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Luftrecht und Behörden | Kontrolle der Pilotendokumente - Flugleiter, BfL  
29. Mai 2022 21:41 Uhr: Von Nils Z.  Bewertung: +1.00 [1]

Hallo,

der Thread zum Thema, ob man sein Logbuch immer mitführen muss, hat in mir die Frage aufkommen lassen, wie das eigentlich rechtlich geregelt ist bezüglich der Berechtigung, diese Dokumente von Piloten zur Einsicht einfordern zu dürfen.

Mein Standardlehrwerk von Kassera war da meiner Meinung nach nicht ganz eindeutig, aber ich gehe davon aus, dass nur ein BfL das Recht hat, diese Unterlagen auf Anforderung einzusehen? Und nicht jeder Flugleiter an jedem Wald- und Wiesenflugplatz ist automatisch auch ein BfL, richtig? Muss ein BfL dann nicht auch einen Ausweis haben und auch zeigen, um sich auch als berechtigt ausweisen zu können?

30. Mai 2022 05:02 Uhr: Von Michael Söchtig an Nils Z.
Luftverkehrsgesetz (LuftVG)
§ 29
(1) Die Abwehr von betriebsbedingten Gefahren für die Sicherheit des Luftverkehrs sowie für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung durch die Luftfahrt (Luftaufsicht) ist Aufgabe der Luftfahrtbehörden und der Flugsicherungsorganisation. Sie können in Ausübung der Luftaufsicht Verfügungen erlassen. Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen durch Fluglärm oder durch Luftverunreinigung durch Luftfahrzeuge in der Umgebung von Flugplätzen dürfen nur im Benehmen mit den für den Immissionsschutz zuständigen Landesbehörden getroffen werden.
(2) Die Luftfahrtbehörden können diese Aufgaben auf andere Stellen übertragen oder sich anderer geeigneter Personen als Hilfsorgane für bestimmte Fälle bei der Wahrnehmung der Luftaufsicht bedienen.
(3) Die für die Luftaufsicht zuständigen Stellen sind zur Abwehr der in Absatz 1 genannten Gefahren, insbesondere zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit des Luftfahrzeugs und der Dienstfähigkeit der Luftfahrzeugführer befugt, stichprobenartig Luftfahrzeuge zu betreten und sie und ihren Inhalt ohne unbillige Verzögerung zu untersuchen sowie Luftfahrzeugführer anzuhalten und auf ihre Dienstfähigkeit zu überprüfen. Die zuständigen Stellen können die an Bord mitgeführten Urkunden sowie Lizenzen und Berechtigungen der Besatzungsmitglieder prüfen. Der Flugplatzbetreiber ist verpflichtet, das Betreten des Flugplatzes durch Vertreter der zuständigen Stellen zum Zwecke der Durchführung von Untersuchungen zu dulden. Nach Abschluss der Untersuchung eines Luftfahrzeugs unterrichtet die zuständige Stelle den verantwortlichen Luftfahrzeugführer oder den Halter des Luftfahrzeugs über das Ergebnis der Untersuchung. Behindert die Besatzung eines Luftfahrzeugs die Untersuchung, insbesondere das Betreten des Luftfahrzeugs, kann die zuständige Stelle ein Startverbot verhängen. Ein Startverbot kann auch verhängt werden, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass die an die Verkehrssicherheit des untersuchten Luftfahrzeugs oder an die Tauglichkeit der Besatzung zu stellenden Anforderungen nicht erfüllt sind. Widerspruch und Anfechtungsklage gegen ein Startverbot haben keine aufschiebende Wirkung.
(4) Die Durchführung der Vorfeldinspektion an Luftfahrzeugen eines Betreibers aus einem Drittstaat oder eines Betreibers, der der behördlichen Aufsicht eines anderen Mitgliedstaates unterliegt, die Durchführung von Inspektionen im Flug, die Wahrnehmung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten der für die Luftaufsicht nach Absatz 1 zuständigen Stellen und die Übermittlung der bei Vorfeldinspektionen gewonnenen Daten richten sich nach der Verordnung (EU) Nr. 965/2012 in der jeweils geltenden Fassung.
(5) (weggefallen)
(6) Eine Übermittlung von bei Vorfeldinspektionen gewonnenen Daten an Luftfahrtbehörden in Staaten außerhalb der Europäischen Union darf nur unter der Voraussetzung erfolgen, dass sich diese Staaten verpflichtet haben, die Daten ausschließlich zur Verbesserung der Luftverkehrssicherheit zu verwenden.
(7) Rechtfertigen Tatsachen die Annahme, dass die Luftverkehrssicherheit durch den Betrieb eines Luftfahrzeugs gefährdet wird oder dass die Sicherheit des Flugbetriebs des das Luftfahrzeug verwendenden Luftfahrtunternehmens insgesamt nicht gewährleistet ist, kann das Luftfahrt-Bundesamt die Erlaubnis nach § 2 Absatz 7 oder die Betriebsgenehmigung nach § 21a für alle Luftfahrzeuge dieses Luftfahrtunternehmens widerrufen. Ist eine Erlaubnis nach § 2 Absatz 7 Satz 2 nicht erforderlich, kann ein allgemeines Einflugverbot verhängt werden. Bei der Entscheidung über den Widerruf oder die Verhängung eines Einflugverbots berücksichtigt das Luftfahrt-Bundesamt die im Anhang der Verordnung (EG) Nr. 2111/2005 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Dezember 2005 über die Erstellung einer gemeinschaftlichen Liste der Luftfahrtunternehmen, gegen die in der Gemeinschaft eine Betriebsuntersagung ergangen ist, sowie über die Unterrichtung von Fluggästen über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens und zur Aufhebung des Artikels 9 der Richtlinie 2004/36/EG (ABl. EU Nr. L 344 S. 15) aufgeführten gemeinsamen Kriterien. Die Anfechtungsklage gegen den Widerruf einer Erlaubnis nach § 2 Absatz 7 oder einer Betriebsgenehmigung nach § 21a oder gegen die Verhängung eines Einflugverbots hat keine aufschiebende Wirkung.
(8) Die Absätze 4 und 6 finden keine Anwendung auf Staatsluftfahrzeuge im Sinne des Artikels 3 Buchstabe b des Abkommens vom 7. Dezember 1944 über die Internationale Zivilluftfahrt (BGBl. 1956 II S. 411). Für die Aufzeichnung des Flugfunkverkehrs gilt § 27c Absatz 3 entsprechend.
30. Mai 2022 07:12 Uhr: Von F. S. an Nils Z.

In Zeiten von Farblaserdruckern hat die Nützlichkeit von "Ausweisen" doch stark abgenommen. Ich frage mich immer, wie viele der Menschen, die bei Polizisten, Fahrkartenkontrolleuren, etc. immer nach "Ausweis" rufen eigentlich wüssten, wie eben solch ein Ausweis korrekterweise auszusehen habe.

Aber ja: Der mit den oben zitierten Rechten beliehene muss im Zweifellsfall in der Lage sein, das auch nachzuweisen. Das heisst aber nicht, dass Du Deine Dokumente nicht vorzeigen musst, falls er nicht innerhalb von x Sekunden "den Ausweis" zückt.
Da die entsprechenden Schreiben tüpischerweise im Büro sind und der Flugleiter seinen Platz nicht uneingeschränkt verlassen kann, könnte es halt etwas länger dauern mit Deiner Kontrolle. Und solltest Du keine echten Anhaltspunkte dafür haben, dass keine Ermächtigung vorliegt, dann wäre es eine echt blöde Idee, nicht so lange zu warten und einfach weg zu gehen.

30. Mai 2022 08:53 Uhr: Von Michael Söchtig an F. S.

Nachdem ich nur den Gesetzestext kopiert hatte, noch eine Erläuterung:

(2) Die Luftfahrtbehörden können diese Aufgaben auf andere Stellen übertragen oder sich anderer geeigneter Personen als Hilfsorgane für bestimmte Fälle bei der Wahrnehmung der Luftaufsicht bedienen.

Letztendlich ist das die entscheidende Vorschrift. Die Behörden können hier also die entsprechenden Personen recht frei wählen, und diese haben dann aufgrund der gesetzlichen Vorschrift kraft der Bestimmung/Beleihung die amtlichen Befugnisse. Auf das Zeigen des Ausweises alleine kommt es also überhaupt nicht mehr an.

30. Mai 2022 10:09 Uhr: Von Bernd S. an Michael Söchtig

Wenn man den gezeigten Ausweis eines Kontrollierenden (früher: Kontrolleur) nicht beurteilen kann, dann bleibt es einem doch frei den einzubehalten und die Polizei zu rufen, zur Feststellung ob die Person:in überhaupt berechtigt ist? Immerhin sind wir in einem "sicherheitsrelevanten Umfeld" und wir sind geZÜPt und wenn da einer mit einem, durch mich nicht zu prüfenden, Ausweis rumwedelt, muss ich mich doch an die zuständigen Ordnungshüter wenden können? Das kann dann zwar dauern, aber was tun wir:in nicht alles für die Flugsicherheit?

30. Mai 2022 10:56 Uhr: Von F. S. an Bernd S. Bewertung: +1.00 [1]

Einbehalten darfst Du natürlich gar nichts. Aber es steht Dir immer frei, die Polizei zu rufen, wenn Du der Meinung bist, Dein Gegenüber darf das nicht, was er von Dir verlangt. Die wird auch mit Begeisterung kommen, wenn Du die anrufst und sagst "hier ist ein Flugleiter, der behauptet, Flugleiter zu sein, aber ich weiss ja gar nicht, ob er wirklich Flugleiter ist..."

Da die Polizei übrigens am Wochenende auch keine wirkliche Möglichkeit hat, beim Luftamt nachzufragen, ob das Alles seine Ordnung hat, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass sie sagen: "So, jetzt lassen wir den Flieger einfach mal bis Montag hier stehen und so bald um 9 jemand beim Luftamt anwesend ist, läßt sich der Fall sicher einfach und schnell klären". Was macht man nicht alles für die Flugsicherheit ;-)

Um es klar zu sagen: Es geht nicht darum, dass irgendein x-beliebiger Mensch auf dem Vorfeld auf Dich zu kommt und irgendwelche Papiere sehen will. In so einem Fall ist nachfragen natürlich angebracht - und zwar am Besten beim Flugleiter, weil der weiss davon, wenn jemand anderes auf "seinem" Flugplatz gerade kontrollen macht.
Aber wenn der "Mensch auf dem Turm" Dir sagt, dass er als BfL Deine Papiere sehen will, dann würde ich dem erst mal dem ersten Anschein nach Vertrauen und spontan davon ausgehen, dass er das auch darf.

Das ist wie im echten Leben: Wenn plötzlich 2 Menschen vor meiner Haustüre stehen und behaupten, sie wären von der Kripo und müssten mein Haus kontrollieren, dann würde ich natürlich erst mal bei der Üolizei anrufen und nachfragen, ob sie jemanden zu mir geschickt haben. Wenn ich aber in eine Verkehrskontrolle komme, bei der 4 Streifenwagen und x Polizisten rumlaufen, dann würde ich zunächst mal davon ausgehen, dass das schon echte Polizisten sind...

30. Mai 2022 11:46 Uhr: Von Flieger Max L.oitfelder an F. S.
Detail am Rande: jede CAA/Zivilluftfahrtbehörde hat einen Journaldienst 24/7 (sogar Ägypten..), ob das beim Luftamt oder wie das bei Euch heißt auch so ist, weiß ich natürlich nicht.
30. Mai 2022 12:52 Uhr: Von Holger Kutz an Bernd S. Bewertung: +1.00 [1]
Gute Idee den Ausweis einzubehalten.
Mach das Mal, aber sag bitte vorher Bescheid,
damit ich ein Video davon machen kann.

Aber mal im Ernst, es gibt in Deutschland keinen Flugleiter der Papiere überprüfen darf.
Die Behörde darf dass natürlich selber, durch die Festangestellten Sachbearbeiter für Luftaufsicht (SFL), oder durch die im § 29 LuftVG genannten Personen als Hilfsorgane, das sind dann die Beauftragten für Luftaufsicht (BFL).

Außerdem gibt es noch SAFA Inspektoren des LBA, die im Rahmen ihrer Tätigkeit, natürlich auch alle Dokumente prüfen dürfen.

Die Polizei darf dass im Übrigen auch, wenn keine Luftaufsicht anwesend ist.

Dann hat das LBA noch ACAM Inspektoren, die allerdings nur die Wartung und deren Nachweise prüfen.

Was der Flugleiter aber darf, ist eine Festnahme nach dem sogenannten Jedermanns Recht (§127 StPO).

§ 127
Vorläufige Festnahme

(1) 1Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen.
30. Mai 2022 13:14 Uhr: Von Achim H. an Holger Kutz

Aber mal im Ernst, es gibt in Deutschland keinen Flugleiter der Papiere überprüfen darf. [...] oder durch die im § 29 LuftVG genannten Personen als Hilfsorgane, das sind dann die Beauftragten für Luftaufsicht (BFL).

Es ist durchaus üblich, dass Flugleiter auch BfL sind und somit die Prüfungen durchführen dürfen und sogar müssen mit einer Quotenregelung.

30. Mai 2022 13:25 Uhr: Von Holger Kutz an Achim H. Bewertung: +1.00 [1]
Dann darf er das weil er BFL ist und nicht in seiner Funktion als Flugeiter.
Er wird sich dem Piloten gegenüber nicht als Flugleiter vorstellen, sondern als BFL.
30. Mai 2022 13:55 Uhr: Von F. S. an Holger Kutz Bewertung: +14.00 [14]

Er wird sich dem Piloten gegenüber nicht als Flugleiter vorstellen, sondern als BFL.

Ich weiss nicht, wie das bei euch bisher war - aber mir gegenüber hat er sich bisher nie formal vorgestellt, sondern war halt der Mensch auf dem Turm.
Und wenn der mich fragt, ob er mal kurz auf die Papiere schauen kann, die eh im Bordbuch drin sind, hab ich gesagt: Mach halt.

Wir können uns nicht einerseits über zu viel Bürokratie beim Fliegen beschweren, andererseits aber jedesmal wenn wir etwas nicht mögen erst mal mit dem Haarespalten anfangen und vom Türmer ne Eidesstattliche Versicherung verlangen, dass er in dem Moment auch BfL ist, obwohl er von allen nur der Jupp genannt wird...

1. Juni 2022 07:45 Uhr: Von Chris _____ an F. S.

Nach welchen Dokumenten suchen solche Kontrolleure denn typischerweise, um einem was anzuhängen? Ich bin gerade mal durch die Liste im Teil NCO durchgegangen und stelle fest, dass ich das Bordbuch bisher üblicherweise nicht dabei hatte - es muss aber wohl mitgeführt werden, im Unterschied zum Logbuch des Piloten (das ist nur "ohne ungebührliche Verzögerung vorzulegen").

1. Juni 2022 09:20 Uhr: Von Achim H. an Chris _____
Halte Dich an NCO, der Kontrolleur wird es auch tun, dazu noch FCL und MED (z.B. Ersatzbrille).
1. Juni 2022 09:21 Uhr: Von Charlie_ 22 an Achim H.

Ist die geschliffene Sonnenbrille eigentlich ausreichend als "Erstazbrille"? Oder anders herum: Ich fliege immer mit der optischen Sonnenbrille und habe die normale dabei. Genügt das?

1. Juni 2022 09:30 Uhr: Von Achim H. an Charlie_ 22 Bewertung: +1.00 [1]
Wurde bei einem Ramp Check so akzeptiert, wobei die Wahrheit ist, dass ich in einem fremden Flugzeug unterwegs war und meine Ersatzbrille nicht dabei hatte. Habe auch immer halbwegs passende Einmal-Kontaktlinsen dabei aber im Medical steht "Augenglas", was Kontaktlinsen ausschließt, sofern man sie nicht trägt und eine Brille als Ersatz dabei hat.
1. Juni 2022 10:27 Uhr: Von F. S. an Chris _____ Bewertung: +3.00 [3]

Nach welchen Dokumenten suchen solche Kontrolleure denn typischerweise, um einem was anzuhängen?

Wieder nur meine subjektive und sehr limitierte Erfahrung: Nach keinen!

Die Menschen auf dem Turm machen ihren Job - und wollen einem nichts anhängen. Die haben eine Liste auf der sie pro Monat x Kennungen von Fliegern eintragen müssen, die sie kontrolliert haben.
Die Frage "Hast Du alle Papiere dabei? Dann kontrolliere ich sie und kann nen Strich auf der Liste machen" soll durtchaus schon vorgekommen sein...

1. Juni 2022 10:36 Uhr: Von Chris _____ an F. S.

Das hört sich gleich viel pragmatischer an... danke.

1. Juni 2022 10:54 Uhr: Von Chris _____ an Achim H. Bewertung: +2.00 [2]

Wer langjähriger Brillenträger ist, für den ist einfach immer die letzte abgelegte Brille die jetzige Ersatzbrille. Die bewahrt man sinnvollerweise sowieso auf und kann das auch gleich in der Fliegertasche tun.

4. Juni 2022 21:05 Uhr: Von Nils Z. an F. S. Bewertung: +2.00 [2]

Ich frage natürlich deswegen, weil ich Erfahrungen gemacht habe, die eben genau anders verlaufen waren - wo so eine "Kontrolle" den Eindruck einer Maßregelung erweckt.

Konkreter Fall: Zwei Maschinen in der Platzrunde, beide setzen korrekt ihre Positionsmeldungen ab. Flugleiter ist offenbar genervt von dem vielen Gefunke, bei dem er sich verpflichtet sieht, jede Meldung mit "Verstanden" zu kommentieren. Also weist er beide Piloten an, ihre Positionsmeldungen einzustellen. Ein Pilot erdreistet sich daraufhin zurückzufunken, dass die Positionsmeldungen doch für uns Piloten sind und nicht für den Flugleiter --> anschließendes Antreten zur Dokumentenkontrolle.

Noch ein konkreter Fall: Ein Pilot vergisst, den Einflug in eine RMZ zu melden --> nach der Landung offenbar großes Theater seitens des FL und Antreten zur Dokumentenkontrolle.

Wenn Kontrollen auf diese Art und Weise von FL genutzt werden, möchte ich gerne das Spiel mitspielen und mir zunächst mal belegen lassen, dass sie überhaupt berechtigt dazu sind, meine Unterlagen einzusehen.

4. Juni 2022 21:17 Uhr: Von Nils Z. an Michael Söchtig Bewertung: +1.00 [1]

Trotzdem ist es doch wohl so, dass nicht jeder FL automatisch das Recht hat, die Unterlagen der Piloten einzusehen, oder? D.h. im Umkehrschluss, diejenigen, die als BfL bestellt sind, müssen es auch nachweisen können, richtig?

4. Juni 2022 22:30 Uhr: Von Pascal Holzmüller an Nils Z. Bewertung: +1.00 [1]

" Zwei Maschinen in der Platzrunde, beide setzen korrekt ihre Positionsmeldungen ab. Flugleiter ist offenbar genervt von dem vielen Gefunke, bei dem er sich verpflichtet sieht, jede Meldung mit "Verstanden" zu kommentieren. Also weist er beide Piloten an, ihre Positionsmeldungen einzustellen."

Sofern es sich bei solchen Spinnern um Behördenvertreter handelt, Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Die Bundesnetzagentur prüft durchaus auch mal, ob jemand sein Funksprechzeugnis behalten kann.

Nebenbei:

§ 315 StGB
Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr
(1) Wer die Sicherheit des Schienenbahn-, Schwebebahn-, Schiffs- oder Luftverkehrs dadurch beeinträchtigt, daß er


1.
Anlagen oder Beförderungsmittel zerstört, beschädigt oder beseitigt,

2.
Hindernisse bereitet,

3.
falsche Zeichen oder Signale gibt oder

4.
einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt
und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

5. Juni 2022 07:49 Uhr: Von F. S. an Nils Z. Bewertung: -1.00 [1]

Den zweiten Fall halte ich für duchraus normal: Es ist auch Im Strassenverkehr so, dass wenn Du wegen überhöhter Geschwindigkeit rausgewunken wirst die Polizei nicht nur den Personalausweis verlangt, den sie braucht, um den STrafzettel an die richtige Person zu schicken, sondern auch "Führerschein und Fahrzeugpapiere" sowie auch mal hinschaut, ob die Felgen überhaupt eingetragen sind.
Genau das gleiche ist hier passiert: Der Pilot hat eine Ordnungswidrigkeit begangen und wird kontrolliert. Kein Problem!

Der erstse Fall erinnert mich an folgende - auch reale - Situation: Ein noch nicht wirklich erfahrener Autofahrer fährt völlig vorschriftsmäßig 100 auf einer übersichtlichen Landstrasse mit Überholverbot. Er schliesst auf ein vorausfahrendes Polizeiauto auf, das nur 80 fährt. Regelkonform überholt er es nicht und hält auch den notwendigen Abstand. Nach einer Weile blendet er dem Vorausfahrenden auf, um ihm zu signalisieren, dass man durchaus schneller fahren dürfte.
45 Minuten später weiss er auch von jedem einzelnen Verbandspäckchen in seinem Verbandskasten, dass es noch nicht abgelaufen ist und kann ohne Probleme weiter fahren ...

Man kann den FL im zweiten Fall natürlich dem Luftamt melden - aber ob man das auch tun sollte (insbesondere, wenn man noch mal zu dem Platz fliegen will) ist eine andere Frage. Er sitzt am längeren Hebel.
Und wenn sich nicht eine Vielzahl von Piloten beschwert ist die Verteidigung "hier regt sich nur ein Pilot auf, weil ausgerechnet er kontrolliert wurde" nicht widerlegbar - der einzelne Pilot kann schlicht nicht beweisen, dass er nicht kontrolliert worden wäre, wenn er am Funk die Klappe gehalten hätte.

P.S.: Und der Pilot im ersten Beispiel sollte schon auch über sein Fehlverhalten nachdenken: Solche Dinge sagt man nicht während des Fluges am Funk, sondern danach unter 4 Augen. Wenn er das am Funk macht erwirkt das schon den Anschein, als ginge es ihm nicht nur um Funkdiziplin, sondern darum, den FL öffentlich zu massregeln.

5. Juni 2022 08:44 Uhr: Von Chris _____ an F. S. Bewertung: +3.00 [3]
singen, sang, gesungen
winken, winkte, gewinkt

Der Pilot im ersten Beispiel (der dem Flugleiter zurückfunkt, dass Positionsmeldungen für die Piloten sind, nachdem der Flugleiter funkt, man solle Positionsmeldungen bitte einschranken) handelt vollkommen richtig. Damit warten, bis er am Boden ist? Niemals. Unterlassen von Positionsmeldungen ist auch für die 3 Minuten, bis er landet, vollkommen unakzeptabel. Abgesehen davon teilt er am Funk diese korrekte Ansicht nicht nur dem Flugleiter, sondern allen anderen Fliegern mit, was richtig und hilfreich ist.
5. Juni 2022 10:11 Uhr: Von Alfred Obermaier an Chris _____ Bewertung: +1.00 [1]

Nach meiner Kenntnis gibt’s eine NfL in der Positionsmeldungen geregelt sind. Danach müssen die einzelnen Segmente der Platzrunde gemeldet werden. „Querabflug / Gegen-/ Quer-/ Endanflug“. Natürlich kann im Einzelfall darauf verzichtet werden, bin ich im einzigen Flieger in der Platzrunde, beschränke ich mich auf eine Meldung, meistens Queranflug. Darf gerne korrigiert werden, wenn meine Meinung nicht stimmt.

NfL II-37/00
"Grundsätze des Bundes und der Länder für die Regelung des Flugverkehrs an Flugplätzen ohne flugverkehrskontrolle"

Beispiel EDML: "Gegen-, Quer- und Endanflug sind unaufgefordert zu melden" (DFS Sichtanflugkarte EDML 11. MAR 2021)

5. Juni 2022 10:28 Uhr: Von Charlie_ 22 an F. S. Bewertung: +6.00 [6]

In dem oben genannten Fall ist es aber der FL dessen Papiere hätten kontrolliert werden sollen. Niemand kann Piloten untersagen, eine Positionsmeldung zu machen. Ich spreche sogar andere Piloten in der Platzrunde direkt an, etwa wenn ich sie nicht sehe und ich es für nötig halte.

Und wenn der FL so einen Schwachsinn am Funk sagt, dann würde ich auch live antworten.


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