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188 Beiträge Seite 1 von 8

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19. Mai 2008: Von Max Sutter an Julian Koerpel
Diese Garantie gilt nicht für den Motor und Motorzubehör, Propeller und Propellerzubehör
sowie Avionics, die einer separaten und unabhängigen Garantie des jeweiligen Herstellers
und deren Garantiebedingungen und Verfahrensweisen unterstellt sind.


Herr Koerpel, unter anderem deswegen habe ich mein Posting vom 18. Mai, 11:22 Uhr
geschrieben. Der zitierte Passus betrifft ausdrücklich nur die Garantie, welche freiwillige,
über die Gewährleistung hinausgehende Zusagen enthält. Ihr Schluss

der Aircraft Hersteller haftet wohl nie für den Motor, Prop etc.

dürfte falsch sein, da die Gewährleistung nicht abbedungen werden kann, und meines
Wissens ist dafür der Händler, bzw. bei Verkauf in Kommission das Werk zuständig (das
Flugzeugwerk, da ich ja ein Gesamtsystem kaufe). Das fällt in den ersten sechs Monaten
voll auf Diamond, auch der Motor. Danach gilt die Gewährleistung bis zum Ablauf von
zwei Jahren nach Kaufdatum auch noch, aber durch die Umkehr der Beweislast ist die
restliche Gewährleistung bei einem technisch so komplexen Gebilde (meist) wirkungslos
für den Kunden. Sie wird in der Regel noch durch (freiwillige) Garantiezusagen verbessert,
welche jetzt, im Falle des Thielert-Motors, wohl hinfällig sind.

Der Verweis auf englische Texte ist in dem Zusammenhang nicht sachdienlich, denn laut
www.dict.leo.org heißen sowohl Garantie als auch Gewährleistung im Englischen Warranty.
In der Deutschen Gesetzgebung sind aber die zwei Begriffe völlig verschieden definiert.
19. Mai 2008: Von RotorHead an Max Sutter
Eine anstehende Wartungsmaßnahme, wie z.B. der planmäßige Tausch eines Getriebes, ist allerdings weder ein Fall für Garantie noch Gewährleistung. Dass solche Wartungsmaßnahmen anfallen, war schon vor dem Kauf kein Geheimnis.
19. Mai 2008: Von Max Sutter an RotorHead
Also wenn ich bei meinem Auto alle 300 Stunden das Getriebe ersetzen müsste, dann würde diese elende Kiste schon lange bei den Herstellern in Wolfsburg/Köln/Rüsselsheim/Zuffenhausen/Untertürkheim/München (Zutreffendes unterstreichen) auf den Hof gestellt und die Sache gerichtlich geklärt. Flugzeugeigner sind wirklich ein langmütiges, bescheidenes Völkchen.

Das gilt schon seit Urzeiten, dass ein Flugzeugmotor so auszulegen ist, dass die höchste PS-Zahl bei Drehzahlen von 2500 bis 2700 Touren/min zur Verfügung stehen sollte, damit kein Getriebe nötig ist. Bei einem Diesel wäre das mit etwas langhubiger Auslegung zu schaffen. Delta Hawk hat das sogar mit quadratischer Auslegung (Bohrung = Hub) erreicht. Automotoren sind nun mal nicht für diese spezielle Anforderung geeignet. Die erreichen mit ihrer Geometrie je nach Auslegung ihre Leistungsgrenze bei 3500 RPM oder darüber.
19. Mai 2008: Von Julian Koerpel an Max Sutter
Hallo Herr Sutter,

okay, war ja nur meine laienhafte Interpretation. Denke auch, dass die im Link genannten Punkte rechtlich so nicht haltbar sind.
Schaun wir mal was in den nächsten 2 Wochen/während der ILA so passiert.
Thielert übrigens ist lieferfähig-sagen die am Telefon zumindest. Sie überholen ggfs.sogar Motoren--gegen Cash versteht sich.
Was die Laufzeitenbegrenzung angeht: Wüsste gern, ob das ne Auflage seitens LBA oder eine interne Thielert Sache ist. Wenn letzteres der Fall ist, könnte / sollte Thielert sich hier nicht mal zu äussern, bzw die Laufzeiten ggfs. erhöhen ? Kenn mich da in dem Punkt leider nicht soo aus. Aber alle 300h raus und rein kanns wirklich nicht sein, das ist klar.

Mit hoffenden Grüßen,
Julian Koerpel
19. Mai 2008: Von Julian Koerpel an Max Sutter
Ergänzung:
Dann bin ich ja mit Ablauf der 6 Monate rechtlich auf der schlechteren Seite, wobei ich mir vorstellen kann, dass im Streitfall ein Gericht sich die Gewährleistungspraxis der Fa. Thielert ansehen wird und hieraus dann entscheidet. Kann ja nicht sein, dass Thielert in den letzten Jahren bei einem Gewährleistungsfall der nach 6 Monaten aufgetreten ist, immer zugunsten des Kunden entschieden hat, und diese Praxis -wer auch immer hierzu einstehen muss, ob mgl. Nachfolger von Thielert, oder Diamond- nun auf einmal nicht mehr gelten soll.
Bin wiegesagt Laie was solche rechtlichen Dinge angeht, hoffe aber, dass es hierzu eine Lösung geben wird, die weder den Kunden belasten, noch Diamond in ernsthafte Probleme bringt.

Könnte mir vorstellen, dass Diamond u.U. einen Teilepool aufbaut, den Kunden einen "Thielert/Diamond" Support bieten wird und nach und nach die TAE gegen den AE Motor tauschen wird-je nach Laufzeit des TAE halt.

Bin auf jedenfall sehr gespannt....
19. Mai 2008: Von Intrepid an Julian Koerpel
Die 300 Stunden hat sich Thielert aber nicht aus den Fingern gesogen. Bei uns war ein Getriebe bereits defekt. Und die 1000 Stunden für den Motor sind auch keine Willkür.

So lange kostenneutral getauscht/repariert wurde eine erträgliche Sache (den Verdienstausfall während der Reparaturzeit zahlt übrigens niemand). Ich denke, dass ist auch der Grund, warum es die Firma Thielert gar nicht länger geben konnte: zu viele Motoren erreichen jetzt ihr Lebensende.

Aber, wer jetzt AVGAS-Motoren kauft, kann auch auf Holz klopfen, wenn die ohne große "Nachbesserung" ihre 1000 Stunden erreichen. Einen Rotax, der bei 700 Stunden die Grätsche machte, habe ich auch schon erlebt (Öl-Saugleitung hat Luft gezogen, also nicht Öl kam raus sondern Luft rein). Aber das Thema Rotax ist auch schon oft besprochen worden.
20. Mai 2008: Von Max Sutter an Julian Koerpel
hoffe aber, dass es hierzu eine Lösung geben wird, die weder den Kunden belasten,
noch Diamond in ernsthafte Probleme bringt


Herr Koerpel, man sollte zwar niemandem die Illusion rauben, aber für einen nicht zu
gewinnenden Prozess sollte man Sie auch nicht ermutigen. Fakt ist offenbar, dass Ihr
Flugzeughersteller Garantieansprüche an Komponenten, welche über den normalen
Gewährleistungsfall hinaus gehen, per Kaufvertrag an den Hersteller der betroffenen
Komponenten verweist. Sie haben also für den Garantiefall beim Motor nur noch
vertragliche Ansprüche gegen Thielert, und der ist Pleite. Selbst wenn er wollte, so
dürfte er, um den Vorwurf der Begünstigung zu vermeiden, derzeit nicht aktiv werden.
Diamond kann Ihnen zwar in Kulanz weiterhelfen, muss aber nicht.

Herr Müller (intrepid), ein Getriebe, das zu einem größeren Prozentsatz schon nach 300
Stunden den Geist aufgibt, erfüllt für mich, bei einer Motor-TBO von 1000 oder 2000
Stunden, die Anforderung an Lufttüchtigkeit nicht. Entweder ist es unterdimensioniert,
oder man hat gewisse parasitäre Resonanzen nicht im Griff.

Avgasosaurier von Lyc, Conti, Rolls oder Franklin sollten im Übrigen in überwiegender
Anzahl die TBO gesund erreichen, vor allem, wenn sie genügend Stunden pro Jahr
geflogen werden. Amerikanische Flugschulen waren, im Gegensatz zum allgemeinen
Tenor im PuF, immer etwas überrascht, wenn ich nach diesbezüglichen Problemen
gefragt habe. Die TBO erreicht man nach einhelliger Meinung zu fast hundert Prozent.
Ich denke aber nicht, dass deren positive Aussage von den Motorenherstellern
gesponsert war.
20. Mai 2008: Von Peter Schmidt an Max Sutter
Die Sache mit dem Getriebe ist sicher ein Mangel. Ein Rotax 912 hat auch ein Getriebe,welches ohne jede Abnützung und ohne jegliche Zusatzkosten seine TBO von 1500 Stunden erreicht.
Kommen wir einmal zu den Kosten. Wenn also jetzt die PRO RATA Garantie wegfällt, dann erwarten die Thielert Eigner enorme Mehrkosten. Euro 15.ooo.- pro Getriebetausch inkl. Kupplung werden kolportiert. Bei einer vergleichsweisen TBO von 2000 Stunden mit Lycoming heisst das also: 6 mal Getriebetausch plus 1 mal Motortausch nach 1000 Stunden. Falls jemand von euch einen PART 145 Betrieb führt und sich mit Thielert auskennt, dann kann er ja einmal eine Kostenanalyse hier ins Forum stellen.Wäre sicher total interessant....
20. Mai 2008: Von Max Sutter an Peter Schmidt
... da sage noch einer, Dieselfliegen sei billig ...

aber 50 Euro pro Stunde allein für das Getriebe - das kann man nicht glauben. Wenn das stimmen würde, dann hätte Jan Brill das Rechnen gar nicht anfangen müssen.
20. Mai 2008: Von Florian Guthardt an Max Sutter
Die Geschichte mit der TBO bei Lycoming /conti ist für die kleineren motoren ohne Turbo sicher richtig, ein IO320/360 läuft normal locker über die TBO.

Schlimm wirds bei den grossen Motoren mit Turbo, sowas hat aber eine Flugschule normal nicht!

Zu Thielert: Der Getriebetausch mit Überholtem kostet laut liste ja "nur" 3000 und nicht 15000!

Wichtig wäre eben eine Laufzeitverlängerung... ob die kommt wird sich zeigen, ansonsten macht der Diesel (leider) wirklich wenig Sinn.

Interessant wäre es einmal die echten Kosten für den Thielert von sagen wir mal 10 Haltern zu hören dann würde man sehen ob sich die Sache noch lohnt oder eher ein Desaster ist!
20. Mai 2008: Von Gregor FISCHER an Max Sutter
Hallo Herr Suter,

zu ihrer Bemerkung: >>Herr Müller (intrepid), ein Getriebe, das zu einem größeren Prozentsatz schon nach 300 Stunden den Geist aufgibt, erfüllt für mich, bei einer Motor-TBO von 1000 oder 2000 Stunden, die Anforderung an Lufttüchtigkeit nicht. Entweder ist es unterdimensioniert, oder man hat gewisse parasitäre Resonanzen nicht im Griff.<<

Diese Ansicht teile ich vollkommen und sie führt zu einem wichtigen Schluss:

Wenn eines Tages Thielert wiederauferstehen sollte oder eventuell Diamond den vielbeschworenen Austro-Diesel zertifizieren will -
zukünftig werden die Behörden uebervorsichtig sein, bevor sie den Stempel wieder auf ein solches Motorenzertifikat drücken. Der Fall Thielert hat sensibilisiert und noch ist gar nichts ausgestanden - auch für die Behörden.

Spannenste Frage: Was werden wohl die Richter in den USA auf die zu erwartenden Klagen anrichten??!!

Ein Desaster auch für Diamond ist heute voraussehbar.
21. Mai 2008: Von Peter Schmidt an Florian Guthardt
Na, dann lest mal das....

https://www.avweb.com/avwebflash/news/DiamondAircraft_ThielertBankruptcy_PartsPricesAbusive_197903-1.html
21. Mai 2008: Von Gregor FISCHER an Peter Schmidt
Ja, ich schaute mit gestern eine Meridian in Frankreich an und das Thema Diamond/Thielert ist auch hier ein Skandalthema, sind doch einige Diamond DA42 in Gallien in Betrieb. Alle haben gehofft, dass die lächerliche TBO von 300h für das Getriebe verlängert wird und jetzt das...

Der Diamond-Händler hier kann jedenfalls schon jetzt mit den Sommerferien beginnen!
29. Mai 2008: Von Gustav HOLDOSI an Florian Guthardt
Letztlich war der "THIELERT"-Motor ein großer Feldversuch auf Kosten zukunftsgläubiger und fehlgeleiteter "Vogel-Strauß-Piloten" (man verzeihe mir den Ausdruck - er trifft jedoch den Nagel auf den Kopf und soll keinesfalls beleidigend sein!), welcher, für jeden einigermaßen klar und nüchtern analysierenden Flugzeugbetreiber voraussehbar, mißlungen ist. Dass ein großangelegter Betrug durch Bilanzfälschung dahinter stehen könnte, daran hat wohl vorerst niemand gedacht.

Mutmaßlich Konstruktionsmängel beim Getriebe - wer kommt denn auf die verrückte Idee ein Getriebe zu bauen, das nur 300 Std. hält (!!!) - sowie zu geringe Standzeiten des Motors an sich sprachen aus unserer Sicht schon immer gegen diese Triebwerksvariante.

Bedenklich erscheint, dass solche schwachbrüstige Konstruktionen von der zuständigen Luftfahrtbehörde überhaupt zugelassen wurden.

Sich ein Flugzeug mit solchen Problemen zu kaufen grenzt wohl an Masochismus, so könnte man meinen. Letztlich hat dies jedoch immer der geneigte Käufer für sich selbst zu entscheiden, auch dann, wenn er der süßen Melodie der Propaganda erlegen sein sollte.

Auch immer wieder auftretende Mängel und Motorausfälle taten ein Übriges.
Selbstverständlich bin ich für Umweltentlastung, aber sie darf gerade in der Luftfahrt und insbesondere in der E-Klasse mit einer vertieften Bauprüfung nicht zum Risikofaktor werden, denn: Luft hat nun mal keine Balken.

Die THIELERT-Nachrüstversion hat sich für Cessna & Co-Flugzeuge jedenfalls nie gerechnet, die erzielbaren Flugleistungen waren schlichtweg "unter dem Hund".

Gefragt ist auch noch heute Leistung am Boden und nicht erst in 8.000ft, finden doch die meisten Flugbewegungen in der General Aviation unterhalb der für Dieseltriebwerke erforderlichen wirtschaftlichen Flughöhe statt. Sachliche Kritik hierzu wurde immer wieder propagandistisch gefärbt und vehement zurückgewiesen sowie der Neidgesellschaft zugerechnet.

Heute ist zweifelsfrei erwiesen: Jede getätigte Investition war von Haus aus ein Schuß in den Ofen, ob Nachrüstung oder Erstausrüstung und - auch seitens der Hersteller und Aktionäre!

Selbst ein vom Masseverwalter schnell engagierter "Wunderwuzzi" (Nicht respektlos gegenüber dieser Person gemeint!) wird THIELERT-Probleme nicht aus der Welt schaffen können.

Aus heutiger Sicht der Preisentwicklung von Dieseltreibstoffen verliert ein Diesel-Triebwerk ein weiteres gewichtiges Argument!

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass durch die Wahl eines "falschen Triebwerks" sowie der vorliegenden Malaise vermutlich einige Flugschulen die Existenzgrundlage verlieren und ihre Kalkulation aufgrund unanständig erhöhter Betriebskosten oder massiver Ersatzteilprobleme nicht mehr aufgeht.

Zum "alten" bisher kalkulierten Preis munter weiterzufliegen lohnt betriebswirtschaftlich gesehen nicht mehr und kostet bei heutigen Ersatzteilpreisen (die Kosten haben sich für Getriebe etc. scheinbar verdreifacht) nur unnötig wie massiv Substanz.

Andererseits Vorsicht vor besserwissenden Einflüsterern: Nicht zertifizierte Aftermarket-Ersatzteile einzubauen löst ja bekanntlich Leistungsfreiheit bei den Versicherern aus und es kann daher nur davor eindringlich gewarnt werden! Überdies birgt eine solche Vorgehensweise auch strafrechtliche Relevanz.

Bedauerlich, dass auch Private durch die diversen Machenschaften, bis tief ins Mark getroffen, möglicherweise mit dem Fliegen aufhören müssen und überdies viel Geld verlieren werden. THIELERT-Dieselflugzeuge sind ja nun, jedenfalls aus heutiger Sicht, wenig bis nichts mehr wert.

Gott sei Dank haben wir uns als renommierte Flugschule von der Diesel-Hysterie nicht beinflussen/beeindrucken lassen und sitzen heute bei dem Streit der beiden wichtigsten Vertreter/Kontrahenten der Diesellobby erste Reihe fußfrei. Es muss nicht einmal geraten werden, wer bei diesem Streit der Verlierer ist/sein wird - Vermutlich richtig: Der gehörnte Flugzeugbetreiber!

Lieber eine jahrzehntelang erprobte und im großen und ganzen sichere Motorenreihe (meinetwegen auch von Diesel-Fanatikern verkennend Alttechnologie genannt) im Einsatz als eine ruinöse und noch nicht voll durchentwickelte Dieseltechnologie.

Wer garantiert, dass sich auch künftig dieser große Flop nicht wiederholen wird?

Wie ich gerade höre, soll soeben ein weiteres THIELERT-Emergency AD herausgekommen sein? Weiß jemand Näheres?

Liebe Grüße
Gustav Z. HOLDOSI
Dipl. Sportmanager (BSO), Accountable Manager, Obmann
MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG - FTO A-117
Österreich
Tel.: +43/2243-34500, flugschule@motorflugunion.at, www.motorflugunion.at

Ausbildungsumfang: PPL(A), CPL(A) modular course, IR(A) single- and multi-engine
ATPL(A) modular theoretical knowledge course, MCC, Instructor Courses: FI(A)
Class Rating Courses: SEP(land), SEP(sea), MEP(land), TMG, Acrobatics, Towing, NR(A),

FNPT II -Simulatortraining, Flugfunkausbildung, Schiffsfunkausbildung
29. Mai 2008: Von RotorHead an Gustav HOLDOSI
Man sollte bei einem Getriebe unterscheiden, ob es tatsächlich nur 300 Stunden hält, oder bereits nach 300 Stunden getauscht werden muss, weil noch keine verlässlichen Informationen über dessen Standfestigkeit vorhanden sind. Gleiches gilt für andere Motorenteile und den Motor selbst.

Es ist nun einmal ein Problem, einen neuen Antrieb zugelassen zu bekommen, und das von Anfang an mit einer Betriebszeit von 100000 Stunden.

Das eigentliche Problem bei Thielert lag wohl darin, dass diese zulassungsbedingten Austauschmaßnahmen für den Kunden kostenlos zugesagt wurden, ohne zu bedenken, dass viele dieser Kunden, wie Flugschulen und gewerbliche Betreiber, diese 300 Stunden in sehr kurzer Zeit absolvieren. Da kann einem schnell das Geld ausgehen, während man darauf wartet, dass die Bauteile für eine längere Lebensdauer zugelassen werden.

Dass in einem Flugmotor ein Getriebe vorhanden ist, ist übrigens bei Turbinen völlig normal, bei Hubschraubern findet man unabhängig vom Antrieb immer Getriebe. Alle diese Getriebe halten bei deutlich mehr als 135 PS länger als 300 Stunden.
29. Mai 2008: Von Florian Guthardt an Gustav HOLDOSI
Ich bin hier komplett anderer Meinung, wer gleich zu beginn einen Thielert hatte incl. all dem Garantie Support und eine gut laufende Flugschule besitzt, dann hat sich die Umrüstung schon längst rentiert!

Wie schon richtig gesagt ist das Getriebe nicht etwa alle 300h defekt sondern muss im Rahmen des life time extension programms inspiziert werden bis genug Daten vorliegen. Das ist sicherlich für den Halter unschön und wer jetzt einen Thielert Diesel hat bezahlt dafür natürlich eine saftige Rechnung!

Auf der ILA hat man die Gelegenheit sowohl den Diamond/Austro Diesel als auch den Thielert Diesel unter die Lupe zu nehmen. Wenn man den Austro Diesel sieht muss man doch etwas dran zweifeln ob dieser in wenigen Wochen zulassungsreif ist!

Zudem sind die Performance-Werte von Diamond für die umgerüsteten DA42 einmal mehr "etwas" optimistisch!
29. Mai 2008: Von Bernd Juhrig an Gustav HOLDOSI
Zunächst zu Ihrer Frage: Die AD betrifft das 2.0-Liter-Triebwerk und zwar die Kupplung zwischen Getriebe und Motor.
Die zulässigen Laufzeiten bis zur Durchführung der Massnahme sind bis 200 Std. Gesamtlaufzeit gestaffelt, Motoren mit 200 oder mehr Stunden müssen sofort nachgerüstet werden.

Ansonsten fällt mir beim Lesen Ihrer Zeilen spontan eine Anekdote aus meinem letzten Besuch in Wien ein, und zwar beim Besuch der eh. kaiserlichen Sommerresidenz: Kaiser Franz Joseph hatte sich bis zuletzt geweigert, die neu gebaute Strassenbahn auf dem Weg in die Stadt zu nutzen und bevorzugte weiterhin (wie schon mehr als 50 Jahre zuvor) die Pferdekutsche....

Kann es sein, dass Innovationsfeindlichkeit die Zeit überdauert hat?

MfG

BJ
29. Mai 2008: Von Thomas Borchert an Bernd Juhrig
Kaiser Wilhelm glaubte auch nicht an die Zukunft des Automobils, er setzte auf das Pferd. Und ich glaube es war Herr Daimler, der weltweit maximal eine Million Autos vorher sah, "wegen des Mangels an Chauffeuren".
29. Mai 2008: Von Peter Schmidt an Thomas Borchert
Glaube und Aberglaube bestimmen bis zum heutigen Tage das Weltbild. Die Eitelkeit der beiden Firmeninhaber Dries und Thielert führte sicher auch dazu, daß man versuchte eine Idee mit Lichtgeschwindigkeit ohne wenn und aber umzusetzen. Die technischen und wirtschaftlichen Probleme zeigen sich leider auch immer erst mit dem Tun. Nur sollte man jetzt den Status Quo der bisherigen Entwicklung betrachten und für die Zukunft vorausdenken. Fakt ist, daß der Dieselmotor, egal wer ihn baut, derzeit nicht die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Austro Engines steht nun vor der schwierigen Entscheidung, die Leiche weiter zu beatmen oder sie friedlich zu beerdigen.Keine leichte Aufgabe. Leider hinkt die Fliegerei mangels Masse und behindert durch Zertifikationshürden der normalen technischen Entwicklung hinten nach. Das war nicht immer so. Während bei militärischen Entwicklungen stets die Machbarkeit im Vordergrund steht,gilt für zivile Entwicklungen das Prinzip der Wirtschaftlichkeit.Während Mercedes bereits den Nachfolger des Diesel/Benzinmotors den DIESOTTO ( ein furchtbarer Name ) am Prüfstand hat,kommt die Privatfliegerei nicht aus der LYCONTI Steinzeit heraus. Und da sind wir beim springenden Punkt. Forschung und Wirtschaftlichkeit sind ungleiche Geschwister. Thielert sollte man begraben, Diamond sollte Fluggeräte bauen, die sich nach den derzeitigen technischen Machbarkeiten rechnen und die die Firma nicht noch zusätzlich in neue Schwierigkeiten bringt und eine Firma wie z. B. Austro Engines sollte man beauftragen und europaweit fördern, auf den bereits gemachten Erfahrungen von Thielert einen zukunftsträchtigen Motor für die GA zu bauen.Ohne wirtschaftlichen Druck.Punkt....
29. Mai 2008: Von Gregor FISCHER an Peter Schmidt
Hallo Herr Schmidt

Zum Zitat: Thielert sollte man begraben, Diamond sollte Fluggeräte bauen, die sich nach den derzeitigen technischen Machbarkeiten rechnen und die die Firma nicht noch zusätzlich in neue Schwierigkeiten bringt...

Sehr gut - aber was rechnet sich heute!?

Ich denke, dass Diamond in unüberwindlichen Problemen steckt.
29. Mai 2008: Von Gregor FISCHER an Gustav HOLDOSI
Hallo,

man kann ihnen beipflichten, denn solche Glaubensbrüderschaften wie die 'Diesel-Sekte' gibt es vorrangig in der Kleinfliegerei, weil die Flugzeugeigner halt fast ausschliesslich Laien sind und sich dann gerne überzeugen lassen. Gerade weil die Thielert-Flugzeuge kaum mehr was wert sind, ist ein Diesel-Comeback auch in Zukunft unwahrscheinlich. Da sind einige risikofreundige Flieger für alle Zunkunft 'kuriert' worden.

Fakt ist, dass meines Erachtens auch Diamond wenn überhaupt, nur schwer angeschlagen überleben wird.
29. Mai 2008: Von Thomas Borchert an Gregor FISCHER
> Fakt ist, dass meines Erachtens auch Diamond wenn überhaupt, nur schwer angeschlagen überleben wird.

Was für ein Satz...
29. Mai 2008: Von Oliver Giles an Thomas Borchert
>>Fakt ist....<<
So wie es da steht stimmts sogar.
Ich entschlüssele:
Es ist ein Fakt,
daß es sein Erachten(seine Meinung)ist,
daß Diamond nur schwer angeschlagen überleben wird,
wenn überhaupt.

Wir können das nicht widerlegen,das kann er nur selbst-
wenn er seine Meinung ändert...

grinssssss...OLVIS
30. Mai 2008: Von Julian Koerpel an Gregor FISCHER
Herr Fischer,

fliegen Sie doch einfach Ihren Avgas Dinosaurier, bei dem einem die Töpfe irgendwann durch die Gegend fliegen, mit Luftkühlung (gibts noch nen PKW Motor der ausschliesslich luftgekühlt ist?) und einem Gemischhebel aus der Steinzeit weiter.
Das ist typisch Deutsch hier, (nicht ausschl. auf Sie bezogen): Das war nix, wurde nix und wird auch nie was werden. Der Ami hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und wird alles beherrschen, die Luftfahrt, die Motortechnik, die Welt, den Mond, ja das ganze Universum.
Wenn dann mal einer kommt und sagt: Hey, ich hab das was, das funktionieren könnte und ich stecke mein Kapital da rein um es zu realisieren dann gibts hier in Europa / Deutschland immernoch viel zu viele Besserwisser.
Thielert hat sicher nicht alles richtig, aber auch nicht ALLES falsch gemacht. Die Bilanzsache kommt nicht nur bei Thielert, sondern - ich schätze mal - in jedem 5 Betrieb irgendwie vor. Das fängt schon bei der Bewirtungsabrechnung, privatflügen auf Firmenkosten etc an.

Sorry, aber mir geht die Hutschnur hoch wenn ich hier so Zeilen lese. Diamond hat immerhin Flugzeuge gebaut, die wirtschaftlich zu betreiben sind (OK im Moment nicht, aber da hat Diamond KEINE Schuld dran)
Eine Cessna, die 1804 mit den damaligen Zulassungskriterien zertifiziert wurde, würde heute NIRGENDS mehr ein Typecertificate bekommen. Schaun Sie sich nur mal die Sitze an. Die reissen bei nem Crash als erstes aus der Verankerung.
Ich fühl mich einem sog. "Joghurtbecher" wesentlich sicherer.
IFR mit ner DA-40/DA-42/SR20/SR22 = YES (medium IFR)
IFR in ner 40 Jahre alten C172 = NO WAY ausser ich habe wirklich Wetter, das mir nach unten JEDERZEIT ein OUT gibt.
IFR in ner TWINCO = Klar doch :-) Sind ja 2 Motoren und Herr Brill beweist es immer wieder eindrucksvoll.

Ich fliege nicht ausschliesslich DIAMOND, nein, ich freue mich sogar ab und zu auch ne PA-28 / C172/C182 oder grösser zu fliegen. Aber es geht irgendwo auch um den technischen Fortschritt und den hat es bei Cessna / Piper in dem Bereich nicht gegeben (OK, ein G1000 und eine Aircondition...)

Sorry, vllt etwas heftig aber ich bin auch schon seit 5 Uhr heut früh am fliegen gewesen.- Übrigens mit ner DA-40 G1000

Good n8 und allen -mit welchem Flugzeug auch immer- always happy Landings!

Greetz
30. Mai 2008: Von Julian Koerpel an Gregor FISCHER
>Hallo,

man kann ihnen beipflichten, denn solche Glaubensbrüderschaften wie die 'Diesel-Sekte' gibt es vorrangig in der Kleinfliegerei, weil die Flugzeugeigner halt fast ausschliesslich Laien sind und sich dann gerne überzeugen lassen. Gerade weil die Thielert-Flugzeuge kaum mehr was wert sind, ist ein Diesel-Comeback auch in Zukunft unwahrscheinlich. Da sind einige risikofreundige Flieger für alle Zunkunft 'kuriert' worden.

Fakt ist, dass meines Erachtens auch Diamond wenn überhaupt, nur schwer angeschlagen überleben wird.<

Naja, ob jemand, der 300000 - 520000 Eur für nen Flieger ausgibt wirklich nur ein "Laie" ist, wage ich stark zu bezweifeln.

Andere sind auch schon auf die Nase gefallen (Mooney ? Cessna ?)
und hatten nur Glück, dass dann einer mit Geld doch noch eingesprungen ist. Also im Prinzip gleiche Sache nur dass Hr Dries sein EIGENES Privatvermögen in die Firma steckt. Und glauben Sie mir, da ist noch genug vorhanden.

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