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Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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6. Mai 2020: Von Chris _____ an Jan Brill Bewertung: +3.00 [3]

Solange die Behörden sich in dieser Art verhalten - besoffen von den neuen Möglichkeiten, Menschen hinterherzuschnüffeln, das Leben schwer zu machen, Bußgelder anzuhängen und generell "Nein" zu sagen - sehe ich diese als das Haupthindernis dafür die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie so gering wie möglich zu halten.

Auch bei meiner Sondergenehmigung für einen Werftflug von Bayern nach Hessen (30min in der Luft), damit die hessische Werft was zu tun hat (Wirtschaft am Leben halten), bekam ich als allererstes die Frage, ob "das nicht warten" könne.

Manche haben wirklich die Zielgrößen nicht begriffen. Es geht nicht um maximalen sondern um minimalen Schaden für (i) Wirtschaft (ii) Demokratie (iii) Akzeptanz in der Bevölkerung unter Einhaltung eines R<1.

Ich hab's verstanden, ich bleib fürs Erste mal im Land...

6. Mai 2020: Von Willi Fundermann an Chris _____ Bewertung: +5.00 [5]

"Solange die Behörden sich in dieser Art verhalten - besoffen von den neuen Möglichkeiten, Menschen hinterherzuschnüffeln, das Leben schwer zu machen, Bußgelder anzuhängen und generell "Nein" zu sagen..."

Langsam habe ich den sicheren Eindruck, ich wohne - Gott sei Dank - in einem anderen Land.

6. Mai 2020: Von Sven Walter an Willi Fundermann

Du meinst Bundesland?

6. Mai 2020: Von Willi Fundermann an Sven Walter Bewertung: +3.00 [5]

Nee, nicht Bundesland - ich weiß nicht mal, in welchem Bundesland Chris__________ lebt, sondern anderer Staat, präziser: Rechtsstaat! In meinem - bisher jedenfalls - noch ohne besoffene Behörden, die hinter mir herschnüffeln. Diese Beschreibung, von besoffenen Behörden, die schnüffeln u.s.w. (s.o.), liegt für mich höchstens auf AfD Niveau, sorry.

6. Mai 2020: Von Alexander Callidus an Chris _____ Bewertung: +1.00 [1]

Hier findest Du unter den Reise- nd Sicherheitshinweisen ziemlich aktuell und präzise (habe FR, Ö, Belgien, Tschechien, Dänemark ausprobiert und dann frustriert aufgehört) die aktuellen Bestimmungen, leider.

6. Mai 2020: Von Alexander Callidus an Chris _____ Bewertung: +3.00 [3]

Solange die Behörden sich in dieser Art verhalten - besoffen von den neuen Möglichkeiten, Menschen hinterherzuschnüffeln, das Leben schwer zu machen, Bußgelder anzuhängen und generell "Nein" zu sagen - sehe ich diese als das Haupthindernis dafür die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie so gering wie möglich zu halten.

Die Behörden sind doch deutlich freizügiger als der DAEC und manche Landesverbände, oder?

Nachtrag: zumindest die Deutschen Behörden

6. Mai 2020: Von Chris _____ an Alexander Callidus Bewertung: +3.00 [4]

@Alexander: Danke für die Übersicht!

Ja, und was das Verhalten der Behörden vs. den Verbänden betrifft, es kommt halt immer auf den Vergleich an. Mit Macht kommt Verantwortung, Leute mit Entscheidungsbefugnissen müssen sich anders messen lassen als welche ohne.

Und natürlich gibt es überall immer auch "Gute". Das Problem sind halt die anderen.

@Willi, sorry wenn dir meine Wortwahl missfällt. Ich mag aber klare Worte, zumal wenn sie nicht beleidigend sind, wie in diesem Fall, da sie sich nicht gegen konkrete Personen richten.

Was das "Schnüffeln" angeht, bezog ich mich auf Jans Erzählung, dass er seinen Reiseverlauf detailliert darstellen musste. Gibt aber noch so viele weitere Ansatzpunkte. So habe ich die Snowden-Veröffentlichungen noch nicht vergessen (und der Skandal ist nach wie vor aktuell). Ständig wird die Vorratsdatenspeicherung verlangt, was nichts anderes ist als Schnüffeln. Aktuell diskutiert man eine Corona-App mit ähnlichem Potenzial.

Und was die Machtbesoffenheit angeht, nunja, diese menschliche Mentalität findest du sogar im einfachsten Gemeinderat bei der Baugenehmigung deiner Gartenhütte.

Schlussendlich, mein eigentlicher Punkt abseits von der Wortwahl ist, dass der Staat helfen soll, die wirtschaftlichn Folgen klein zu halten. Das ist nicht der Fall, wenn bürokratische "Heiligtümer" wichtiger sind als die eigentliche Substanz, schönes Beispiel bei Jan: die Flugleiterpflicht wichtiger als die Betriebspflicht. Da wird falsch priorisiert, nämlich "im Zweifel dagegen". Und niemand will die erste Unterschrift setzen, zu liberal sein, etc.

6. Mai 2020: Von Carmine B. an Chris _____

Nach der aktuellen Revision der Corona Eindämmungsverordnung (5. SARS-CoV-2-EindV)in Sachsen Anhalt hatte ich mich schon gefreut, wieder meiner Tätigkeit als CRI nachgehen zu können.

Auszug:

(6) Angebote öffentlicher und privater Bildungseinrichtungen sowie vergleichbarer

Einrichtungen (z. B. Volkshochschulen, Fahr- und Flugschulen, Musikschulen, Jugend- und Familienbildungsstätten, Ernährungskurse, Sprach- und Integrationskurse der Integrationskursträger) sollen vorrangig in Form digitaler Kommunikations- und Lernformen genutzt werden. Abweichend von Absatz 3 Nr. 14 ist eine Öffnung für Einzel- und Kleingruppenunterricht bis zu fünf Personen bei Einhaltung der Hygieneregeln nach § 1 Abs. 6 zulässig; dies gilt nicht für:

1. den Gesangsunterricht und den Unterricht mit Blasinstrumenten an Musikschulen und

2. die praktische Ausbildung in Fahr- und Flugschulen, soweit der Mindestabstand von

1,5 Metern nicht eingehalten werden kann oder keine Mund-Nasen-Bedeckung gemäß § 2 Abs. 2 getragen wird.

Daraufhin haben die Flugschulen am Platz wieder ihren Betrieb aufgenommen und bieten jetzt neben der Vercharterung (die weitgehend unbeeinträchtigt weiterlief) auch wieder Schulflüge mit LehrerIn an.

Nun steckte mir der Buschfunk aber, dass die Regelung wohl nur für ATOs greife. Dies ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, da es dem Virus egal ist, ob ein ATO Fluglehrer oder ein selbstständig tätiger FI/CRI neben ihm sitzt. Eine Antwort auf eine diesbezügliche Anfrage an die zuständige Landesluftfahrtbehörde, die wohl die ATO Regelung in den Raum gestellt hat, steht bislang noch aus. Ich werde berichten.

6. Mai 2020: Von Sven Walter an Carmine B. Bewertung: +1.00 [1]

mal abgesehen vom Normzweck, allein schon der Wortlaut erlaubt es in jeglicher Form der Flugschule. Es geht um Flugunterricht, und dort steht nicht, ob es sich um ein Luftsportgerät, eine deklarierte trainingsorganisation oder halt die von Dir erwähnte ATO betrifft. Einfach machen. Der Wortlaut ist eindeutig.

6. Mai 2020: Von Erik N. an Chris _____ Bewertung: +8.00 [8]

Also ich muss bei aller vielleicht möglichen Kritik mal eins sagen: wenn ich meine Freunde in Italien,,Frankreich oder Belgien höre, dann waren wir in Deutschland super dran. Deren Beschränkungen hätten in den meisten Internetforen hierzulande zu Massenherzinfarkten geführt.

6. Mai 2020: Von Achim H. an Erik N. Bewertung: +4.67 [6]

Dass die Beschränkungen zum richtigen Zeitpunkt und im richtigen Umfang verhängt wurden, heißt nicht, dass sie jetzt in der richtigen Reihenfolge und Geschwindigkeit abgebaut werden. Letzteres kann man kritisieren ohne ersteres in Frage zu stellen.

Wenn man wissenschaftliche Evidenz betrachtet (von der es jetzt deutlich mehr gibt als vor einigen Wochen), ist es ganz schwer begründbar was an Restriktionen aufrecht erhalten wird. Der völlig durchgedrehte Kim Jong Söder hat ja gerade noch die Kurve gekriegt. Rückblickend betrachtet wird es sich z.B. zeigen, dass die extrem restriktiven Maßnahmen in Bayern keinerlei Vorteil gebracht haben.

6. Mai 2020: Von Alexander Callidus an Erik N. Bewertung: +3.00 [3]

waren? sind. Spanien verlängert die Ausgangssperre, in Frankreich gilt sie mindestens bis 11.5. Aber die grausigen Fernsehbilder aus den Krankenhäusern waren eben aus ihrem eigenen Land, nicht wie für uns 'anderswo'.

7. Mai 2020: Von _D_J_PA D. an Achim H. Bewertung: +4.00 [4]

ja, die drei von der Tankstelle geben ein eher unglückliches Bild ab - Super-Södi ist in jeder Talkshow zu sehen und redet von den "guten Zahlen" in Bayern..., unser Bundes-Horst surft immer noch auf der ach so schrecklichen Flüchtlingswelle 2015 (wo sind eigentlich die ganzen schlimmen, schlimmen bösen Flüchtlinge) und möchte die Grenzen bis zum Sankt-Nimmerleinstag hochziehen (danke, Corona) und Andi, die alte Rakete, macht das, was er am besten kann - irrlichternd über den Planeten wanken, immer auf der Suche nach der Möglichkeit, irgendwo sein dämliches Mautticket reinzuschieben...
Ach, und dann haben wir da ja noch den Jensemann - auf den Punkt genau wird er die heilbringende, geniale App von SAP und Telekom, passend zur Zulassung eines Impfstoffs fertig haben.

Währenddessen freuen wir uns auf 7 Millionen Arbeitslose oder so, zerrüttete Familien, junge Generationen, die den Berufseinstieg aus der Ferne werden beobachten dürfen, Kinder, die weder mit ihresgleichen noch mit ihren Großeltern sozialen Austausch unterhalb 1,5 Metern haben dürfen und Senioren, die in vollkommener Einsamkeit in den Gefängnissen, äh, Senioreneinrichtungen, gebannt die 1000 Sendung zum Thema Corona verfolgen und sich fragen, warum man auf ein bereits in 2013 hingewiesenes Risiko einer Pandemie derart ziellos reagiert hat...

7. Mai 2020: Von Chris _____ an _D_J_PA D. Bewertung: +2.00 [2]

Wir wissen es seit langem, die WHO sagte es Ende Januar (!), und nun im Mai ist es sogar bei der Tagesschau angekommen:

Reisebeschränkungen sind sinnlos aus gesundheitspolitischer Sicht und extrem schädlich aus wirtschaftspolitischer Sicht.

Und warum werden sie dennoch gemacht?

7. Mai 2020: Von Flieger Max L.oitfelder an Norbert S.

Ich wage jetzt Mal zu bezweifeln dass eine einzige Apres-Ski Bar in Ischgl allein für die europaweite Ausbreitung des Virus verantwortlich ist.

Ich war zwar noch nie in der "Kitzlochbar" aber der infizierte Barkeeper dort wird kaum eine Woche lang täglich mit mehreren hundert unterschiedlichen Gästen aus allen Ländern Europas geschmust haben.

7. Mai 2020: Von ch.ess an Flieger Max L.oitfelder Bewertung: +2.00 [2]

Aerosol-basierte Übertragung hat aber beim Apres-Ski (Ischgl oder anderswo) sehr gute Bedingungen.

Besonders starke Luftbewegungen beim lauten Bestellen

Tiefe Atemzüge der Bestellenden

Infizierte, die an anderen Orten (daheim) zur Verbreitung beitragen

Ein Super-Spreader an der Theke ist da schon Gold... auch wenn natürlich Europa nicht gesamthaft von einem Barkeeper infiziert wird, am Anfang einer Epidemie/Pandemie stehen immer irgendwo wenige...

7. Mai 2020: Von Sven Walter an Flieger Max L.oitfelder

Ich wage jetzt Mal zu bezweifeln dass eine einzige Apres-Ski Bar in Ischgl allein für die europaweite Ausbreitung des Virus verantwortlich ist.

Nein, aber ein entscheidender Multiplikator. Frag mal in Island und Norwegen nach. Wodurch ja primär Jüngere & Gesündere infiziert waren.

Ich war zwar noch nie in der "Kitzlochbar" aber der infizierte Barkeeper dort wird kaum eine Woche lang täglich mit mehreren hundert unterschiedlichen Gästen aus allen Ländern Europas geschmust haben.

Ich hab nach dem zwoten Examen eine Saison lang Vollzeit als Skilehrer gearbeitet, Ischgl - Saas Fee - Ischgl: Dafür musst du nicht schmusen, bei der Enge und Nähe. Feucht-dampfend von der Piste kommend, auf engstem Raum stehend für mehrere Stunden, virologisch kann ich mir für eine Aerosol-Übertragung kaum so gute Verhältnisse vorstellen, wenn man sie nicht gerade künstlich schafft.

7. Mai 2020: Von Achim H. an ch.ess

Es braucht nicht einmal einen Tiroler Barkeeper um eine Pandemie auszulösen, eine einzige Fledermaus reicht.

Es ist gut möglich, dass diese Bar in Ischgl für 50.000+ Infektionen verantwortlich ist. Es gibt sehr gute Artikel zu super spreading events, z.B.

https://www.nytimes.com/2020/03/23/us/coronavirus-westport-connecticut-party-zero.html?searchResultPosition=1

https://www.nytimes.com/2020/04/12/us/coronavirus-biogen-boston-superspreader.html?searchResultPosition=2

7. Mai 2020: Von Sven Walter an Willi Fundermann Bewertung: +3.00 [3]

"Auch bei meiner Sondergenehmigung für einen Werftflug von Bayern nach Hessen " - die Bundesländer der Maschine hat er ganz deutlich erwähnt ;-).

Was die Wortwahl angeht, hat Jan es doch z.B. für Österreich ganz sachlich geschildert. Schlussendlich ist nunmal so, der "mindset" bei der Auslegung von Vorschriften und Verfolgungseifer ist, wissenschaftlich erwiesen, innerhalb der gleichen Gebietskörperschaft (sagen wir, hier, mal die BRD) ganz schön unterschiedlich. Siehst du an der Verurteilungsdauer für vorsätzliche Tötungsdelikte in Bayern und Hamburg. Siehst du in der Luftfahrtverwaltung unserer Bundesländer und dem "Luftfahrtbehinderungsamt" (womit ich einem guten Teil der Mitarbeiter jetzt unrecht täte, und andere noch viel zu gut bei wegkommen). Siehst du beim Ruf mancher Einsatzhundertschaft aus einem anderen Bundesland, wenn sie bei Großlagen aushelfen. Dafür muss man keinen"AfD-Sprech" attestieren, das ist einfach nur menschlich. Die Luftwaffe ist vornehmer als das Heer, wer suhlt sich schon gerne im Dreck, manch Staatsanwalt hat Verfolgungseifer, der andere wil nur seinen Schreibtisch sauber halten, und wenn dann Covid-19 manchen zum Blockwart degenerieren lässt, während der andere freundlich an die Vernunft bei der Regelbefolgung appelliert, stellen wir fest, dass wir alle nur Menschen sind.

Der DAeC in vorauseilendem, überzogenen Kadavergehorsam, die AOPA als sinnvolle Interessenvertretung.

Auch der Werftflug verdient es, allein virologisch bewertet zu werden. Dann volkswirtschaftlich. Wenn der Behördenvertreter dabei überzieht, hat er seinen Job nicht verstanden oder die Verordnung ist schlecht gemacht. Oder beides.

7. Mai 2020: Von Chris _____ an Achim H.

Na klar, so funktioniert exponentielle Ausbreitung.

Aber Vorsicht mit dem Wort "Verantwortung" - das ist hier umgangssprachlich und könnte falsch verstanden werden.

Natürlich trifft Ischgl keinerlei "Schuld".

7. Mai 2020: Von Andreas Ni an ch.ess

Infizierte, die an anderen Orten (daheim) zur Verbreitung beitragen

Zwei von Zwei Positiven in meinem Gesamt-Umfeld(die sich outeten) waren in der zweiten Märzwoche in Ösien Ski fahren - Beide nicht in Ischgl, aber im 30km-Umkreis.

In dieser Woche flüchteten offensichtlich die Kitzloch-Knutscher in angrenzende Skigebiete. Warum ausgerechnet dort - auch ohne rumknutschen - die Ansteckung so gut funktionierte: keine Ahnung, ich bin kein Virologe.

Übrigens Beide mussten eine mittelprächtige bis schwere Erkältungskrankheit durchkurieren, der Eine mit mehrwöchigem Bett-Aufenthalt.

7. Mai 2020: Von _D_J_PA D. an Andreas Ni Bewertung: +1.00 [1]

Lass mich raten: Mickey Jockeys...

7. Mai 2020: Von Andreas Ni an _D_J_PA D.

Weder - noch! Wenn Du versprichst, Dich ordentlich, wohlerzogen und anständig zu benehmen (soll ich Dir zuvor nen Knigge schicken?), biste gern auf ein Hangarbierchen in sozialem Hangarabstand eingeladen und ich erzähl's Dir (hier im öffentlichen Forum, da sind wir alle discret und nennen weder Namen noch Indianerstamm).

7. Mai 2020: Von _D_J_PA D. an Andreas Ni

Sicher nett gemeint - aber sorry, ich trinke kein Alkohol und auch die Zigarette danach ist nichts für mich... Fliegen allein berauscht mich vollkommen ausreichend

7. Mai 2020: Von Chris Chris Hannen an _D_J_PA D. Bewertung: +59.00 [60]

Liebe Forumsgemeinde. Ich bin kein regelmäßiger Teilnehmer in diesem Form.

Anlässlich der jüngsten Ereignisse und Auswirkungen auf unsere Freiheit zu fliegen habe ich mich gehalten gesehen einen offenen Brief an den daec zu senden. Diesen möchte ich nachfolgend auf diesem Wege veröffentlichen.

Sehr geehrter Herr Klett,

nachdem unsere Landesregierung gestern beschlossen hat, dass es an der Zeit ist, Sportstätten, bei denen die Tätigkeit sicher an der freien Luft stattfindet und Abstandsregeln eingehalten werden können, wieder zu öffnen, kommt meiner Meinung nach die Zeit, in der aufgearbeitet werden muss, was in Deutschland unter maßgeblicher Mitwirkung des Daec und diverser seiner Landesverbände passiert ist.

Kurz zu meiner Person. Ich bin Unternehmer, 40 Jahre alt, verheiratet und Vater einer Tochter. Am Niederrhein ansässig bin im Besitz einer PPL-A IFR sowie einer Segelfluglizenz, fliege seit über 20 Jahren und habe knapp 4000 h Flugerfahrung. Ich betreibe zwei Flugzeuge, eine Piper Malibu Jetprop, stationiert in Weeze EDLV, und eine DA40, stationiert auf dem durch den LSV Goch betriebenen Sonderlandeplatz Goch Asperden EDLG. Meine beiden Flugzeuge nutze ich ausschließlich für private und geschäftliche Reiseflüge. Ich betreibe damit keinen Flugsport.

Was mit unserer allgemeinen Luftfahrt, unseren Freiheitsrechten und den innereuropäischen Grenzen in den vergangenen Wochen passiert ist, macht mich immer noch sprachlos. Ich habe mich gefühlt wie in einem schlechten Film. Ich habe grundsätzlich Verständnis für viele der Entscheidungen, die die Bundesregierung getroffen hat. Es musste sehr schnell gehen, um das zumindest gefühlt drohende Risiko in den Griff zu bekommen. Da wurde über Nacht viel mit heißer Nadel gestrickt und wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. Auf die einzelnen Maßnahmen und Entscheidungen der Bundesregierung will ich hier nicht weiter eingehen. Mir geht es um die Rolle und das Verhalten unserer „Interessenvertretung“ – dem Daec und den jeweiligen Landesverbänden.

Sehr geehrter Herr Klett, Sie haben es versäumt zu erkennen, was die allgemeine Luftfahrt in Deutschland ist. Sie haben es auch versäumt, zwischen den Aufgaben unserer von den Vereinen betriebenen Flugplätzen zu differenzieren. Mit Ihren Schreiben, bzw. denen der Ihnen folgenden Landesverbände (in meinem Fall NRW), insbesondere dem vom 29.03. an alle Mitgliedsvereine – die Betreiber der meisten deutschen Sonderlandeplätze – tragen Sie wesentlich Verantwortung dafür, dass über Nacht 80 % der deutschen Infrastruktur einfach geschlossen wurde. Seit dem Tag war es in Deutschland kaum noch möglich, mit dem eigenen Flugzeug zu reisen. Der Flugverkehr der allgemeinen Luftfahrt wurde so stark reduziert, dass diverse Verkehrslandeplätze Ihre Betriebspflicht aufheben ließen und geschlossen wurden und teilweise insovenzgefärdet wurden und immer noch sind. Der Luftverkehr der allgemeinen Luftfahrt kam nahezu vollständig zum Erliegen. Ich habe an dem Wochenende des 28.03 irgendwie eine Eingebung gehabt und meine DA40 nach Dinslaken geflogen. Dinslaken gehört zu einem der wenigen Flugplätze, die die Fahne hoch gehalten haben und der uneingeschränkt nutzbar geblieben ist. Ich rechne es dem Flugplatz und seinen Mitarbeitern sowie seinem Geschäftsführer hoch an, dass sie sich so verhalten haben. Dies sei hier aber nur am Rande erwähnt. So konnte ich das Flugzeug zumindest auf den Strecken, die noch fliegbar waren, die ganze Zeit nutzen, was ich fast jede Woche getan habe.

Ich kann Ihnen sagen: Was Sie mit Ihrer Schließungsaktion erreicht haben, hat seit dem 2. Weltkrieg noch keiner erreicht. Der Luftraum war wie leergefegt. Totenstille auf allen Info- und Radarfrequenzen, mit Ausnahme einiger weniger Fracht - und Medicalflüge. Sie haben uns unsere Freiheit, mit dem eigenen Flugzeug reisen zu können, für 2 Monate genommen. Sie haben diese Freiheit wie seit der Gründung der Bundesrepublik nie jemand zuvor in Gefahr gebracht.

Da Sie die Aufgaben aller deutschen Flugplätze, die als Sonderlandeplatz für den Motorflug zugelassen betrieben werden, offensichtlich nicht ganz verstanden haben, möchte ich Ihnen diese hier kurz einmal erläutern.

Für Sie Herr Klett, scheinen Flugplätze nur eine „Sportstätte“ zu sein. Die Infrastruktur Flugplatz mag für Sie als Segelflieger auch genau das sein, genauso wie eine Straße die Sportstätte eines Radsportlers, Joggers oder Motorradfahrers ist. Daher erscheint es mir wichtig, Ihnen das nachfolgende zu erläutern:

Diese Plätze sind nicht nur Sportstätten, sondern ein wesentlicher Teil der deutschen Infrastruktur der allgemeinen Luftfahrt. Der Grund, warum diese Infrastruktur von Vereinen betrieben wird, ist im Wesentlichen die Tatsache, dass unser Staat diese nicht bereitstellt. Die Rolle und Existenz der allgemeinen Luftfahrt scheint Ihnen ja auch nicht geläufig zu sein, daher nachfolgende weitere Erläuterung: Die allgemeine Luftfahrt ist für unsere Gesellschaft ein wesentlicher Bestandteil der Mobilität.

Ist irgendjemand in den letzten 2 Monaten auf die Idee gekommen, die Straßen und Autobahnen zu schließen, weil diese für Teile der Bevölkerung der Ort der Ausübung ihres Sports oder ihrer Freizeitbeschäftigung sind?

Sie Herr Klett verantworten, dass genau das der allgemeinen Luftfahrt passiert ist. Und als wäre dieser Skandal nicht schon schlimm genug gewesen, haben Sie auch noch nachgelegt. Mit Ihren Schreiben und denen Ihrer Landesvertretungen (mir liegt das vom 29.03 vom Verband NRW vor) haben Sie es Vereinen nahezu unmöglich gemacht zumindest den Teil des Luftverkehrs zuzulassen, der zu keinem Zeitpunkt von der Bundesregierung eingeschränkt wurde oder werden sollte. Sie haben praktisch alle Vereine dazu bewegt, ihre Sonderlandeplätze uneingeschränkt zu schließen. Jene die versucht haben, sich gegen diesen Skandal aufzulehnen, haben Sie versucht mundtot zu machen und sie als unsolidarisch diffamiert. Was haben Sie sich dabei gedacht? Was hilft es einem Fußballverein, wenn wir aufhören zu fliegen? Was hilft es einem Judoverein, wenn jemand eine Reise auf dem Landweg anstatt durch die Luft absolviert? Was hat das mit Solidarität zu tun? Die Krise ist schlimm genug, die Einschränkungen belasten uns alle auch so stark genug. Sollten wir nicht besser daran arbeiten zumindest all die Dinge zu ermöglichen, die sicher durchgeführt werden können, anstatt uns alle zu Hause einzuschließen und das kollektive Leid zu maximieren?

Sie haben weiterhin das Argument angeführt, dass es Ressentiments wecken könnte wenn alle zuhause bleiben und jemand geht fliegen. Ich habe in den letzten 2 Monaten unzählige Motoradfahrer, Cabriofahrer, Radfahrer, Jogger etc. gesehen, die am Verkehr teilgenommen haben. Und stellen Sie sich vor, viele davon sahen nicht mal so aus, als wären sie geschäftlich unterwegs. Ich halte auch diese an Minderwertigkeitskomplexe grenzende Strategie für die allgemeine Luftfahrt für völlig falsch. Wir betreiben aus diversen Gründen ein Fortbewegungsmittel, und zwar ein ganz phantastisches, dass sich von einem Auto einzig und allein dadurch unterscheidet, dass es nicht fährt sondern fliegt. Sie als Verband haben die Aufgabe dafür zu kämpfen, dass es als solches emanzipiert ist und bleibt, und dass wir unsere Freiheit auf Fortbewegung dieser Art behalten.

Stattdessen haben Sie, Herr Klett und ihre Mitstreiter, die gesamte allgemeine Luftfahrt stillgelegt. Sie haben nicht im Interesse eines Großteils der allgemeinen Luftfahrt, sondern ihnen zuwider gehandelt.

Sie haben es versäumt, die Bundesregierung aufzuklären und ihr die unterschiedliche Nutzung unserer Sonderlandeplätze zu erklären damit diese Ihre Infrastrukturaufgabe weiter wahrnehmen können.

In den 20 Jahren, die ich nun fliege kann ich mich nicht erinnern, dass der daec oder auch irgendeine andere unserer Interessensvertretungen eine solch kapitale Fehlleistung erbracht hätte und diese dann auch noch auf solche Art und Weise zu verteidigen versucht und durchgesetzt hat. Sie tragen damit die Verantwortung für die größte und schlimmste Einschränkung, die die allgemeine Luftfahrt seit der Gründung der Bundesrepublik erfahren musste. Genau wie mit der Schließung der innereuropäischen Grenzen ist mit der bundesweiten Schließung der Flugplätze eine rote Linie unserer Freiheitsrechte überschritten worden. Ich bin nicht gewillt, das einfach hin zu nehmen, auch dann nicht, wenn diese Einschränken wieder komplett wegfallen, worauf ich unglaublich stark hoffe.

Das, was der allgemeinen Luftfahrt in den vergangenen Wochen passiert ist, und die Rolle, die der daec dabei gespielt hat, muss Konsequenzen haben. Nie wieder dürfen wir es uns gefallen lassen, dass unsere Flugplätze sinnlos geschlossen werden und uns das Fliegen verboten wird. Sie und jene, die Ihren Kurs mitgetragen oder daran mitgewirkt haben, müssen zurücktreten.

Daher meine Aufforderung an Sie und Ihre Mitschuldigen Kollegen: Nehmen Sie Ihren Hut, treten Sie von Ihren Ämtern zurück und gehen Sie!

Mit freundlichen Grüßen

Chris Hannen


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