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29. April 2021 07:32 Uhr: Von Carsten G. an Stefan Jaudas Bewertung: +1.00 [1]
„ Und die vorhandenen Stromleitungen sind halt auf aktuelle (!) Verbräuche ausgelegt. Wenn da jeder im Wohngebiet einen Stromer dranhängen würde, dann würde spätestens im Verteilerknoten die Sicherung rausfliegen.“

Ziemlich steile These, die zumindest für die meisten Netzgesellschaften Deutschlands nicht zutrifft. Und der Vergleich zum Südlink ist ungefähr so, als würde man eine Raffinerie mit einer Tankstelle vergleichen. Ausbau von Verteilnetzen ist hingegen ein völlig normaler täglicher Vorgang.
29. April 2021 07:51 Uhr: Von Lui ____ an Carsten G.
Ne, lies halt einfach Zeitung:

https://www.wiwo.de/technologie/mobilitaet/elektromobilitaet-haelt-das-stromnetz-dem-e-auto-boom-stand/20231296.html

https://m.focus.de/auto/elektroauto/drohende-ueberlastung-der-stromnetze-ab-2021-koennte-strom-fuer-elektroautos-rationiert-werden_id_11388030.html

Und einer meiner Favoriten weil das jetzt schon öfter Mal passiert ist:
https://ooe.orf.at/stories/3084088/ (2021)
https://www.next-kraftwerke.de/energie-blog/stromnetzfrequenz (2019)

Wenn der Ausbau der Infrastruktur so gut klappt wie der digitale Breitbandanschluss - Na dann: Prost, Mahlzeit.

Und was passiert mit den ganzen Akkus? Verschrotten und Verbrennen. Wo kommen die Rohstoffe dafür her? Will niemand wissen.

Und dieses “Avgas Lycosaurier”-Gerede: ja eben nicht. ULs sind dank einfacherer Zulassung um Welten effizienter was den Antrieb angeht. Wer soll denn bitte dann so eine fliegende Batterie-Bombe zertifizieren?!?? Also wie soll denn nur im Ansatz so etwas rentabel sein, wenn schon die bewährten Antriebskonzepte bei den ULs sich nicht in den anderen Klassen durchsetzen können?
29. April 2021 08:04 Uhr: Von Lui ____ an Lui ____
Es scheitert heute doch schon an einer zuverlässigen !Starterbatterie! Für ne Cessna (die dann noch dazu 500 EUR kostet und alle 2 Jahre durch ist).
29. April 2021 08:18 Uhr: Von Dominic L_________ an Carsten G. Bewertung: +3.00 [3]

Ehrlich gesagt sehe ich weniger ein technisches Problem als eher ein wirtschaftliches und möglicherweise ökologisches: Es ist einfach sehr viel Aufwand, so viele Ladesäulen aufzustellen. Die sind nicht billig und bestehen nicht nur aus einem Kabel, sondern auch einem Zähler, der vermutlich geeicht sein muss und einem Interface, womit der Benutzer identifiziert und zur Kasse gebeten werden muss. Jede Laterne wird dann zu einem weiteren Stromanschluss. Die Ablesung ist heutzutage aus der Ferne möglich, aber wenn etwas kaputt ist, braucht man einen Techniker. Und man hat ja gesehen, wie Leute mit Technik häufig umgehen, wenn's nicht ihre eigenen Sachen sind (E-Roller in den Städten).

Aber auch abseits von scharfen Messern, die es Idioten ermöglichen, ein 100 Euro teures Kabel, was jemand anderem gehört in ein bisschn Kupferschrott für 50 Cent umzuwandeln, die einem dann aber selber gehören, gibt es natürlich Umwelteinflüsse, die Kabel und Stecker altern lassen. Da wird demnächst eine Menge Material am Leben gehalten werden müssen, welches häufig nicht genutzt wird. Da steckt meines Erachtens der Fehler im System: Damit es wirklich praktisch ist, braucht man überall eine Ladesäule, diese wird aber nur einen Bruchteil der Standzeit des PKW wirklich genutzt. Da klingelt es bei mir direkt, dass das nicht wirtschaftlich sein wird. In der Stadt wird um jeden Parkplatz gekämpft, da parkt niemand freiwillig um.

Dass Elektromotoren viel besser sind, ist jedem klar. Ein Wasserstoffauto ist auch ein Elektroauto. Die Frage ist nicht "Verbrenner oder Elektromotor", sondern "Batterie oder Wasserstoff".

29. April 2021 08:20 Uhr: Von Michael Söchtig an Lui ____ Bewertung: +5.00 [7]
Wo kommt das Erdöl her?

Das Verteilnetz kann das problemlos. Entsprechende IT Systeme zum Lastmanagement gibt es schon. Was noch fehlt ist die passende Regulierung - da ist vieles noch offen.

Das Stromnetz bricht übrigens auch nicht zusammen wenn tagsüber die Nachtspeicheröfen laufen, wenn morgens alle gleichzeitig duschen (so ein Durchlauferhitzer zieht bis zu 22kW ), oder wenn alle kochen.

Mich stört das Mindset. Statt über Problemlösungen zu diskutieren überlegt man was alles angeblich nicht geht.

Ich sehe das gar nicht mal aus der Ökoperspektive. Aber Strom den wir aus der Nordsee ernten müssen wir nun mal nicht von Putin und dem Scheich einkaufen.
29. April 2021 08:25 Uhr: Von Carsten G. an Lui ____ Bewertung: +8.00 [8]

Ich lese ziemlich viel - nicht nur zitierte Artikel von 2017 (WIWO Artikel), und auch nicht nur die Überschriften (Focus-Artikel von 2021) sondern insbesondere aktuelle Studien, spreche mit Verteilnetzbetreibern und beschäftige mich seit Jahren mit der Energiewende - beruflich und privat.

Eins ist klar: wir brauchen deutlich mehr Erneuerbare Energie im Netz, nicht nur für den Ersatz der auslaufenden Kohle- und Atommeiler, sondern auch für die Sektorenkopplung. Aber es sind dafür AKTUELL einige spannende Entwicklungen passiert:

- der NordLink - die HGÜ-Stromanbindung nach Norwegen ist aktiv

- VW schaltet die MIB-Plattform zum bidirektionalen Laden frei

Noch eins ist klar: in der Individualmobilität auf Verbrenner zu setzen, ist eine Sackgasse, Tankstellen würde ich "shortsellen" - die Lycosaurier werden im Museum landen mit Effizienzen von unter 20 Prozent und dem gleichmäßigen Verteilen von Bleirückständen über der Republik. Schöner Nebeneffekt: das Geld bleibt hier und fließt nicht nach Russland, Arabische Welt, etc.

Ich verabschiede mich aus der Diskussion mit einem Zitat der Transformationsforscherin Prof. Maja Göpel: "die Energiewende nicht hinzubekommen ist eine Beleidigung für deutsche Ingenieure."

29. April 2021 08:51 Uhr: Von Sven Walter an Michael Söchtig Bewertung: +3.00 [3]

Wer sich rational mit diesen Fragen beschäftigt, muss zu deinen Ergebnissen kommen.

An diversen Beiträgen hier sieht man aber, dass da nicht rational rangegangen wird. Niemand will Wolff eine geile Karre abspenstig machen mit hoher Reichweite und tollem Fahrgefühl. Aber 80% der Bevölkerung kaufen und brauchen das bislang nicht. Niemand will Mooneys, SR22, DA40 et al abschaffen. Das wäre Blödsinn, die halten eh 40 Jahre plus.

Aber wenn die nächste Generation auf EFlyer 2 und Pipistrel Velis lernt, verbessert das die Akzeptanz unserer Infrakstruktur massiv. Wenn eine Pipistrel Pantera einmal eine 20% bessere SR22 wird oder Hybrid leiser aber mit höherer Steigrate bei kleinen Grasplätzen rauskommt, weniger SuperPlus raushaut, bei Vereisung einfach nochmal 4 Flightlevels hochrast und im Sinkflug der Prop die Batterie wieder auflädt, ist das mehr Innovation, als ein Glascockpit mit besserem Display auszustatten oder andere Lederbezüge auf einer Messe für ein Muster zu präsentieren, das einen Ottomotor von 1954 mit den Verbesserungen der Autoindustrie der 90er der Innovation als Fortschritt rühmt. Der ist Minimal. Bei der Avionik haben wir Quantensprünge, bei den Antrieben minimale Evolution. Überwiegend aus guten Gründen, ja. Aber wer Verbesserungen gegenüber derartig ablehnend gegenübersteht, hätte im Jahre 1922 wohl auch noch für die Pferdekutsche argumentiert.

E-Autos: Wir haben 18 mio EFH in D. 48 mio PKW. Wenn jeder Zweitwagen und 2/3 der Familienautos elektrisch sind, ist das in Gänze gut für uns. Die Trassenausbauten sollen die Kohlekraftwerke schützen, Berlin, HH und Ruhrgebiet könnten locker den norddeutschen Windstrom aufnehmen. Wenn man Kohle mal angemessen bepreisen würde. Verursacherprinzip und Preise, die die Wahrheit sagen.

29. April 2021 10:22 Uhr: Von Sven Walter an Dominic L_________ Bewertung: +1.00 [1]

Da wäre ich gar nicht so pessimistisch, s. Einfamilienhäuser, Gewerbegebiete, Firmenparkplätze. Der Rest wird halt nach und nach ergänzt. Gerade für Carsharing, wo der Bestand runtergeht und daher auch der Parkplatzdruck minimiert wird sowie Parkhäuser gibt es da noch tief hängende Früchte in den Städten.

Klar ist es ein Henne-Ei-Problem, aber wir haben gerade Nullzinsen und könnten mal dringend in die Zukunft und Unabhängigkeit von Scheichs und Putin verringern.

29. April 2021 16:15 Uhr: Von Juergen Baumgart an Michael Söchtig

>>Das Stromnetz bricht übrigens auch nicht zusammen wenn tagsüber die Nachtspeicheröfen laufen, wenn morgens alle gleichzeitig duschen (so ein Durchlauferhitzer zieht bis zu 22kW ), oder wenn alle kochen.<<

Nachtspeicheröfen laden wie der Name schon sagt nachts auf....zu einem günstigeren Tarif.

Wurde mir mal so erklärt, daß tagsüber die Generatoren wg. Industrie schon hochgefahren sind, nachts müssten sie teilweise weit runtergefahren werden -> unwirtschaftlich, daher für Aufladung nachts günstige Tarife.

Da hatte jd. aus der Politik vor kurzem mal einen Geistesblitz: Da bei viel Wind und viel Sonne ja teilweise Windräder abgeschaltet werden müssen weil man den vielen Strom nicht wegbringt wäre viell. ne Möglichkeit diese Öfen auch tagsüber aufzuladen- auch für den günstigen Nachtstromtarif. Wurde aber abgeschmettert - weil viell. weniger gewinnbringend ? Wenn schon sowas nicht funktioniert...

29. April 2021 17:00 Uhr: Von Sven Walter an Juergen Baumgart
29. April 2021 23:04 Uhr: Von Matthias S. an Carsten G. Bewertung: +1.00 [1]

In diesem Forum zitiert tatsächlich jemand jemanden wie Maja Göpel! Hätte ich nicht gedacht, dass sowas in der deutschen GA möglich ist. Danke.

30. April 2021 16:42 Uhr: Von Juergen Baumgart an Sven Walter Bewertung: +1.00 [1]

Ah,interessant ! Danke für den Update !...

7. Mai 2021 15:31 Uhr: Von Achim Beck an Matthias S. Bewertung: +2.00 [2]

ohen Worte



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Opas-falscheWahl.jpg

7. Mai 2021 16:33 Uhr: Von Norbert S. an Michael Söchtig

"Das Stromnetz bricht übrigens auch nicht zusammen wenn tagsüber die Nachtspeicheröfen laufen, wenn morgens alle gleichzeitig duschen (so ein Durchlauferhitzer zieht bis zu 22kW ), oder wenn alle kochen. "

Diese Behauptung ist gewagt.

Ich erinnere mich an eine Vorlesung, da hieß es, dass zum Kochen nur jeder vierte Haushalt in der BRD bis zu 2500W gleichzeitig aus dem Netz ziehen darf, sonst bricht selbiges zusammen ..

Der Vortragende war ordentlicher Professor einer deutschen TU und mit dem Aufbau der E-Netze in der BRD beschäftigt. Er war der Meinung, dass sich deshalb auch keine Kleinstnetze (z.B.einzelne autarke Ortschaften) lohnen - man müßte für Spitzenzeiten viel zu viel Reserven vorhalten, was man für ein Netz in der Größe der BRD aus statistischen Gründen nicht braucht.

7. Mai 2021 19:55 Uhr: Von Sven Walter an Norbert S.

Naja recht habt ihr beide - es würde so kommen, wenn es jemals so wäre.

Hätten wir alle Durchlauferhitzer und Kochplatten mit Erdgas, keine Nachtspeicherheizungen, keine Standbyschaltungen, bräuchten wir ein deutlich wenig tüchtigeres Netz, seit Jahrzehnten.

8. Mai 2021 06:57 Uhr: Von Stefan Jaudas an Sven Walter

Hätten wir alle Durchlauferhitzer und Kochplatten mit Erdgas, keine Nachtspeicherheizungen, keine Standbyschaltungen, bräuchten wir ein deutlich wenig tüchtigeres Netz, seit Jahrzehnten.

Amerikanische Infrastruktur? Muss man nicht haben ...

8. Mai 2021 10:40 Uhr: Von Sven Walter an Stefan Jaudas

Stefan, das ist - mit Verlaub! - dein bisher mit Abstand gehirnamputiertester Kommentar.

Denn das eine hat mit dem anderen nix zu tun. Die USA vergeuden offenkundig deutlich mehr Primärenergie als wir pro Bürger. Standbyschaltungen haben drüben alle Fernseher. Erdgasherde kennste auch aus diversen dt. Wohnhäusern.

Bezogen auf die Kapazität des Netzes hab ich hier reine Binsenweisheiten reingeschrieben, die dir jeder EVU-Manager in den 60ern schon hätte bestätigen können.

8. Mai 2021 12:08 Uhr: Von Stefan Jaudas an Sven Walter

Wieso?

Hätten wir alle Durchlauferhitzer und Kochplatten mit Erdgas, keine Nachtspeicherheizungen, keine Standbyschaltungen, bräuchten wir ein deutlich wenig tüchtigeres Netz, seit Jahrzehnten.

Durchlauferhitzer mit Strom sind ja doch relativ selten im Land der Zentralheizung. Nachspeicherheizungen haben ja traditionell nur die "slack times" des Stromverbrauchs genutzt. Deswegen ja Nachtspeicher. Die Standbyschaltungen mögen zwar Strom verschwenden, aber gar so viel ist das dann doch nicht.

Aber kleine Frage, wenn wir denn das hier von Ihnen idealisierte "deutlich wenig tüchtigeres Netz, seit Jahrzehnten" hätten, das würde dann bei der Elektrifizierung des Straßenverkehrs wie genau helfen? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Zur Größenordnung, Standby-Verbrauch Deutshcland ca. 9 TWh. Exakte Zahlen sind schwierig zu finden. Gesamtstromverbrauch 512 TWh. Wir machen uns da den mega Kopf um und wegen 1,8%?

Und bevor da ein falscher Eindruck entsteht, PC, Stereoanlage, usw. hängen bei mir an schaltbaren Stromleisten, und sind ganz aus wenn aus. Dort wo es möglich ist, nutze ich solche Möglichkeiten. Handy & Co. werden gezielt geladen wenn leer.

Und den Leuten, die heute noch Nachtspeicheröfen benutzen, kann man auch keinen Vorwurf machen. Die haben das in den 60ern und 70ern auf Treu und Glauben eingebaut - und fast immer sind das Häuser, wo ein Umbau auf was Anderes extrem teuer oder erst gar nicht möglich wäre. Ich habe da auch so einen Fall in der Bekanntschaft. Ein nicht unterkellertes Haus aus 1785 - wo baut man da eine Zentralheizung ein? Egal, mit was die dann betrieben wird? So teuer kann der Strom noch lange nicht werden, dass sich das unterm Strich "lohnt". Schon gar nicht, wenn die Bewohner Rentner sind.

8. Mai 2021 12:25 Uhr: Von Matthias S. an Achim Beck Bewertung: +5.00 [5]

Die wirklich Gestrigen sind doch die mit diesen dümmlichen Witzen über Grüne.

8. Mai 2021 12:52 Uhr: Von Flieger Max L.oitfelder an Matthias S. Bewertung: +1.00 [1]
Ich bin auch ein Grüner obwohl ich Airbus fliege und das ist kein Widerspruch.
8. Mai 2021 16:19 Uhr: Von Achim Beck an Matthias S.

Eine unglaubliche Verblendung und Verblödung in diesem Lande auch unter den Piloten. Warum fliegt ihr überhaupt noch? Eure Verhalten steht total im Widerspruch zu euren Überzeugungen. Das nennt man auch Heuchelei.

Was Gott (Jesus) von solchen Heuchlern hält, ist im Apostelgeschichte Kap. 5, 1- 11 nachzulesen.

<https://www.schlachterbibel.de/de/bibel/apostelgeschichte/5/1/?hl=1#hl>



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dumbedDown.jpg

9. Mai 2021 08:00 Uhr: Von Flieger Max L.oitfelder an Achim Beck Bewertung: +3.00 [3]
Sehr sympathischer Beitrag. Kommt interessanterweise von Jemandem der in einem Pilotenforum ausschließlich zu Themen postet die keinen direkten Bezug zur Fliegerei haben.
9. Mai 2021 08:45 Uhr: Von Sven Walter an Stefan Jaudas

Wieso?

Hätten wir alle Durchlauferhitzer und Kochplatten mit Erdgas, keine Nachtspeicherheizungen, keine Standbyschaltungen, bräuchten wir ein deutlich wenig tüchtigeres Netz, seit Jahrzehnten.
Durchlauferhitzer mit Strom sind ja doch relativ selten im Land der Zentralheizung. Nachspeicherheizungen haben ja traditionell nur die "slack times" des Stromverbrauchs genutzt. Deswegen ja Nachtspeicher. Die Standbyschaltungen mögen zwar Strom verschwenden, aber gar so viel ist das dann doch nicht.

Standby zieht rund um die Uhr, daher quasi "Grundlast". Kommt also immer zum Mindestsockel dazu. Würden alle Erdgas direkt thermisch in Kochplattenwärme verwandeln, hätten die Energieversorger in Bayern nicht jeden Sonntagmorgen massiv Regelenergie beim Anwerfen des elektrischen Ofens für den Sonntagsbraten einkalkulieren müssen. Frag mal die EVUs, das war und so mit das singulär krasseste an Lastregelung, die man in Privathaushalten einplanen muss. Durchlauferhitzer sind meist nicht elektrisch, ja, bei Altbauten aus wirtschaftlichen Gründen auch zu recht ab und an nicht. Aber es verdeutlich exakt die Frage der Effizienz: Was rechnet sich wann warum?

Heute rechnen sich halt volkswirtschaftlich Wärmepumpen, wirtschaftlich für den Einzelnen noch nicht immer. Zeigt aber die Physik dahinter auf, und wo wir hinmüssen. Einem Achim Beck werde ich das wohl nie erklären können, bei dir hab ich die Hoffnung noch nicht vollkommen aufgegeben. Wenn ich Stromverbraucher abwerfen muss im Flugzeug, weil der Alternator defekt ist und die Notbatterie beim Diesel noch für das Zünden benötigt wird, ist ein TKS im Eis sowie ein Flugflächenwechsel ja auch sinnvoller als eine elektrische Vorderkantenheizung.

Aber kleine Frage, wenn wir denn das hier von Ihnen idealisierte "deutlich wenig tüchtigeres Netz, seit Jahrzehnten" hätten, das würde dann bei der Elektrifizierung des Straßenverkehrs wie genau helfen? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Es hätte Verschwendung in der Vergangenheit wie Gegenwart minimiert, aber würde nichts daran ändern, dass man das Netz weiterhin ertüchtigen muss. Dafür hat man weniger Lungenkrebstote, Lärm in Ballungsräumen und Import von Kohlenwasserstoffen aus einem Land, was ein Killerkommando zu uns schickt gegen Dissidenten, oder einem Land, was einen Dissidenten der Vierten Gewalt im Konsulalt mit Knochensägen koffergerecht zerlegt. Und würde mehr Kohlenwasserstoffe für die Luftfahrt überlassen, wo die Substitution offenkundig am anspruchsvollsten ist.

Ich kenne eigentlich das Flieger-Du, aber wenn der Herr Jaudas lieber gesiezt werden will...

Zur Größenordnung, Standby-Verbrauch Deutshcland ca. 9 TWh. Exakte Zahlen sind schwierig zu finden. Gesamtstromverbrauch 512 TWh. Wir machen uns da den mega Kopf um und wegen 1,8%?

Keinen Megakopf: Eine Verdeutlichung des Problems. Die 1,8% kannst du mal multiplizieren um den Anteil, den diese durchlaufende Standbyfunktion auf die Grundlast hat, und nicht auf den Gesamtverbrauch. Und, auf welchen Faktor kommst du jetzt? Trittin kam im Jahresmittel auf knapp 2 AKW, und aufgrund der Lastkurve hat er (im Gegensatz zu seinem Eiskugelbeispiel) einfach recht. Was andererseits deutlich macht, wie klein der Anteil der Kernkraft schon in den Nullerjahren war, andererseits auch zeigt, mit was für überflüssigem Tand wir Geld und Unabhängigkeit verschleudern.

Und bevor da ein falscher Eindruck entsteht, PC, Stereoanlage, usw. hängen bei mir an schaltbaren Stromleisten, und sind ganz aus wenn aus. Dort wo es möglich ist, nutze ich solche Möglichkeiten. Handy & Co. werden gezielt geladen wenn leer.

Machen indes nicht alle unserer 82 mio EW so, und es ist auch nur ein Beispiel unter ganz ganz vielen, wo wir Verschwendung betreiben, weil die realen Kosten nicht sauber eingepreist sind.

Und den Leuten, die heute noch Nachtspeicheröfen benutzen, kann man auch keinen Vorwurf machen. Die haben das in den 60ern und 70ern auf Treu und Glauben eingebaut - und fast immer sind das Häuser, wo ein Umbau auf was Anderes extrem teuer oder erst gar nicht möglich wäre. Ich habe da auch so einen Fall in der Bekanntschaft. Ein nicht unterkellertes Haus aus 1785 - wo baut man da eine Zentralheizung ein? Egal, mit was die dann betrieben wird? So teuer kann der Strom noch lange nicht werden, dass sich das unterm Strich "lohnt". Schon gar nicht, wenn die Bewohner Rentner sind.

Kein Vorwurf, es war zur Verdeutlichmachung. Aber auch den Gebäudebestand müssen wir sanieren, ob 1% des Bestandes pro Jahr oder 5%, muss diskutiert werden. Was bei "Ihnen" offenbar nicht funktoniert.

Wir können auch KFZ-Steuer, Pendlerpauschale, Mehrwertsteuerfreiheit vom Flugticket FRA-BRX statt Mehrwertsteuerfreiheit FRA Hbf bis Bruxelles Midi debatterien, die Liste ist lang: Denn lieber hätte ich einen Preis auf CO2 und schaffte diese ab. Spart Beamte, Papier, ist gerechter.

Oder fliegerisch: Wir brauchen Preise, die die Wahrheit sagen. Wenn eine Betonbahn im Kalten Krieg in Spangdahlem oder Peenemünde gegossen wurde, möchte ich nicht den Landepreis von EDDF und EDDM zahlen. Lieber pauschal 100 € pro Jahr für eine VFR und IFR Vignette, und Flugleiter abschaffen, weil einfach einfach einfach ist. Noch besser - dort gebührenfrei, wir zahlen ja Mineralösteuer, ist teuer genug. Und viel effizienter. Ach ja, Elektroflieger, solar aufgetankt, zahlen dann gar nüscht. Was nur fair ist.

Fast alle Plätze des Kalten Krieges, die aufgelassen wurden, sind wegen der nuklearen Bedrohung damals abseits der Ballungsgebiete. Sind dort die Landungen pauschal abgegolten über die Steuer, fliegen die meisten ihre Platzrunde dort und wir haben weniger Streit mit NIMBYs und Plätze, die daher dicht machen. Wer profitiert? Die Leute mit Fernglas in Hangelar, die Zivilgerichtsbarkeit, wir Flieger durch ein besseres Netz an Landeplätzen.

Daher: Das CO2 braucht einen Preis, Monat für Monat anwachsend, über die nächsten 12/ 19/ 27/ was auch immer Jahre. Was als Steuervorteil sofort weitergereicht wird durch Abschaffung von KFZ-Steuer, Stromsteuer, Abschaffung der Pendlerpauschale, Erhöhung des steuerfreien Existenzminimus etc. Die Umlage für EE kann dann übrigens auch wegfallen.

So wird es einfach. Dann fliegen ein paar Nachspeicherheizungen früher raus, wir haben gerade Negativzins. Dann zieht irgendwer einen Pullover mehr an, ein anderer kauft neue Fenster, ein Dritter saniert Dach und Außenwand oder kauft sich PV und Hausbatterie. Und lädt seinen Dienstwagen mittags beim Arbeitgeber, ohne CO2-Steuer. Und jeder kann noch seinen Ford Bronco fahren mit großem Hubraum, aber zahlt dann halt mehr als Fahrer von Twizy und Tesla.

Sind halt viele kleine Maßnahmen bis 2040/ 2045/ 2050, wann auch immer.

9. Mai 2021 09:25 Uhr: Von Michael Söchtig an Flieger Max L.oitfelder Bewertung: +1.00 [1]
Ich denke auch dass man mit jeder Partei eine sachliche Auseinandersetzung führen sollte.

Mich stört bei Grün das immer wieder mitschwingende Weltbild und der Hang zu einer Unerziehungspolitik und das Wegschauen bei politischen Problemen die nicht in das eigene Bild passen. Auch der Hang zu Symbolpolitik ist eher wenig hilfreich.

Das ändert aber nichts dran dass die Grünen tatsächlich einen ambitionierten Fahrplan haben was sie an Veränderung wollen, beispielsweise in der Energiepolitik, Landwirtschaft oder eben auch in der Fliegerei.

Von der FDP beispielsweise würde ich mir da mal Konzepte wünschen wie man dieselben Ziele marktwirtschaftlich erreichen kann - da versteht man Technologieoffenheit aber eher als Vergangenheitsbewahrung.

Ich finde Jan Brill hat das in der aktuellen PuF sehr gut beschrieben. Man muss sich gegen ideologische Verteufelungen a la "Fliegen ist böse" wehren. Aber die Lösung kann nicht sein dass alles bleibt wie es ist sondern dass tatsächlich mal mehr neues kommt. Die fehlenden Rahmenbedingungen dafür zu ändern bei der EASA ist dann wirklich Aufgabe der Politik, egal welche Regierung wir bekommen.

Das Klima wird nicht gerettet wenn die General Aviation grüner wird. Wohl aber wird die General Aviaton dadurch gerettet (und erhält vielleicht auch mal eine Chance zum wachsen).
9. Mai 2021 09:38 Uhr: Von Michael Söchtig an Michael Söchtig Bewertung: +3.00 [3]
Realer Wert von unserem Haus BJ2017: Februar, 130qm, Minus 19 Grad: Luftwärmepumpe zieht pro Stunde 2 - 3 kWh, dafür ist das Haus warm mit konstant 23 Grad. Und das Haus ist nur KfW70 Standard. An Last gezogen wurden über kürzere Zeit natürlich etwas mehr kW, ich vermute so um dir 6kW, aber halt nicht die ganze Stunde durch.

Es wird also warm, ganz ohne Gas, selbst bei Rekordkälte. Zugegeben die Wärmepumpe ist hässlich, Designer war wohl im Budget keiner mehr da.

Aber in dem Beispiel sieht man wie wenig Energie man heute schon braucht. Den Gasanschluss habe ich noch nicht vermisst. Zugegeben wenn das alle machen und auch alle elektrisch fahren dann brauchen wir auch mehr Stromproduktion. Wenn man aber sieht wir viele Dächer noch leer sind und wie viel Platz noch in der Nordsee ist dann geht da noch was.

Wir brauchen einfach mehr Mindset was möglich ist. Mir persönlich ist das Klima dabei gar nicht Priorität 1, ich finde die strategische Komponente den Strom im eigenen Land und in der eigenen Nordsee zu erzeugen auch gut.

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