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Wartung | CAMO: Vertrag und Laufzeiten  
7. Mai 2021 14:42 Uhr: Von Chris Brodkiewicz 

Dear all,

eine Problem mit einer Frage an die juristisch versierten unter Euch: Habe meiner Flieger aktuell in einer holländischen CAMO die mir zwingend ein neues ARC nur aussstellen will, wenn ich deren CAMO Vertrag rückwirkend auf das letzte Jahr(rückdatiert) unterzeichne. Nachdem ich aktuell zögerte das zu tun, hat man mir zwar gestern das ARC ausgestellt, geht aber (vermutlich) davon aus, dass alles so weiter laufen kann und ich stillschweigend den CAMO Vertrag unterschreibe. Wäre auch OK, wenn denn nicht die europäischen Regularien besagen, dass man nicht in einer CAMO sein muss um sein ARC zu bekommen (auch wenn man die ganze Zeit davor in dieser CAMO war) und zum anderen der rückdatierte CAMO Vertrag keine Klausel über die Laufzeit enthält. Gilt dann ggf. auch international eine 3-monatige Kündigungsfrist oder kann man einen CAMO Vertrag jederzeit kündigen wenn nichts im Vertrag dazu niedergelegt ist, oder sollte man dem "rückdatierten" "neuen" CAMO Vertrag erst gar nicht unterschreiben - auf dei Gefahr hin, dass das ARC von der CAMO zurück gezogen wird, mit der Begründung der aktuelle "limted CAMO" Vertrag hätte bereits letztes Jahr schon ereuert werden müssen und deshalb gilt das neue ARC jetzt nicht mehr?.

Vielen Dank vorab für jeden hilfreichen Rat!

7. Mai 2021 15:04 Uhr: Von Kevin Kissling an Chris Brodkiewicz

Wenn es sich um ein ML-Luftfahrzeug (bis 2730 kg) handelt ist keine überwachte Umgebung/CAMO Vertrag notwendig um ein ARC ausstellen zu können. Darüber ist falls das LFZ in den letzten 12 Monaten nicht in überwachter Umgebung war eine Empfehlung an die Behörde des Registerstaats notwendig. (Bei technisch komplizierten Flugzeugen ist dann ohnehin CAMO-Zwang.)

Aus nicht-nachvollziehbaren Gründen einen rückdatierten CAMO-Vertrag (+ Kosten dafür?) zu wollen klingt etwas unseriös.

7. Mai 2021 15:12 Uhr: Von Chris Brodkiewicz an Kevin Kissling

So kommt es mir auch vor: denn das LfZ ist mit 1.400 kg in Part ML und war zudem die letzten 5 Jahren unter meiner Halterschaft in derselbigen holländischen CAMO. Das Annual und die alle (auch unsinnigen) Workorderanforderungen wurden durch einen deutschen Werftbetrieb ausgeführt und ein Release ausgestellt. Zwar habe ich gestern das neue ARC erhalten und auf Nachfrage würden nur für das neue Jahr für den rückdatierten CAMO Vertrag Kosten anfallen, aber meine Befürchtung wäre, dass der holländische CAMo Betrieb das ARC zurückzieht? (=unseriös)

7. Mai 2021 20:22 Uhr: Von Patrick „Lean-Hard!“ an Chris Brodkiewicz Bewertung: +1.00 [1]

Ich war bisher der Meinung das ARC kann auch ohne CAMO Vertrag von einer CAMO/CAO ausgestellt werden.
Der Text "if contracted" im AMC könnte aber so interpretiert werden, dass eine bestimmte CAMO/CAO nur dann das ARC ausstellen kann wenn das Flugzeug in deren überwachter Umgebung ist.


AR and ARC:
By a maintenance organisation***
or independent certifying staff*** or by the CAMO/CAO(-CAM) (if contracted) or by the competent authority

**: in the limit of their privileges
***: together with the 100-h/annual inspection

Untenstehender Text könnte widerrum so interpretiert werden, dass auch eine CAMO/CAO mit der kein Vertrag besteht, ein ARC ausstellen kann, wenn das Flugzeug grundsätzlich (bei einer anderen CAMO/CAO) in überwachter Umgebung ist.

Was jedenfalls geht ist das ARC von einem Part 145 Betrieb ausstellen zu lassen (in Verbindung mit der 100h Kontrolle).

GM1 ML.A.901 Aircraft airworthiness review

If a CAMO/CAO holding the AR privilege is contracted by the owner, this organisation does not have the obligation to carry out the AR itself. The owner may select another CAMO or CAO to carry out the AR, or request the maintenance organisation to carry it out and issue the ARC in conjunction with the annual inspection.

Please refer to GM1 ML.A.201 to identify the cases where the owner may also request an independent certifying staff (authorised by the competent authority) to carry out the AR and issue the ARC in conjunction with the annual inspection.

Point ML.A.901(b) gives a list of the different organisations or persons that are allowed to perform an AR; it does not presume that they have the obligation to accept a request to carry out an AR.

Quelle Kursiv = EASA Part ML AMC 1

Weiß jemand die Antwort auf die Frage: Kann eine CAO/CAMO auch bei Flugzeugen ohne überwachte Umgebung (ohne CAMO/CAO Vertrag) ein ARC ausstellen?

7. Mai 2021 21:13 Uhr: Von Chris Brodkiewicz an Patrick „Lean-Hard!“

Kann eine CAO/CAMO auch bei Flugzeugen ohne überwachte Umgebung (ohne CAMO/CAO Vertrag) ein ARC ausstellen?

Ja, rechtlich ist das wohl möglch wobei die Werft in der ich gerade bin das nur ungern, d-h- besser gar nicht machen will und dazu erst die L-Akte und sämtliche ADs der CAMO haben will. Blöd, wenn man sich der Unsicherheit aussetzen will, dass die ex CAMO einem das ARC nicht ausstellt und das LfZ mit dem Warten auf neues permit to fly erstmal für ein paar Wochen gegroundet ist. Ingesant glaube ich, dass Wissen über das was mittlerweile nach EASA Recht geht und was nicht durchaus für mehr Transparenz in tatschlich nicht (mehr) bestehende Regelungen bessere, selbstbestimmte Möglichkeiten einräumt - man muss sich nur auskennen. Leider wird Wissen dazu kaum in Büchern aber zunehmend anderweitig vermittelt um aufgrund von Unwissenheit sich nicht ein x für ein u vormachen zu lassen. Bin selber gerade dabei mir mühsam einen Überblick zu verschaffen.

7. Mai 2021 21:48 Uhr: Von Justus SJ an Patrick „Lean-Hard!“
Weiß jemand die Antwort auf die Frage: Kann eine CAO/CAMO auch bei Flugzeugen ohne überwachte Umgebung (ohne CAMO/CAO Vertrag) ein ARC ausstellen?

Ja, natürlich geht das. Nicht überwachte Umgebung Ist bei uns geschätzt 80% Anteil.
8. Mai 2021 01:03 Uhr: Von Patrick „Lean-Hard!“ an Justus SJ
Danke. Dann sind bloß die AMC etwas unglücklich formuliert.
8. Mai 2021 10:28 Uhr: Von Mich.ael Brün.ing an Justus SJ

Wenn eine CAMO ein ARC für ein Flugzeug ausstellt, das sie nicht überwacht hat, muss sie die Überwachung aber nachholen, d.h. sie braucht alle Unterlagen über Vorfälle und Werftaufenthalte seit dem letzten ARC und sie muss prüfen, ob ADs fällig wurden. Im Prinzip holt sie dafür die Arbeiten des vergangenen Jahres nach.

Die Forderung dafür auch das Geld für ein Jahr Überwachung haben zu wollen, ist also nicht ungewöhnlich, denn die Arbeit ist diesselbe.

8. Mai 2021 17:29 Uhr: Von Patrick „Lean-Hard!“ an Mich.ael Brün.ing
Also ist es doch so dass eine CAO/CAMO nur ARCs für Flugzeuge mit CAO/CAMO Vertrag (entweder in der selben oder einer anderen CAO/CAMO?) ausstellen darf?
8. Mai 2021 18:08 Uhr: Von Justus SJ an Patrick „Lean-Hard!“
Nein.
8. Mai 2021 18:09 Uhr: Von Justus SJ an Patrick „Lean-Hard!“
Wieso sollte denn Camo B ein ARC ausstellen für ein Flugzeug,welches sich in einer überwachten Umgebung (Vertrag) von Camo A befindet?
@Michael, klar kostet auch das normale ARC etwas, ich habe ja nicht gesagt dass es umsonst ist
Nur macht die überwachte Umgebung für Hans Meier, der jedes Jahr 10 Stunden mit seiner 172 fliegt einfach wenig Sinn.
8. Mai 2021 22:16 Uhr: Von Patrick „Lean-Hard!“ an Justus SJ
„ Wenn eine CAMO ein ARC für ein Flugzeug ausstellt, das sie nicht überwacht hat, muss sie die Überwachung aber nachholen.“

Dann ist das falsch (Überwachte Umgebung impliziert ja einen CAMO Vertrag)?


ARC kann von
CAMO/CAO (ob Flugzeug in CAMO oder nicht ist egal)
145
66
und Behörde
erteilt werden.

Danke Justus
8. Mai 2021 22:31 Uhr: Von Mich.ael Brün.ing an Patrick „Lean-Hard!“
Einfache Frage:
Auf welcher Grundlage soll die CAMO das ARC ausstellen? Bzw. Was ist notwendig, um die Lufttüchtigkeit zu prüfen?
8. Mai 2021 22:44 Uhr: Von Chris Brodkiewicz an Mich.ael Brün.ing

In meinem Fall war es aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs auf Grundlage der Annual inspection. Ob das auch für einen Prüfer oder eine CAMO geht wenn Annual inspection und Termin für das ARC zeitlich auseinansderfallen vermag ich nicht einzuschätzen?

Aus meiner aktuellen Erfahrung hatte ich den Eindruck wurden mir etliche Argumente genannt, dass zwar die Annual inspection durchführende Werft das ARC ausstellen könnte, aber, aber, aber dafür die L-Akte, alle ADs und ein Betriebszeitenübersicht und, und, und bräuchte. Man hätte auch einfach sagen können: nein, mache ich nicht, ode will ich nicht. Die CAMO hingegen scheint sich ebenso unwohl zu fühlen, einer fremden Werft zu vertrauen, ob das was im Annual gemacht wurde auch eigenen Standards entspricht. Meiner Meinung nach verschanzt man sich bei einem nicht jedem bekannten EASA Regelwerk aus 2020 u.a. auch hinter wirtschaftichen Gründen - was ich teilweise nachvollziehen kann, teilweise aber zu Lasten einer bereits "Ersazteilkostenintensiven Allgemeinen Luftfahrt Community" geht.

9. Mai 2021 06:36 Uhr: Von ch.ess an Chris Brodkiewicz
naja, ohne L-Akte, AD, und Betriebszeitenübersicht kann ja kaum ein gültiges ARC ausgestellt werden - man bestätigt ja auch, dass alle erforderlichen Arbeiten (auch vergangene ADs) ausgeführt wurden bzw. die Ausführung zumindest eingetragen wurde.

Das CAMO Unternehmen kann die Inspektion vergeben und die Papierarbeiten selber durchführen.
Die Werft ohne Unterlagen nicht.
9. Mai 2021 08:29 Uhr: Von Chris Brodkiewicz an ch.ess

Eben das ist genau der Punkt an dem die CAMO (und wenn noch dazu im europäischen Ausland ansässig) auf diesen Unterlagen "sitzt" und den Wechsel zu einem anderen Betriebes der ein ARC ausstellen könnte erstmal nicht einfach macht, - man unter Druck gerät wenn das ARC terminlich ansteht und nicht Gefahr laufen will, dass das ARC abläuft (was erheblichen Mehraufwand und Kosten bedeutet den Flieger wieder in die Luft zu bekommen).

9. Mai 2021 20:15 Uhr: Von Patrick „Lean-Hard!“ an Mich.ael Brün.ing Bewertung: +1.00 [1]
Das Übliche, im Thread schon mehrfach genannte. Wie Justus schon gesagt hat kann eine CAMO aber auch ohne Vertrag (ohne „Überwachung“) ein ARC ausstellen. Verlängern (auf 3 Jahre) geht hingegen nur mit CAMO Vertrag.
So hätte ich es zumindest verstanden.
9. Mai 2021 20:57 Uhr: Von Mich.ael Brün.ing an Patrick „Lean-Hard!“
Genau, das "Gesagte". Und das "Gesagte" sind all die Tätigkeiten, die man in der Überwachung laufend machen muss. Man braucht alle Informationen zum Lfz und muß wissen, was das Jahr über passiert ist. Der Unterschied ist nur, dass man alles im Nachhinein und in einem Aufwasch macht. Der Aufwand ist jetzt gebündelt, in Summe aber gleich.
10. Mai 2021 00:07 Uhr: Von Patrick „Lean-Hard!“ an Mich.ael Brün.ing
Wir reden aneinander vorbei.
Der OP wollte wissen ob ein CAMO Vertrag (für überwachte Umgebung) rechtlich erforderlich ist, oder ob die CAMO das ARC eben auch ohne solchen Vertrag (und ohne überwachte) Umgebung ausstellen kann.

Sie kann. Wie Justus erklärt hat kann eine CAMO ein ARC auch ohne überwachte Umgebung ausstellen.

In OP‘s Fall tippe ich darauf dass die CAMO den Vertrag rückwirkend haben will da sie das ARC nicht ausgestellt sondern verlängert hat, was „ohne Flieger vor Ort“ nur mit überwachter Umgebung möglich ist bzw. war.
10. Mai 2021 00:15 Uhr: Von Patrick „Lean-Hard!“ an Justus SJ
Vielleicht dann wenn die CAMO in Land A (zB Holland), das Flugzeug aber in Land B (zb Deutschland) ist, das „physical review“ ansteht und eine CAMO in Land A beauftragt wird das ARC auszustellen. In Zeiten von Corona gar nicht mal unrealistisch.
10. Mai 2021 09:40 Uhr: Von Mich.ael Brün.ing an Patrick „Lean-Hard!“
Ja, ich denke, wir haben verschiedene Aspekte der Frage beantwortet.
Die CAMO kann auch ohne Vertrag das ARC ausstellen.
Und bzw. aber, um das zu tun, muss sie dieselben Prüfungen durchführen, wie auch während des Vertrags.

Ich bezog mich darauf, dass es legitim ist, dafür auch dieselbe Gebühr zu verlangen, wie in einem einjährigen Vertrag.
11. Mai 2021 16:07 Uhr: Von Mich.ael Brün.ing an Chris Brodkiewicz

Eben das ist genau der Punkt an dem die CAMO (und wenn noch dazu im europäischen Ausland ansässig) auf diesen Unterlagen "sitzt"

Die Unterlagen, die die CAMO haben muss und laufend aktualisiert, sind Betriebszeitenübersicht und AD-/SB-Liste. Diese Unterlagen sind die "Deliverables" ihrer Arbeit und aus meiner Sicht Kunden-Dokumente. Dafür bezahlt man die CAMO. Diese Unterlagen nicht dem Kunden auszuhändigen, ist absolut unseriös. Ich würde sogar sagen eine Vertragsverletzung, denn man muss ja auch selbst einer prüfenden Behörde ggfs. Rechenschaft leisten können.


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