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7. April 2008 Jan Brill

Infrastruktur: Kampagne Volksentscheid Tempelhof


Mehr als 50 „Superreiche“ und „VIPs“ treffen sich inkognito in Berlin Tempelhof

Die Teilnehmer am Crewbriefing für den Pilot und Flugzeug Leserflyout 2008 staunten nicht schlecht, als Sie am vergangenen Wochenende in Berlin von der Anti-Tempelhof-Kampagne als „Superreiche VIPs“ bezeichnet wurden. Offenbar hatte trotz aller Mühe die sorgfältige Tarnung des VIP-Treffens als harmlose Tour-Vorbesprechnung nicht funktioniert. Eine kurze Satire von Jan Brill.


Mehr als 50 Piloten aus ganz Deutschland kamen zum Pilot und Flugzeug Crewbriefing für den Leserflyout 2008 nach Berlin Tempelhof. Willkommen fühlten sie sich in Berlin freilich nicht, waren doch ganze Straßenzüge plakatiert in denen die Nutzer von EDDI als Superreiche und VIPs bezeichnet wurden.
Invesitgativ-Bloggern der Initiative „Bürger gegen das Luftfahrzeug“ war von Anfang an klar, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Schliesslich wird die Berliner Bevölkerung seit Wochen durch eine umfangreiche Plakatkampagne darüber aufgeklärt, dass es sich bei den Nutzern des zur Schliessung vorgesehenen Flughafens Tempelhof vorrangig um VIPs und Superreiche handelt. Über 50 dieser Fabelwesen schwebten denn auch am Freitag und Samstag in Tempelhof ein. Man war sichtlich bemüht unter sich zu bleiben und anlässlich der geheimen Tagung kein Aufsehen zu erregen: Trotz des regnerischen Wetters liessen die Mehrzahl der Superreichen offenbar die Gulfstream in der Garage und reisten mit – teils geliehenen – Propellerflugzeugen an. Andere VIPs stiegen zum Zwecke der Geheimhaltung gar auf das Auto oder die Bahn um. Auch der Tagungsort war listig ausgewählt: Kein abgelegenes Ski-Resort, kein tropisches Palmen-Paradies, sondern ein in jeder Beziehung eher durchschnittliches Dreisterne-Tagungshotel am Volkspark Hasenheide auf der Grenze zwischen den Bezirken Kreuzberg und Neukölln. Was in dem knapp fünfstündigen Meeting besprochen wurde bleibt unklar. Aus der Gruppe selbst trat zum Inhalt des Treffens nur wenig nach außen. Beobachter aller drei für die VIP-Kampagne verantwortlicher Parteien DIE LINKE, SPD und Grüne registrierten jedoch, dass sich die Teilnehmer lachend und fröhlich verabschiedeten und immer wieder Botschaften wie „wir sehen uns dann in Gotland“ ausgetauscht wurden.

Mundartlich verniedlicht und noch eher eines der harmloseren Plakate ...
Angesichts der mehr als sorgfältigen Tarnung fällt es jedoch schwer zu glauben, dass der Inhalt der Tagung gänzlich harmloser Natur war. Einer der superreichen Teilnehmer gab denn auch zu Protokoll: „Wir waren den ständigen Kaviar und Champagner einfach leid. Wir wollten diesmal wirklich billige Schinkenhappen und stark verdünnten O-Saft beim schwachen Licht ungewaschener Vorhänge in einem grindigen Tagungsraum geniessen.“ So schnell sie nach Berlin gekommen waren, so schnell waren sie auch wieder weg. Einige der Teilnehmer flogen noch am Samstag zurück in ihre Steuerparadiese, der Rest verliess Tempelhof am Sonntag. Kommentar: Unterste Schublade Dass die Auseinandersetzung zum Volksentscheid zur Schliessung des Flughafens Tempelhof mit harten Bandagen geführt werden würde war abzusehen. Die bei uns sehr seltenen Volksentscheide richten sich z.B. im Unterschied zur Schweiz hierzulande von Natur aus gegen den Willen der Regierenden und für die Verfechter der gegen alle verkehrspolitische Vernunft betriebenen Schliessung des Berliner City-Flughafens steht zu viel auf dem Spiel.

... hier geht's dann zur Sache: SPD, DIE LINKE und Grüne appellieren offen sowohl an den Neid, wie auch die Ignoranz der Bürger. Die hier angestrengte Argumentation ist nicht nur sachlich falsch, sie ist vor allem entzweiend und populistisch.
Vernünftige Menschen können zum Thema Flughafen Tempelhof durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Nicht jeder der die Schliessung befürwortet ist deshalb die Inkarnation des Bösen, nicht jeder der den Weiterbetrieb des in Europa einmaligen City-Flughafens für eine sehr gute Idee hält ist ein jetsetender Überkapitalist. Ich persönlich halte die Argumente zugunsten eines Weiterbetriebes für wesentlich stichhaltiger als die Argumente zugunsten einer Schliessung. Mehr als 70% der berliner Bürger sehen das genauso. Dass in einer Plakatkampagne zu einer Volksabstimmung vor allem mit Emotionen anstatt mit differenzierten verkehrspolitischen Argumenten zu Tempelhof, BBI oder Tegel gearbeitet wird ist ebenfalls klar. Anzunehmen, dass hier Gutachten und Statistiken auf die Plakate kommen wäre naiv. Eine Volksabstimmung zu diesem Thema hat in jedem Fall aber den Vorteil, dass sie der unterlegenen Seite nicht das Gefühl vermittelt übergangen oder nicht gehört worden zu sein. Sie hat freilich den Nachteil, dass hier auch mit durchaus manipulativen Werbestrategien gearbeitet werden kann. Aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile: Besser eine Chance der Mitsprache in einer harten aber offenen politischen Auseinandersetzung, als Hinterzimmer-Deals in undurchsichtigen Arbeitsgruppen und Planungsgremien. Trotzdem überschreiten die Plakate die wir anlässlich unseres Crew-Briefings in Berlin an diesem Wochenende zur Kenntnis nehmen mussten eine Grenze. SPD, DIE LINKE und Grüne greifen hier ungeniert in die unterste Schublade des Sozialneid-Instrumentariums. Mal abgesehen davon, dass das dem Plakatthema zugrunde liegende Kostenargument schlicht unrichtig ist – schließlich schlug der Berliner Senat zahlreiche Angebote zur Kostenübernahme z.B. des Bundes oder privater Investoren brüsk aus – ist die Vorstellung bei den Nutzern des Flughafens Tempelhof handele es sich vorrangig um „Superreiche“ und „VIPs“ geradezu absurd.

Superreiche VIPs auf dem Weg ins Steuerparadies, oder ganz normale Bürger auf dem Heimweg nach der Wochenend-Arbeit? Die Jets im Hintergrund sind übrigens größtenteils Regierungsmaschinen. Menschen nach der Wahl des Verkehrsmittels zu charakterisieren ist ur-borniert, aber leider in Deutschland weit verbreitet. Weder mit Auto noch mit dem Zug wäre das Arbeitspensum des Briefing-Wochenendes mit zusätzlichen Terminen auf dem Hin- und Rückweg für das Redaktionsteam von Pilot und Flugzeug zu erledigen gewesen. Und ohne Tempelhof hätte dieses Briefing – wie viele andere wirtschaftliche Aktivitäten – sicher nicht in Berlin stattgefunden.
Von offenen Neid- und Verteilungskampf-Kampagnen dieser Art hatte man sich in Deutschland bisher eher fern gehalten. Notwendige infrastrukturelle oder sozialpolitische Aufgaben des Staates als Wohltat für Einzelgruppen abzustempeln und auf dieser Basis zur Debatte zu stellen und politisch zu instrumentalisieren wird gemeinhin als Populismus bezeichnet. Derartiger Populismus führt direkt in ein politisches Klima in dem wahrscheinlich nur wenige Bundesbürger dauerhaft leben möchten. Wie wenig zielführend eine solche Verteilungskampf-Argumentation ist, zeigt schon die Gegenprobe: Sollen denn andere Parteien demnächst nun mit mundartlich verniedlichten Slogans werben wie „Ick’ zohl dooch’ nich für Rentner?“ oder „Ick’ zohl dooch nich’ für Faulpelze?“ Die Berliner Wähler werden hier vorsätzlich für dumm verkauft. Der infrastrukturelle Nutzen eines City-Flughafens steht außer Frage und zwar für die gesamte Stadt. Arbeitsplätze weit über das direkte Flughafenumfeld hinaus, gute Luftverkehrsanbindung insbesondere in den europäischen Raum und nicht zuletzt schneller Zugang für Fracht- und Ambulanzflüge ins Zentrum der 3,5-Millionen-Stadt sind nur einige der Gründe weshalb jede andere europäische Hauptstadt viel, viel Geld für eine solche Verkehrsanlage ausgeben würde. Der Berliner Senat ist drauf und dran diesen wertvollen Infrastrukturvorteil achtlos wegzuwerfen. Jedem Vorstandsvorsitzenden, der mit den Werten seines Unternehmens so umgeht wie der Berliner Senat mit der Verkehrsanlage Tempelhof, wäre eine Klage wütender Aktionäre sicher. Emotionen auf beiden Seiten – aber welche? Beide Seiten appellieren an die Emotionen des Wählers. Das liegt wie gesagt in der Natur des Instruments Volksentscheid. Aufschlussreich ist dabei zu beobachten an welche Emotionen die beiden Lager appellieren: Die Befürworter Tempelhofs plakatieren mit Motiven wie „Ich bin ein Berliner“ und rufen damit die Erinnerung an Blockade und Inselstatus der Stadt wach, als der Flughafen Tempelhof wesentlich zur Erhaltung der Freiheit des Westteils der Stadt beitrug. Die Befürworter beschwören außerdem den Nutzen des City-Flughafens für Bürger und Wirtschaft der Stadt und vermitteln damit eine optimistische Vision für die wirtschaftliche Zukunft Berlins. Die Befürworter appellieren also an Emotionen wie Freiheitsliebe, Optimismus und Tatkraft. Die Gegner appellieren auf ihren Plakaten an Neid, Missgunst und vor allem Ignoranz. Ich bin mir sicher, dass wenn es am 27. April in Berlin zur Abstimmung kommt, dieser Unterschied bei den Wählern nicht unberücksichtigt bleiben wird. Fly-In am 3. und 4. Mai 2008: Ihre Chance selbst superreich zu werden!

Wer die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens Tempelhof als VIP-Flughafen charakterisiert, hat die wesentlichen Grundlagen dieser Verkehrsanlage nicht begriffen.
Dass man sich angesichts ganzer Straßenzüge, auf denen man allein aufgrund der persönlichen Wahl des Verkehrsmittels als „superreich“ an den Pranger gestellt wird, nicht unbedingt willkommen fühlt in Berlin kann kaum überraschen. Die Teilnehmer des Briefings nahmen den neu erworbenen VIP-Status indes mit Humor. Menschen nach der Wahl des Verkehrsmittels zu charakterisieren ist ur-borniert, aber leider in Deutschland weit verbreitet. Für das Redaktionsteam von Pilot und Flugzeug wäre dieser Wochenend-Arbeitstag gar nicht anders machbar gewesen. Weder mit dem Auto noch mit dem Zug wäre das Arbeitspensum des Briefing-Wochenendes mit zusätzlichen Terminen auf dem Hin- und Rückweg zu erledigen gewesen und ohne Tempelhof hätte dieses Briefing – wie viele andere wirtschaftliche Aktivitäten auch – sicher nicht in Berlin stattgefunden. Und wenn Sie selber nun endlich auch zum Kreis der Berliner Superreichen gehören wollen, dann brauchen Sie nicht mehr dem freundlichen Nigerianer zu antworten, der Ihnen per Mail die Beteiligung an einem 10-Millionen-Dollar Vermögen in Aussicht stellt. Es reicht einmal nach Tempelhof zu fliegen! Eine gute Gelegenheit dazu bietet sich am 3. und 4. Mai 2008. Da findet der zweite von Sundus Rifaat und seinem Team organisierte internationale Fly-In "Save Tempelhof!" statt. Genauere Informationen finden Sie hier. Mitmachen! Wenn Sie helfen wollen dem Sozialneid-Populismus von SPD, DIE LINKE und Grüne in Berlin etwas entgegenzusetzen, dann unterstützen Sie die ICAT e.V. bei Ihrer Kampagne zugunsten der Erhaltung von Tempelhof durch eine Spende.


  
 
 




8. April 2008: Von Herold an Jan Brill

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8. April 2008: Von Gerhard Uhlhorn an Herold
Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen, Staubsaugervertreter verkaufen
Staubsauger – und was verkaufen Volksvertreter?

Lüge
Woran erkennt man, dass ein Politiker lügt???? – Es gibt ein
untrügliches Anzeichen: Er öffnet den Mund und Sie sehen, dass er seine Lippen
bewegt. :-)

Nachtrag:
Herr Brill hat Recht (siehe nachstehenden Kommentar), es gilt sicher nicht für alle Politiker. Ich nehme diese Pauschalität zurück.
8. April 2008: Von Jan Brill an Gerhard Uhlhorn
Sehr geehrter Herr Uhlhorn,

offengestanden halte ich deartige Statements für wenig hilfreich. "Alle Politiker lügen" ist etwa so sinnvoll wie die an viele Berliner verschickte Anti-THF-Postkarte "keine Direktflüge nach Liechtenstein".

Ich kann aus meiner eigenen familiären Erfahrung sagen, dass insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene Politiker mit Einsatz, Geschick und Aufrichtigkeit ihre Positionen vertreten. Das ist nunmal ihr Job (den ich übrigens nicht machen möchte). Aufrichtigkeit und persönliche Integrität halte ich sogar für die Regel und Ausreißer wie Ypsilanti etc. für die Ausnahme.

Die Auseinandersetzung um Tempelhof ist kein Kampf gut gegen böse, sondern eine politische Auseinandersetzung in der machtvoll zwei unvereinbare Positionen vertreten werden.

Ein Volksentscheid ist hier m.E. ein geeignetes Mittel die Sache zu entscheiden, da die unterlegene Seite gehört wurde und eine halbwegs faire Chance hatte (unfaire Benachteiligungen z.B. bei Plakatgenehmigungen wie sie in den letzten Tagen vorkamen werden thematisiert und beseitigt).

Warten wir's also ab und unterstützen die ICAT oder andere Gruppierungen und Parteien die eine für uns nachvollziehbare Position im Streit um Tempelhof vertreten.

Wirklich spannend wird die Sache nach einem positiven Volksentscheid. Wenn sich der Berliner Senat dann nicht an den Willen des Souveräns hält, nimmt die Auseinandersetzung tatsächlich eine ganz neue Dimension an.
Ich kenne in Deutschland kaum Beispiele, in denen der erklärte Willen einer Landesregierung per Volksentscheid revidiert wurde. Berlin betritt also politisches Neuland. Ich kann oder möchte mir nicht vorstellen, dass der Senat in diesem Fall an der Schliessung festhält.

MfG
jb
8. April 2008: Von Alexander Stöhr an Jan Brill
Möglicherweise ist es doch auch so, daß aus der Sicht der agierenden Politiker, jeder, der sich einen Flug in einem "Privatflugzeug" leisten kann schon nicht mehr zum zu bedienenden Klientel gehört. Umverteilung geht nur zu Gunsten der nichthabenden (zumindest unmittelbar). So ist es auch verständlich, wenn die fraglichen Parteien weder Konzernzentralen noch Spezialkliniken noch Flughäfen der AL in ihrem Einzugsgebiet wünschen. Denn durch diese Einrichtungen kommen Menschen hinzu welche nicht mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit die größtmögliche Umverteilung wählen würden. Berlin ist in manchen Köpfen per se bezugsberechtigt. Der Hauptstadtstatus soll einkünfte sichern. Einfach so. Jeder, der über Arbeit, Investition und Marktwirtschaft Geld in die Stadt bringt, stört dabei nur.

Zugegeben etwas polemisch, aber manchmal die einfachste Erklärung.

Gruß vom Gardasee.
8. April 2008: Von  an Alexander Stöhr
mal eine andre frage: jaaa wir in bayern...haben in münchen den senat entsorgt, weil er zu teuer und nutzlos war! per volksentscheid!

wie kann man in berlin die jungs in den schacht schicken? auch per volksentscheid?

vielleicht betreibt man parallel dazu auch eine abstimmung zum volksentscheid!

das wird dann ein geheule in der rot-rot-verseuchten gegend geben...

mfg
ingo fuhrmeister
8. April 2008: Von Eustach Rundl an 
Liebe Leute,

Ihr macht Euch das wirklich zu einfach! Der Schreiber dieser Zeilen hat sehr viel mit Kämmerern zu tun. Wisst Ihr wie schwer es ist für einen kommunalen Entscheider einen Flugplatz zu subventionieren und dafür ein Hallenbad, oder eine Bibliothek zu schliessen? Wisst Ihr wie schwer es ist, wenn das Schuldach undicht ist und der Flugplatz mehrere 100 Mille Miese macht?
Natürlich muss Tempelhof erhalten bleiben! Gar keine Frage1 Dieser Platz ist ein echtes Asset, wenn es richtig und nicht halbherzig betrieben wird. Aber die ganze Welt nur aus dem Cockpit zu sehen, verschafft keine weiten Horizonte, sondern ist engstirnig...
8. April 2008: Von Gerhard Uhlhorn an Jan Brill
Herr Brill,

in Hamburg haben seinerzeit die Grünen und die SPD den Verkauf der Krankenhäuser vorbereitet, ganz entgegen des Bürgerwillens. Dann gab es einen Regierungswechsel zur CDU, weil diese versprach die Fehler von Rot-Grün zu korrigieren. Doch was tat die CDU? Sie verkaufte dann doch die Krankenhäuser, obwohl ein Volksentscheid sich ganz deutlich gegen den Verkauf aussprach – ich glaube das waren damals knapp 80 %!

Politik in Deutschland ist vorgegeben (von wem auch immer). Unsere Politiker haben kaum eigene Entscheidungsmöglichkeiten.

Was ich überhaupt nicht verstehe: warum unterhält die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen zu Ländern, die sich Geheimdienste leisten, welche sich (historisch belegt) Verbrechen wie Terroranschläge auf Bevölkerung (Bahnhöfe und Züge, Schulen und Schulbusse, Menschenansammlungen, usw.) leisten? Eine Frau Merkel weiß davon, und ein Herr Schröder ebenso. Warum stecken unsere Landesführungen mit diesen Ländern unter einer Decke?
8. April 2008: Von Bernd Juhrig an Eustach Rundl
Einspruch lieber Polarius,

für Tempelhof gibt es ganz klar Angebote rein privater Investoren für eine Übernahme. Da wird der Steuerzahler nicht mehr belastet. Aber genau das will die "Politik" doch überhaupt nicht. Der Flughafen soll weg entgegen jeder Vernunft.

Gruss
BJ
8. April 2008: Von Jörg-Martin Rassow an Eustach Rundl
Es ist ja durchaus richtig, was Sie schreiben, auch ich kenne diese Problematik aus meiner eigenen kommunalpolitischen Tätigkeit, nur ist das im Falle Tempelhof nicht den Punkt: Das, was dort richtig Geld kostet, sind die Gebäude, und die bleiben stehen, auch wenn der Flugplatz schon lange kein Flugplatz mehr ist! Zur Zeit ist es wohl noch so, daß ein erheblicher Teil der Infrastrukturkosten aufgrund des Status' als Verkehrsflughafen durch den Bund getragen wird, dies fällt aber bei Entwidmung fort, d.h. die Kosten für die Unterhaltung der Bausubstanz liegen dann ganz alleine bei der Stadt! Daran wird sich erst etwas ändern, wenn dieser Bau abgerissen worden ist!
Meines Wissens sind noch keine Konzepte für einen Nachnutzung des Areals bekannt geworden, ich bezweifle aber, daß man dort irgendetwas anderes als einen großen Landschaftspark wird einrichten können. Es ist also davon auszugehen, daß dieses riesige Groschengrab der Menschheit bis auf Weiteres erhalten bleibt, ganz gleich, ob dort nun geflogen wird oder nicht.
9. April 2008: Von Alexander Stöhr an Jörg-Martin Rassow
Bei dem Wort Landschaftspark fällt mir ein anderes ein:

Bodenqualität.

Als das Gebilde noch "Zentralflugahfen Herrmann Göring" hieß, waren da Bubens unterwegs, die das mit dem Umweltschutz nicht so richtig genau nahmen. Diejenigen welche die dann ablösten, waren zwar sypathischer aber umweltpolitisch aus dem gleichen Holz geschnitzt. Bodenproben gefällig?

GAU: Tempelhof zu. Tempelhofer Feld wieder Park. Irgend ein besorgter Bürger läßt prüfen und heidenei, alles verseucht. Bis unter die Achselhöhlen. Dann haben wir wieder das nächste Ausgabenpaket.
Anstatt dann zu sagen, blöd, lieber doch Industriegebiet oder gar zurück zu Flughafen wird dann, natürlich mit Bundesmitteln - sexy Arme haben kein Geld, das ganze so richtig schöööön auf 100% ökologisch wertvoll gebracht. Die Kostenrechnung würde ich gerne sehen. Und nur, weil die damals den Planfeststellungsverfahren von BBI faustisch verquickt hatten. Es irrt der Mensch solang er strebt .. drum besser ist's, daß nichts entstünde.
9. April 2008: Von Stefan Jaudas an Alexander Stöhr
Hi,

alleine schon der zwangsläufige Rückbau der ganzen Rollwege und Startbahnen wird Unsummen kosten. Dazu brauchts nicht mal eine Bodensanierung.

Darf ich einen eigenen Blick in die Kristallkugel anschließen? Sobald das dann alles für teuer anderer Leute Geld saniert worden ist, wird das zu einer grünen Achse im Stadtbild (maximal 200 Meter breit), und alles rechts und links der Achse darf dann ein Angehöriger des Filzes (irgendein Duzfreund vom Partylöwen im Roten Rathaus) auf Kosten der Allgemeinheit und zum eigenen Profit "stadtentwickelt" werden. Mit Gewinngarantie vom Senat, wenn der in Berlin bekanntermaßen dringendst benötigte hochwertige Wohnraum nicht zu einem hochwertigen Preis an den Mann gebracht werden kann.

Naja, zwei der drei von Herrn Brill gezeigten Plakate entsprechen ja auch weitgehend der Wahrheit. Es gibt in Berlin jede Menge Rentner und jede Menge Alleinerziehende. Nur mit den lohnsteuerzahlenden Malochern siehts schlecht aus.

Gruß

StefanJ
9. April 2008: Von Wolff Ehrhardt an Stefan Jaudas
Man kann das Flughafengebäude nicht abreissen, da es unter Denkmalschutz steht. Die Gebäude stehen nur deshalb leer, weil aus aus meiner Sicht seitens WoWi so gewollt ist. Er hat wohl die Mietpreise so hoch angesetzt, das keiner wirklich da rein will. Anstatt mit der Miete runterzugehen und so Geld in die Kassen laufen zu lassen, wird dort Geld indirekt verbrannt. Die Vermutung eines Vorredners, das dann "billig" das Areal an einen Duzfreund verkauft wird, ist nur schwer zu entlasten. Anders ist dieser Starrsinn seitens rot-rot nicht zu erklären. Vermutlich bekommt ein PDS-Naher als Entschädigung das Gelände. Die waren ja alle so "sozial und führsorgend" zu den Bürgern der DDR. Warum dann allerdings zum Teil im Osten Deutschland die PDS bzw. jetzt Die Linke zum Teil 30 % der Stimmen bekommen vertstehe ich einfach nicht.
9. April 2008: Von Eustach Rundl an Stefan Jaudas
Stimmt! die Erwerbsquote in Berlin liegt bei erschreckenden 38%! Der Rest der Bevölkerung sind Transferempfänger. Jetzt wenn man sich noch vergegenwärtigt, dass ein Drittel direkt oder indirekt öffentlich Bedienstete sind, wird manches klar...Berlin ist arm, aber das ist nicht sexy. Was fehlt sind Steuerzahler
9. April 2008: Von Eustach Rundl an Bernd Juhrig
Lieber Herr Juhrig,

das ist etwas blauäugig, mit Verlaub. Was glauben Sie denn, was passiert, wenn der private Investor merkt das läuft nicht, das rechnet sich nicht? Richtig, er wird sagen lieber Staat, wie kannst Du nur zusehen, wie so wertvolle bauhistorische Substanz verfällt. Jetzt greif mal in den Säckel und hilf mir. Das alte Elend halt: Verluste an den Staat. Gewinne bitte nach Liechtenstein. Auch wenn das einigen Forumsteilnehmern hier nicht passt und als Nestbeschmutzung anmutet. Ich habe ein halbes Dutzend Beweise.

Das Konzept muss lauten: Das Land Berlin behält die Gebäude unverpachtet/vermietet sie an die FLughafen GmbH. Diese kann damit machen, - sozusagen - was sie will, Hauptsache ein sicherer sinnvoller Flugbetrieb ist gewährleistest. Also Party in der Empfangshalle, wenns sein muss, Geld bringt und das Verkehrswesen nicht behindert.. etc..
9. April 2008: Von Stefan Jaudas an Wolff Ehrhardt
Hi,

ist schon klar, daß das Gebäude an sich wegen Denkmalschutz vor sich hin verfallen wird, bis es nicht mehr sanierungsfähig ist. Aber den ganzen Rest wird man "rückbauen".

Dabei hat die (statistisch gesehen wahrscheinlich) alleinerziehende Dame mit dem Kind auf dem Arm und auf Hartz 4 einen gravierenden Denkfehler. Was wollen "Superreiche" in Berlin? An Berlin als Finanzplatz, Sitz von Weltkonzernen, usw. kann es nicht liegen. An der Kultur auch nicht, da haben andere (Haupt-) Städte in Reichweite der Superreichen-Jets mehr zu bieten. Der Bär steppt nicht, er sitzt auf dem Sofa, schaut in die Glotze und konsumiert Alkohol und Kohlehydrate.

Trotz "eigenem Flughafen" kommen die "Superreichen" vielleicht einmal im Leben dahin und dann nie wieder. Das nennt sich auf Englisch dann "slumming".

Oh dear ...
11. April 2008: Von Eustach Rundl an Stefan Jaudas
Hallo,

diesen Beitrag sollte man den Gegnern nicht in die Hände spielen. ;-) Auch wenn er satirisch gemeint ist, drückt er doch aus, dass Berlin wegen " der paar Superreichen" nicht Millionen aus dem desolaten Haushalt da reinpumpen darf...Wie sagte Sarazin so schön: Untergewicht ist kein Problem des Hartz IV-Empfängers.
Wir müssen so argumentieren, dass es eine einmalige Chance für JEDERMANN ist einen intakten Innenstadtflughafen zu haben. Viele Grossstädte würden sich die Finger danach schlecken, auch wenn noch mehr sich sowas gar nicht leisten könnten. Es ist wirklich zum Verrücktwerden als Flugbegeisterter will man das, als kalkulierender KAufmann muss....pssst.
Die allerbeste Lösung wäre Sonderlandeplatz ohne PErsonal mit Luftraum F. GEbäude an Hollywood oder Babelsberg verpachten..
11. April 2008: Von Stefan Jaudas an Eustach Rundl
Hi,

neenee, eigentlich würde es schon reichen, wenn mal jemand die Kosten einer Schließung und Entwidmung von Tempelhof auf den Tisch legen würde. Nur die direkten Kosten, indirekte Kosten wie Arbeitsplatzverluste noch nicht gerechnet.

War das eigentlich schon ein Thema?

Bis jetzt hört man ja nur, was Tempelhof als Flughafen den Steuerzahler angeblich alles kostet. Wobei das anscheinend hauptächlich und ursächlich an der Mißwirtschaft des Senats, seiner Politiker und Beamte liegt.

Was würde das kosten,
- Unterhalt der denkmalgeschützten Gebäude ohne daß ein Flughafen (als das die ja gebaut sind) Geld reinbringen kann.
- Altlastsanierung der Böden (Mineralöle, Mulition, Sprengstoffe, Alt- und Militärmüll, usw.).
- Abriß der befestigten Flughafenbetriebsflächen.
- Gestaltung des Geländes als stadtgemäße "grüne Lunge".
- Usw.

Ich habe den Verdacht, daß dann sofort die Aussage kommen würde, daß man das durch Verkauf kleinerer Flächen zur Bebauung ausgeglichen werde. Weil ja Baugrund so fürchterlich knapp ist in Berlin. Da kriegt man mindestens Quadratmeterpreise wie in Manhattan. Aber selbst wenn, bei der Berliner Art zu wirtschaften müßte man das Gelände wahrscheinlich doppelt überbauen ...

Ich weiß schon, wer das am Ende zahlen wird: Baden-Württemberger, Baiern, Hessen und Hamburger.

Gruß

StefanJ
11. April 2008: Von Herold an Stefan Jaudas

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12. April 2008: Von Stefan Jaudas an Herold
Hi,

DAS wäre ein anderes Thema. Nur kurz OT, da sind die LB-BW oder auch die Bayrische Landesbank blutige Anfänger verglichen mit der West-LB oder der Bankgesellschaft Berlin ... zudem, ein großer Teil der LB-BW-Verluste kommen ja von der sächsischen Landesbank (die ich hätte sterben lassen). Daß sich die Politiker, hohen Beamten der Geberländer und die Hobby-Banker unter ihnen als auch nicht signifikant schlauer als der Rest ihrer Kollegen erwiesen haben, ändert nichts daran, wer ständig das Geld ausspucken darf. Danke, da verschwenden wir unser Geld lieber selber, bevor das ein Nordrhein-Westfale, Bremer, Berliner oder Neufünfländer für uns tut ...

Gruß

StefanJ
12. April 2008: Von Eustach Rundl an Stefan Jaudas
Wenn das nur so einfach wäre... auch wenn es nicht hierher gehört. Diese Subprimegeschichte ist viel komplexer als es die Medien je dargestellt haben. Es ist NOCH nicht ein einzige Cent den Banken verloren gegangen. Die Anleihen sind nur nicht verkäuflich, damit in den Büchern auch nicht mehr mark-to-market zu bewerten. Die Banken müssen diese miesen Bewertungen vom Eigenkapital rechnerisch abziehen und sind somit buchhalterisch Pleite. Richtig weh tuts erst, wenn die ersten Anleihen nicht zurückbezahlt werden oder auch nur die Zinsen nicht bezahlt werden. Darüber wird noch tunlichst geschwiegen. Das ist der eigentliche Horror.
Aber was hat das mit Tempelhof zu tun?
15. April 2008: Von Alexander Stöhr an Eustach Rundl
Einfach: der Staat kann pleite und dennoch auf wunsch liquide sein. Die Bewertung erfolgt ja intern. Die probleme erkennt man immer wieder, wenn Staatsbewertung der Marktbewertung ausgesetzt wird. Untergang DDR, Post-Privatisiserung, und demnächst Bahn-Privatisierung. Die Staatsnternehmen schaffen es nur Wert zu gewinnen, wenn sie ausschließlich aus Filetstücken bestehen. Pensionsverpflichtungen, quasi-beamtliche Arbeitsverträge und Altlasten sind so hilfreich wie ein Amboß zum schwimmen. Die staatlichen Kämmerer bestehen doch schon allein prinzipbedingt aus Keynesianern, wenn sie denn von Wirtschaft überhaupt eine Ahnung haben. politische Verblendung und Naivität kostet uns Mrd. Ob man dieser oder jener Meinung ist, kann mir egal sein - solang man mich damit nicht behelligt und die Staatsbelastung (für mich) endlich unter 60% kommt.

(Netto/(Brutto+Lohnnebenkosten))/1,2 (MWst+Andere)

Das hat alles damit zu tun.
15. April 2008: Von Eustach Rundl an Alexander Stöhr
oh je, ja ja .. die chicago boys um milton friedmann haben es allen gezeigt. Markt, Markt und nichts als Markt. Woher, lieber Freund, glauben Sie denn, dass die subprime-misere letztendlich kommt? Ihre Freunde haben den amerikanische Haushalt nach den Twintoweranschlägen auf das Schamloseste ausgeplündert, die Zinsen- trotz unpassender VoWi-Zahlen runtergenommen, sich die Taschen gestopft, dann die Druckpresse angeworfen um den Krieg zu zahlen, als die Inflation ausgebüchst ist, hat man die Zinsen wieder hoch nehmen müssen, mit den bekannten Folgen. Das dumme konsumgeile Mr. Average muss mittlerweile im Durchschnitt 40% seines verfügbaren NEttoeinkommens für Zinszahlungen aufweden, da können doch nur die Russen schuld sein.....Egal welche Scheisse in dieser Welt passiert, Schuld ist nie der Oligarch, beschissen ist die Allgemeinheit und dann auch noch selber Schuld...Lest endlich mal die Börsen- statt die Bildzeitung, oder das HAndels- statt das Abendblatt, dort werden die Ferkeleien schulterklopfend kumpelhaft beschrieben.


Zurück zu Tempelhof: Tempelhof muss bleiben! Aber die Nutzer müssen auch dafür zahlen, sonst niemand!
15. April 2008: Von Herold an Eustach Rundl

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16. April 2008: Von Alexander Stöhr an Eustach Rundl
ich gebe ihnen zum teil recht. in jedem system braucht es eine wirksame kontrolle. sie und ich haben jeweils die kehrseiten beider systeme aufgezählt. beide szenarien sind real, beruhen jedoch auf regelmißachtungen und kriminelle taten. beide systeme sind dahingehend ähnlich defizient, daß sie vom menschen ersonnen und betrieben werden.

nur, in der freien marktwirtschaft hat der einzelne mehr chancen durch eigenleistung aufzusteigen. mit einem mindestmaß an transparenz und staatlicher effizienz ist der durchschnittliche und der spitzenertrag in einem kapitalistischen system höher. neocons und kriegstreiber sind keine kapitalisten. sie sind systemgegner. kein krieg der neuzeit hat irgendeiner wirtschaft gedient.

ich bin übrigens in sachen tempelhof kein "emotionaler, leidenschaftlicher pilot"; ich habe einfach kein vergnügen daran, für die entscheidungen ahnungsloser, verblendeter kommunisten bezahlen zu müssen. ich sehe in der weiternutzung einerseits die geringeren kosten (sofern das von außen überhaupt zu beurteilen ist) anderseits bessere chancen für berlin, als wirtschafts- und wohnstandort, als wirkliche metropole in deutschland.
bayern macht es vor: so sehr ich mir persönlich die verwirklichung des transrapids gewünscht habe, so sehr begrüße ich die stornierung des projektes. die wirtschaft in deutschland wird sich angewöhnen müssen, ihre risiken selbst zu tragen. aus der aktie-D kann man nämlich nicht aussteigen, und sie hat immer AAA-rating. VEB ist doch ein begriff, oder?

und:
nur weil sie und ich möglicherweise die gleichen zeitungen lesen (sofern sie sich selbst an ihre eigenen literaturempfehlungen halten) heißt nicht, daß wir auch zu gleichen ergebnissen kommen, geschweige denn, eine meinung teilen müssen.

wie heißen sie eigentlich? polarius kann nicht wirklich das sein, was ihre mutter ihnen als namen mitgegeben hat, oder?

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