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50 Beiträge Seite 1 von 2

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Sonstiges | Ferry Flug Piper Meridian USA-Europa
28. Juli 2018 16:43 Uhr: Von Reinhard Bentrup 

Hallo Zusammen,

beabsichtige eine PA46-500TP aus den USA zu überführen (Grönland-Route).

1.) Auch bei FL250 habe ich die Reichweite des normalen Flugfunks auf nur ca. 170NM berechnet (längstes Leg ca. 650NM). Muss ich somit ein Longrange-Radio mitnehmen bzw. temporär einbauen lassen? Produktempfehlungen?

2.) Rettungsfloß und -Anzug sind wohl dringend zu empfehlen - trotz Turbine, oder?

Hatte 1996 eine Saratoga überführt.

Freue mich auf Tipps/Unterstützung!

Danke im voraus, Reinhard

28. Juli 2018 17:45 Uhr: Von Peter S an Reinhard Bentrup Bewertung: +2.00 [2]

ad 1) Kommt drauf an - je nach Route und Höhe kann man offiziell darauf verzichten. Mit ner Meridian beitet sich die Route via Goose Bay an, finde ich:

"Notwithstanding the foregoing, aircraft may proceed across the Atlantic without HF radio subject to the following restrictions:

(a) below FL 195, routing Iqaluit (Frobay) – Sondre Stromfjord – Keflavík; and
(b) FL 250 or above, routing Goose VOR – Prins Christian Sund (or Narsarsuaq) – Keflavík. The aircraft is not allowed to operate in HLA unless MNPS authority is held."

28. Juli 2018 20:38 Uhr: Von Sebastian Golze an Reinhard Bentrup Bewertung: +3.00 [3]

Der Funk ist in FL280 kein Problem, sowohl praktisch als auch rechtlich. Der Ferry Pilot unserer Meridian hatte einen Anzug etc. organisiert aber die Tasche nicht mal auf gemacht. Das muss jeder selber entscheiden. Der springende Punkt ist aber die Reichweite. Da hat die Meridian wenig Reserven. Wenn man in Grönland erst mal anfängt zu sinken, landet man an dem Platz komme was wolle. Und auf den langen Strecken darf man nicht mehr als 15/20kt Gegenwind haben.

29. Juli 2018 00:16 Uhr: Von Andreas KuNovemberZi an Reinhard Bentrup Bewertung: +2.00 [2]

Gerade wenn man das Flugzeug erst kürzlich erworben hat und nicht sicher weiß, was der Vorbesitzer anstellte oder welche Defizite bei der Pre-Buy Inspection unentdeckt blieben, würde ich auf jeden Fall den Immersion Suit empfehlen. Life Raft ist vorgeschrieben (FAR 91.509). Nimm ein vernünftiges.

29. Juli 2018 02:04 Uhr: Von Reinhard Bentrup an Andreas KuNovemberZi

Herzlichen Dank an alle 3 für den guten Input!

VG Reinhard

29. Juli 2018 18:25 Uhr: Von Guido Frey an Reinhard Bentrup Bewertung: +1.00 [1]

Angesichts des bereits erfolgten Ferry-Fluges mit der Saratoga ist vermutlich

http://www.equipped.org/ditchtoc.htm

bereits bekannt?

Ebenfalls für empfehlenswert halte ich das AOPA Sea Survival Training

https://aopa.de/ueber-uns/termine/seasurvival-ueberleben-auf-see.html

Aber ich vermute, dass ich damit wohl ebenfalls Eulen nach Athen trage..;-))

Jedenfalls wünsche ich viel Spaß und alles Gute für die Überführung!

30. Juli 2018 01:01 Uhr: Von Reinhard Bentrup an Guido Frey

Mitnichten. Beide Seiten nicht bekannt, 1996 hielt ich das Internet noch für überflüssig ;-).

Speziell das Ditching bzw. die Frage der Zeit bis zum Sinken scheint lernenswert. Den Trick "Fenster runterkurbeln" wie beim mit-dem-Auto-ins-Wasser-stürzen geht ja nicht ;-)

Herzlichen Dank!

Reinhard

30. Juli 2018 15:52 Uhr: Von Guido Frey an Reinhard Bentrup

Dann freut es mich, dass ich für etwas interessante Lektüre sorgen konnte...;-))

Auf der Seite von Douglas Ritter finden sich auch etwas ältere Testberichte zu Rettungsinseln und -westen. Sie werden von den geprüften Produkten her vermutlich nicht mehr ganz aktuell sein, aber die aufgestellten Testkriterien fand ich sehr interessant (Der Link ist auf der linken Navigationsleiste der Seite recht klein und versteckt angebracht...).

3. August 2018 03:28 Uhr: Von Guido Warnecke an Reinhard Bentrup Bewertung: +3.00 [3]

Von FL250-FL280 kein HF benoetight auf der Rennstrecke CYYR-BGBW-BIKF.
Rettungsinsel und Anzug: Wir ferry Piloten tragen den Anzug bei single engine turbines nicht.
ich kenne jedenfalls keinen. Anzug und raft sind aber dabei.
Bei single engine piston wird der Anzug getragen.
Die survival Chance ist minimal auf dieser Strecke wenn man ins Wasser muss, mit oder ohne Anzug.
Darueber muss man sich klar sein, bevor man so einen Flug startet.
Die Hauptrisiken sind Wetter, Vereisung und Spritmangel. Selten mechanical failure.
Happy Landings,
Guido

3. August 2018 14:59 Uhr: Von Achim H. an Guido Warnecke

Die survival Chance ist minimal auf dieser Strecke wenn man ins Wasser muss, mit oder ohne Anzug.

Wie kommst Du darauf? Mit passendem Anzug (SOLAS immersion, nicht der ETSO Quatsch der in Deutschland propagiert wird und 30min Zeit gibt, jemand vor einer Offshore-Insel rauszuziehen) und Raft sowie einer geglückten Wasserlandung, Verlassen des Flugzeugs und Betreten der Insel sollte die Überlebenschance sehr gut sein.

Ich war beim survival training in Elsfleth in meinem SOLAS-Anzug und schätze nach ausführlichen Übungen die Chancen als recht gut ein. Wenn ich mal 70 bin mit Schmerbauch, sieht es vermutlich anders aus.

3. August 2018 16:28 Uhr: Von Peter S an Achim H.

Die survival Chance ist minimal auf dieser Strecke wenn man ins Wasser muss, mit oder ohne Anzug.

Wie kommst Du darauf?

Ich tippe mal wegen der Temperaturen an der Wasseroberfläche und der Reaktionszeit von SAR. Gerade westlich von Grönland ist es abhängig von der Jahreszeit u.U. schweinekalt. Einmal angenommen Du bist hast es Dir erfolgreich in Deinem Gummiboot gemütlich gemacht. Wie lange hältst Du es bei -10C oder auch weniger denn aus?

3. August 2018 17:35 Uhr: Von Andreas Müller an Achim H. Bewertung: +2.00 [2]

Hmmm... war auch mal in Elsfleth. Mein Fazit war eher das von Guido.

3. August 2018 18:15 Uhr: Von Robert Forster an Guido Warnecke

Mhhh, in einer SET der bekanntesten Muster hätte ich ein ernstes Problem nach einem erfolgreichen wasserns überhaupt raus zu kommen. Bin jetzt nicht der schmalste aber auch nicht die Abrissbirne in persona, aber mit dem ganzen gedöns nach dem ,so denke ich mal, nicht liebevollen Einschlag auf dem Wasser da noch raus zu kommen .... Nö

Ich glaube dann lieber an die Technik und im schlimmsten Fall vertraue ich den Worten...Fang das Gebet von hinten an

..Dann warst du wenigstens schon fertig

Also, ja...Anzug wird da eher Nachteile bringen .

Was bei mir aber die Frage aufwirft, gibt es eigentlich Daten darüber , wie gut man noch nach dem wassern in rauer See aus dem Flieger kommt?

3. August 2018 20:29 Uhr: Von Achim H. an Peter S Bewertung: +2.00 [2]

In der immersion suit in Raft erfrierst Du nicht. 48h oder mehr sollten kein Problem sein.

In Elsfleth bin ich in meinem Anzug 5* selbst bei Wellen, Dunkelheit und Spritzwasser ins Floß geklettert und 2* aus dem HUET ausgestiegen. Ich bin nicht überdurchschnittlich sportlich...

Mein Hangarnachbar, über 60, korpulent und gehbehindert ist vor Korsika mit seiner P210 ins Meer gestürzt und mit seiner Frau durch den Notausstieg raus ins Floß.

Ich halte das Nordaltantik-Szenario für gut überlebbar.

3. August 2018 21:56 Uhr: Von Wolfgang Lamminger an Achim H.

Ich halte das Nordaltantik-Szenario für gut überlebbar.

aber eben nur dann, wenn ich meine Rettungsoptionen nicht von vornherein "über Bord" werfe.

Ich gehe auch davon aus, dass mit angezogenem vernünftigen Immersion-Suit, gutem Life-Raft, PLB am Mann und einem "exit-plan" das Risiko deutlich gemindert werden kann. Wenn ich auf vorgenanntes von vornherein verzichte, sind die Überlebenschancen nahzu null.

3. August 2018 22:22 Uhr: Von Andreas KuNovemberZi an Achim H.

Achim, ich hoffe mal, dass das Dein Hangarnachbar nicht liest :-)

Bei Equipped to Survive gibt‘s einen sehr ausführlichen Test von Life Rafts und auch einige Daten und Berichte zur Überlebenswahrscheinlichkeit.

http://www.equipped.com/ditchingmyths.htm

Die Überlebenschancen sind wohl auch in kaltem Wasser ganz gut, wenn das Equipment passt und man die Wasserung halbwegs hinbekommt. Bei Nacht und Sturm sieht das dann natürlich deutlich schlechter aus. Kann man aber vermeiden.

@ Robert:

Die gängigen SET wie Malibu und TBM gleiten sehr gut und aus FL270 oder 280 auch sehr lange. Ich hätte dann gerne wenigstens einen Immersion Suit und ein gutes Raft dabei.

4. August 2018 05:12 Uhr: Von B. Quax F. an Andreas KuNovemberZi Bewertung: +1.00 [1]

Blöd nur das beim gleiten der Kabinendruck weg ist! Also Sauerstoff sollte zur Hand sein oder man schläft vor dem Aufschlag noch friedlich!

Halte das Szenario auch für schwer überlebbar, zu viele Variablen und eine zu lange Rettungskette.

4. August 2018 10:47 Uhr: Von Mario Adam an B. Quax F.

TBM und PC12: ich denke, dass die Kabine dicht genug ist um den Überdruck lange genug zu halten...

4. August 2018 11:26 Uhr: Von Wolfgang Lamminger an Mario Adam

wohl eher nicht die Kabine, sondern das System Kompressor - Bleed Air Valve - Kabine führt dazu, dass bei Leistungsverlust die Kabine relativ schnell steigt (TBM, keine eigene Erfahrung sondern Info aus „zweiter Hand“)

4. August 2018 11:33 Uhr: Von Mario Adam an Wolfgang Lamminger

Habe dazu auch keine Erfahrungswerte oder nähere Informationen, aber bei der PC12 denke ich schon, dass der Kabinenüberdruck soweit erhalten bleibt...

4. August 2018 11:58 Uhr: Von Kilo Papa an Mario Adam

Ich hab auch keine greifbaren Werte für PC12 etc. Ich weiß nur, dass ein (fabrikneuer) A320 etwa 700fpm Cabinclimbrate hat, sobald die Druckbeaufschlagung abfällt. Ich würde annehmen, dass ähnliche Werte bei SET zu finden sind. Wenn die Dinger älter werden, soll es weit schlechter aussehen.

4. August 2018 12:29 Uhr: Von Malte Höltken an Mario Adam

Nach kurzem Googlen und Lesen der PC12 Notverfahren erfährt man, daß die PC12 den Druck nicht hält. Die Besatzung ist angehalten vor Erreichen von 12500 ft Cabin Alt die Sauerstoffmaske anzulegen. Steht auch recht weit oben auf der Liste.

4. August 2018 13:40 Uhr: Von Achim H. an Malte Höltken

Der Kabinendruck fällt recht schnell, wie schnell hängt von der Güte der Kabine ab. Die Wartungshandbücher geben hierfür Limits vor. Turboprops müssen nicht sonderlich dicht sein, da sehr viel bleed air reingeblasen wird. Ganz andere Situation wie bei den bedruckten Kolbenfliegern.

Natürlich muss mit Maske gesunken werden, das sehe ich aber nicht als sonderlich dramatisch, da die quick don masks sehr gut halten (fühlt sich wie in einem Schraubstock an) und man beide Hände frei hat und auch einiges an Bewegungsfreiheit.

Ich bin davon überzeugt, dass ich:

1) bei Bewusstsein bleiben würde (100%)

2) den Anzug anziehen könnte (100%)

3) eine Notwasserung hinbekomme (90%)

4) mit der notwendigen Ausrüstung aus dem Notfenster komme (90%)

5) mit dem Floß ins Freie und rechtzeitig ins Floß komme (80%)

Danach habe ich erst einmal Zeit. In der Notausrüstung befindet sich etwas Wasser. Der aktuelle Kindle ist auch endlich wasserdicht, so dass die Zeit bis zur Rettung überbrückt werden kann.

4. August 2018 14:34 Uhr: Von Mich.ael Brün.ing an Achim H.

2) den Anzug anziehen könnte (100%)

Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, erinnere mich aber gut an einen Bericht (mit Videos) von Björn über seine Erfahrungen mit den Rettungsanzügen. Ob das in einer engen Kabine unter Stress machbar ist, daran hat mich dieser Bericht sehr zweifeln lassen. Der Anzug muss ja auch dicht sein, entsprechend eng sind die Fuß und Handmanschetten.

Michael

4. August 2018 14:54 Uhr: Von Guido Warnecke an Achim H. Bewertung: +4.00 [4]

Na dann mach mal...

Korsika ist von der Wassertemperatur und der Entfernung zum nächsten Helikopter nicht mit der Nordatlantik Strecke zu vergleichen. Ich will hier niemandem ausreden, survival gear anzuziehen möchte aber auf die realistischen Überlebenschancen hinweisen. Kennt jemand Beispiele, wo jemand dort lebend aus dem Wasser gezogen wurde?

Im Pacific ist das was anderes (South Pacific). North Pacific (Alaska, Aleuten, Russia) auch keine Chance.

Wir ferry Piloten, die vielleicht 10 North Atlantic crossings im Jahr machen, versuchen eher die allgemeinen Risiken dieser Flüge zu minimieren: Wetter, Vereisung, Spritmangel (Gegenwind).

Ich mache aber keine single engine piston mehr.

Happy Landings,

Guido


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