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139 Beiträge Seite 1 von 6

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10. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Alfred Obermaier Bewertung: +2.00 [2]

Hallo Alfred,

kann ich verstehen, und der Schwerpunkt der App liegt nicht auf dieser Funktion. Das ist mehr so ein Nebenprodukt, das sich ergeben hat – und ich will mal ausprobieren, wie weit man das entwickeln kann.

Du gibts mir aber sicher recht, dass eine in 1000 ft automatische aufgerufene und vorgelesene "After Takeoff"-Checklist etwa bei einer Departure in IMC einen Sicherheitsgewinn bedeuten kann. Oder?

Aber selbst wenn man auch das nicht mag: Alle Automatismen der App lassen sich ausschalten. So kann man ...

  • die Checkliste auch Punkt für Punkt abarbeiten (jedes Mal wenn man auf den Schirm tippt wird ein Item vorgelesen
  • das Audio komplett abschalten und die Checkliste auf dem Bildschirm nur in Textform benutzen (jedes mal wenn man auf den Bildschim tippt wird der nächste Eintrag farbig markiert)

10. Januar 2017: Von Eustach Rundl an Alexis von Croy

Also ich stell mir das mit meinem ipad umständlich vor. Aber klär mich auf. Wenn ich endlich die AirNav auf und zum Laufen gebracht hab. Muss ich wieder raus und die Checkliste aufrufen. Wenn ich mich vertippe geht das wieder von vorne los. Beim Landeanflug habe ich das Anflugblatte georeferenziert auf meinem Knie, tippe dann die Checkliste an, dann muss ich wieder..... Öhem meine konventionelle Liste ist eine Plastikkarte links neben mir in der Ablage, die zupfe ich raus und stopf sie wieder rein.. easy..oder?

10. Januar 2017: Von Olaf Musch an Eustach Rundl

Wenn ich endlich die AirNav auf und zum Laufen gebracht hab. Muss ich wieder raus und die Checkliste aufrufen.

Na, wer wird denn mit einem nicht zertifizierten Gerät navigieren? Und dann vielleicht sogar noch VFR? Böse, böse ;-)
Alexis hat halt den Vorteil, das Glascockpit in der Cirrus vor sich zu haben. Dann ist das iPad für solche Sachen wie smartCHECK auch während des Fluges frei. Für diesen Anwendungsfall dann sicher eine gute Idee.
Mich bewegt aber in dem Fall dann die Frage, wie aufwändig das Ändern bzw. Einarbeiten neuer Listen ist, denn wenn der Betreiber mal seine Liste anpasst, muss man ja auch (ein zusätzlicher Prozess-Schritt mit zusätzlichem Risiko) seine smartCHECK-Liste anpassen, wenn sie der Betreiber nicht zur Verfügung stellt.
Und schon die nächste Frage an Alexis: Kann man einmal erstellte Checklisten teilen und dann am Zielgerät wieder importieren (Mail, AirDrop, ...)?

Olaf

10. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Eustach Rundl

Klar, zu JEDEM workflow passt das Programm nicht, und ich kann auch gut akzeptieren, dass Piloten lieber ihre laminierten Karten benutzen. Aber die Idee der App ist es, die Workload im Cockput zu veringern, und anstelle Checklisten zu lesen den Luftraum/die Instrumente zu beobachten.

So mache ich es:

Auf dem MFD läuft ggf. die IFR-Route mit Traffic und auf dem daneben angebrachten iPad SkyDemon. Gleichzeitig ist smartCHECK aktiv. Mit einem DOPPELKLICK auf den Homebutton kann ich jederzeit zwischen Checklisten und VFR-Karte wechseln. Das geht wirklich völlig problemlos.

Manche Checklisten (Descent, Final Check) mache ich aber aus dem Kopf. Man kann sie aber (ohne dass sie vorgelesen wird noch einmal mit der elektronischen Checkliste abgleichen, oder der Copilot macht das.

In eier der nächsten Versionen soll auch die Möglichkeit kommen, die App im Querformat NEBEN einer anderen App (zB SkyDemon) darzustellen.

Grundsätzlich wendet sich die App natürlich eher an Piloten komplexer IFR-Flugzeuge.

10. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Olaf Musch Bewertung: +1.00 [1]

Mich bewegt aber in dem Fall dann die Frage, wie aufwändig das Ändern bzw. Einarbeiten neuer Listen ist, denn wenn der Betreiber mal seine Liste anpasst, muss man ja auch (ein zusätzlicher Prozess-Schritt mit zusätzlichem Risiko) seine smartCHECK-Liste anpassen, wenn sie der Betreiber nicht zur Verfügung stellt.
Und schon die nächste Frage an Alexis: Kann man einmal erstellte Checklisten teilen und dann am Zielgerät wieder importieren (Mail, AirDrop, ...)?

  • Jede bearbeitete Checkliste kann wieder auf den Auslieferungszustand zurückgesetzt werden
  • Man jede Checkliste, die man besitzt beliebing oft downloaden kann und auch umbenennen
  • Jede Checkliste, die man bearbeitet hat, kann man per eMAIL versenden. An sich selbst, etwa um sie auf dem Desktop zu bearbeiten oder auf einem weiteren iPad zu installieren.
  • Man kann jede bearbeitete Checkliste auch an andere Eigentümer der smartCHECK-App versenden. Diese können die von Dir bearbeitete Version installieren und umbenennen - wenn sie selbst Eigentümer der entsprechenden Basis-Checkliste sind
  • Zur Erklärung: Die App wird mit zwei Checklisten ausgeliefert. Diese können beliebig verteilt, bearbeitet, weiter verteilt werden, da ja jeder Eigentümer der App diese beiden Checklisten ohnehin besitzt. Wenn man (für € 5.99) eine andere Checkliste im Store kauft und diese bearbeitet, dann kann man diese nach Bearbeitung auch weitergeben - aber der Empfänger muss sie auch gekauft haben.
10. Januar 2017: Von Alfred Obermaier an Alexis von Croy Bewertung: +1.00 [1]

Natürlich, Alexis, da bin ich voll bei Dir.

Übrigens, habe bisher erst einen einzigen Piloten erlebt, der in der Cirrus konsequent die Checkliste aus dem MFD abgearbeitet hatte, kein Papier benutzt. Ich war begeistert, sehr sauber, sehr ordentlich alles abgearbeitet, vor dem Anlassen, vor dem Takeoff, danach enroute, vor dem Landeanflug und danach bis zum Abstellen des Motors.

Also, es geht, erfordert Disziplin und hat einen hohen Wert für die Aufmerksamkeit und zur Erinnerung, weil es für den Ablauf an sich völlig Wurscht ist ob ich eine handgestrickte oder die Checkliste des Herstellers aus dem MFD verwende. Im Gegenteil, ich halte die POH Checkliste für wichtiger ä

Jetzt noch eine weitere App, das muss ich erst mal sehen bzw erleben wie das "funzt".

All the best

10. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Alfred Obermaier

Hi Alfred,

yep, probier das mal aus! Der wesentliche Vorteil ist m.E., dass man die Checkliste abarbeiten kann während man den Luftraum bzw. die Instrumente beobachtet.

In der CIRRUS hat man zusätzlich den Vorteil, dass man das MFD auf der Karte lassen kann, da man im Checklistemodus zB. keine Traffic-Informationen bekommt und man die Liste auch Punkt für Punkt abarbeiten muss. Das hat bisher noch jeder irgendwann sein lassen, da es einfach zu umständlich ist.

Zusätzlich kannst Du Dir in smartCHECK auch wichtige Dokumente für direkten Zugriff auf die Oberfläche neben die Checklisten legen – also etwa Performance-Tabellen.

10. Januar 2017: Von Kilo Papa an Eustach Rundl Bewertung: +2.67 [4]

Ich finde es zwar grundsätzlich super, wenn sich jmd. Gedanken macht und versucht, Dinge und Vorgänge zu verbessern. Auch finde ich die App per se gut gelöst. Um ganz ehrlich zu sein, finde ich sie aber völlig überflüssig.

Wann und worfür brauche ich eine Checkliste? Für alle wichtigen Arbeitsschritte, deren Missachtung mich oder das Flugzeug sonst möglicherweise in Gefahr bringen könnte. Weiterhin sollten die Schritte, die auf der Checkliste stehen, ohnehin auswendig beherrscht werden und lediglich deren Ausführung durch die Checkliste überprüft werden. In der Luft und beim Rollen sollten die nötigen Items ohnehin "by heart" sitzen, da die Aufmerksamkeit des LFZ-Führers hier sicherlich für was anderes benötigt wird, nämlich das sichere Führen des LFZ. Ich sehe die Verwendung von Checklisten als "read-and-do" eher kritisch und bevorzuge es die Klarlisten tatsächlich als Checkliste auszuführen. Das führt häufig auch dazu, dass die Piloten sich besser mit den Systemen befassen, als wenn sie eine Liste nur stumpf abarbeiten.

Gerade für den Fall Triebwerksausfall nach dem Start finde ich eine (automatische) Checkliste VÖLLIG fehl am Platz. Es sind sofortige Reaktionen gefragt. Die Sinneseindrücke überschlagen sich in Sekundenbruchteilen und glasklares Handeln ist schlichtweg überlebensnotwendig. Wenn ich diese Items nicht vollständig und in der richtigen Reihenfolge beherrsche, dann darf ich den Start nicht antreten. Auch wenn es sicherlich sehr innovativ ist, Alexis, dass deine App den TW Ausfall zukünftig merkt und mir die Checkliste ungefragt auf die Ohren gibt, so sehe ich die Gefahr bereits darin, dass sich möglicherweise darauf blind verlassen wird. Was, wenn (warum auch immer) die automatische Checkliste ausbleibt und der Pilot nun zusätzlich unter Stress gerät, weil er die bereits etwas in Vergessenheit geratenen Memory Items fragmenthaft im Hirn suchen muss. Ehrlich gesagt finde ich für diese Fälle ein sauberes und wirklich ordentliches Takeoff und Emergencybriefing wesentlich hilfreicher. Ich möchte nochmal betonen, dass ich nicht grundsätzlich die App als den Risikofaktor sehe, sondern den vermeintlich sehr lockeren Umgang damit in eben angesprochenen Flugphasen.

Winterliche Grüße

Kai

10. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Kilo Papa Bewertung: +4.00 [4]

Hi

wie gesagt, die "Automatische Engine Failure Checklist" ist ein reines privates Forschungsprojekt, ich will einfach mal ausprobieren, was möglich ist. Ob ich diese Funktion jemals implementiere? Vielleicht ist es wirklich nicht sinnvoll, ich bin froh wenn mir hier jemand Ratschläge gibt.

Was den Wert der App an sich betrifft, bin ich anderer Meinung. Klar, eine C-150 in der VFR-Platzrunde kann ich auch ohne Checkliste fliegen, und die meisten anderen Einfachflugzeuge auch.

Ganz anders aber sieht es m.E. bei komplexen Flugzeugen mit hochwertiger Avionik und im IFR-Betrieb aus. Nimm die "BEFORE TAKEOFF"-Checklist meiner SR22. Das sind 30 Punkte, und wenn ich IFR einen Abflug in schlechtes Wetter mache, dann stelle ich sicher, dass jedes Detail passt.

Dazu arbeite ich die BEFORE TO Checklist mit Hilfe von smartCHECK auf dem Weg zur Holding Position ab. Ich kann rausschauen, auch problemlos funken, da ich die Checkliste jederzeit anhalte kann ohne hinzusehen, und wenn ich am Rollhalt bin, ist alles fertig. Da ich den Flieger gut kenne, bin ich mit den meisten Punkten ohnehin schon fertig wenn ich die Audio-Checklist starte, aber mit ihrer Hilfe prüfe ich, dass ich nichts vergessen habe.

"Read and Do" (Do List) mache ich damit nie, aber wer das will kann es auch so benutzen. Ausnahme: After Takeoff Checklist. Und auch ich benutze sie in manchen Flugphasen gar nicht. Ganz sicher rufe ich keine "Final Checklist" auf ;-) Aber sie ist da wenn ich sie brauche.

Oder sagen wir mal so: Wer grundsätzlich keine Checkliste benutzen will, benutzt auch diese nicht. Und man kann sich ohnehin nichts ausdenken, was jeder benutzen würde. Das Feedback ist derzeit allerdings so, dass vielel Piloten die App gernen benutzen und sich damit wohfühlen.

Eine wesentliche Stärke sind die ABNORMAL und EMERGENCY-Checklists in smartCHECK, die man sofort parat hat wenn man sie braucht.

Übrigens: Auch im Training und um sich die wesentlichen Punkte einzuprägen funktioniert die App gut.

10. Januar 2017: Von Johann Schwegler an Alexis von Croy Bewertung: +1.00 [1]

Hallo Alexis,

habe mir heute deine App gezogen und freu mich schon aufs Ausprobieren. Da ich eh immer mit dem iPad mini am Kniebrett fliege, sind die Checklisten jetzt nur einen Wischer weg. Außerdem ist das iPad per Bluetooth ans Headset gekoppelt, also kann mir Susi auch vorlesen.

Super Idee, danke!

Johann

11. Januar 2017: Von Name steht im Profil an Alexis von Croy Bewertung: +1.00 [1]

Hab sie auch gerade gezogen. Werde berichten.

Gruss

Thomas

11. Januar 2017: Von J. D. an Kilo Papa Bewertung: +1.67 [5]

Um ganz ehrlich zu sein, finde ich sie aber völlig überflüssig.

Um ganz ehrlich zu sein, finde ich diesen Post völlig überflüssig - dass nicht jeder die App gut finden muss, klar.
Aber ein reines "ich bin einfach dagegen" ohne konstruktive Vorschläge möglicher Verbesserungen ist für die Weiterentwicklung der App, und um diese geht es ja hier, nicht zielführend, oder?

Eine Diskussion "read-and-do" vs. "checklist" wäre in einem anderen Thread sicher besser aufgehoben.

11. Januar 2017: Von Alexis von Croy an J. D. Bewertung: +1.00 [1]

Übrigens: Was sehr helfen würde ist ein Review im App Store. Wenn jemandem die App wirklich gefällt, dann wäre eine (gute ;-)) Bewertung sehr hilfreich beim Marketing.

11. Januar 2017: Von Willi Fundermann an J. D. Bewertung: +14.67 [16]

Ich verstehe die Beiträge hier auch nur zum Teil. Da investiert Alexis Zeit (vermutlich viel) und Geld in eine Idee für die GA-Gemeinde, die er hier vorstellt. Ich bin bisher kein Apple-User und kann mir daher keinen eigenen Eindruck verschaffen, die Beschreibung der App klingt aber sehr interessant für mich; insbesondere auch die Möglichkeit, die App ganz den eigenen Bedürfnisse anzupassen! Und was mir als größte Verbesserung erscheint: Sie bietet für die GA einen teilweisen Ersatz für den "fehlenden" zweiten Piloten - zumindest was das Checklisten-Vorlesen betrifft - und ich kann mich voll aufs Fliegen konzentrieren!

Und die Reaktionen - in Teilen: Geh mir bloß weg damit, brauch ich nicht, völlig überflüssig, zu technikverliebt usw.!

Soweit ich das bisher verstanden habe, will Alexis niemanden zwingen, die App zu erwerben und zu nutzen. Mag doch jeder für sich selbst entscheiden, ob ihm das Ganze gefällt, es ihm nützt und er es verwenden will.

Insofern kann ich mich nur der Meinung von J.D. anschließen: Tolle Idee, bitte weiter so!

11. Januar 2017: Von Alfred Obermaier an Willi Fundermann Bewertung: +2.00 [2]

Willi, stimme Dir inhaltlich soweit zu. Super Idee von Alexis und in mehrfacher Hinsicht wertvoll

wenn es hier kritische Stimmen gibt, dann verstehe ich das so, dass ich in meinem strukturierten Ablauf durch eine Stimme nicht gestört werden möchte.

Wenn mein Motor stirbt muss mein innerer Denk-/ Handlungsablauf ungestört sein, dh ich habe keine Zeit für Überlegungen, denn jede Sekunde zählt. Als vergleich fällt mir momentan nur der Bodensee Mid Air ein, als die russische Crew überlegte wem sie folgen sollte, dem TCAS oder ATC. Ergebnis ist bekannt.

Der Pilot der solch ein System (hier App) benutzt muss sich eben über den Ablauf im Klaren sein "Wenn .../ Dann .../ Sonst..."

vielleicht übersehen hier viele auch die 90% Vorteile dieser App und focussieren sich auf die wenigen möglichen Nachteile, so wie ich hier.

My 2 cents

11. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Willi Fundermann Bewertung: +4.00 [4]

Danke, Willi. So ist die Idee des "digitalen Copiloten" übrigens entstanden – als ich vor ein paar Jahren mal in einem Airliner-Cockpit mitflog und mir auffiel, wie angenehm es ist, wenn man die wichtigen Punkte gesagt bekommt. (Aber ich weiß natürlich, dass es Flieger gibt, die sich nix sagen lassen :-))

Die Kritik stört mich übrigens nicht, keine Sorge. Manches davon habe ich natürlich überlegt und das war auch der Grund für den Versuch, die App so ergonomisch und "wenig nervig" wie möglich zu gestalten. Das letzte, was auch ich selbst im Cockpit will ist ein weiterer digitaler Nerventöter mit schlechtem User Interface.

Geldgier ist tatsächlich nicht meine Motivation. Da ich selbst nicht programmieren kann, hat mich die App bisher tatsächlich nur (viel) Geld gekostet. Mit derselben Investition hätte man vielleicht in einem Massenmarkt ("Homöopathieberater-App für Eltern? :-)) sogar Geld verdienen können.

Im ersten Jahr bewegen sich die Einnahmen bei ca 10 Prozent der Kosten. Dafür habe ich eine wütende eMail bekommen, "was mir einfiele für eine Checkliste € 5,99* zu verlangen".

((* die App beinhaltet "serienmäßig" eine einfache Vorlage sowie eine fertige Checkliste für die Cirrus SR22. Andere Checklisten (momentan 172,182,Warrior, Archer) kosten € 5,99.))

11. Januar 2017: Von Thomas Magin an Alfred Obermaier Bewertung: +3.00 [3]

"Übrigens, habe bisher erst einen einzigen Piloten erlebt, der in der Cirrus konsequent die Checkliste aus dem MFD abgearbeitet hatte, kein Papier benutzt."

Du hast mich in der Cirrus zwar noch nicht erlebt, aber ich melde mich schonmal als Nummer 2 an. Ich benutze kein Papier ab dem Zeitpunkt wenn der Motor läuft.

Die Checklisten auf dem MFD arbeite ich fallweise als "Flow" oder "Do" List ab. Die Checklisten sind teilweise sehr umfangreich. Und gerade beim Rollen besteht dann die Gefahr "Head down" zu sein, was völlig unnötig ist, wenn man sich etwas Zeit vor dem Rollen nimmt.

Aber es ist unglaublich mit anzuhören wieviel (riskante) Möglichkeiten es gibt vor dem Start wertvolle (?) Minuten Zeit zu sparen, möglichst viel parallel zu machen, um möglichst ein Zehntel auf dem Hobbs zu sparen. Und das ist förmlich die Hauptursache von Schluderei beim Umgang mit Checklisten: ein paar Minuten Geld sparen wollen. Zumindest ist das auf der Cirrus meine Beobachtung, deren Hobbs beginnt ja schon an zu drehen, wenn man nur den Generator zuschaltet. Was dann wieder Piloten veranlasst eine Zeit lang auf Bat zu arbeiten und möglichst den "Preflight" kostenfrei abzfuarbeiten. Da wird dann wohl gerne an der Checkliste gespart ...

Trotzdem find ich Alex Ansatz spannend. Wird umgehend ausprobiert :-)

Grüsse, Thomas

11. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Alfred Obermaier Bewertung: +3.00 [3]

Ich würde sagen – es kommt darauf an, Alfred. Ich stimme zu (und habe ja schon beteuert, dass diese Funktion nur eine Idee war, die ich testen wollte), dass man bei einem Engine Failure in geringer Höhe automatisch und intuitiv richtig handeln muss, und natürlich muss man die wesentlichen Punkte wie die "best glide speed" auch auswendig wissen.

Im IFR-Reiseflug in FL160 sieht die Sache anders aus, da Du Zeit hast. Ob der Motor plötzlich rau läuft, die Avionik ausgefallen ist oder ein anderes System: Ein Tippen auf die enstprechende Abnormal-Checklist öffnet diese, zeigt Dir den Text, und wenn Du das willst, wird sie Dir vorgelesen. Einen Nachteil kann ich hier nicht erkennen.

Dazu kommt die Möglichkeit, Dokumente wie Avionik-Manuals, Leistungstabellen, Briefing Übersichten oder Grafiken per Tastendruck aufzurufen. Ich habe zum Beispiel Tabellen zur Takeoff-Performance und eine Grafik des Circuit Brealer Panels abgespeichert, das bei der Cirrus versteckt im Fußraum so liegt, dass man die richtigen CBs ertasten muss.

11. Januar 2017: Von Thomas Magin an Alfred Obermaier Bewertung: +2.00 [2]

"Wenn mein Motor stirbt muss mein innerer Denk-/ Handlungsablauf ungestört sein, dh ich habe keine Zeit für Überlegungen, denn jede Sekunde zählt."

Ich kann Deinen Punkt sehr gut verstehen. Auf der anderen Seite hatte ich erst einen (teilweisen) Motorausfall, und der war nachts in einer Archer. Da wäre ich ganz glücklich gewesen, eine beleuchtete Chechliste zu haben, die mir auch noch vorgelesen wird. Obwohl ich die Doings natürlich auswendig abarbeiten konnte. Klassischer Fall für Flow und danach Check.

In dieser Situation hab ich übrigens gelernt wie schlau es ist rote Farbe auf einer Checkliste zu haben. Nachts unter Rotlicht ... ;-)

11. Januar 2017: Von Name steht im Profil an Alexis von Croy Bewertung: +4.00 [4]

"...Im ersten Jahr bewegen sich die Einnahmen bei ca 10 Prozent der Kosten. Dafür habe ich eine wütende eMail bekommen, "was mir einfiele für eine Checkliste € 5,99* zu verlangen"....."

Das mit dem App Store ist leider sehr inflationär geworden und du hast dich damit in einen Hexenkessel begeben. Ich finde es wirklich toll für wie wenig Geld man dort zum Teil echt gute Software bekommt, für die man "früher" zu PC Zeiten locker 30,- bis 100,- bezahlt hat. Nun bekommt man Apps für lau oder eben 1,99 oder 7,99. Wenn man dann aber die Rezesionen liest wird einem auch lau. "Unverschämtheit, 0.99 für diesen Schrott zu verlangen, ich möchte mein Geld zurück, Abzocke, bla bla bla".

Da gehörst du mit den 8,99 schon zu den top teuren Prämium Produkten. Ich habe mir jedenfalls das Ding für die SR22 gezogen und werde eben berichten. Trockenübungen auf dem Sofa sahen schon wirklich gut aus.

Zu vielen anderen Beiträgen: wir haben offensichtlich die Umbruchphase in die digitale Welt noch nicht überwunden. Es fühlt sich wie Religion an (ähnlich wie bei Headsets oder Navi Systemen). Es gibt parallel zwei extreme (natürlich neben den vielen Graustufen zu denen ich mich zähle): Einmal die Fraktion "Nur Karte, Kompass, Stoppuhr zählt. Alles andere ist Humbug und gefährliche Spielerei" und die andere, "die ohne iPad und 5 weitere Handheld Displays nicht mal aus dem Hangar kommt und sich beim Fliegen wundert was die komische mit Wasser gefüllte Kugel oben in der Mitte eigentlich macht".

Ich jedenfalls denke zumindest reduntant, stelle mir also die Frage, was passiert, wenn mir so ein Gadget ausfällt. Was ist Plan B. Ich fliege mittlerweile gerne auf iPad (seit ich durch die Einstellung der Jeppesen Papierkarten gedrängt wurde) weiß aber was zu tun ist, wenn das GPS oder das iPad selber ausfallen und bin vorbereitet. Meine B Pläne (obwohl wir das schonmal ausführlich in einem andren Thread hatten):

  • immer, wenn auch gröber als früher, koppeln (sehe ich unten, was mir das iPad auf der Karte zeigt, um die Frage "wo bin ich" auch ohne GPS Signal beantworten zu können)
  • immer ein VOR oder NDB in der Nähe mit laufen lassen und "geistig mitkoppeln"
  • beide obigen Punkte, falls mal GPS ausfällt. Die Karte bleibt ja trotzdem wie früher eine Papierkarte
  • immer ein zweites Backup iPad mit aktuellen Karten in der Tasche falls das erste Gerät ausgeht
  • oft (nicht immer, auch ich bin faul) gerade auf längeren Legs ein wenig mit den Daten im Kopf spielen. Speed, Heading? In wieviel Minuten müsste ich welchen Fluß oder Ort wo sehen? Wind? Heading vs. Track, notwendige Sinkrate um genau am Zielpunkt auf Zielhöhe anzukommen etc etc.

Audio Checklist bei Motorausfall? Kein Problem, auf die richtige Höhe sinken und CAPS ziehen....duck und weg....

Nein im Ernst. Ich tue mir echt schwer zu beurteilen, ob das im Falle eines Motorausfalles hilft, sinnlos oder wie Alfred beschreibt gefährlich ist. Alfred fliegt 20mal mehr im Jahr als ich (und 40 Jahre länger :-) ) und hatte brav zur Statistik schon 2 echte Motorausfälle in der Luft. Ich zum Glück nicht. Ich hatte aber schon Stotterer in Maschinen ohne CAPS mitten über den Alpen. IQ schrumpfte auf 10, Hosen voll und Adrenalin tropfte aus den Augen. Ich behaupte mal, da hat eine Emergency Checklist beleuchtet und sofort auf Knopfdruck verfügbar mehr Sinn für mich als eine auf Papier die ich erst vorkramen muss. Ist aber auch nur eine Vermutung.

Viele Grüße und Hoffnung auf Wetterbesserung

Thomas

11. Januar 2017: Von Willi Fundermann an Alfred Obermaier Bewertung: +1.00 [1]

"vielleicht übersehen hier viele auch die 90% Vorteile dieser App und focussieren sich auf die wenigen möglichen Nachteile, so wie ich hier."

Alfred, genau das scheint mir der entscheidende Punkt zu sein! Wobei für mich aber eine Funktion, die sich auch abschalten lässt, kein wirklicher "Nachteil" einer ansonsten nützlichen, sinnvollen Anwendung sein kann.

11. Januar 2017: Von ingo fuhrmeister an Willi Fundermann Bewertung: +1.00 [1]

gabs diese schöne checkliste nicht schon mal als einbauinstrument in 90igern??? - sogar mit atc-repeater...hat sich aber nicht durchgesetzt.....nach dem landeunfall folgende audio-nachricht

  • ihre automatische notruffunktion über das apple-eigene rescue-center wurde soeben
  • mit ihren coordinaten abgesetzt, wir rufen sie in kürze zurück - halten sie bitte die nummer
  • ihres organspenderausweises bereit! ihre lage ist nicht kritisch - aber die von dem, der
  • ihr herz eingepflanzt bekommt....

mfg

ingo fuhrmeister

11. Januar 2017: Von Willi Fundermann an Name steht im Profil Bewertung: +2.00 [2]

Kompliment, toller Beitrag. Du bringst die "Problematik" genau auf den Punkt, sowohl was die Preise für Apps angeht, als auch die verschiedenen Fraktionen der Piloten!

P.S.: "Da gehörst du mit den 8,99 schon zu den top teuren Prämium Produkten." Alexis will ja nur 5,99 € .-)

11. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Willi Fundermann Bewertung: +1.00 [1]

Hi Willi

Thomas hat recht: Die Basisapp mit zwei Checklisten kostet € 8,99, weitere fertige Checklisten kosten € 5,99. Wobei diese Preise in keiner Relation zum Aufwand stehen.

11. Januar 2017: Von Alfred Obermaier an Willi Fundermann

Danke Willi, bin soweit bei Dir.

Für mich ist das aber systemisch. Worauf achte ich, woran orientiere ich mich ? Worauf ist mein Inneres System eingestellt / orientiert? Auf Stimme hören und umsetzen oder nachdenken und anwenden?

Im Emergency Case darf es keine Fragen geben, da muss einfach Plan A ablaufen. Ich erinnere hier ausdrücklich an den Bodensee Mid Air Crash. Der Unfall war vermeidbar, nur weil die Crew überlegte was zu tun sei, verstrich die Zeit für ein Ausweichmanöver. Hier gab es einen Zielkonflikt bei den Anwendungen (was sollen wir tun?). Zeit war an sich genügend vorhanden für Entweder Oder Entscheidung.

Der Konflikt war das Problem.

Danke Thomas Nadenau, als bekennende Nummer 2. Ich freue mich darüber.


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