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59 Beiträge Seite 1 von 3
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Den Fluggesellschaften fehlen Piloten. https://www.n-tv.de/wirtschaft/Den-Airlines-gehen-die-Piloten-aus-article25901197.html
Mich wundert, warum jemand für eine Berufsausbildung oft hohe Schulden machen muss für ein Berufsfeld, welches als unsicher gilt?
Wenn Fachkräfte fehlen, müssen die Betriebe dafür Sorge tragen, den Nachwuchs auszubilden, und auch die Kosten tragen. Jeder vernünftig rechnender Mensch denkt nach, eine Pilotenausbildung mit vielen flugmedizinischen Untersuchungen - Untauglichkeitsrisiko - für 120 000 Euro selber zu bezahlen, oder sich für einen gehaltsmässig analogen Beruf ausserhalb der Fliegerei zu entscheiden, dafür weniger Untauglichkeitsrisiken und geregeltere Arbeitszeiten.
Das wirkliche Fliegen erlebe und spüre ich nicht im Verkehrsflugzeug als Pilot, sondern im Segelflugzeug als Pilot.
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Normaler Schweinezyklus. Vor 10 Jahren herrschte ein Überangebot an Piloten, folglich sanken die Ausbildungszahlen. Corona verstärkte das noch, durch schlagartigen Rückgang der Nachfrage.
Jetzt ist das Pendel auf der anderen Seite und jeder, der seinen Frozen-ATPL fertig hat kann sich glücklich schätzen, Ready-Entries werden auch bei großen Airlines wieder gesucht.
Mal schauen, wie lange es dauert, bis es wieder in die andere Richtung umschlägt.
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Aber dieses hin und her, je nach Marktlage, da muss ein Mensch schon ziemlich abgebrüht sein, diesen schwankenden Pilotenberuf zu wollen? Wenn nach dieser Ausbildung noch Schulden drücken?
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Die Berufswahl ist eben eine emotionale Entscheidung (Juristen, Kaufleute und Zahnmediziner ausgenommen).
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Wobei der ATPL "nur" ein Führerschein ist und Piloten im Zweifelsfall als Ungelernte beim Arbeitsamt auftauchen, wenn sie nicht noch eine anerkannte andere Ausbildung haben ... Pilot ist mW kein Ausbildungsberuf.
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Häh? Geld ist doch bitte pure Emotion!
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So schlimm kann der Schmerz nicht sein - der eine oder andere mag sich an mein Angebot vor 3 Jahren erinnern, Piloten zu IT-Beratern auszubilden. Wir hatten genau 1 Anfrage und der ist dann nach 4 Monaten abgesprungen. Das spricht für das Thema Emotion
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Heiraten, eine Ehe eingehen, ist auch pure Emotion. Die Scheidungsquote liegt in Deutschland bei knap 40 %., und das wird teuer.
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Richtig - es ist kein Ausbildungsberuf. Piloten sind rein formell angelernte Mitarbeiter, die eine bestimmte Berechtigung brauchen.
So wie Lagerhelfer mit Staplerschein ;-)
Mir hat mal ein Ausbildungkapitän bei der LH erzählt (allerdings 20 Jahre her), dass sie mal eine Initiative gestartet hatten, daraus einen Ausbildungsberuf zu machen (ähnlich der Berufskraftfahrers). Allerdings fanden das mögliche Kandidaten nicht attraktiv, weil sie sich mindestens auf dem Niveau eines (damals noch) Diplomstudenten und keinesfalls als Lehrling gesehen haben ... so ist es dann halt als "ungelernt" geblieben...
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Ist das tatsächlich noch so? Die Bundesanstalt für Arbeit formuliert das anders.
Andererseits ist die Gage für angelernte Hilfskräfte ja häufig akzeptabel.
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Ich habe diesen Beitrag gestartet, weil ich mir schon mehrere Jahre Gedanken gemacht habe, welchen Geldwertvorteil die Fluggesellschaften haben, weil Piloten ihre ATPL Ausbildung selber bezahlen? Was würde sich im System ändern, wenn eine neue heranwachsende Generation mehr kaufmännisch denken würde, und Berufe wählen würden, dessen Ausbildungskosten normalerweise die Betriebe bezahlen? Die Ausbildungskosten von 120 000 Euro müssen sich irgend wo im späteren Gehalt rentieren. Ist der spätere Gehaltsunterschied zwischen einen guten Handwerker und eines Berufspiloten so unterschiedlich? Auch eine Medizinerausbildung muss der angehende Bewerber nicht selber bezahlen. Beispielsweise wurden viele Berufspiloten als Lockführer umgeschult, und die Gehälter der Lockführer können sich sehen lassen, besonders wenn man im süddeutschen Grenzgebiet einen schweizer Arbeitgeber hat.
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Bei einem solchen Anriss ("Den Airlines gehen die Piloten aus") lohnt sich ja oft das Weiterlesen nicht, aber in dem Fall gibt sogar der Artikel ungewohnte Einsichten.
- Fehlen Piloten auf dem Markt, oder haben die Airlines zu wenige eingestellt? In dem verlinkten Artikel zu den 1400 ausfallenden Swiss-Flügen gibt die company offen zu, dass man den Bedarf falsch eingeschätzt habe, es Sondereffekte bei der Arbeitszeit gebe, gerade ungewöhnlich viele Piloten ausgefallen sind etc. Daraus kann man aber nicht schließen, dass es zu wenige ATPL'er gibt, die bereit wären, bei der Swiss zu fliegen...
- Wenn eine Firma / Branche etc. sagt "uns fehlen Fachkräfte", dann meint sie "uns fehlen Fachkräfte, die neben der formalen Qualifikation unsere internen Standards erfüllen und unsere Bedingungen akzeptieren". Wer selbst schon mal Personal gesucht hat, weiß was ich meine :-). Das gilt uneingeschränkt auch für Piloten.
- Aussagen von Vertretern von Gewerkschaften und Ausbildungsorganisationen bezüglich eines künftigen Bedarfs in "ihrer" Branche sind immer mit Vorsicht zu genießen
- Zum Schweinezyklus hat Johannes schon alles gesagt
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Punktlandung von Tobias.
Mittlerweile haben alle mir bekannten, durch bzw. ab CoVid arbeitslosen Kollegen, wieder was gefunden (Norse, Discover, Netjets, Vistajet, SAS, Condor, ...). Die Flugschulen haben während und seit CoVid genug Überschuss produziert.
Evtl. ist es so dass manche Airlines versuchen mit weniger Personal mehr zu produzieren um die Rendite zu steigern. Das geht dann bei kleineren Hürden wie Gewittern und kranken Fluglotsen oft so massiv daneben dass die Folgewirkungen den ganzen Sommer lang andauern.
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100% - die Anzahl der Inlandsflüge der LH, bei denen die Passagiere auf die Crew ihres Fliegers warten oder of die Crew eines annulierten Fliegers, die dann andernorts gebraucht wird, ist frappierend. Als Fluggast ist man durchaus geneigt zu denken, was davon ist mein Problem bei 800EUR für ein Inlands-Eco-Ticket.
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Richtig - es ist kein Ausbildungsberuf. Piloten sind rein formell angelernte Mitarbeiter, die eine bestimmte Berechtigung brauchen.
https://www.dqr.de/dqr/shareddocs/qualifikationen-neu/de/Verkehrspilot-Verkehrspilotin.html
Laut europäischem Qualifikationsrahmen "Niveau 6" - also entspricht der ATPL einem Bachelor, Meister oder IHK Fachwirt
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Ich würde behaupten, dass es tatsächlich eine Knappheit an erfahrenen ATPLern mit 2.000+ Stunden in der EU gibt.
Ganz anders sieht es hingegen am anderen Ende des Spektrums aus: Frisch ausgebildete CPL-/ME-IR-Piloten mit einer „frozen“ ATPL gibt es in großer Zahl. In dieser Gruppe ist der Bewerbermarkt momentan gesättigt.
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Man muss auch zwischen der Lizenz und dem Beruf unterscheiden. Der Beruf verlangt ja deutlich mehr als das Flugzeug zu führen:
- Vom Beginn der Vorbereitung an Entscheidungen für die Sicherheit zu treffen (wieviel Kraftstoff reicht nicht aus, sondern auch "fliegen wir da überhaupt hin").
- Verantwortung für die Sicherheit von bis zu mehr als 500 Passagieren und Crew zu übernehmen sowie über eine Maschine mit Millionenteurem Sachwert.
- Im Flug fortlaufend Entscheidungen zu treffen unter Stress, wenig Zeit, im Team.
- Teamfähig zu sein und dreidimensional zu denken.
- Das alles bei viel Sitzen, ggf weit weg von zuhause, in verschiedensten Klimazonen, bei schlechter Luft, Lärm, Abgasen. Strahlenbelastung.
- Dauernd Sicherheitskontrollen und lange Wege erdulden.
- Bei Kosten von über 100.000 Euro für die Ausbildung.
- Bei Unsicherheit - Medical weg, Job weg, oder Job weg, dann ruck zuck Ratings weg.
Natürlich kommen einige Punkte erst mit dem linken Sitz - aber dann wird ja gerade diese Erfahrung bezahlt.
Von daher - man bezahlt hier ein komplexes Berufsbild bei dem die reine Lizenz nur ein geringer Teil des Aufgabenspektrums ist. Das drumherum ist es was den Job Anspruchsvoll macht.
Mandanten bezahlen mich auch nicht dafür dass ich ein Schreiben erstelle - sondern dass ich erst mal hinterfrage ob das was sie glauben dass sie das wollen auch tatsächlich das ist was sie wirklich wollen.
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Geht mir leider genauso. Bei 10 Flügen ca. 5 Mal Storno/Gepäck verloren/Anschlussflug verpasst usw... LH weiß genau dass man keine andere Option hat, und wieder buchen muss, egal wie unverlässlich und ärgerlich der vorangegangene Flug bei Unregelmäßigkeiten war. Die Interaktionen mit dem "Support" (wer's glaubt) Chat und Hotline sind eine Zumutung.
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Welche Airlines stellen gerade ein?
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Alles sehr gut formuliert. Dem kann ich mich nur anschliessen.
Was kostet eine gute Juristenausbildung, mit der Zielsetzung, Befähigung zum Richteramt? Wer muss das bezahlen? BAFÖG, soweit ich informiert bin, wenn ein Studium erfolgreich abgeschlossen wird, wird BAFÖG nicht in voller Höhe zurück zu zahlen sein? Was kosten die Vorlesungen an der UNI für ein volles Juristenstudium bis zum Abschluss?
Ich möchte versuchen, einen Kostenvergleich zwischen einer Juristenausbildung und einer ATPL Vollausbildung zu vergleichen, oder auch gegenüber zu stellen. Ich vermute mal, das ein frisch/fertig ausgebildeter Jurist in etwa genau so viel verdient wie ein ATPL Inhaber in den ersten Berufsjahren? Welcher Bewerber , einmal Jurist und zum anderen ATPLér, hat nach Durchlaufen aller jeweiligen Ausbildungsgänge, zusammen mit Vollendung des ersten Berufsjahr, die bessere Kostenbilanz?
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Also in meinem Fall: Bafög gab es nicht, weil Eltern zu viel verdienen angeblich. Laut Düsseldorfer Tabelle hätte ich 600 Euro im Monat bekommen müssen, tatsächlich gab es eher 300, Rest habe ich immer dazu gearbeitet.
Rechne mal wie folgt: 8 Semester + 2 Semester im Ausland, dann Zusatzstudium (2 Semester), dann 26 Monate Referendariat (da gab es damals 800 Euro netto, bei 400 Euro für die Wohnung). Also ziemlich genau 8 Jahre zuzüglich Wartezeit. Und das war eigentlich alles Regelstudienzeit.
8 Jahre ohne wesentliches Gehalt außer Studentenjobs. Hinzu Kosten für die Bücher, das waren wahrscheinlich noch mal 2000 Euro, und 12 Monate Repetitor.
Kommt insgesamt schon was zusammen. Vor allem wenn man nicht das Glück hat dass einem alles bezahlt wird.
Gelohnt hat es sich dennoch. Ein Studium an der Uni erzieht zur Selbständigkeit, Weltoffenheit, und es liegt an einem was man daraus macht.
Natürlich ist man mit dem 2. Staatsexamen aber auch noch nicht fertig. Dann kommt man erst in den Job und muss sich erst mal etwas erarbeiten. Aber es fängt ja auch keiner als Chefarzt, Kapitän oder Partner an.
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Ich vermute mal, das ein frisch/fertig ausgebildeter Jurist in etwa genau so viel verdient wie ein ATPL Inhaber in den ersten Berufsjahren?
Hihihi, der war gut. Frage lieber, welche Faktoren dazwischenliegen.
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Joachim, selbst in Großkanzleien ist es nur der Faktor 2. Das sind die Top 10%, anteilig durchmischt mit R1 für Richterinnen, und die verdienen 6 bis 8 Jahre nach den Abi, was Grünschnabel FO nach 15 bis 20 Monaten Ausbildung einstreichen, WENN er einen Job bekommt.
Die einzig ehrlichen Antworten sind nüchterne Durchschnitte oder der Median des Stundenlohnes. Der Rest ist immer durchzogen von subjektiven Elementen.
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Es gibt einige Serviceanbieter die gegen eine faire Gebühr die Rechte einfach und unkompliziert durchsetzen (Verspätungen, Gepäckverspätungen etc.) imho lohnt sich das wegen dem Stress den du beschreibst. Und klappt auch zuverlässig. Ich vermeide aufgegebenes Gepäck (auch international) so gut es geht weil das zu oft schief geht.
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Also von 40 bis 140.000 ist da bei Juristen wirklich alles dabei. Allerdings sind Gehälter über 100k deutlich die Ausnahme und da hängt dann in der Regel auch eine Arbeitszeit von 80h plus dran. Das hält keiner länger als ein paar Jahre durch, und das sind dann in der Regel auch eher die 10 Prozent besten des Jahrgangs.
In Unternehmen ist die Arbeitszeit deutlich entspannter, das Gehalt aber auch geringer, aber da muss man erst mal rein kommen (in der Regel erst nach ein paar Jahren Berufserfahrung, was sich wieder gut mit dem Copiloten vergleichen lässt). Daher gibt es erhebliche Schwankungen, selbst bei verschiedenen Konzernen.
Natürlich kann man sich selbständig machen. Aber auch dann ruft ja auch nicht einfach jemand an nur weil man ein Schild an die Tür macht.
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