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AERO 2021 fällt aus
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26. April 2021 18:31 Uhr: Von Sven Walter an Stefan Jaudas

Da wäre ich jetzt bei Verimpfung durch Betriebs- und Hausärzte gar nicht mal so pessimistisch. Bin Samstag geimpft worden und die hatten da verdammt viel "rent a cops" herumstehen für die Orga (Impfzentrum Mainz). Das fällt in den Betrieben und bei den Hausärzten komplett weg. Meine Hausärztin bekommt derzeit 12 (!) Dosen die Woche, wenn die Zahl an Lieferdosen jetzt massiv raufgehen, geht das ratzfatz.

Wir haben um die 55.000 Hausärzte. Rechne die zugesagten Lieferdosen mal um pro Praxis, dazu wird das sicherlich in wenigen Wochen à la USA auch für 12 - 16 Jährige gehen. Mal angenommen, die geben das in 3 - 5 Wochen frei, dann kommen wir auf ganz andere Tageszahlen.

Die Betriebsärzte machen jedes Jahr sonst die Impfungen für Influenza. Biontech braucht keine -70°C mehr. BASF und noch wer anders machen das ja bereits mWn. Die kommen da diszipliniert, unbürokratisch auf ganz andere Zahlen.

Wir dürfen halt nur nicht nachlassen, was Nachbarstaaten, befreundete Demokratien etc anbelangt. Denn ja, die Mutationen werden uns leider noch lange beschäftigen.

27. April 2021 06:55 Uhr: Von Stefan Jaudas an Sven Walter

Das ist das Problem. Auch Betriebs- und Hausärzte können ohne Impfstoff nicht impfen. Mein Hausarzt hatte für letzte Woche genau eine (!) Ampulle Astra bekommen. Von daher hat seine Praxis die Annahme weiterer Impfwünsche eingestellt.

Und bei der 116117.de hat man auch keine Chance. Selbst Leute mit erhöhter Priorität werden abgebürstet, wenn sie nicht das "richtige" Alter angeben können. Das kann dieses System offensichtlich gar nicht ... ich frage mich, was die fraglichen Bundesländer der KBV für diesen Service bezahlen ...

Ganz großes Kino.

Wenn das so weitergeht, dann ist AERO 2022 auch schon Geschichte.

27. April 2021 08:32 Uhr: Von Sven Walter an Stefan Jaudas Bewertung: +1.00 [1]

Tja also in RLP klappt das Online recht gut und unbürokratisch. Wenn man geduldig genug ist für die Antwortmail.... dass die beide Termine fest zusammen vergeben mindert den Mehraufwand auch.

Die Zahlen sind auf zeit.de ja ganz transparent dargestellt, leider nicht graphisch sondern tabellarisch, was die Details angeht. Aber da kommt jetzt schon Schwung rein in den Mai, Juni und Juli.

Und genau da finde ich, dass sie in der Kommunikation kapitale Fehler machen: Wenn man es immer besser absehen kann, stärkt das den Durchhaltewillen. Ist wie die Kilometerzahl beim Marathonlauf, kann vorne ganz schön frustrierend sein, hinten weckt es den Kampfgeist.

27. April 2021 09:21 Uhr: Von Michael Söchtig an Sven Walter Bewertung: +3.00 [3]

Wobei ich dieses "nur Draufhauen" auch nicht mehr hören kann. Während USA und GB praktisch GAR NICHT exportieren, hat sich die EU als verlässlicher Partner präsentiert. Das hat mittelfristig natürlich auch eine wirtschaftliche Komponente. Wie sehr man sich von AZ offenkundig hat an der Nase herumführen lassen, dafür fehlt mir aber auch das Verständnis.

Generell kann man aber sagen - man hätte auch 100 Milliarden Dosen bestellen können, wenn der Impfstoff nicht produziert ist, dann hilft das auch nicht.

Ich will jetzt nicht behaupten dass es alles toll wäre - ist es nicht - aber man sollte auch etwas fair und realistisch bleiben. Es wurden Impfstoffe noch nie so schnell entwickelt. Vom Startup zur Massenproduktion ist dann ja doch etwas schwierig. Und es war teilweise auch Pech, wenn Curevac schneller gewesen wäre oder Sanofi funktioniert hätte, dann wären wir auch schon weiter.

27. April 2021 19:44 Uhr: Von Sven Walter an Michael Söchtig Bewertung: +1.00 [1]

Wobei ich dieses "nur Draufhauen" auch nicht mehr hören kann. Während USA und GB praktisch GAR NICHT exportieren, hat sich die EU als verlässlicher Partner präsentiert. Das hat mittelfristig natürlich auch eine wirtschaftliche Komponente. Wie sehr man sich von AZ offenkundig hat an der Nase herumführen lassen, dafür fehlt mir aber auch das Verständnis.

Die Verträge mit AZ sind schlicht amateurhaft, fürwahr. Hart zu bleiben bei der Haftung war gut. Aber man hätte finanziell ganz anders und früher in die Vollen gehen MÜSSEN, war das nicht im Juni, dass die 750 mia (!) € Hilfspaket mit Vergemeinschaftung von Schulen festgezurrt haben, aber dann nicht mal degressiv Impfmittel mit siagen wir 100 € pro Dosis ab Oktober, 90 ab November usw runter gegangen wären, oder mit 500 mio Zuschuss für jede Produktionsstätte, selbst wenn das Vakzin nicht zugelassen worden wäre? Die Exportkontrolle - tja da gibt's den schönen alten Reziprozitätsgrundsatz im Völkerrecht, wenn du mir keine Lipide gibst, geb ich dir kein Endprodukt etc. Aber das kann ich ernsthaft nicht beurteilen, wie da die genauen Abhängigkeiten sind. Wenn ein Teil nur aus Österreich, eins nur aus England kommt, die USA aber alles haben (halb aus dem Kopf, halb fiktiv), dann weiß ich nicht, ob das opportun oder Blödsinn gewesen wäre. Da sehe ich eher Defizite bei der Presse, da kompetent drüber zu berichten. Die meisten Fehlentscheidungen von vor einem Jahr kann man wirklich verzeihen, außer dem Datenschutz, als absehbar wurde, wie erfolgreich beispielsweise Taiwan und Südkorea waren, hin oder her. Mit milderen Mitteln 60 - 90% weniger Tote zu haben ist ein "no brainer". Eigentlich.

Generell kann man aber sagen - man hätte auch 100 Milliarden Dosen bestellen können, wenn der Impfstoff nicht produziert ist, dann hilft das auch nicht.

Stimmt. Aber man kann aus berechtigter Hoffnung trotzdem die Fabriken und Grundstoffe bauen oder massiv bevorraten für den ganzen Erdball, und degressive ökonomische Anreize schaffen. Das bekommt jedes Proseminar VWLer von 19 Jahren besser hin als GroKo und Brüssel. Wenn es dann schief geht, muss man halt die Cojones haben zu sagen, wir haben Andi Scheuer seine 500 versenkten Millionen auch im Amt verziehen, da sind ein paar Fabriken, gebaut von heimischen Firmen, nix weiter als ein paar Streuverluste. Die Bundeswehr haben wir ja von den 50ern bis 1989 auch nicht gebraucht, aber gehabt.

Ich will jetzt nicht behaupten dass es alles toll wäre - ist es nicht - aber man sollte auch etwas fair und realistisch bleiben. Es wurden Impfstoffe noch nie so schnell entwickelt. Vom Startup zur Massenproduktion ist dann ja doch etwas schwierig. Und es war teilweise auch Pech, wenn Curevac schneller gewesen wäre oder Sanofi funktioniert hätte, dann wären wir auch schon weiter.

Stimmt. Aber: Bei 750 mia € für die ökonomischen Folgen hätte man auch einen Bruchtteil gemäß Portfoliotheorie als Eier in mehreren Körben zum Markt transportieren können.

Mein Held der Geschichte: Der Bürgermeister dort....

https://de.wikipedia.org/wiki/Fudai_(Iwate)#Tsunamis_und_Gegenma%C3%9Fnahmen

27. April 2021 20:27 Uhr: Von Michael Söchtig an Sven Walter Bewertung: +1.00 [1]
Zustimmung soweit. Bei Biontech mit dem Werk in Marburg hat man es immerhin richtig gemacht.

Ich denke die meisten Fehler wurden eigentlich schon vor der Pandemie gemacht. Man sollte jetzt analysieren was man wirklich weltweit einkaufen muss und wo eine Eigenproduktion doch lohnt. Quasi wie Sockelbergbau und Stahlproduktion in Duisburg. Ersteres braucht man wirklich nicht mehr (zumindest nicht für Steinkohle) - aber letzteres ist meist defizitär aber wird man dennoch nicht komplett abwickeln wollen. Und ähnlich wie dort wird man auch bei Arzneimitteln/chemischen Grundstoffen Elektronikbauteilen usw jetzt hoffentlich mal hinterfragen ob man wirklich überall von Indien China USA und Co abhängig sein will.

Andererseits kann man auch nicht alles unwirtschaftlich selber machen.

Bin sicher diese Pandemie wird unzählige Bereiche noch 20 Jahre beschäftigen. Hoffe ich zumindest.
27. April 2021 21:37 Uhr: Von Sven Walter an Michael Söchtig

Jepp. Bezogen auf die Pandemiegefahren würde ich jetzt indes mal wegen Zoonosen eher auf Massentierhaltung gucken. Nüchtern-analytisch, nicht ideologisch, auch da werden externe Kosten eingepreist. Statt Sockelbergbau hätten wir unsere Wohnhäuser mal besser isolieren sollen, jahrzehntelang, Kohle kommt ja offenbar immer noch irgendwo her. Dafür lieber was in die Marine investieren oder halt auf Halde legen als Puffer, machen wir ja beim Öl seit Helmut Schmidt genauso.

Was die Abhängigkeiten angeht, erinnert sich noch wer an die Festplattenknappheit nach den Überschwemmungen in Thailand? Da gibt es vermutlich einige Sektoren, wo man vor 80 - 150 Jahren teilweise noch strategischer, mangelorientierter dachte. Weniger Grafikkarten dank Kryptowährung klingt ja nach einem äußerst lösbaren Problem, Chipherstellung für wehrtechnische Nutzungen hingegen sind schon deutlich heikler.

28. April 2021 07:10 Uhr: Von Stefan Jaudas an Sven Walter Bewertung: +2.00 [2]

Sorry, ich kann das mit "Taiwan" oder "Südkorea" und dem "bösen Datenschutz bei uns" nicht mehr hören. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.

Taiwan und Südkorea sind Inseln - real bzw. effektiv. Und das zudem mehr oder weniger vor feindseligen Ufern. Die kann man ganz toll abschotten. Wir haben gleich 9 Grenzen. Taiwan und Südkorea sind ethnisch ausgesprochen homogen. Migrationsbewegungen unbedeutend. Wir haben (for better and worse) offene Grenzen. Sorry, die ganzen Randbedingungen sind da ganz andere. Dass da der Staat auch noch ganz gerne die Bürger beschnüffelt, ist da nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Aber Sie haben recht, was die Impfstoffbeschaffung angeht. Da wurde ganz massiv an der ganz falschen Stelle gespart. Verbunden mit bürokratischer UnzulEUnglichlichkeit.

Aber auch "bei uns" auf nationaler Ebene. Wenn Sie da von 500 Mio pro Impfstofffabrik reden, die "kostenlosen" FFP2-Masken für 2,5 Mrd. EUR wären dann gleich 5 solche Fabriken gewesen. Oder 56,8 Mio. Dosen Biontech-Pfizer zum hohen israelischen Preis von 44 EUR mit priviligiertem Liefertermin. Oder dicke Tablets für die Hälfte aller Schüler. Oder. Oder. Oder ...

Zoonosen gut und schön - aber Corona kam jetzt nicht aus der Massenhaltung von Fledermäusen ...

28. April 2021 08:44 Uhr: Von Sven Walter an Stefan Jaudas Bewertung: +1.00 [1]

Nur weil Covid-19 nicht aus der Massentierhaltung kam, ist es nicht so, dass Virologen auf Kongressen und in Publikationen nicht ständig davor warnen, dass dies auch äußerst wahrscheinlich ist für eine andere Zoonose. Genauso, wie sie vor exakt diesem jetzigen Übertragungswege gewarnt haben. Daher: So untragbar die "wet markets" sind, so wenig sollten wir die Hybris haben, auszuschließen, dass auf einer dänischen Nerzfarm, niedersächsischen Hühnerzucht oder in einem bretonischen Putenstall die nächste Pandemie wartet.

Die Kontaktverfolgung auf diesen Insel- und Halbinselstaaten war indes deutlich besser. Und ja, das hing am Datenschutz. Wenn du bei uns das öffentliche Leben durch eine verfolgbare App offen gehalten hättest, hättest du außer den Massenveranstaltungen fast nix schließen müssen. Man hat sich dagegen entschieden, bewusst, aber man sollte die Folgen immer im Kopf behalten.

Reicht ja die Daten nur dem jeweiligen Leiter der Gesundheitsbehörde (sprich gut 700 Menschen in D für Kreise und kreisfreie Städte) zu geben, der das jeweils ausgedruckt dem Mitarbeiter geben kann. Mindeststrafe bei Missbrauch 1 Jahr oder mehr, dann ist jeder bei Missbrauch zu anderen Zwecken als Kontaktverfolgung seinen Beamtenstatus los. Was meinst du, wie wenig Missbrauch wir gehabt hätten. Ja, es ging Datenschutzkonform und ja, es ging auch EU-rechtskonform was die Freizügigkeit angeht.

Die homogene Bevölkerung ist hier unbeachtlich, je nachdem, wo du die Grenze der Einreise setzt. Wenn die europäischen Außengrenzen dicht sind, kann man das früh und besser verfolgen.

Aber volle Zustimmung zur EU.

P.S.: Taiwan und Südkorea hatte ich gewählt, weil es größere Demokratien sind. Singapur ist recht autokratisch, aber weiß Gott nicht homogen und hat extrem viel internationalen Verkehr, bekanntermaßen.

28. April 2021 17:05 Uhr: Von Stefan Jaudas an Sven Walter

Ja, da wäre auch datenschutzkonform mehr drin gewesen. Durchaus. Aber deutsche Verwaltung und persönliche Konsequenzen bei (selbst nur fahrlässigem) Fehlverhalten in einem Satz? Bis hin zur Entlassung? Das werden wir wohl nicht mehr erleben ...

Das weit größere Problem bei der Massentierhaltung sind nicht die Zoonosen (die sind eher singuläre Ereignisse), sondern die Resistenzen. Da gehören Antibitioka einfach verboten. Muss man aber irgendwie international hinbekommen - weil, es nutzt ja nichts, wenn deustches Fleisch dann antibitokafrei produziert wird, aber Importe billigst mit A. hergestellt und dann teuer mit falschen Papieren importiert werden.

Hat aber alles nichts mehr mit der AERO zu tun. Außer dass sich die resistenten Keime mindestens bis zur AERO 2199 zurückhalten mögen ...

28. April 2021 18:20 Uhr: Von Sven Walter an Stefan Jaudas

Ja, da wäre auch datenschutzkonform mehr drin gewesen. Durchaus. Aber deutsche Verwaltung und persönliche Konsequenzen bei (selbst nur fahrlässigem) Fehlverhalten in einem Satz? Bis hin zur Entlassung? Das werden wir wohl nicht mehr erleben ...

Daher muss das ja von der Politik kommen.

Das weit größere Problem bei der Massentierhaltung sind nicht die Zoonosen (die sind eher singuläre Ereignisse), sondern die Resistenzen. Da gehören Antibitioka einfach verboten. Muss man aber irgendwie international hinbekommen - weil, es nutzt ja nichts, wenn deustches Fleisch dann antibitokafrei produziert wird, aber Importe billigst mit A. hergestellt und dann teuer mit falschen Papieren importiert werden.

Da rennst du bei mir offene Türen ein. EU-intern ginge das aber. Alles andere geht auch, sogar WTO-konform.

28. April 2021 18:41 Uhr: Von Michael Söchtig an Sven Walter Bewertung: +2.00 [2]
Ich finde es übrigens schön wie sachlich man hier diskutiert. Eigentlich sind das ja Themen die gut zum Kloppen geeignet wären.

Der Thread mag einen Off Topic Preis gewinnen aber dafür stimmt die Diskussionskultur...

Zurück zur Aero: Mein Gefühl sagt mit eigentlich dass wir in diesem Jahrzeht mehr Innovationen sehen werden als lange zuvor.
28. April 2021 19:21 Uhr: Von Sven Walter an Michael Söchtig

Im Bereich Ultra Leicht hat die AERO ja immer schon einiges an Innovationskraft hervorgebracht, auch wenn das schlussendlich nur unterschiedliche Iteration in der sehr ähnlichen Technologie waren. Mich hat das immer gewundert, dass diese Variation mit einem winzigen hybrid Anteil dieser beiden spanischen Ingenieure nicht mehr Erfolg zeigte, wo man sozusagen eine 5 Minuten Batterie hat, die gerade in den kritischen Phasen im Flugplatz Nähe bei Versagen des Motors noch eine Platzrunde erlauben. Ansonsten muss man ja ehrlich sein, die werden immer schneller und leistungsfähiger, die Ultra leichten, aber schlussendlich haben da talentierte Designer immer nur aus einem Rotax einen schicken Zweisitzer gebastelt.

Elektrisch für den Einstiegsbereich erwarte ich mir da schon noch einige Verbesserungen, einfach als Trittbrettfahrer der Autoindustrie. Ultraleichthubschrauber und Trainingsflugzeuge, und meinetwegen auch Hybrid ein paar schöne Reiseflugzeuge.

28. April 2021 20:05 Uhr: Von Lui ____ an Sven Walter
Elektro macht beim Auto schon keinen Sinn. Im Flugzeug noch weniger. Zum Glück springen da nicht viele auf und ruinieren sich on the way. Was soll den an Elektro in der Luftfahrt sinnvoll sein? Auf FL100 bei -10 Grad gibt dann der Akku nur noch 40% weil der Rest fürs Wärmen drauf geht, 2 Monate mal nicht geflogen und die Batterien sind platt (bei Tesla sind es 1% pro TAG !?) und dann stell ich mir am Sonntag schon die Schlange an der Ladestelle vor. Soll da jeder Flugplatz ein Atomkraftwerk mit Anschluss an jedem Stellplatz haben? Tanken dauert 5 min und bei viel Betrieb dauert das ewig. Was soll dann bei 4h Quick-charge erst sein?

Und so runter-reden muss man die Innovation mit klassischen Verbrennern nicht: 275 km/h Reise bei 1100km Reichweite und einem Spritverbrauch der besser als bei einem Auto is inklusive Gesamtrettungssystem? Ich glaube man darf hier manchen Herstellern schon mal zu dieser Leistung gratulieren. Die verkaufen ja keine 3 Mio Fahrzeuge…

Wo sind denn die Zahlen und Fakten wirtschaftlich wie ökologisch dass Hybrid und Elektro umsetzbar und wirklich innovativ sinnvoll sind?
28. April 2021 20:21 Uhr: Von Stefan Jaudas an Sven Walter

Naja, das steht und fällt mit den Akkus. Die müssen noch viel besser werden, um wirklich rundum (!) alltagstauglich zu werden.

Wenn das nur Start- und Heimkehrhilfen sind, dann ist das heute schon tauglich. Aber 20 Minuten Vollast sind für Dauerkraftflug einfach zu wenig. Selbst für die Schulung - eine Stunde Platzrunden, und dann muss geladen werden.

Und Hybrid ist in meinen Augen für Luftfahrt noch viel schlimmer wie auf der Straße (LOHAS-SUVs). Man schleppt gleich zwei Systeme durch die Gegend, die zudem auch noch komplexer sind, mehr Systeme, mehr potentielle Probleme. Und jedes für sich ist zum Fliegen zu wenig und zum Abstürzen zu viel - also auch keine wirkliche Redundanz.

Nee, das lassen wir mal besser ergebnisoffen, wie auf der Straße auch ... Ein Rotax mit Biosprit (wenn es denn P2L tatsächlich irgendwann großtechnisch geben sollte) wäre für die Anwendungen größer 20 Minuten Vollast einem Stromer vorzuziehen. Und dann kann sich jeder für seine jeweiligen Anforderungen die passendste Lösung aussuchen.

Sollte aber jemand den Superakku erfinden, der

  • nicht abkokeln kann,
  • preiswert aus
  • ökologisch unbedenklichen
  • haushaltstypischen Materialien gebaut werden kann,
  • mindestens 5 kWh/kg und
  • 5 kW/kg bringt,
  • schön kompakt ist (mindestens eien Dichte wie Benzin hat),
  • mit mindestens 20c auf 99% geladen werden kann,
  • mindestens 10.000 Zyklen abkann,
  • von -40 bis +70 °C,
  • eine vernachlässigbare Selbstentladung hat,
  • und dann auch noch zu 100% recyclingfähig ist

dann nehme ich alles zurück und werde selber voll elektrisch ... ;-)

28. April 2021 20:32 Uhr: Von Manfred Saulauf an Lui ____

..sehe ich ähnlich...... was ich mir noch einreden lasse ein E/ (Hybrid) Flugzeug mit Tausch Akku zum Platzrunden schrubben wegen Lärmreduktion.....

alles andere wird für absehbare Zeit nie Praxistauglich werden..... man stelle sich vor einen Flug eh schon knapp geplant, wegen zahlreicher Gewitter im Sommer großräumiger im Flug ändern zu müssen..... das kann unlustig werden......(natürlich auch mit AV/Mogas Antrieb :-)

28. April 2021 21:38 Uhr: Von Michael Söchtig an Manfred Saulauf Bewertung: +3.00 [3]

Das sind ziemlich steile Thesen die eigentlich alle überhaupt keine Nachvollziehbarkeit haben. Wer behauptet Akku im Auto wäre Blödsinn ist noch nie ein Elektroauto gefahren.

Der Unterschied zwischen einem E-Auto und einem Benziner/Diesel ist in der Tat, dass das E-Auto aktuell noch geringere Reichweiten hat. Damit ist es für Außendienstmitarbeiter mit 1000km am Tag oder Pferdeanhänger-Besitzer heute noch nicht geeignet, das stimmt.

Nur: Wie viele Leute fahren täglich so viel?

Wir fahren bei uns ungefähr 500km in der Woche, das bedeutet ich stecke das Auto jeden dritten Tag zuhause an die Wallbox und nach 4h ist er wieder bei 80%. Nachts ist es eigentlich völlig egal wie lange es dauert, bei 11kW aber sind es ungefähr 3-5h, je nach Ladestand.

250km gehen problemlos, und danach ist das Auto in 4h an der 11kW Säule und in 30min an der Schnellladesäule wieder voll. Tendenz stark abnehmend (mein ID.3 lädt in einer halben Stunde von 2 % auf 80% Akku, das entspricht ungefähr 80kW im Schnitt (100kW von 0 bis 30 % und dann langsam auf 50kW abnehmend bis 80%). Die nächste Ausbaustufe kann dann schon 130 kW, andere Hersteller schaffen heute schon 170 - 200kW Ladeleistung, die Technik der Säulen kann heute schon 350 kW. Ich behaupte mal in 10 Jahren brauchen Autos noch 20 min um 100kWh nachzuladen - und zuhause dann halt weiterhin 8h, was das Stromnetz problemlos kann und praktisch auch nie vor kommt, weil man eigentlich nie mit 0% zuhause ankommt und dann auf 100% lädt.

Mit anderen Worten - wenn man überwiegend Touren bis 250km fährt und ab und zu mal Hamburg-Köln, dann geht das heute schon problemlos. Für die 5-20% die täglich weiter fahren müssen, oder die große Lasten ziehen, wird es halt noch was dauern.

Und ungefähr so ist es doch auch bei der Fliegerei: Zugegeben, die Cessna 172 kann alles von Platzrunde bis großes Dreieck. Aber wer fliegt mit einer Cessna 150 dauernd an die Küste? Zukünftig wird es dann halt den E-Trainer für die Anfangsschulung und danach eine Rotax Hybrid Aquila für das weitere Training geben. Und wenn die Akkutechnik etwas weiter ist als aktuell noch bei der Pipistrel, (siehe oben), dann kann man nach der Landung auch in 20-30min wieder aufladen. In der Zeit findet dann Nachbesprechung, Vorbesprechung und Pre-Flight Check statt.

Das Problem mit der hohen Leistung sehe ich auch nicht unbedingt. Ich bin meinen VW ID.3 von Hamm nach Bielefeld und zurück mit Dauer-160 gefahren. Die Reichweite waren dann 150 statt 300km, ok, aber das war immer noch weit besser als gedacht.

Und was FL100 angeht - Man kann den Akku isolieren, mit Thermomanagement friert der dann nicht ein, aber andererseits wird man da wohl eher einen Hybrid-Motor verwenden.

Jedenfalls finde ich diese Lösung um einiges sympathischer als Avgas-Dinosaurier mit verbleitem Sprit und Magnetzündung (ist zwar sexy, aber macht arm).

28. April 2021 22:12 Uhr: Von Michael Stock an Stefan Jaudas Bewertung: +1.00 [1]

Ja stimmt alles. Ob die Akkus aber wirklich so viel beser werden sollten, ist die Frage. Mit den 5 kWh/kg gibt es nämlich ein kleines Problem .....

Bisher haben die besten Lithium/Ionen-Akkus eine Energiedichte von etwa 0,22 kWh/kg, also etwa 1/60 von Jet A. Bei den in der elektrochemischen Spannungsreihe am weitesten auseinanderliegenden Materialien (Li und Fl) ergeben sich -3,04V / +2,87V, wodurch theoretisch 6,1 kWh/kg möglich wären, realistischerweise also vielleicht 1/3 der Energiedichte von Jet A.

So eine Batterie will aber niemand bauen. Batterien bestehen ja aus der Kombination von Energieträger und Oxidator, die nur durch dünne Dieelektrika voneinander getrennt sind. Das ist der Grund, warum der "runaway" bei der Beschädigung von Lithium-Ionen-Akkus schnell zu unlöschbaren Bränden führt. Die Batterie trägt den Oxidator zur Aufrechterhaltung des Brandes ja schon in sich.

Wenn man die Energiedichte einens solchen Akkus nur verzehnfacht, würde auch die Rekombinationsgeschwindigkeit zwischen Energieträger und Oxidator exponentiell ansteigen. Der dazugehörende Begriff heißt Detonationsgeschwindigkeit. Im Brennraum eines Verbrennungsmotors liegt diese bei etwa 40-60 m/s, während ein Akku mit 1/10 dieser Energiedichte vermutlich um die 2500 m/s und damit die Detonationsgeschwindigkeit von Ammoniumnitrat erreichen würde.

Ab etwa 1000 m/s bedarf es keiner Verdämmung mehr, um die Sprengwirkung zu erzeugen. Die Batterie eines Tesla würde dann zwar theoretisch nur noch 30kg wiegen statt 800kg, aber beim kleinsten Fehler im Dielektrikum die Sprengkraft einer 125kg-Fliegerbombe erreichen.

28. April 2021 22:13 Uhr: Von Wolff E. an Michael Söchtig Bewertung: +4.00 [4]
Nicht jeder fährt Auto, weil er muß und wenn doch, darf es ruhig auch etwas Spaß machen. Und da geht es beim Auto mit Akku schon los. Wenn ich da etwas "Strom" gebe, zieht der zwar gut, aber ist nach 100 km ggf leer. Keiner würde auf die Idee kommen, eine Panthera zu kaufen und mit 35% (Holding speed) rum zu fliegen. Mein pkw schafft als Benziner ca 800 km bei ca 100-120 km/h. Bei 180-250 km/h aber immer noch ca 4-500 km/h. Ich sehe sehr sehr oft Teslas, die bekanntlich sehr schnell sein können, die mit 120 km/h rumeiern, und das, obwohl deutlich mehr vom Verkehr her möglich wäre. Wie gesagt, es muss auch etwas Spaß machen. Und nicht jeder hat eine Wallbox. Wad machen die, die in einem Mehrfamilienhaus wohnen oder auf der Straße parken? E-Autos sind zur Zeit noch in der Praxis für viele einfach zu umständlich oder einengend....
28. April 2021 22:40 Uhr: Von Carsten G. an Wolff E. Bewertung: +1.00 [1]

"... zur Zeit noch ..." sagt alles. Benziner/Diesel war gestern. Das Morgen gehört den Stromern, überall und ausschließlich. Und wenn die Akkus 1.000 km können (ab Sommer 2021 im Mercedes EQS, Tesla folgt) ist der limitierende Faktor die Pipi-Blase des Fahrers.

28. April 2021 22:49 Uhr: Von Wolff E. an Carsten G.
Von 1000 km lese ich da nichts bzw nur bis 770 km. Und das eigentliche Problem der Schnellladestation ist nicht gelöst. https://www.mercedes-benz.de/passengercars/mercedes-benz-cars/models/eqs/saloon-v297/pad/stage.module.html?csref=mc-sem_cn-DEU_WS_MBC_Product_EQS_ci-Google_si-g_pi-kwd-835459706080_cri-514825923077_ai-eqs%20mercedes&kpid=go_cmp-12759399260_adg-121740211100_ad-514825923077_kwd-835459706080_dev-m_ext-&gclid=CjwKCAjwj6SEBhAOEiwAvFRuKJJkbNTVfYnNzkhFfv7W6ntsBGJV6eyRGEn4T6bTC_R7jbk7FoZKgRoCvb0QAvD_BwE
29. April 2021 05:18 Uhr: Von Friedhelm Stille an Carsten G. Bewertung: +1.00 [1]
Num, das von Wolff angesprochene Ladeproblem (Laternenparker) besteht aber weiterhin
29. April 2021 07:00 Uhr: Von Michael Söchtig an Friedhelm Stille Bewertung: +1.00 [1]
Zum einen könnte man in jeder Laterne 11kW Drehstrom anbieten und zum anderen kann man zukünftig auch in jedem Parkhaus, in der Tiefgarage, oder halt 10min im Schnellladepark laden. Ihr habt doch auch keine Tankstelle zuhause.

Anders als beim Benziner oder beim Wasserstoff der zwingend den Zugang zu Zapfsäulen braucht kommt der Strom nämlich überall hin weil wir überall Stromleitungen haben.

Richtig ist dass dieses Netz ausgebaut werden muss, aber das lässt sich a) lösen und b) über Netzentgelte gut finanzieren.
29. April 2021 07:03 Uhr: Von Carsten G. an Friedhelm Stille Bewertung: +5.00 [5]
Anzahl öffentlicher Ladepunkte (März 2021, laut BDEW): 40.000 - täglich wachsend
plus Garagen mit Stromanschluss und Wallboxen: noch mal deutlich mehr...
Anzahl Elektroautos (Jan 2021): 309.000

Verhältnis 1:8

Anzahl Tankstellen: 14.000 (2020) - rückläufig, mit je 8 Zapfsäulen
Anzahl Verbrenner: 59.000.000 (2021)

Verhältnis: 1:527


Die Probleme konstruieren meist diejenigen, die kein Elektroauto haben.
29. April 2021 07:12 Uhr: Von Stefan Jaudas an Michael Söchtig Bewertung: +2.00 [2]

Da wäre ich gespannt, wie viel

Zum einen könnte man in jeder Laterne 11kW Drehstrom anbieten und zum anderen kann man zukünftig auch in jedem Parkhaus, in der Tiefgarage, oder halt 10min im Schnellladepark laden. Ihr habt doch auch keine Tankstelle zuhause.

von diesen 11kW noch übrig sind an der vierten Laterne der Straße, wenn die anderen drei schon angezapft werden.

Anders als beim Benziner oder beim Wasserstoff der zwingend den Zugang zu Zapfsäulen braucht kommt der Strom nämlich überall hin weil wir überall Stromleitungen haben.

Also, das Zapfsäulennetz ist prima ausgebaut, danke schön. Und der Zugang funktioniert auch toll. Hinfahren, tanken, bezahlen, fertig.

Wasserstoff, da gibt es nichts an Infrastruktur.

Und die vorhandenen Stromleitungen sind halt auf aktuelle (!) Verbräuche ausgelegt. Wenn da jeder im Wohngebiet einen Stromer dranhängen würde, dann würde spätestens im Verteilerknoten die Sicherung rausfliegen.

Gegen Netzausbau wehrt sich praktisch jeder NIMBY. Seit wann sollte der Südlink schon in Betrieb sein?

Richtig ist dass dieses Netz ausgebaut werden muss, aber das lässt sich a) lösen und b) über Netzentgelte gut finanzieren.

Tja, das gilt aber auch für alle anderen Netze, das mit dem Ausbauen.


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