiner eigenen Maschine war, gab es eine Piper Dakota für 200 EUR pro Stunde (nass, also inklusive Benzin). Die Dakota ist vergleichbar einer Cessna 182 von der Performance her, also eine echte viersitzige Maschine. Von meinem Standort in Hessen kam ich in ca. 3h nach Portoroz (Slowenien) - mehr, wenn ich wetterbedingt die Alpen umfliegen musste, statt sie überfliegen zu können. Nach der Passkontrolle noch etwa eine halbe Stunde weitergeflogen, und wir waren in Kroatien. Also mit Rückflug gesamt etwa 7h = 1400 EUR für den Transport der kompletten Familie nach Kroatien und zurück. Das dürfte in der gleichen Größenordnung liegen wie typische Linienflüge.

Aber mach dir nichts vor: selbst fliegen ist kein Weg, um Geld zu sparen :-). Es ist nur auch nicht so teuer, wie manche Außenstehenden vielleicht denken.

Deine Hauptaufgabe dürfte darin bestehen, erstens mal die notwendigen Erlaubnisse (BZF oder besser gleich AZF, PPL, zu empfehlen auch ein IR) nach und nach zu erwerben. Der oben beschriebene Flug geht VFR genauso wie IFR, am Ende ist IFR aber sicherer, einfacher (!) und gibt dir mehr Optionen, dafür auch mehr Verantwortung (Wetterbeurteilung).

Zweite Aufgabe: Zugang zu einem Flugzeug für Urlaubsreisen zu kriegen. Die Meinungen gehen sehr auseinander, wie man das am besten anfängt. Ich bin 19 Jahre mit Clubflugzeugen geflogen. Meist chartert man die nass (also zu Vollkosten inklusive Benzin) und zahlt natürlich noch Jahresgebühr für den Club obendrauf. Auch manche Flugschulen verchartern. Üblicherweise gibt es eine Minimalstundenzahl pro Tag, wo die Maschine weg ist. In meinem Club waren das eine Stunde pro Tag. Einfache Regel: mehr als diese eine Stunde pro Tag PFLICHTstundenzahl geht nur gut, wenn deine Mitflieger selbst auch absolut flugbegeistert sind. Für normale Familien ist eine Stunde pro Tag (im Schnitt!) genug und zwei zu viel.

Die zweite Möglichkeit ist ein eigener Flieger, da hat man die gesamten Fixkosten (locker 10k pro Jahr für Hangar, Versicherung, Wartung, Reparaturen) am Bein, die inkrementellen Kosten pro Flugstunde sind dafür deutlich geringer. und es "lohnt" sich idR nicht finanziell, aber man hat mehr Freiheiten (Verfügbarkeit, Entscheidung über Umbauten/Ausrüstung, etc). Die dritte Möglichkeit sind Haltergemeinschaften. Damit habe ich keine Erfahrung, das mögen andere kommentieren.

Nachtrag: andere haben andere Erfahrungen gemacht. Friedhelm hat wohl etwas Pech gehabt. Ich mache seit 20 Jahren Urlaube mit Flugzeug und habe die weitaus meisten geplanten Flüge auch durchführen können. Selten etwas Verzögerung, noch seltener ein Tag Verschiebung. Ein einziges Mal zwei und ein andermal drei Tage Verschiebung. Komplette Stornierung nie. Familienurlaub mit GA-Flugzeug ist also absolut möglich.

1. September 2020 12:07 Uhr: Von Joachim P. an Friedhelm Stille Bewertung: +1.00 [1]

Niemals ein GA Flugzeug für den Familienurlaub

um mal andere 2 Cent zu liefern: seit 15 Jahren mache ich Familienurlaub ausschließlich mit GA Flugzeugen (Arrow, SR22). Sonst würde ich nicht mehr Fliegen. Rundflüge/Kaffeeflüge haben vor Jahrzenten den Reiz verloren, zu beruflichen Terminen ist es mir mit SEP zu stressig.

Zu VFR Zeiten musste ich manchmal einen Tag schieben. Seit IFR bin ich immer geflogen. Ferienwohnung immer viele Monate vorher gebucht. Die Frage war nie ob ich hinkomme, sondern wie. Oft halt um die Alpen rum ans Meer (mit Zwischenlandung) statt obendrüber.

Hatte immer Glück, dass alle Fronten durch- und Gewitter umfliegbar waren.

Geht halt nicht so planbar für Winterurlaub, wenn das Freezing level am Boden ist. Im Sommer ist Eis kein Thema, wie gesagt ggf Berge umfliegen.

1. September 2020 12:21 Uhr: Von Friedhelm Stille an Joachim P. Bewertung: +1.00 [1]

Ich schrieb ja, eine der Voraussetzungen ist IFR.

Und, aus meiner Sicht, ein Flugzeug ohne Mindeststundennutzung. Also entweder Eigner oder Haltergemeinschaft.

Hast Du einen eigenen Flieger?

Mein letzter mehrtägiger Ausflugvwar vor 2 Jahren nach EDAZ. Kurzfristig geplant, Lisa war frei. Ohne Familie. Musste mich sogar von einem Wochenendtermin loseisen.

Seitdem letztes Jahr nur noch vereinzelt geflogen. Mittlerweile eingestellt; zeitliche und finanzielle Resourcen rechtfertigen den Aufwand nicht (mehr).

Sah ich früher mal anders.

1. September 2020 14:56 Uhr: Von Lui ____ an Andreas Pietzsch

Hi,

vielleicht nur als Tipp noch: die Familie mal 2/3h auf einem Rundflug mit Fluglehrer mitnehmen? Ich weiß natürlich nicht wie flug-affin alle sind, aber meine Frau hat schon relativ klare Präferenzen in Bezug auf Reisen mit Airliner, Auto, Bahn oder Piper.
Klar, mit einer TBM und IFR ist das eine komplett andere Diskussion und auch ein anderes Flugerlebnis für die Passagiere.

Unabhängig von Familienausflügen macht das Motorfliegen Spaß. Also Du kommst in die Luft und es macht auch bei schlechtem Wetter Spaß. Mit dem Gleitschirm ist das uU alles weniger easy regelmäßig in die Luft zu kommen. Und zumindest ne Stunde unter der Woche regelmäßig in die Luft ist schon was feines...

cheers!

1. September 2020 18:51 Uhr: Von Alexander Callidus an Lui ____ Bewertung: +2.00 [2]

Zu viert? Ein Pubertier, ein Kind, eine Ehefrau, schlechtes Wetter, ein gestresster Pilot/Familienvater? Hier gibt es zwar einige, die das machen, aber (soweit ich das hier höre) mit IFR und durchaus leistungsfähigen Flugzeugen. Bei Kaiserwetter mit viel, viel Zeit vielleicht.

Zu zweit? Mit einem Pilotenkumpel oder einem Nichtflieger, der sich darauf einläßt. Mit der Ehefrau/Freundin? Am Vorabend des Abflugs: "Du Schatz,... das mit Südfrankreich... Dänemark ist doch auch sehr schön..." "Du Schatz, weißt Du, das mit dem Wetter ... wer will schon zwei Wochen am Stück in Urlaub sein..." "Du Schatz, ich hab schon mal das Auto vollgektankt".

Meine PPL-Flugreisen waren allesamt Reisen, um zu fliegen und nicht Flüge in den Urlaub.

1. September 2020 19:14 Uhr: Von Sven Walter an Andreas Pietzsch Bewertung: +2.00 [2]

Moinsen, erstmal Gratulation zur guten Idee, das PPL-Projekt familienkompatibel anzugehen!

Gleich in die Vollen gehend - einen größeren Urlaub mti einem Fliegerkollegen zu machen halte allein aus organisatorischen Gründen für leichter, weil du dann Routine bekommst, für gewisse Rahmendinger verantwortlich zu sein. Und während ich (anderer Thread) auch der Meinung bin, dass man mit 51 h auch schon nach Mallorca fliegen kann (a) Was hat Mathias Rust nochmal zu welcher Jahreszeit VOR seinem Moskauflug gemacht? Island, Norwegen, Finnland im Mai, Chapeau b) auch bei CAVOK über der Lübecker Bucht kann es so diesig sein, dass du ihne "basic attitude flying by instruments" keine Horizontreferenz auf Kurs mehr hast, je nach Höhe), würde ich wegen der Rahmenbedingungen aus Luftrecht (trotz SERA) und Kartenstruktur einfach empfehlen, die drei großen europäischen Ländern Frankreich, Polen und Schweden für ein bis zwei Wochen zu nehmen. Intelligent packen mit deiner Familie wird schon klappen, wofür hat mein eine Waage zuhause.

Was die Mindestabnahmen anbelangt, würde ich mir da jetzt erhlich gesagt keinen Kopf drum machen: Bei 2 h pro Tag fliegst du 400 km, jetzt überleg dir, was z.B. aus der Luft besonders interessant sein mag an manchem Land, nehmen wir für Frankreich den Mont St. Michel, und was sonst schöne, punktuelle Reiseziele sind, die dir mit dem Auto zu nervig wären, anzufahren. Sprich solche, wo man nicht eh für eine Woche hinfährt oder -fliegt mit Mietwagen vor Ort. Denn dann spielst du den Mehrwert des Flugzeugs nicht aus.

Nehmen wir Frankreich: Je nach Wetter im Uhrzeigersinn oder dagegen: Colmar - Lyon (Bron) - Montpellier - Carcassonne - Düne Arcachon - Mont St. Michel - Lille. Plus ein interessanter Ort vorher oder nachher in D oder Benelux, dann bist du beim Wetter flexibel. Für Wellenreiten nach Biarritz, Côte d'Azûr oder Loire-Schlösser mit Burgund und Périgord kannst du jeweils auch einen eigenen Urlaub investieren. Dir wird vermutlich recht schnell auffallen, wieviel Zeit die Orga pro Tag verschlingt, aber dafür siehst du halt was aus der Luft und ihr macht ganz andere Erfahrungen.

Meiner Erfahrung nach lohnt sich GA eher für das lange Wochenende am Ort, was sonst zum Autofahren zu nervig wäre (und das ist eigentlich dein bester Einstieg mit Familie am Anfang) oder wenn man nur alle zwei Tage weiter fliegt. Bei 25 h in 14 Tagen wird aber wohl fast jeder Vereinsschatzmeister in D strahlen und der Präsi den Daumen rauf zeigen, würden das von April bis Oktober alle machen, könntet der Verein schon eine weitere Maschine anschaffen. Locker Mit 25 h schaffst du aber schon 2500 km, freundlich gerundet. Du musst also die Mission Urlaub an die Auslastung anpassen. Und das kann dann auch die Reiseziele mit bestimmen.

Spanien ist einfach teuer von Sprit und Gebühren her oder man muss genau gucken wohin (halt Wolff fragen ;-)), Italien würde ich als Anfänger mit Familie wegen der Alpen vielleicht eher mit dem o.a. Fliegerkollegen als mit der Familie machen, auch der Appenin ist ja recht hoch.

München - Bozen (Venedig etc.) wirst du nach der Ausbildung vor Ort wahrscheinlich nach diversen Einweisungsflügen gut selbst einschätzen können. Jeweils früh fliegen wird oft klappen, spontan buchen beim richtigen Wetter wird vermutlich eher bei Verein oder Vercharterer zum Flaschenhals führen. Da hilft es, notfalls ein anderes tolles Ziel anzusteuern (à la Rothenburg, aber weiter weg, nach Ost, West oder Norden).

Mit 1x 6 und 1x 12 Jahren erwischst du jetzt aber eigentlich zuladungstechnisch das perfekte Zeitfenster! Irgendwann werden es ja vermutlich Reisen zu dritt, Sechsjährige sind ja leichter als manch Damenkoffer. (Letzteres reine statistische Lebenserfahrung ohne Wertung, ich war im Studium Reiseleiter).

@ Friedhelm: Ich kenne als Vercharterstandard eigentlich den Split 2 h pro Wochentag/ 3 h am Wochenende Mindestabnahme. Ich würde nie die Hotels buchen, irgendwas findet man immer. Mietwagen sind mE bei vier Leuten auch eine umschiffbare Klippe - wenn man eh Punktziele anfliegt gibt es Taxis und ÖPNV. "Courtesy car" hat sich ja leider noch nicht so durchgesetzt. VFR Minima großräumig umfliegen, wie auch eine Front. Ohne Hotelbuchung unproblematisch. IFR macht Vieles leichter, stimmt, aber es geht in Frühjahr, Sommer und Herbst auch ohne, wenn man flexibel bleibt.

@ Wolf: Aus Polen, Schweden oder Frankreich kommst du für einen 2-Wochen-Urlaub auch VFR immer wieder heil nach Jesenwang, notfalls halt 2 Tage zu früh.

Chris hat recht: "Familienurlaub mit GA-Flugzeug ist also absolut möglich." Musst halt nur gucken, wie spontan ihr die Ziele umdisponiert. Du bist 2,5 mal so schnell wie im Auto, verlierst am Boden wieder was durch Orga, aber die kroatische Küste runter, Mont St. Michel von oben, schwedische Schären, die dänische Südsee, das Baltikum ohne ewiges Gegurke - geht gut mit GA im Sommer zu viert. Mach es, viel Spaß!

1. September 2020 21:11 Uhr: Von Tobias Held an Sven Walter Bewertung: +5.00 [5]

Hi,

eine fliegerische Alternative ist es aus meiner Erfahrung, einen "zieloffenen" Urlaub mit dem Flugzeug zu machen. Kurzfristig eine Woche mit ein, zwei "Sicherheitstagen" drumherum dahin zu fliegen, wohin einen das Landegutscheinheft und das Wetter gerade führen. Tägliche Legs von 1-3 Stunden bringen einen auch ohne IFR sicher und entspannt ganz schön rum in Europa. Wir sind in den letzten 10 Jahren zwar nie genau da gewesen, wohin wir uns vorher geträumt hatten. Bis an die See, in die Alpen und weit nach Osten und Westen hat es aber immer unvergleichlich schöne Urlaube gebracht.

An den meisten Tagen ist das Wetter (VFR) fliegbar, nur nicht zu jeder Destination.

1. September 2020 21:35 Uhr: Von Sven Walter an Tobias Held

Genau, und noch eine wichtige Überlegung, die ich aus Betriebsblindheit (fast nur IFR) vergessen hatte, man will ja auch was sehen von den Ländern unter einem. Also dahin fliegen, wo es schön UND sonnig ist. In Wolken rumstochern kann man noch in der IFR-Ausbildung :-).

2. September 2020 06:15 Uhr: Von Mark J. an Andreas Pietzsch Bewertung: +1.00 [1]

Hallo Andreas,

ich kann den Rat von Sven nur unterschtreichen: am besten funktionieren mit GA-VFR-Flugzeugen Kurztrips, also Tagesausflüge bzw. Wochenendausflüge. Man hat das Wetter quasi im Griff, da die Dreitagesvorhersagen meist recht gut sind.

Als ich meinen PPL neu hatte, sind wir einmal für 5 Tage an die Nordsee und einmal 5 Tage an die Ostsee geflogen. Das hat beides mal sehr gut geklapppt, war aber (von Wetter her) reines Glück, da wir nicht wußten, wie gut der Rückflug klapppen wird.

Später haben wir dann hauptasächlich Tagestrips gemacht (Nordsee, Friedrichshafen, Colmar, Coburg, usw.). Da ist es vor allem wichtig, dass man einen Platz hat, an dem man früh raus und spät wieder landen kann. Zum einen hat man mehr vom Tag und zum anderen ist die Luft früh noch schön ruhig und abends im Sommer nicht mehr ganz so turbulent (schließlich hat man üblicherweise keine TBM mit der man in Flugfläche 300 unterwegs sein kann ;-). Gerade meine Toochter hat anfangs sehr "ungut" auf Turbulenzen reagiert. Das hat sich dann irgendwann gebessert, heute macht sie eine Segelflugausbildung (ist quasi Hard-Core-Desensibilisiert). Wenn man also erst um 10 Starten kann und dann um 20.00 schon wieder zurück sein muss, ist das natürlich im Sommer für Tagestrips nicht so toll.

Weight und Balance-mäßig tut man sich bei Kurztrips auch leichter. Mein Flieger hat 300 kg Zuladung und braucht 21 l/h bei 110 KTAS. Da bleiben meist mit der Familie an Bord + Sprit nur 5 kg für Gepäck. Wenn man für einen Tag an die Nordsee fliegt, dann nehmen wir drei Mirkofaserhandtücher, Sonnencreme, Getränke und Croissants für den Flug mit und das wars. Mit vier Personen sieht das mit z.B. einer C172 nicht anders aus.

Also: viel Erfolg bei der Umsetzung des PPL+Familien-Plans und beste Fliegergrüße

Mark

2. September 2020 07:07 Uhr: Von Joachim P. an Friedhelm Stille

Ja, teilweise in einer HG, teilweise als Charter mit fairen "Mitnahmekonditionen".

Wie du schon schreibst, ist es ein wichtiger Punkt, dass man den Flieger unkompliziert mitnehmen kann. Tagesausflüge sind mir zu stressig. In der Regel habe ich 3-7 Nächte an einer Destination, soll ja Urlaub sein. :)

2. September 2020 07:12 Uhr: Von Markus S. an Andreas Pietzsch

Um das für die ganze Familie nutzbar zu machen bin ich jetzt bei der PPL gelandet und überlege die Lizenz zu erwerben. Wohne auch nur einen Steinwurf von Jesenwang entfernt :-)

Aber Jesenwang mit Familie und Urlaubsgepäck ist schon sehr sportlich, wenn nicht eher unmöglich. Da würde ich besser Oberschleißheim, Augsburg, Memmingen, Landshut empfehlen.

2. September 2020 08:13 Uhr: Von Chris _____ an Joachim P. Bewertung: +2.00 [2]

In der Regel habe ich 3-7 Nächte an einer Destination, soll ja Urlaub sein. :)

Bei mir genauso. Mindestens ein verlängertes Wochenende. Sonst ist es für die Familie kein Urlaub mehr, sondern nur noch Fliegen. Und im Gegensatz zu anderen hier ist "Fliegen um des Fliegens willen" für mich nicht attraktiv. Klingt vielleicht albern, aber dafür ist es mir zu teuer :-)

Ich habe bisher keinen der geplanten Kurzurlaube wetterbedingt stornieren müssen und selten Verschiebungen um einen Tag gehabt. Ich plane den Flug immer früh morgens (alleine schon weil die Luft da ruhiger ist), und wenn das Wetter irgendwie blöd aussieht, dann haben wir an dem Tag noch Zeit für Routenänderung oder irgendwo 2h Kaffee trinken und aussitzen.

Diesen Sommer habe ich einen Rundtrip mit Familie mit den Stationen Dubrovnik, Sizilien, Rom, Elba und Korsika gemacht. Zwei Wochen. Außerdem ein verlängertes Wochenende (je 3 Nächte) in Venedig, in Pula und in Mali Losinj. Kein einziger Flug musste wetterbedingt verschoben werden.

Caveat: Die beschriebene Erfahrung gilt für April bis Oktober und unter Nutzung von VFR+IFR. Leichter Eisansatz ist für mich akzeptabel, solange unter mir 5000ft wärmere Luft ist. In den Wintermonaten ist das nicht gegeben, daher sieht es dort dann anders aus.

Tagestrips an schönen Tagen gehen aber natürlich immer. Wichtig ist, dass man immer einen Plan B hat - es darf nicht am Sonntag nachmittag der Job davon abhängen, dass man bis Montag früh zu Hause ist.

2. September 2020 10:30 Uhr: Von Sebastian G____ an Andreas Pietzsch Bewertung: +8.00 [8]

0; mso-tstyle-colband-size:0;###-MYBR-###mso-style-noshow:yes; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm;###-MYBR-###mso-para-margin-bottom:.0001pt;###-MYBR-###mso-pagination:widow-orphan; font-size:10.0pt; font-family:"Times New Roman"; mso-ansi-language:#0400; mso-fareast-language:#0400;###-MYBR-###mso-bidi-language:#0400;}###-MYBR-###

Als ich den PPL gemacht habe dachte ich auch ich könnte damit reisen und inzwischen tue ich das auch fast ausschließlich. Aber die Sache war viel komplizierter als gedacht:

- Man braucht mindestens ein IR und einige Jahre Erfahrung. Sonst ist man so nervös dass man sich und alle anderen verrückt macht. Die Familie zu früh mitzunehmen ist ein ganz großer Fehler und kann die Lust auf das Fliegen schnell ruinieren.

- Meine Familie will genau wissen wo es im Urlaub hin geht und bucht schon jetzt für den Sommer 2021. Also geht es nur IR und mit einem Flugzeug welches das auch zuverlässig kann.

- VFR Flüge unter der Thermikgrenze gehen gar nicht wegen der Turbulenz, also ausschließlich IFR/VFR on top.

- Die Familie hat immer ordentlich Gepäck also muss es ein Flugzeug mit entsprechend Ladevolumen und Zuladung sein.

- Vereinsflugzeuge waren nach meiner Erfahrung immer unbrauchbar. Eigentlich zu klein, langsam etc. und selbst wenn man 6 Monate vorweg reserviert hat, geben die einem dann einen Flieger mit nur noch 5 Stunden bis zur 100h Kontrolle, ein anderes Mitglied macht den Flieger drei Tage vorher kaputt etc.

2. September 2020 17:05 Uhr: Von Andreas Pietzsch an Sebastian G____

Hallo Zusammen,

herzlichen Dank für das tolle Feedback, eure Erfahrungsberichte und Empfehlungen. Das hilft mir sehr das Thema Einschätzen zu können. Es besteht also eine reelle Chance, dem Hobby auch einen praktischen Nutzen abgewinnen zu können.

Ich schätze das mit eurer Hilfe so ein: Erst einmal die PPL Lizenz erwerben. Denke das wird ca. 1-1,5Jahre dauern. Denke, dass ich dazu dem Münchner Verein beitrete. Danach erst einmal "Fliegen" lernen. Meine Eltern wohnen nahe Bozen, die meiner Frau nahe Rothenburg o. d.Tauber. Denke, dass das perfekt ist für Tages- und Wochenendausflüge. Da ist es auch nicht schlimm, wenn mal das Wetter nicht mitspielt. Und die Stecken machen wir wegen der Familienbesucher so oder so. Nach Bozen brauche ich bestimmt ein paar Einkkweisungsflüge. Ob man dann mit IFR weitermacht wird die Erfahrung zeigen.
Das bedeutet, dass ich in ca. 2Jahren Startklar inkl. Passagieren bin. Dann sind die Kids auch schon wieder in einem anderen Alter. Deckt sich das in etwa mit euren Erfahrungen?

Folgende Fragen habe ich noch:

-Was ist mit der Abkürzung "GA" gemeint?

-Wie kommt ihr denn von den Flugplätzen weg? Ich habe gesehen , dass es bei manchen kostenfreie Fahrräder gibt.

-Wie sind denn die Erfahrungen im europäischen Ausland ein Flugzeug zu chartern. Z.B. Nach Frankreich mit dem Auto und großes Gepäck. Von dort eine Runde mit einer vor Ort gecharterten Maschine zu drehen.

-@Markus: Meinst du, dass Jesenwang wegen der kurzen Piste schlecht für max. Zuladung?

Vielen Dank und Grüße,

Andreas

2. September 2020 19:33 Uhr: Von Tobias Schnell an Andreas Pietzsch Bewertung: +1.00 [1]

Folgende Fragen habe ich noch:

-Was ist mit der Abkürzung "GA" gemeint?

General Aviation - zu Deutsch "Allgemeine Luftfahrt", also das weitgehend homogene Spektrum der Fliegerei zwischen Ultraleicht und Gulfstream G650.

-Wie kommt ihr denn von den Flugplätzen weg? Ich habe gesehen , dass es bei manchen kostenfreie Fahrräder gibt.

Das musst Du im Einzelfall und optimalerweise im Vorfeld klären. Manchmal gibt es Fahrräder, manchmal Carsharing-Autos (z.B. app2drive.com), meistens zumindest mit etwas Vorab-Orga auch "normale" Mietwägen, sehr oft irgendeinen brauchbaren ÖPNV in Lauf- oder kurzer Taxientfernung. Wobei man auch ein Taxi an manchen Flugplätzen erst mal bekommen muss. Auch das ist Teil des Gesamtpakets "Reisen mit der GA" :-).

-Wie sind denn die Erfahrungen im europäischen Ausland ein Flugzeug zu chartern. Z.B. Nach Frankreich mit dem Auto und großes Gepäck. Von dort eine Runde mit einer vor Ort gecharterten Maschine zu drehen.

Das würde ich mir weitgehend aus dem Kopf schlagen. Maximal vielleicht noch einen "Schnupperflug" an einer örtlichen Schule mit einem FI, aber alles andere wird Dich von positiven Ausnahmen abgesehen einen signifikanten Teil Deines Urlaubs an Aufwand und Nerven kosten, wenn es überhaupt eine Möglichkeit gibt.

-@Markus: Meinst du, dass Jesenwang wegen der kurzen Piste schlecht für max. Zuladung?

Ich bin zwar nicht Markus, aber es gibt nicht so sehr viele Flugzeuge, die vier Leute aus 430 m Startrollstrecke in 2000 ft Elevation in den Sommerurlaub bringen...

2. September 2020 19:41 Uhr: Von Joachim P. an Andreas Pietzsch

Zu deinen ersten beiden Fragen:

1) GA = Tscheneral Avijäschn = allgemeine Luftfahrt = alles vom Segelflieger über Rettunshubschrauber bis zum "Business Jet"

2) ist bei jedem Airport anders: Fahrräder, Taxi, Mietwagen, ÖPNV. Vorher auf der Website des Flugplatzes recherchieren. Manche nehmen auch Klappräder mit. Ich hab immer ein Skateboard dabei, aber nur fürs Vorfeld :)))

2. September 2020 19:49 Uhr: Von Joachim P. an Tobias Schnell

Hätte ich gewusst, dass du schon tippst, hätt ich mich ruhig verhalten. ;)

2. September 2020 21:15 Uhr: Von Markus S. an Andreas Pietzsch

-@Markus: Meinst du, dass Jesenwang wegen der kurzen Piste schlecht für max. Zuladung?

Ich bin zwar nicht Markus, aber es gibt nicht so sehr viele Flugzeuge, die vier Leute aus 430 m Startrollstrecke in 2000 ft Elevation in den Sommerurlaub bringen...

Genau das hab ich gemeint. Spreche aus Erfahrung, hab selbst mitbekommen wie in Jesenwang (Bahnlänge 408m mit nahem Wald im Westen) eine C210 in den Acker geschossen ist und die war nicht voll beladen. Insofern ist dein Ansatz mit Fliegerverein München gar nicht so schlecht. Die fliegen von Augsburg und Landshut und haben eine gute Flotte. Ob du da Urlaubscharter machen kannst, musst du aber klären. Denke unter Cessna 182 geht bei deinem Vorhaben nichts! Viel Erfolg! Gruß Markus


22 Beiträge Seite 1 von 1

 

Home
Impressum
© 2004-2020 Airwork Press GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Airwork Press GmbH. Die Nutzung des Pilot und Flugzeug Internet-Forums unterliegt den allgemeinen Nutzungsbedingungen (hier). Es gelten unsere Datenschutzerklärung unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (hier). Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA) Hub Version 13.06.00
Zur mobilen Ansicht wechseln
Seitenanfang