Login: 
Passwort: 
Neuanmeldung 
Passwort vergessen



Das neue Heft erscheint am 2. September
Der lange Weg zum Fliegen ohne Flugleiter
Grumman-Treffen in Hangelar
Zu viel des Guten - Defueling
Simulatoren: Recht und fliegerische Realität
Über der grünen Pampa von Uruguay
Handfunkgeräte ausw√§hlen und nutzen
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Antworten sortieren nach:  Datum - neue zuerst |  Datum - alte zuerst |  Bewertung

 
17. Mai 2010 Jan Brill

Flugbetrieb: Asche Fallout Kontrollierte Sichtflüge


Ramsauer und die ICAO-Luftraumstruktur – Deutschland auf dem Weg in die Lächerlichkeit

Dass Verkehrsminister Ramsauer bereits mit der Aussprache der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO gewisse Probleme hatte, mag man ihm noch nachsehen. Dass er nun aber die elementaren Grundlagen von ICAO-Luftraumstruktur und Flugsicherungsdiensten über Bord wirft ist hingegen schon deutlich problematischer. Immer dann, wenn ein Minister von "Regelungsdefizit" spricht können sich die Betroffenen auf einiges gefasst machen. Diesmal möchte Ramsauer "kontrollierte Sichtflüge" verbieten. Sie haben richtig gelesen: Sichtflüge im Luftraum C also! Dass Deutschland damit die international verpflichtenden Luftraum-Regeln der ICAO über Bord wirft scheint den Minister nicht weiter zu stören. Ihm geht es um das Schliessen einer "Gesetzeslücke", die von den Airlines während des großen Asche-Festivals im April 2010 angeblich genutzt worden wäre.


Verkehrsminister Ramsauer möchte kontrollierte Sichtflüge verbieten.
© wikimedia/gemeinfrei 
Als "Framing" bezeichnet man im Englischen die in der öffentlichen Debatte äußerst wirksame Taktik, ein Diskussionsfeld von vornherein so abzustecken oder einzugrenzen, dass über die eigentlich entscheidenden Punkte gar nicht diskutiert wird.

Genau das findet in der Nachbereitung des großen EU-Aschefestivals statt: Anstatt zu ergründen, wieso eine objektiv nicht existente Aschewolke (mit anderen Worten: ein Geist) sechs Tage lang den Linien-Luftverkehr über Europa weitgehend lahmlegen konnte, konzentrieren sich Medien und politisch Verantwortliche auf die Frage des kontrollierten Sichtfluges, der ja von der Einschränkung nicht betroffen war und in recht geringem Maße durch die Fluglinien praktiziert wurde.

Daher hier noch mal ganz langsam:
  1. Der Grund, weshalb nur Instrumentenflüge von der Einschränkung betroffen waren ist der, dass man im Instrumentenflug einer Aschewolke nicht zuverlässig ausweichen kann, da man ja eventuell in normaler Bewölkung oder unzureichenden Sichtbedingungen unterwegs ist.

  2. Der Grund, weshalb Sichtflüge nach dem ICAO Doc 19 nicht von der Einschränkung betroffen sind ist der, dass man im Sichtflug einer großen dicken schwarzen Aschewolke gemeinhin ausweichen kann.

  3. Der Grund, weshalb das alles im April reichlich unsinnig erschien, ist der, dass es keine sichtbare Aschewolke in Zentraleuropa gab! Eine vorhergesagte "contaminated area" wurde wie eine "ash cloud" behandelt.

Um zu begreifen wie weit "Aschewolke" und "Contaminated Area" voneinander entfernt sind mag diese Betrachtung helfen:
  • Der TSIO-520 einer Cessna 414 Business-Twin setzt (bei 32 Inch Ladedruck) ca. 4,3 Liter Luftvolumen pro Propellerumdrehung durch.
  • Bei 2.500 Umdrehungen ergibt das 10.750 Liter Luftdurchsatz pro Minute bzw. 645 Kubikmeter pro Stunde.
  • Bei der tatsächlich gemessenen Konzentration von 60 Mikrogramm pro Kubikmeter folgt, dass das Triebwerk pro Betriebsstunde ca. 38 Milligramm Vulkanasche ansaugt.
Um nun ein Gramm – ein einziges Gramm – Vulkanasche im Luftfilter des TSIO-520 anzusammeln, müsste das Flugzeug 26 Stunden lang in der 60µg-Konzentration unterwegs sein. Mal angenommen, das Triebwerk bekäme während seiner gesamten zugelassenen Laufzeit von 1.600 Stunden nicht ein einziges Mal den Luftfilter gewechselt und wäre ausschließlich in der europäischen Aschewolke unterwegs, hätten sich über die gesamte Lebensdauer des Motors sage und schreibe 61 Gramm vulkanisches Material im Filter abgelagert.

Man darf sich angesichts solcher Betrachtungen getrost fragen: Beherrscht eigentlich irgendjemand im Verkehrsministerium noch die Grundrechenarten – oder wenigstens die Mengenlehre?

Statt an dieser Stelle den Taschenrechner zur Hand zu nehmen und nachzufragen wie man eine Konzentration von 60 Millionstel Gramm pro Kubikmeter auch nur im entferntesten als "Wolke" bezeichnen kann, konzentrieren sich die Leitmedien auf die Frage wieso bei strahlend blauem Himmel nach Sichtflugregeln (VFR) geflogen werden durfte. Eine Frage, die in etwa so sinnvoll ist, wie die Frage warum eine Katze genau dort zwei Löcher im Pelz hat wo die Augen sind!

Der Spiegel beispielsweise beglückt seine Leser unter dem Titel "Wildwest unter den Wolken" mit einem Text zu eben diesem Thema. Die primären Recherchequellen der Autoren Dinah Deckstein und Gerald Traufetter sind Paxe (mit oder ohne Pilotenlizenz) die hinten am Fenster saßen und sich dann in Foren austauschten sowie frei empfangbare ADSB-Aussendungen einzelner Flugzeuge. Der Artikel ist derart grottenschlecht, dass wir auf eine detaillierte Diskussion hier verzichten müssen. Der Text ("Immerhin, um 12.17 Uhr landete die Maschine wohlbehalten in Hamburg-Fuhlsbüttel.") bietet einfach keine Einstiegspunkte für einen fachlichen Diskurs.

Minister Ramsauer kann’s nur recht sein. Statt sich für die eigentliche Problematik der unzureichenden Abgrenzung einer Aschewolke von einem kontaminierten Gebiet zu verantworten, kann er nun die "Gesetzeslücke" der kontrollierten Sichtflüge schließen. Intellektuell befindet sich Ramsauer damit etwa auf dem Niveau seiner hilflosen Kollegen, die auf "Spekulanten" schimpfen anstatt den Haushalt in Ordnung zu bringen.
Nicht nur Piloten, sondern auch den Verantwortlichen in Ministerium und Behörde dürfte es gruseln, angesichts derartiger Fachfremde des Dienstherrn.


Reaktion der ARD auf Kritik durch Pilot und Flugzeug

Übrigens: Die ARD reagierte nach einigen Wochen auf unsere heftige Kritik an der Berichterstattung zu diesem Thema. Nachdem das ARD Nachtmagazin am 21.4.2010 folgenden Offtext zur Erklärung des Sichtfluges sendete:

"Die Instrumente müssen bis zu einer Höhe von 6.000 Metern abgestellt werden. [...] Die Verantwortung liegt bei dieser Ausnahmeregelung allein beim Piloten und nicht wie sonst üblich bei der Deutschen Flugsicherung."
wandte sich Pilot und Flugzeug an die verantwortliche Redaktion und wies auf unsere FAQ-Seite für interessierte Journalisten hin.
Zwei Wochen später erhielten wir folgende Antwort von Sigmund Gottlieb, Chefredakteur Fernsehen des Bayerischen Rundfunks und Leiter des Programmbereichs Politik, die wir hier ungekürzt wiedergeben:

Sehr geehrter Herr Brill,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 21.04.2010.

Ihrer Kritik an der Berichterstattung des ARD-Nachtmagazins muss ich leider widersprechen. Die Deutsche Flugsicherung ist für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig. Sie hatte am Dienstag, den 20.4.2010 aufgrund der Ausbreitung der Asche-Wolke bestimmt, dass der untere Luftraum (bis 6 Kilometer Höhe) für Instrumentenflüge geschlossen bleibt. Unabhängig von diesen Beschränkungen durften an deutschen Flughäfen Starts und Landungen nach Sichtflugregeln stattfinden. Flüge mit Instrumenten waren zum Zeitpunkt der Sendung zwischen dem Boden und 6000 Metern Höhe definitiv nicht gestattet.

In der Pressemitteilung der Deutschen Flugsicherung vom 19.04.2010 heißt es: „Im unteren Luftraum kann die DFS nach den vorliegenden Wetterdaten im Moment keine Freigabe für IFR-Flüge erteilen. Damit finden an den deutschen Flughäfen bis auf weiteres keine Starts und Landungen statt. Ausnahme sind Flüge nach Sichtflugregeln (VFR-Flüge), die in niedriger Höhe erfolgen. Solche Flüge, die nicht unter der Kontrolle der DFS stattfinden, sind nach wie vor möglich; das Risiko dafür trägt der Pilot.“
Dies bestätigte auch Thomas Limmer, ein Lufthansa-Pilot, der am selben Tag von Österreich in den deutschen Luftraum geflogen und in München gelandet ist, im Interview mit dem Bayerischen Fernsehen.

Mit freundlichen Grüßen
gez.
Sigmund Gottlieb

Dass man auch nach mehreren Wochen bei der ARD einfach nicht in der Lage ist eine wenigstens in der Terminologie korrekte Definition des Sichtfluges zu liefern zeigt dieses Beispiel (am Seitenende) aus der Vorankündigung der Report-Sendung vom 17. Mai 2010.

Der Report-Beitrag im Bayrischen Rundfunk enthält dann derart große fachliche Löcher, dass man mehrere Airliner (im Sicht- oder Instrumentenflug) hindurchsteuern könnte.
Da wird nicht zwischen VFR und CVFR unterschieden und es wird mit schlecht belichteten Cockpitaufnahmen aus einer hübschen C177 Angst vor "Segelfliegern" geschürt, die ja bekanntlich vor allem im Luftraum C sehr zahlreich sind.
Minister Ramsauer wird für seine "strikte Linie" gelobt und für alle die es dann immer noch nicht kapiert haben legt Claudia Schick in der Abmoderation nach: "Spätestens bei der nächsten Wolke werden wir wissen wer gesiegt hat: Geld oder Sicherheit".

Für derart faktenarme Stimmungsmache würde sich die Bildzeitung noch schämen.


  
 
 




18. Mai 2010: Von  an Jan Brill
Moin,

habe gestern abend mal wieder Bilder bei N24 gesehen, die den Sturm der Ex-DDRler auf die Stasi-Behörde zeigen. Ich glaube es wird mal wieder Zeit, das Werkzeug auszupacken. Da hilt ja selbst der Begriff des "Fremdschämens" nicht mehr, das ist einfach nur noch eklig....
18. Mai 2010: Von Intrepid an 
Ist aber dieses Mal etwas anders gelagert, Herr Ramsauer vertritt die Allgemein-Meinung.
18. Mai 2010: Von Wolff Ehrhardt an Intrepid
Kann man gegen so eine bewusste Fehlinformation und Panikmache nicht rechtlich vorgehen? Es sollte doch ein leichtes sein, zumindest eine Gegendarstellung hinzubekommen. Das wäre schon mal ein Anfang. Aus meiner Sicht sind dafür meine AOPA Beiträge gut angelegt.

Das Magazin Quer vom BR3 hat sich doch schon mit dem UL-Platz gut für die GA erwiesen. Ggf. sollte man mit der Redaktion mal Kontakt aufnehmen. Vielleicht sind die einschtiger und vernüftiger als der Rest der "Panik-Reporter".
18. Mai 2010: Von Ernst-Peter Nawothnig an Wolff Ehrhardt
Es ist hoffnungslos, denn: Die Deutschen sind schizophren. Es gibt keinen einzigen, der sich nicht von sinnlosen Vorschriften aller Art umzingelt und gegängelt fühlt. Aber wenn irgendwas nicht nach seiner Mütze ist, wenn er ungeregelte Bereiche entdeckt oder wenn er Restrisiken tragen soll, schreit er nach neuen Vorschriften und ruft die Polizei.
Die Politiker surfen nur auf dieser Welle.
18. Mai 2010: Von Jan Nestler an Jan Brill
Was hat eigentlich der Sicherheitspilot Jürgen Steinberg genau gesagt? Man hört immer nur (vermutlich aus dem Zusammenhang gerissene) Platitüden.
Ich sag mal so - wenn er sich dagegen gewehrt hat, dass IFR-ausgerüstete Airliner unter marginal VMC als VFR-Flug unterwegs sind, dann kann ich das durchaus nachvollziehen.
18. Mai 2010: Von Wolff Ehrhardt an Jan Nestler
Sie schrieben: ...marginal VMC als VFR-Flug unterwegs ...

Darum geht es garnicht, abgesehen davon war das Wetter severe CAVOK. CVFR ist keine Sonderregelung Deutschlands sondern ein weltweit durch die ICAO verabschiededes Verfahren, das die Memberstaaten in nationales Recht umzusetzten haben. Und Deutschland ist Memberstaat. Ich habe eine bekannte bei Air Berlin, die hatte als Kapitän auf A319 keine Probleme damit, unter VFR Night von LEPA zurück nach Deutschland zu fliegen.

Gibt es bei Air Berlin bessere Piloten als bei Lufthansa?
18. Mai 2010: Von Thore L. an Jan Brill
Oh mein Gott... Wisst Ihr, was die machen könnten? In 3 Wochen haben wir ab FL100 Airspace Alpha, genauso wie um alle größeren Flughäfen... Wie stoppen wir den Ramsauer?

Hilfe!
18. Mai 2010: Von Jan Nestler an Wolff Ehrhardt
Anfangs waren es definitiv sever CAVOK. Gar keine Frage.

Aber über die Tage zogen an manchen Ecken halt doch Wolken auf. Von daher ergäbe es sinn, wenn Herr Steinberg erst sein OK gab, anschließend aber irgendwas negatives meinte - nur was halt.

Das CVFR ein anerkanntes Verfahren ist, ist schon klar. Und das es nicht geheimnisvolles oder schlimmes oder gefährliches wäre auch.
18. Mai 2010: Von Wolff Ehrhardt an Jan Nestler
Der Kabaretist Richard Rogler hat sich mal die Arbeit gemacht und sämtliche CSU-Verkehrsminister seit ca 1960 genauer untersucht. Fast alle waren in Verkehrsdelikten unter Alkoholeinfluss (zum Teil mit Todesfolge des Unfallgegners, Wiesheu) verwickelt. Wenn man dies von dieser Seite betrachtet, ist einem vielleicht eher klar, warum Ramsauer so ein Mist erzählt. Hilft zwar nix, aber erklärt es ggf.

Fakt ist leider, das Ramsauer CVFR über die "Hintertür" Luftraum A einführen kann. Da hat mein Vorredner leider recht. Der DFS ist das recht eagl, die Arbeit ändert sich nicht wirklich. Das ist die Zeit für die I-Klasse in FL 185 ohne Airwaygebühr auch vorbei....
18. Mai 2010: Von Udo S. an Jan Nestler
die von jan brill kritisierte firma zitiert teilweise wörtlich, woraus für mich das dilemma des sicherheitspiloten deutlich hervorgeht: wenn LH piloten sich intern über die bedingungen beschwert hatten, dann hat Steinberg völlig richtig reagiert.
Dass so etwas auch in einer Firma zuerst intern geklärt wird (und von völliger Aufklärung scheint auch LH noch weit entfernt zu sein), und nicht unbedingt auf jeden einzelnen Flug zutreffen muss, ist ebenfalls nachvollziehbar.


Spiegel online Ausschnitt:
In dem Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt, gibt Steinberg zu, dass die Situation von Piloten "als unbefriedigend oder auch als bedrohlich" empfunden wurde. Lufthansa-Bereichsvorstand und -Chefpilot Jürgen Raps distanziert sich gegenüber dem SPIEGEL von seinem Sicherheitspiloten: "Das ist seine rein persönliche Einschätzung, die sich nicht mit der Auffassung des Konzerns deckt."

kompletter Artikel:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,693801,00.html
(Lufthansa-Piloten kritisieren Sichtflüge im Aschechaos vom 09.05.2010)
18. Mai 2010: Von TH0MAS N02N an Jan Brill
In der vergangenen Woche wurde der Luftraum in Süddeutschland wg. der "Aschewolke" für IFR UND VFR Verkehr "gesperrt". Die Verkehrslandeplätze wurden angerufen und aufgefordert den Verkehr einzustellen. FIS forderte die auf der Frequenz befindlichen Flugzeuge auf zu landen. Teilweise wurde der Segelflugbetrieb eingestellt.

1. Auf welcher Rechtsgrundlage kann DFS den Luftraum für VFR-Flugbetrieb sperren? Bei Platzrundenbetrieb muss ich doch noch nicht mal Wetter/Notam einholen - oder? War das evtl. ein Versuch den neuen Notfallplan der DFS zu testen :-))

3. Zu Ramsauer: Es ist ja offensichtlich, dass hier - und fehlende Sachkenntnis oder Beratungsresistenz will ich nicht unterstellen - dem "Nationalen Carrier" und anderen eins reingewürgt werden soll. Wer die harten Worte des LH CEO gg. Ramsauer gelesen hat

https://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/zwischenseite.asp&dx2={B0C81521-A2EB-C124-1C44-8867D1C90BAC}&rub={035D49F5-2EC3-47D5-A803-F3F19B49A0EA}

den wundert es nicht dass dieser seinen nächsten Trumpf zieht. So lassen Politiker, die endlich da angekommen sind wohin sie wollten -nämlich ganz oben- nicht mit sich umspringen. Aber nur Weber hat den Draht nach oben um diesem Treiben Einhalt bieten zu können.
Oder glauben wir dass PuF oder ein DAEC/AOPA Lobbymässig in Berlin gut vertreten ist?
Die o.a. Sperrung des Luftraumes auch für VFR-Fliegerei war vermutlich nur ein Kollateralschaden des Schlags gg. die LH (der der Ausweg CVFR versperrt werden sollte). Mich würde nicht wundern, wenn die Anweisung für die Sperrung "auch für VFR" ganz von oben gekommen wäre. Das würde auch die Hektik erklären mit der alle gegroundet wurden.
18. Mai 2010: Von Wolff Ehrhardt an TH0MAS N02N
Hallo,

das Ransauer damit der Wirtschaft schadet und letztendlich die eh schon kanppen Steuereinnahmen senkt, hat er wohl in seinem "Hass" völlig vergessen. Er sägt auf dem Ast, auf dem er sitzt.

Da sollte mal der Lufthansachef mit der Kanzlerin reden. Vielleicht passiert was. Ob allerdings Merkel wirklich eingreift, wage ich zu bezweifeltn. Sie "kohlt" mir entschieden zu viel und sitzt aus.
18. Mai 2010: Von Udo S. an Wolff Ehrhardt
die hoffnung hab ich schon aufgegeben, als er sie hat sitzen lassen in spanien/portugal, und ihr einen halbherzigen busfahrer geschickt hat.

wenn sie nach dem vorfall weiterhin voll hinter ihm steht, dann kann die bande so schnell nichts trennen - schon ganz und gar nicht "leichte auswirkungen" auf den schäuble (wovon in der oberen politiker-liga so direkt finanziell keine(r) betroffen sein sollte).
18. Mai 2010: Von Gerhard Uhlhorn an Jan Brill
Und die Berichterstattung in den Massenmedien hat nicht nur bei diesem Thema so eine „Qualität“, sondern natürlich bei allen Themen – so auch bei Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt usw. Das durfte ich schon mehrfach erfahren.

Aber es gibt ja immer noch sehr naive Menschen, die tatsächlich glauben, dass das, was in den Nachrichten (Fernsehen/Radio/Zeitungen) berichtet wird, irgendetwas mit der Realität zu tun hat. Dabei kann man schon froh sein, wenn die Namen und das Datum stimmen.

Was stimmt an der Berichterstattung zu der Aschewolke?

  • Die Asche kommt aus Island

  • Die Asche kann(!) Flugzeugen schaden

  • Es gab Ausfälle im Flugverkehr

  • Der Verkehrsminister heißt Ramsauer


Der Rest ist mehr oder weniger frei erfunden.

Und das gilt für alle(!) Massenmedien! Von der BILD bis zur Süddeutschen Zeitung! Eigentlich ist die BILD sogar die ehrlichste Zeitung von allen, denn sie täuscht keine Seriosität vor. ;-)
18. Mai 2010: Von  an Gerhard Uhlhorn
und es gab keinen 11.9.!

...
ich geh ja schon...

kann den vulkanasche dem kolbeninneren schaden? das müßten ja schon tonnen sein, die da runterregnen müssen...

mfg
ingo fuhrmeister
19. Mai 2010: Von Andreas Heinzgen an 
Zumindest, und das wurde hier erstaunlicherweise noch nie erwähnt, kann Asche den Luftfilter verstopfen und anders als eine Jetengine wird ein Kolbenmotor mit verstopftem Luftfilter wohl nicht mehr zu starten sein, wenn er erst einmal aus ist.
19. Mai 2010: Von Wolff Ehrhardt an Andreas Heinzgen
Naja, es gibt ja immer noch "Alternate Air", damit läuft dann der Motor wieder für eine Weile. Aber wievil Jahre das dauert, bis ein Filter so zu ist, das der Motor ausgeht, weiß keine. In Island sind die mit Hubschrauber und Flugzeug sehr nah an den Vulkan ran und haben gefilmt, da ist die Konzentration mit Sicherheit höher. Vermutlich tauschen die dann den Filter öfter...
19. Mai 2010: Von Juergen Baumgart an Andreas Heinzgen
Ist doch logisch, jeder Luftfilter kann zusetzen.
Deshalb ist er ja auch im Wartungsintervall der 50h bzw. 100h-Kontrolle aufgeführt. Zählen Sie doch mal, wieviele
Mücken ihr Filter bei einem Flug einsammelt, und rechnen Sie mal hoch wie dicht sie da an den Vulkan ran müssten um gleichen
Verschmutzungsgrad zu erreichen.
Das Ganze ist so ausgelegt, daß sie wahrscheinlich 1 Stunde durch den dicksten Sandsturm fliegen könnten ohne daß der Motor
wegen Luftmangel stehenbleibt.
19. Mai 2010: Von Walter Pohl an Juergen Baumgart
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß Kolbe einfach so schlagartig stehen bleibt. Wenn der Luftfilter zumacht, dürfte der Motor erst mal Symptome des Luftmangels zeigen, also Überfettung, Leistungsabfall und so, was dem aufmerksamen Piloten sicher nicht entgeht.

Dem Kolbenflieger bleibt dann wahrscheinlich genügend Zeit, sein Flugzeug zu landen und vertrauensvoll den Händen eines Kollegen von Scheuerlein zu überantworten. Der macht dann den Luftfilter wieder heile und weiter gehts. Verglasung des Zylinders dürfte somit ausgeschlossen sein. Das freut wiederum das Bankkonto.


Grüße
Banane
19. Mai 2010: Von Wolff Ehrhardt an Walter Pohl
Das kommt nicht schlagartig. Ist vermutlich ähnlich wie Vergaservereisung. Motor verliert Leistung, aber langsam.

Und dann gibt es noch Alternate Air, ist zwar meist ungefiltert, aber Notfall ist Notfall...
19. Mai 2010: Von Klaus-P. Sternemann an TH0MAS N02N
Die IATA hat m.E. alles wichtige dazu geschrieben und scheint auch etwas zu unternehmen:

-->> For immediate release Date: 18 May 2010 No: 20


News
IATA Blasts Europe’s Handling of the Volcanic Ash Crisis


Geneva - The International Air Transport Association (IATA) called on European governments and air navigation service providers to urgently develop more precise procedures to identify ash contaminated air space and allow more flights. The call came in the wake of 1,000 flight cancellations on Monday (17 May) as a result of the continued volcanic eruptions in Iceland.

“This problem is not going away any time soon. The current European-wide system to decide on airspace closures is not working. We welcome the operational refinements made by the Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in their theoretical model but we are still basically relying on one-dimensional information to make decisions on a four-dimensional problem. The result is the unnecessary closure of airspace. Safety is always our number one priority. But we must make decisions based on facts, not on uncorroborated theoretical models,” said Giovanni Bisignani, IATA’s Director General and CEO.

Bisignani noted some successful exceptions which provide examples to follow. “France has been able to safely keep its airspace open by enhancing the VAAC data with operational expertise to more precisely determine safe fly zones. Today, the UK Civil Aviation, working with the UK NATS (the air navigation service provider), announced another step forward by working with airlines and manufacturers to more accurately define tolerance levels while taking into account special operational procedures. Both are examples for other European governments to follow,” said Bisignani.

Bisignani called for (1) more robust data collection and analysis (2) a change in the decision making process and (3) urgency in addressing the issues.

Data Collection and Analysis
“Numbers show that the current system is flawed. Over 200,000 flights have operated in European airspace identified by the VAAC as having the potential presence of ash. Not one aircraft has reported significant ash presence and this is verified by post-flight aircraft and engine inspections. We must back the theory with facts gathered by aircraft to test ash concentration. France and the UK are showing that this is possible. If European civil aviation does not have the resources, it should look to borrow the test aircraft from other countries or military sources,” said Bisignani.

Changing the Decision-making Process
“We have lost confidence in the ability of Europe’s governments to make effective and consistent decisions. Using the same data, different countries have come to different conclusions on opening or closing airspace,” said Bisignani.

“Ultimately the industry needs a decision-making process for ash clouds similar to the one used for all other operational disruptions. Every day airlines make decisions whether to fly or not to fly in various weather conditions. Airlines collate the information available and make informed decisions placing safety first and with full access to all the latest weather reporting. Why should volcanic ash be any different?” said Bisignani.

In the US, which has a lot of experience with volcanic activity, the government identifies a no-fly zone where ash concentration is the highest. For all other areas, it is the responsibility of the airline to decide to fly or not based on the various data sources available. “The US has well-established, safe and effective procedures for tracking the hazards of volcanic ash. In recent years, the industry had no recorded safety incidents from volcanic activity in US airspace. Europe has a lot to learn,” said Bisignani.
###-MYBR-###Urgency
“Volcanic ash is a new challenge for European aviation. We can understand that systems need to be developed to cope. But what is absolutely inexcusable is the failure of Europe’s governments to act urgently and collectively to provide real leadership in a crisis. We have vast amounts of data from over 200,000 safe flights ready for analysis to support an urgent review of the current processes. The UK is finally moving in the right direction. But what about the other affected European governments? The next transport ministers meeting is scheduled for June 24. What kind of leadership waits more than a month to make crisis decisions? European businesses are dependant on air travel and passengers certainly cannot wait that long for initiatives like the UK’s to be implemented continent-wide,” said Bisignani.

To enhance the industry’s long-term ability to address volcanic ash issues, Bisignani is traveling to Montreal for urgent meetings with the International Civil Aviation Organization (ICAO). “IATA and ICAO have been working intensely on this issue since the crisis first struck in April. IATA is strongly supporting the ICAO task force which is reviewing ash tolerance thresholds with operators and manufacturers. The responsibility of manufacturers is critical in providing performance information to back decisions,” said Bisignani.

Tomorrow Bisignani will meet Roberto Kobeh-Gonzales, President of the ICAO Council and Raymond Benjamin, ICAO Secretary-General. “It is important that we act urgently and globally to better deal with this crisis and to lay a solid foundation for better decision making in future eruptions. Even as Europe stumbles with its fragmented approach, IATA is working with the global community through ICAO and by tapping into the experience of leading regulators like the US FAA to facilitate harmonized solutions,” said Bisignani.


- IATA -

For more information, please contact:
Anthony Concil
Director Corporate Communications
Tel: +41 22 770 2967
Email: corpcomms@iata.org
19. Mai 2010: Von Wolff Ehrhardt an Klaus-P. Sternemann
Danke, das war sehr deutlich und lässt kein Spielraum für Interpretationen. Die Kritk an die EU-Verkehsminister waren sehr deutlich. Wenn jetzt alle allerdings wie ein kleines Kind im Sandkasten, dem man die Schaufel wehnommen hat schmollen, haben wir ein neues Problem. Nur wie sagt man einem Minister, das er Mist gebaut hat, ohne das man es ihm so direkt sagt? Nur wenn er selber erkennt, das es einen besseren Weg gibt, wird sich was ändern.
19. Mai 2010: Von  an Wolff Ehrhardt
Nur wie sagt man einem Minister, das er Mist gebaut hat, ohne das man es ihm so direkt sagt?


da fällt mir ein bayr. witz ein....:

ein ami auf der alm will nach dem weg auf dem almhof fragen und ruft dem knecht zu: hey mister....sagt der knecht: ich bin nicht der mister, ich bin der melker!

mister minister...?

mfg
ingo fuhrmeister
19. Mai 2010: Von Max Sutter an Wolff Ehrhardt
Es gab nicht Wenige, die glaubten, dass es nach Tiefensee nicht mehr tiefer gehen könne. Ramsauer hat sie eines Besseren (bzw. Schlechteren) belehrt ...

57 Beiträge Seite 1 von 3

 1 2 3 
 

Home
Impressum
© 2004-2020 Airwork Press GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Airwork Press GmbH. Die Nutzung des Pilot und Flugzeug Internet-Forums unterliegt den allgemeinen Nutzungsbedingungen (hier). Es gelten unsere Datenschutzerklärung unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (hier). Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA) Hub Version 13.05.14
Zur mobilen Ansicht wechseln
Seitenanfang