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Luftrecht und Behörden | Schulung ohne Medical  
19. Mai 2020 17:19 Uhr: Von Manos 

Hallo,
mal eine theoretisch luftrechtlich/medizinische Frage. Das Medical eines Kandidaten ruht aufgrund einer OP.

In der Ausbildung zur Erlangung eines Class Ratings ist ja der CRI PIC, richtig?
Folgendes Konstrukt:
SEP IR vorhanden.
MEP PIC vorhanden.

- Darf der Kandidat nun MEP IR schulen, weil ja der CRI PIC ist?
- Darf der Kandidat die Prüfung MEP IR machen, weil ja der CRE PIC ist?

Bin auf die hitzige Diskussion gespannt ;-)

Viele Grüße
Manos

19. Mai 2020 17:38 Uhr: Von Tobias Schnell an Manos Bewertung: +2.00 [2]

Ich kenne keine Regelung, die ein Medical fordert, wenn man nicht PIC oder erforderliches Besatzungsmitglied ist bzw. die Rechte aus einer Lizenz ausübt. Das ist so ein Fall, wo immer jeder sagt "natürlich braucht man ein Medical", aber wenn man nach der Quelle fragt, kommt nichts.

Lasse mich gerne belehren...

19. Mai 2020 17:59 Uhr: Von Bernhard Tenzler an Manos

Reden wir von Schulung innerhalb einer ATO oder außerhalb?

19. Mai 2020 18:36 Uhr: Von Olaf Musch an Tobias Schnell

oder erforderliches Besatzungsmitglied ist bzw. die Rechte aus einer Lizenz ausübt.

Ich fürchte, da liegt der Hase im Pfeffer.

Wenn ich mich auf eine andere Klasse umschulen lassen wollte und das mit CRI bzw. in der Prüfung dann mit CRE mache, bin ich zwar nicht PIC, aber ich übe als Pilot Flying die Rechte aus der (zu erwerbenden) Lizenz aus. Und als "Schüler" bin ich im Rahmen einer "Schulung" durchaus erforderliches Besatzungsmitglied, denn ohne einen Schüler findet ja auch keine Schulung statt. Aussagenlogik für Nicht-Anwälte, also alles ohne Gewähr.

Du hast aber Recht: Eine Quelle könnte ich Dir nicht nennen.

Mal die FCL rauskramen?

Olaf

19. Mai 2020 19:43 Uhr: Von Ulrich Dr. Werner an Manos Bewertung: +6.00 [6]

Guten Tag zusammen

Als Fliegerarzt und CRI erlaube ich mir hier einen Kommentar zu verfassen.

Fliegertauglichkeit ist kein Selbstzweck, sondern Teil der Sicherheitsphilosophie der Luftfahrt. Die Systemwahrscheinlichkeit eines katastrophalen Ereignisses soll eine von Menschen gesetzte Grenze nicht unterschreiten. Weder soll die Steuerstange wegen Materialermüdung versagen, noch die den Knüppel führende Hand wegen einer Gesundheitseinschränkung.

Die 20 % angebrochene Steuerstange wird meistens halten, trotzdem werden wir damit nicht starten.

Die Gesundheitsstörung wird meistens nicht zur plötzlichen Handlungsunfähigkeit (sudden incapacitation) führen, trotzdem ……….. (bitte selber ausfüllen).

Das Risiko im Doppelsteuer-Betrieb wurde in vielen Unfallberichten schon behandelt. Als riskant wurden die kurzen Flugphasen identifiziert, bei denen der Pilot Monitoring einen Fehler des Pilot Flying kaum ausgleichen kann, insbesondere unmittelbar beim / nach dem Startvorgang und unmittelbar vor /bei der Landung.

Zwar gilt das Gleiche im Prinzip auch für jede „gesunde“ Schüler/Lehrer Konstellation, sie ist aber akzeptiertes Risiko. Bei einer Konstellation mit gesundheitlicher Beeinträchtigung wird das tolerierte Risiko gedehnt. Ob es überdehnt worden ist, würde von Dritten ex post bewertet.

Im Sinne von good airmanship würde ich nicht nach Gesetzesquellen fragen, sondern mir eine ehrliche Risikobewertung abverlangen, in Fachkreisen z.B. operational risk management genannt. Genau das erfolgt üblicherweise durch den konsultierten Fliegerarzt, mit Freigabe der Tauglichkeit auch schon kurz nach einer medizinischen Einschränkung, aber auch nicht, wenn begründet. Der Arzt ist für die medizinische Risikobewertung ausgebildet, der FI/CRI oder der Pilot selten.

In meiner „Firma“ gilt dabei übrigens: keep them flying oder volanti subvenimus.

Mit Fliegergruß

Ulrich Werner

19. Mai 2020 20:22 Uhr: Von Sven Walter an Ulrich Dr. Werner

Kommt wahrscheinlich sehr auf die Art des Eingriffs an. Und es könnten auch sekundäre Erwägungen dazukommen. Man will es einfach hinter sich bringen ist das eine, das andere ist, dass die längere Krankschreibung aktuell in die Lebensphase irgendwie ganz gut reinpasst. Hausbau, kleines Kind, covid 19, kann man sich selbst überlegen. Bin ich fit oder nicht, ist natürlich eine Sache, die der flugmediziner Objektiv rational bewerten kann, aber er kann in den gesund zu schreibenden nicht hinein sehen. Und wenn jemand als Freelancer sein medical gerne erst später hätte, weil es in nächster Zeit eh keine Aufträge gibt, kann ich das auch nachvollziehen. Da hängt mal eine Existenz dran. Aber wie gesagt, das kommt doch vermutlich sehr auf den Eingriffe an, oder?

19. Mai 2020 20:26 Uhr: Von Tobias Schnell an Olaf Musch

Mal die FCL rauskramen?

Mache ich sehr regelmäßig :-) Die aus meiner Sicht relevanten Passagen sind die hier:

FCL.040 Exercise of the privileges of licences
The exercise of the privileges granted by a licence shall be dependent upon the validity of the ratings
contained therein, if applicable, and of the medical certificate

MED.A.030 Medical certificates
(a) A student pilot shall not fly solo unless that student pilot holds a medical certificate, as required for the relevant licence
[...]

Alles nur Gesetzeslage (nach der war gefragt) - keine Risikobewertung.

19. Mai 2020 20:38 Uhr: Von Tobias Schnell an Bernhard Tenzler

Reden wir von Schulung innerhalb einer ATO oder außerhalb?

Macht das aus Deiner Sicht einen Unterschied?

19. Mai 2020 23:39 Uhr: Von Bernhard Tenzler an Tobias Schnell

Macht das aus Deiner Sicht einen Unterschied?

ja, da typischerweise im ATO Handbuch Ausbildungsvorraussetzungen beschrieben sind, bei uns zum Bsp. auch das Vorliegen des Schülermedicals.

20. Mai 2020 18:25 Uhr: Von Tobias Schnell an Bernhard Tenzler


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