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Flugzeugkauf | Morane / Koliber 150  
22. November 2019 11:42 Uhr: Von L Staudigl 

Hallo,

Zunächst einmal ein Kompliment an das Forum: man findet hier sehr viele gute Diskussionen und viele nützliche Infos. Es dauert wohl noch etwas bis ich ähnlich viel beitragen kann (kommt Zeit kommt Rat).
Für alle die das Thema interessiert - es gibt bereits zwei sehr gute Beiträge:

https://www.pilotundflugzeug.de/forum/2008,10,09,14,0213324

Hervorragend auch:

https://www.euroga.org/forums/aircraft/7180-morane-saulnier-rallye-series-morane-pilot-thread

Persönlich finde ich die Morane aufgrund ihrer Vorflügel, Landeklappen und dem etwas robusten Rumpf eigentlich ästhetischer als die meisten GA Flugzeuge (zumindest nicht hässlicher). Ich suche: 2+ Sitzer, 100kts +- Reise, 30l/h +- Verbrauch, geeignet auch länger mal draußen zu stehen, zuverlässig und robust (ich würde ehrlicherweise wenig Gefallen daran finden regelmäßig 3+ Monate auf eine Werft warten zu müssen). Ideal wären 1000+h frei auf dem Motor und ein hinreichend gepflegtes flugzeug.

Die 235 PS Morane kommt wegen dem Verbrauch weniger in Frage, bleiben eher die Koliber 150 Variante und die 180 PS Morane.

Aus diversen Beiträgen habe ich entnommen, dass:

- Vorflügel, Landeklappen, Bremsen und Dämpfer wartungsintensive Schwachstellen werden können - wie sehr betrifft das die 180PS und insbesondere die Lizenzbau Kolibers?

- Ersatzteile schwierig werden können. Wie steht es um die Ersatzteilsituation bei den neueren Koliber 150 Versionen? Gibt es hier “Detailvorteile” (zB Bremsen) !? Oder gibt es eventuell “gar keine Ersatzteile weil nicht Morane”?

Darüber hinaus:

- Gibt es Motorvarianten von denen ich wirklich die Finger lassen sollte?

- Bei den 1991 Koliber und dem Lycoming O-320 gibt es 2000h TBO und 12 Jahre; worauf sollte ich bei niedriger Stundenzahl unbedingt achten (Korrosion?) und “wann wird es gefährlich niedrig”? Auf welche Werftaussagen/Dokumentation kann man sich verlassen und worauf nicht? Sind die 12 Jahre überhaupt relevant wenn ich nicht schule/kommerziell fliege?

- Erfahrungswerte was jährlich an Ersatzteilen und Wartung eventuell auf einen zukommt bei 50h / 100h ?

- Wie sehr ist die Morane geeignet für Außenstellplätze und was kann zum Problem werden (ich tippe auf Regen und Vorflügel sowie Haubendichtung).

- Muss man bei der Koliber150A (amerikanische Variante) etwas beachte - kommt man hier evtl. in Deutschland gar nicht an Ersatzteile (ich glaube Elektrik ist uU andere), Zulassung oder so?

Wenn man die Wahl hat zwischen Koliber 150 und Morane mit 180PS - was bereitet einem weniger Sorgen, was kostet im Unterhalt mehr?

Wie Ihr sicher seht: ich hatte noch nicht viele Flugzeuge und kann auch nur mit “angelesenem Internetwissen” auftrumpfen. Für Tipps zu Morane/Koliber Experten die einen Kauf (gegen Entgelt) begleiten würden oder Flugzeugangeboten wäre ich natürlich auch dankbar.

Grüße

Lui

22. November 2019 13:17 Uhr: Von Alexander Callidus an L Staudigl

In Hüttenbusch EDXU ist jemand ganz frischgebackener und stolzer Besitzer einer Koliber. Vielleicht kann er seine Recherchen weitergeben.

22. November 2019 16:20 Uhr: Von Conny Sibylla Restle an L Staudigl Bewertung: +1.00 [1]

Hallo Lui,

es gab mal ein tolles und höchst informatives Forum zu allen Varianten der Morane, das jetzt leider nicht mehr existiert: www.morane.de/

Vielleicht kannst Du mit dem früheren Betreiber des Forums Kontakt aufnehmen. Die Ersatzteilversorgung ist zum Teil etwas kompliziert. Ich musste mal die leicht verbogenen Achsschenkel der 880B erneuern und wurde dann in Polen fündig. Irgendwie lassen sich alle Teile auch für die älteren Moranes auftreiben. Was das Triebwerk anbelangt, habe ich leider nur Erfahrung mit dem O-200. Aber ein toller und robuster Flieger, mit dem Du im single pilot Betrieb auf kürzesten Pisten starten und landen kannst.

Viel Erfolg,
Conny

22. November 2019 16:32 Uhr: Von reiner jäger an L Staudigl

Ich habe eine Morane 885, sie steht draussen. Uber dem Cockpit habe ich eine Plane, weil das Ding ist nicht ganz so dicht wie ein ganzes Dach. Ansonsten gibt es keine Probleme wegen Feuchtigkeit mit den Vorflügeln. Die Rollen sollten freigängig sein, ein Tröpfchen Öl auf die Lager NICHT AUF DIE ROLLEN SELBER verhindern daß sie festgehen. Die Dämpfer sind eine Zumitung. Die meisten Moranedämpfer sind aus dem Grund platt, man kann sie aber überholen. Hast Du die französischen mit französischen Ventilen: viel Spaß beim befüllen. Fast niemand hat die Anschlussadapter.

Ersatzteile sind wohl weder bei Socata noch bei Koliber gut zu bekommen.

Wenn Du damit leben kannst, dann hast Du für kleines Geld einen Flieger der wirklich Laune macht.

23. November 2019 18:20 Uhr: Von L Staudigl an L Staudigl

Hallo

vielen herzlichen Dank für die netten Antworten (und PMs)!

Da habe ich dann ein paar weitere Quellen denen ich nachgehen kann.

Beste Grüß

Lui

24. November 2019 22:30 Uhr: Von Andreas Albrecht an L Staudigl

Die Morane und Koliber mit dem O320 150 PS Motor sind sicher die besten Morans für den normalen Freizeit und Reisebetrieb. Die Morane ist ein sehr gutmütiges Flugzeug das nicht auf Speed getrimmt ist. Die 100PS (Wir hatten eine zu zweit damit waren wir auch bis Spanien geflogen) sind zu schwach die 180 PS sind gut zum Schleppen aber zu durstig bei fast gleicher Geschwindugkeit. Der einzige aber u.U. große Nachteil ist die Ersatzteilversorgung. Ausserdem fliegen die polnischen Koliber unter einer eigenen Zulassung mit teilweise anderen Teilen. PZL gehört heute zur EASA (Airbus) Socata nicht. Schauen musst du nach der Korrosion besondes unten im Rumpf. Ansonsten ist es ein echter Spassflieger für das Geld.

Gruß

Andreas

25. November 2019 06:36 Uhr: Von Mark J. an L Staudigl

Viele Punkte zur Morane hatte ich ja schon unter den beiden angegebenen Threads geschrieben. Bei der Ersatzteilversorgung ist, wie schon geschrieben, das Fahrwerk die "Achillesferse" des Flieger. The von PZL gebauten Flieger scheinen jedoch alle bereits Scheibenbremsen zu verwenden, sodass man zumindest keine Probleme in dieser Richtung haben könnte. Bleiben den Stickstoffgefüllten Dämpfer. Hier sollte man sich auf alle Fälle das nögtige Equipment zulegen um das Stickstoff selber nachzufüllen. Der hohe benötigte Druck ist ein Problem, es gibt aber manualle Pumpen, mit dem man den Druck aus der Flasche erhöhen kann. z.B. https://bogertaviation.com/products/hx-strut-pump. Die Vorflügel sind weniger ein Problem. Die Rollen für die Lagerung der Schienen geben manchmal den Geist auf, diese kann man sich aber drehen lassen.

Fliegerisch macht die Morane sehr viel Spaß. Man sollte halt nicht auf Reisefluggeschwindigkeiten von über 100 Knoten Wert legen. Da kommt man prakisch nur im Bahnneigungsflug hin (egal was im Handbuch angegeben ist). Selbst die 180 PS Morane mit Verstellpropeller ist bei 2400 RPM, 25 Inch MP in 3000 ft gerade mal knapp 100 Knoten (IAS) geflogen. Dabei laufen dann locker 35 Liter die Stunde durch. Bei deutlich reduzierter Leistung (24/21") ist die IAS auch nicht viel weniger aber der Treibstoffdurch ist deutlich geringer. Bei der 150 PS Variante dürfte das ähnlich sein.

Und das tollste ist: im Sommer kann man die Morane auch "offen" fliegen (unter 70 KIAS). An heißen Tagen habe ich die Haube immer bereits im Landeanflug geöffnet, sodass man beim Rollen zur Abstellposition nicht den Hitzetot gestorben ist.

Viel Erfolg bei der Suche und beste Fliegergrüße

Mark



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Tannkosh-2011-EBUU.jpg

25. November 2019 11:02 Uhr: Von Tobias Klimt an L Staudigl

Also zur Koliber kann ich dir nicht viel sagen. Wir haben eine 893A mit Verstellprop. Fliegerisch ist die gut 100kt IAS bei 36l (LOP ist mit dem Motor schwer bis nicht möglich..leider) und ist einfach zu handeln. Ein großer Vorteil sind die STOL-Eigenschaften.

Das Problem mit den Bremsen kann ich nicht ganz nachvollziehen, da ich keine 180PS Morane kenne, die noch die originalen Bremsen hat (Citroen oder Renault Trommelbremsen waren das glaube ich). Alle wurden auf Cleveland umgerüstet, damit ist die Wartungssituation dieselbe, wie bei einer Cessna oder Piper. Und, wenn man es richtig macht, hat man eine extrem kurze Landerollstrecke. Das Bugfahrwerk ist nicht gesteuert, aber die Seitenruderwirkung ist hervorragend. Auf der Bahn rolle ich eigentlich immer ohne mit den Bremsen zu steuern. Wendekreis bei der Morane ist wie bei nem Taildragger.

Ersatzteile bekommst du neu bei Socata, aber das ist bei den meisten Teilen ein wirtschaftlicher Totalschaden, die sind unglaublich teuer. Mann muss etwas suchen oder erfinderisch werden. Bei den Dämpern gibt es zwei verschiedene Bauarten. Wir haben die ERAM, die sind einfach zu warten und 200bar N- Falsche mit Druckminderer, geht hervorragend zum Befüllen. Wichtig ist aber eher, dass du die polierte Oberfläche und die Gummimanschette pflegst. Meistens führen die beschädigten Dichtungen und Oberfläche, dazu, dass die Dämpfer schnell Druck verlieren. Hier hilft dann oft nur eine Überholung. Ich würde z.B immer mit den Radverkleidungen fliegen.

Die Vorflügel brauchen viel Aufmerksamkeit, da hier nicht nur die Rollen, sondern auch der sogn. Dashpot kaputtgehen können.Der dämpft das Ein- und Ausfahren. Die Vorflügel müssen sich am Boden per Hand ohne viel Widerstand fahren lassen. Wenn der ganze Flieger wie wild wackelt, wenn du das testest, dann stimmt was nicht. Ebenso, wenn du gar keinen Widerstand hast. Beides führt zu aprupten fahren vor allem in Turbulenzen.

Viele Moranes hatten ein Leben als Schleppflugzeug und da muss man halt genau schauen, wie der Flieger behandelt wurde.

Die Schwachstelle bei der Dichtigkeit gegen Regen ist die Haubedichtung zur Frontscheibe und die Abdeckung zum Avionik compartment vor der Frontscheibe. Gleichzeitig auch ein Vorteil, weil es die Wartung unglaublich erleichtert und man bei Änderungen/Reparatur am Panel sich wenig verenken muss.

Aber der Artikel aus euroga ist sehr gut, den du ja eh schon gelesen hast.

25. November 2019 13:03 Uhr: Von L Staudigl an Tobias Klimt

Hallo,

super, vielen herlichen Dank! Die Beiträge waren wirklich sher hilfreich und informativ.

Eine kurze Frage habe ich noch zu:

"PZL gehört heute zur EASA (Airbus) Socata nicht."

Was bedeutet das uU in der Praxis?

Danke und einen guten Wochenstart!

Lui

25. November 2019 19:07 Uhr: Von Norbert S. an L Staudigl

EADS (European Aeronautic Defence and Space) von 2000 bis 2013 - heute Airbus SE (Airbus Group)

EASA = European Aviation Safety Agency


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