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17. März 2008 Jan Brill

Luftrecht


Zehn Schritte zurück – „Fachausschuss“ tötet Fliegen ohne Flugleiter

Man muss schon ein unverbesserlicher Optimist sein, um angesichts der neuesten Entscheidung des Bund-Länder-Fachausschusses nicht zu verzweifeln. Zahlreiche Flugplätze in Deutschland die ihren Nutzern kundenfreundliches und sicheres Fliegen ohne Flugleiter anbieten, erhielten in den vergangenen Tagen Post von der Erlaubnisbehörde. Inhalt: Fliegen ohne Flugleiter kann nur noch mit sachkundiger Person zugelassen werden. Regelungen wie in Straubing oder Vilshofen, nach denen ansässige Piloten auch nach Dienstschluss des Personals starten und landen konnten sind damit aufgehoben.


Rückschlag für die Verkehrsanlagen in Deutschland. Ein Bund-Länder-Fachausschuss hat nicht nur entschieden, dass die jahrelang geübte und erprobte Praxis nun untersagt wird, man erklärt auch, dass Deutschland offenbar das einzige Land in Nord-Europa ist dass die ICAO-Regeln richtig interpretiert. Denn was der (Fach-)Ausschuss hier für regelwidrig hält ist für 85% des Weltluftverkehrs absoluter Standard.
Der Bund-Länder-Fachausschuss sehe das Thema als „abschließend diskutiert“ an. Grund sei eine NfL aus dem Jahre 1983 (I-72/83), nach der eine Sachkundige Person bei Start und Landung anwesend sein müsse die mit der Bedienung der Feuerlösch- und Rettungsgeräte vertraut ist. Dies wiederum beruhe auf Annex 14 der ICAO.
Wer jetzt glaubt einfach den Kneipenwirt oder die Freundin zur „sachkundigen Person“ erklären zu können, der irrt. Die Person muss eingewiesen, nach QS auditiert und überwacht werden. Wir sind ja schließlich in Deutschland!

Für die betroffenen Flugplätze bedeutet das jetzt, dass für Flugbewegungen außerhalb der Kernzeiten nur noch mit Extra-Personal abgewickelt werden können. Die Kosten hierfür sind enorm, getragen werden sie schlussendlich von den Flugplatzbetreibern und Flugplatznutzern. Für angesiedelte Betriebe bedeutet diese Entscheidung, dass den Kunden der Zugang erschwert wird, für die stationierten Flugzeughalter bedeutet dies vor allem Kosten, Kosten, Kosten.

Sinnlose Kosten. Denn in den fast zehn Jahren, in denen diese Regelung existiert ist es weder zu Unfallhäufungen noch zu Beschwerden gekommen. Eine erprobte, flexible, sinnvolle und unbürokratische Regelung ist gekippt. Wie wollen mehr – sehr viel mehr – Bürokratie wagen!

Besonders pikant ist die weiterführende Erklärung. Denn die durch den Bund-Länder-Fachausschuss hier vorgenommene Auslegung des ICAO Annex 14 bedeutet ja, dass Deutschland offensichtlich das einzige Land auf der Welt ist, welches die ICAO-Regeln für Verkehrsanlagen dieser Kategorie richtig interpretiert. USA, Kanada, Schweden, Frankreich, Norwegen, Finnland, England – all diese Länder befinden sich im Irrtum. Nur Deutschland macht es richtig!

Dieses an sich einleuchtende Argument beantwortet man beim BMVBS besonders geschickt: „...Das BMVBS hält eine Untersuchung, wie die ICAO-Vorgaben in anderen Staaten erfüllt werden, nicht für praktikabel.“

Die Allgemeine Luftfahrt hat mit dieser Entscheidung einen schweren Rückschlag erlitten. Verantwortlich ist ein nicht gewähltes undurchsichtiges bürokratisches Gremium, das hier mit einem Federstrich einer ganzen Branche einen gigantischen Stein in den Weg gerollt hat.

Flugplatzhalter und selbst die Luftämter sind verzweifelt: Die jahrelange gute, sichere und akzeptierte Zusammenarbeit in diesem Punkt wird damit zunichte gemacht.


Fehlerhafte Auslegung

Selbst wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass 85% des Weltluftverkehrs in den oben genannten Staaten die ICAO-Regeln nach Annex 14 nicht begriffen haben, ist die Auslegung der NfL-72/83 als Verpflichtung zur vollumfänglichen Vorhaltung von Rettungsgerät, die hier herangezogen wird, nicht nur maximal restriktiv, sondern auch unrichtig. Denn sie geht davon aus, dass außerhalb der Kernzeiten der Flugbetrieb mit allen Betriebsarten für die der Flugplatz zugelassen ist in vollem Umfang weitergeht. Das ist aber in der Praxis weder der Fall, noch in der Theorie so genehmigt.

Sämtliche uns bekannten Regelungen zu Fliegen ohne Flugleiter in Deutschland sehen aber einen reduzierten Betrieb vor und schreiben explizit fest, dass beispielsweise keine Schulung, kein Fallschirmsprungbetrieb oder kein Mischbetrieb stattfinden kann. Es geht um einige wenige Starts und Landungen.
Die Betriebs-Einschränkungen der einzelnen Genehmigungen beziehen sich ja gerade auf die für diese Nebenzeiten nur teilweise verfügbaren Rettungsinfrastrukturanforderungen.

Die Entscheidung hätte zudem kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können. Die Flugsaison beginnt, und mit zunehmendem Tageslicht werden die Starts vor und nach den Kernzeiten immer wichtiger.

Die deutsche AOPA und die Flugplatzhalter sind hier dringend aufgerufen schnell auf eine Korrektur dieser Entscheidung zu drängen. Die seit Jahren erprobte Praxis muss weitergeführt werden können. Vielleicht ist es ja sogar möglich eine NfL aus dem Jahre 1983 abzuändern!

Mehr zu diesem Thema in der kommenden Ausgabe von Pilot und Flugzeug am 29. März 2008.


  
 




17. März 2008: Von Max Sutter an Jan Brill
Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.

Da sich Shakespeare nicht um die deutsche Übersetzung seiner geflügelten Worte kümmern konnte, ließ er für uns offen, ob wir madness mit Tollheit oder Wahnsinn übersetzen. Es ist von Beidem eine ganze Menge drin.

Wer es je schon erlebt hat, wie in Amerika bei stockfinsterer, mondloser Nacht sich drei oder vier Flugzeuge in einer Platzrunde befinden und ein weiteres von einem andern Platz her anfliegt und sich einreiht, alles mit Sicht und Unicomm und der funkbedienten Pistenbefeuerung, der weiß, was effizientes und sicheres Fliegen ohne Flugleiter in der Nacht bedeuten kann. Und wo kein Flugleiter ist, ist logischerweise auch kein sonstiges Personal am Platz anwesend, da es aufgrund einer mit Deutschland verglichen mindestens zwanzig mal größeren Erfahrung im Bereiche der AL sowas wohl auch nicht braucht.

Aber es scheint in der Fliegerei nichts zu geben, was eine deutsche Behörde ohne den Schimmer einer praktischen Erfahrung nicht auch noch verbessern kann. So haben wir schon die festen Landerichtungen für Wasserflugzeuge oder Luftraumkategorien (oder die Interpretation derselben) bekommen, welche es auf der übrigen Welt nicht gibt. Es wäre doch mal interessant zu wissen, auf welche Verkehrs- und Unfallzahlen außerhalb der Betriebszeit sich so eine weit reichende Anordnung stützt. Wenn man das auf die Autobahnen umrechnet, so müsste dort wohl in Zukunft alle 20 km ein Feuerwehrfahrzeug und alle 50 km ein Rettungsheli stationiert sein, rund um die Uhr, versteht sich, und sieben Tage in der Woche.
17. März 2008: Von Intrepid an Jan Brill
Wenn ich mir mal so anschaue, wie eingewiesen, auditiert und nach QS überwacht unsere derzeitigen Flugleiter sind, dann sollte das aber mit dem Kneipenwirt und der Freundin auch möglich sein.

Das wäre sogar ein großer Sicherheitszugewinn, wenn alle Flugplatznutzer und deren Angehörigen jedes Jahr geschult würden. Dann wird die Liste der Flugleiter halt etwas länger.
17. März 2008: Von Gerhard Uhlhorn an Jan Brill
Ich frage mich, ob die dafür Verantwortlichen wirklich so dumm sind, oder ob es Absicht ist.

Ich meine, wenn man ganz nüchtern die Fakten betrachtet, dann gibt es absolut keinen Grund so zu verfahren. Trotzdem werden solche Beschränkungen geschaffen. Kann man nicht über den Rechtsweg dagegen vorgehen? Ich meine, diese neuen Beschränkungen kosten doch Geld, und zwar unser Geld!
17. März 2008: Von Markus an Jan Brill
Das ist einfach nur 'Ohne Worte'. Wer denkt sich eigentlich sowas aus?
"Fliegen ohne Flugleiter, das hat ja bisher gut funktioniert, wollen wir uns mal was neues überlegen..." ?
Vielleicht ist der ZÜP Mann aus Brandenburg versetzt worden und macht jetzt national auf 'Verkomplikator'?

Genau so ein Blödsinn wie die english proficiency...
Habe gerade bei der FAA für 2$ eine neue Lizenz angefordert,
da steht dann level 4 drauf.
Dann brauche ich hoffentlich diesen Schrieb von der BezReg keinem zu zeigen.
Das machen wir auch gaaaaanz schön kompliziert hier in D-Land.
Ich glaube langsam, auf den Amtsstuben herrscht ein tiefes, sehr tiefes Misstrauen gegenüber den Fliegern.
17. März 2008: Von Schemmert, Ralf an Max Sutter
Herr Sutter,

ich war vor zwei Wochen das erste mal in den USA fliegen. Wow!
Ich habe mir in Florida eine C172 gechartert. Die Verkehrsdichte-/frequenz, auch an kleineren Plätzen war recht hoch. Avanti, Citation, Gulfstream, C 172, PA 28 und Co. Alle in der gleichen Platzrunde. Es war super einfach und das ganz ohne "sachverständige" Person am Boden.

Ich möchte hier nur herüberbringen, dass auch ein Newcomer mit diesem System einfach und safe starten und landen kann, wenn er das System einmal verstanden hat.

Die Kombination aus Dummheit und Ignoranz dieser Entscheidung ist rational und logisch nicht zu begründen. Unsere legíslative Ebene wurde trotzdem demokratisch gewählt. Der Letzte macht dann hoffentlich das Licht aus ... wenn er weiss, was ein Lichtschalter ist

RS
17. März 2008: Von Alexander Stöhr an Jan Brill
Das ist ein klassischer Fall für Lobbyarbeit.

Welche Adresse ist jetzt nun die richtige? DAeC oder AOPA? Wer schubst mal die Bubens an?

Ich habe arbeitsbedingt mit dem BMVBS zu tun (allerdings im Bereich Gefahrgut), die haben da manchmal etwas sonderbare Vorstellungen, diese rühren aus mangelnder Praxiserfahrung und theoretisierten Interpretationen von "was-wäre-wenn"-Fällen. Wenn man aber mit denen Redet - am besten einzeln abends bei einem Bierchen - dann sieht alles wieder anders aus. Man muß, bevor man irgendwelche Rechtswege zu beschreiten gedenkt, die Menschen, die darüber befinden, kennenlernen und in einer ihnen verständlichen Sprache die Situation erklären. Vielleicht öffnen sich ihnen dann die Augen. Wenn nicht, kann man immer noch feilschen, handeln und klagen - in der Reihenfolge.

Aus der Praxis für die Praxis. So verdiene ich mein Auskommen.
17. März 2008: Von Jan Brill an Alexander Stöhr
Hallo Herr Stöhr,

nach meinen Erkenntnissen ist und war die AOPA hier am Ball. Die Entscheidung ist wohl als "Nacht-und-Nebel"-Aktion gefallen und kam für alle (die nicht in jenem ominösen Gremium sitzen) überraschend.

Das Ministerium ist nach meiner Kenntnis ebenfalls nicht die Hauptbremse, aber bestimmte Regierungspräsidien und Luftämter vertreten hier eine deutliche Position gegen FoF - aus welchen Gründen auch immer.

Außerdem - man glaubt es kaum: Aus unserer täglichen Praxis mit FoF-Projekten kann ich berichten, dass nicht selten auch die Nutzer selbst (z.B. Vereine) abblocken. Rational ist das kaum erfassbar, es geht hier wohl um Entwichtigungsängste oder generelles Beharrungsvermögen.

MfG
jb
18. März 2008: Von Torsten Meier an Jan Brill
Damit wird die Aufklärungsarbeit von Jahren kaputt gemacht.

Erst vor wenigen Tagen wurde die Kompetenz und Sachnähe der lokalen/nationalen Behörden bei Flugplatzgenehmigungen und -betrieb zu Recht bestätigt.

Regierung: Nationales Flughafenkonzept statt "Masterplan Flugverkehr"
http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_080/13.html

Als Optimist: jetzt besteht möglicherweise die Chance, durch eine entsprechend platzierte zenrale Argumentation ein für alle Mal das Thema im Sinne der international geltenden Regelungen durchzubringen.
18. März 2008: Von  an Torsten Meier
das politbüro ost hat auf antrag der genossen vom ministerium für verkehrsaufklärung entschieden, daß der fliegende bundesbürger den horizont eines knieenden hausschweines hat, das den kopf in den schlamm steckt.

deswegen wurde beschlossen, daß zur kontrolle desselbigen und verhinderung der republikflucht wegen veruntreuung von volkseigentum auf jeden luftbewegungsplatz ein flupavopo den genossen flugleiter bei der aufgabe und kontrolle des republikflugverdächtigen unterstützt.

berichte über verdächtige subjekte der republikflucht sind stündlich zu erstatten um die übersichtslage möglichst dicht zu gestalten!

mfg
ministerium für volksverdummung, überwachung und sonstige techniken

---- so könnte es wieder werden------
18. März 2008: Von Michael Höck an 
Beitrag vom Autor gelöscht
18. März 2008: Von Michael Höck an 
Naja, wenn man bedenkt das die Nazis den Flugleiter und seine Kompetenzen damals ins Gesetz betoniert haben und das Gesetz nahezu wortgleich übernommen wurde, hätte man quasi "das Beste" aus 52 Jahren Diktatur in D zusammengefasst.

Spass beiseite:
Das ist einfach typisch. Und das wird auch nicht mehr besser.
18. März 2008: Von  an Michael Höck
noch besser:

definieren sie mal den begriff: FLUGSICHT

und dann im gesetzestext lesen....

da schmeißt man sich weg...

bb
ingo fuhrmeister
18. März 2008: Von Konrad Vogeler an Jan Brill
Die Namen dieser Experten müssen an die Öffentlichkeit!

Dann kann man den ganzen Schwachsinn auf den Punkt bringen

Konrad
18. März 2008: Von Heimo Kandler an Konrad Vogeler
Magazin „Proluftfahrt“
Offener Brief an
alle Mitglieder des Deutschen Bundesrates,
alle Mitglieder des Deutschen Bundestages,
den Bundesverkehrsminister und das Bundeskanzleramt
sowie zur Kenntnis weiteren rund 2000 Empfängern aus
Politik, Parteien, Wirtschaft, Luftfahrt in Deutschland und Europa

"Fliegen ohne Flugleiter"

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit meiner heutigen Presseinformation wurde Sie alle darüber informiert, dass der "Bund-Länder-Fachausschuss" über das Thema "Fliegen ohne Flugleiter" angeblich abschließend diskutiert hat und zu dem Ergebnis gekommen zu sein scheint, dass dieses weltweit ohne Probleme in Deutschland nicht in vergleichbarer Form praktikabel ist. Um zu dieser wirklich "herausragenden Erkenntnis" zu gelangen, schien es offensichtlich den "'Experten" angezeigt, sich auf eine NfL aus dem Jahr 1983 (I-72/83) zu berufen. Also eine Grundlage heranzuziehen, die erstens 25. Jahre alt ist und zweitens durch die tägliche Praxis weltweit und auch in Deutschland längst ad absurdum geführt wurde.

Da dieser "Bund-Länder-Fachausschuss" hier schwerwiegende und grundlegende Änderungen, Einschnitte und neue Hürden für die Allgemeine Luftfahrt und den Luftsport in Deutschland aufgebaut zu haben scheint, verlange ich als Privatpilot und auch dieses Magazin als Interessenvertretung sehr vieler Piloten der Allgemeinen Luftfahrt detaillierte Auskunft darüber, wer die angeblichen Experten dieses "Bund-Länder-Fachausschusses" sind, die mit ihrer "herausragenden Meinungen" und ihren Beschlüssen einen einzelnen Verkehrsträger und die in der Allgemeinen Luftfahrt tätigen Piloten, Flugplatzhalter, Werftbetriebe etc. in massiver und nicht akzeptabler Art und Weise einschränken und gegenüber dem Ausland benachteiligen wollen.

Ich gehe davon aus, dass nicht nur ich sondern ziemlich alle Piloten der Allgemeinen Luftfahrt etc. sich persönlich oder auch schriftlich bei den Mitgliedern dieses "Bund-Länder-Ausschusses" bedanken möchten. Und da wir die Damen und Herren natürlich mit ihren Namen ansprechen möchten, erwarten wir, dass diese sich selbst "outen" oder uns deren Namen genannt werden. Außerdem wüssten wir natürlich gerne, mit welcher persönlichen Qualifikation diese Damen und Herren ausgestattet sind, um zu derartigen Erkenntnissen zu gelangen.

Da wir hier in Deutschland in einer Demokratie leben, geht alle Macht vom Volk aus und dieses Volk ist der oberste Souverän. Als Mitglieder dieses obersten Souveräns haben wir einen Anspruch darauf, namentlich zu erfahren, wer mit derart viel Sach- und Fachverstand gesegnet, über uns als betroffene Bürger bestimmt.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass wir als Bürger und Piloten schon einmal so genannte "'Experten" erleben durften, die dann vor dem Bundesrat die Behauptung aufgestellt haben, dass angeblich von den "Piloten die größte Gefahr" ausgehen soll.

Leider hat sich bis heute keiner dieser "Experten" bei uns vorgestellt, Auch sonst konnte, wollte oder durfte uns niemand Auskunft darüber geben, wer denn diese "Experten" gewesen sind.

Nachdem wir aber als Piloten und Bürger dieses Landes im Bundesrat, Bundestag, den Ausschüssen etc. keine "Geheimbünde" sehen bzw. vermuten, sondern demokratische Institutionen, die auch jederzeit bereit sein müssen, der Öffentlichkeit über Ihr Tun Rechenschaft abzulegen, betrachte ich und andere es als unser Recht, zu erfahren, wer, warum welche Aussagen und Feststellungen macht, die eine erhebliche Außenwirkung haben.

Ich darf hier sicher auch im Namen sehr vieler Piloten der Allgemeinen Luftfahrt sagen - es reicht - und zwar bis "Oberkante Unterlippe".

Wann Dinge, die die Menschen in diesem Land ursächlich betreffen, "abschließend diskutiert" sind, wird sich noch herausstellen. Und ob dies unbedingt der vom "Bund-Länder-Ausschuss" gewählte Zeitpunkt ist, eben auch.

Sie dürfen deshalb auch sicher davon ausgehen, dass wir uns nicht wieder "abwimmeln" lassen, wie das so gerne gemacht wird, wenn Bürger Fragen an die "hohe Politik" haben. Ihren Antworten sehe ich daher mit Interesse entgegen und werde diese natürlich, wie auch sonst immer üblich, veröffentlichen, damit auch andere Mitglieder des "obersten Souveräns" informiert sind.

Mit freundlichen Grüßen
Heimo Kandler
Journalist & Privatpilot
Am Altwasser 21 D-85459 Berglern
Landkreis Erding / Freistaat Bayern
www.proluftfahrt.de
18. März 2008: Von  an Heimo Kandler
herr kandler...herr kandler....ich seh sie schon als ersten "detainee" in bayrisch guantamo in den salzberkwerken von reichenhall....wird grad vom bühlass auf verwendbarkeit geprüft....

aber im ernst: wer waren die denn im gremium? welche partei und woher??? warscheinlich war die devise der entscheidungsfindung: der fliegende klassenfeind mit geld muß bekämpft werden"

so ists, in neu-ostdeutschland...

bb
ingo fuhrmeister
18. März 2008: Von Heimo Kandler an 
Genau das werde ich herausfinden. Der "Bund-Länder-Ausschuss" ist von Menschen besetzt und diese haben einen Namen sowie eine Parteizugehörigkeit. Und es soll doch jeder betroffene Bürger wissen, wer da mitwirkt und "endgültig diskuttiert" haben möchte.

Ansonsten mache ich mir über mich keine Sorgen - ich bin unwichtig - es geht um die Sache, um Transparenz, um praktische Politik für die Menschen und um Verantwortlichkeiten. Und ich weiss mich meiner Haut zu wehren - ich denke, das ist zwischenzeitlich bekannt?

Und es geht auch darum, die "schlafende Masse" aufzuwecken und für die Teilnahme an allen noch anstehenden Wahlen zu mobilisieren - Bayern hat vorgemacht, was passiert, wenn die Wähler plötzlich nicht mehr so wollen, wie es die "Etablierten" gerne gehabt hätten.

Plötzlich wurde im "Stall gegackert und geflattert".

Geht doch - oder?
19. März 2008: Von Rahn, Andreas an Jan Brill
Ich denke in folgendem Satz liegt das ganz generelle Problem für vieles aber vor allem auch für die GA:

"Verantwortlich ist ein nicht gewähltes undurchsichtiges bürokratisches Gremium, das hier mit einem Federstrich einer ganzen Branche einen gigantischen Stein in den Weg gerollt hat."


Ich hab den ganzen Vorfall meinem zuständigen MdB Herrn Gienger mitgeteilt mit der Bitte um Stellungnahme.

mfg Andreas Rahn
19. März 2008: Von Uwe Grosser an Rahn, Andreas
Wieder ein weiterer Stein im Weg der GA.
Da man mit der ZÜP langsam aber sicher auf
die sog. Schn.... fällt, müssen andere Wege
beschritten werden.
Den Damen und Herren muß ja was neues einfallen,
um die Große Gefahr GA zu entsorgen.

Ich als Optimist glaube, dass ich das Ende der
GA nicht mehr erlebe,aber was soll bloß ein
Pessimist denken?
21. März 2008: Von Oscar Bürgis an Markus
Beitrag vom Autor gelöscht
21. März 2008: Von Alexander Stöhr an Heimo Kandler
Herr Kandler,

DAS haben Sie nicht wirklich versendet, oder? Sind Sie von allen guten Geistern verlassen? Sie schießen uns noch in die Steinzeit zurück! Abgesehen davon, daß unter den 2000+ Adressaten bestenfalls nur 0,01% sich Massenmails überhaupt anschauen und diese dann NICHT zum erlauchten Kreis der Entscheider gehören, schaffen Sie es nur in die Ablage Kurioses. (So hieß jedenfalls der Ordner meiner Frau für dergleichen in ihrer Bundestagszeit).

Ich verstehe Ihr Anliegen (s.o. und eigentlich jedes Posting von mir), ich begrüße ebenfalls einfache, klare und funktionelle Regelungen welche unter geringstmöglichem Umstand hohe Sicherheit schaffen.

Wenn man in Berlin (oder in Bonn) jemanden erreichen will, so müssen mehrere Spielregeln beachtet werden (dieser Rat ist kostenlos):
1. Adressatenliste zusammenstellen
Die Zusammenstellung der Adressatenliste ist essentiell dafür, in der ersten Stufe der Selektion nicht auszuscheiden. Mitarbeiter haben die Aufgabe, die an Abgeordnete gerichtete Korrespondenz auf Relevanz und Dringlichkeit zu sichten und einzustufen. Einfach gesagt: Was alle angeht, kann (arbeitstechnisch) nicht so wichtig sein, und wenn 2K+ Heinis draufstehen, dann kann "ich" ja nicht gemeint sein.
Suchen Sie die Personen aus, welche es gilt umzustimmen. Dafür müssen Sie VORHER wissen wer im Fachausschuß sitzt und wer darin mehr zu sagen hat als andere. Am besten Sie wissen auch vorher wer auf welcher Seite steht.

2. Thema präsentieren
Langweilen Sie Ihre Ansprechpersonen nicht mit Allgemeinwissen über Demokratie und Souveränität. Schildern Sie in möglichst korrekter und einfacher Sprache die Situation, und wo Sie einen Konflikt mit gängiger Rechtspraxis oder einen Widerspruch zu allgemeinen Grundrechten sehen. Am besten emotionsfrei. Sachlich. Verunglimpfen Sie gar das Entscheidungsgremium, landen Sie auch in der Ablage "K".

3. Mandat haben
Viele Piloten sind nicht alle. Schlimmstenfalls nur Sie und irgend ein anderer unwichitger Mensch. Proluftfahrt kennt keiner, Journalisten gibts wie Sand am Meer; schlechte mehr als gute. Wenn Sie schon in der ersten Liga mitspielen wollen (so sehen das zumindest Ihre Adressaten), dann müssen Sie schon ein paar gewichtige Argumente mitbringen (Wähler, Arbeitsplätze, Wirtschaftsleistung). Wütende Spinner gibt es genug, seien Sie nicht noch einer.

Sollten Sie die geforderten Punkte nicht alleine erfüllen können, so bündeln Sie Kräfte mit denen, die es können. Für spezielle Informationen beauftragen Sie eine der Agenturen in Berlin, professionellen Lobbyismus zu betreiben.

Wie gesagt Herr Kandler, Sie sind mir menschlich sogar sympathisch (zumindest was Ihr Webauftritt hergibt), aber da wo Sie hinfliegen ist die Luft dünn und die Flieger schnell.

Gruß
Stöhr
21. März 2008: Von Alexander Stöhr an Jan Brill
Hallo Herr Brill,

es ist natürlich schade, wenn ausgerechnet aus dem Kreise der angeblichen Nutznießer Ablehnung kommt. Ich habe immer nur erlebt, daß der "Flugleiter" irgendwie aus dem Nachbardorf kurz zum Platz fuhr und dann wieder verschwunden war. Alle betrieben das schulterzuckend mit einem Augenzwinkern.

Vielleicht muß erst in den eigenen Reihen die Lobbyarbeit vollendet werden, damit die Zahl der Gegensprecher auf ein statistisch gewöhnliches Maß sinkt.

Daß manchmal aus den Fachauschüssen ohne Vorwarnung geschossen wird ist ärgerlich. Uns ist bei unserer Arbeit auch einmal so ein Ding um die Ohren geflogen; weil eine Verordnung durch eine andere ersezt werden sollte und plötzlich eine Passage aus dem Kommentar gestrichen worden war, war die gängige Prüfpraxis (Karenzzeit bei der wiederkehrenden Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen) nicht mehr möglich und "Verstöße" bußgeldbewehrt. Nachträgliches Verhandeln stieß auf Unverständnis, die behaupteten Plötzlich wir wollten die Verordnung aushöhlen, oder Regelungen ausweiten. Naja, wenn man dann alle zusammenbekommt und man miteinander redet, kommt man zu einem tragfähigen Kompromiß.

Danke für die Info

Gruß
Stöhr
22. März 2008: Von Intrepid an Konrad Vogeler
Die "Öffentlichkeit" geht davon aus, dass Flugzeuge grundsätzlich vom Boden aus geführt werden, steht doch an (fast) jedem Flughafen ein "Kontrollturm".

Weit mehr als 20000 Rundfluggäste habe ich jetzt befördert (irgendwann habe ich aufgehört zu zählen) und die Überraschung ist immer wieder groß, wenn ad hoc kurz vor dem Flug ohne Absprache nach außen die Flugroute vereinbart wird. Die Überraschung ist noch größer, wenn Funksprüche nicht beantwortet werden weil die Luftaufsicht gerade auf dem Klo sitzt oder was weiß ich und man dennoch losfliegt.

Von der "Öffentlichkeit" ist in diesem Fall keine Hilfe zu erwarten, höchstens Misstrauen.
24. März 2008: Von Hans-Juergen Saehlandt an Jan Brill
moin,

ich kenne einen Fall aus eigener Erfahrung, wo der "Flugleiter" durch Gleichgültigkeit einen Unfall NICHT verhindert hat.

Anstatt einen fremden Flieger hilfreich zu informieren, den Platz mal frei zu halten bis dieser sicher gelandet wäre. Er war in fremder Umgebung komplett desorientiert und flog falsch in die Platzrunde, es kam zum Zusammenstoß und 3 Toten ! Dem Flugleiter war die Lage bekannt, statt ihm zur Seite zu stehen und heimische Piloten zu bitten ein paar Warteschleifen zu fliegen, war dieser mit der Tagesabrechnung beschäftigt.

Ist lange her (1978), aber in Gedanken sehe ich (damals leider Augenzeuge) heute noch die Trümmer fallen.
24. März 2008: Von Karl-Heinz Tucker an Hans-Juergen Saehlandt Bewertung: +1.00 [1]
Er hat ja anscheinend im Funk entsprechende Anfragen von sich gegeben??
Da hätte auch die Maschine in der Platzrunde entsprechend reagieren können??
Aber das ist ja das Gefährliche, daß einige Piloten glauben, daß der "heilige Türmer" alles regelt.
Schon damals hat also dieser Fehler zu unnötigen Toten geführt.
MfG
K-H

P.S.
Ich stand vor nicht allzu langer Zeit in "Mary" am Rollhalt 20
als plötzlich eine Maschine "turning base 20" meldete. Aufgrund der Rollhaltposition hätte man die Maschine aber sehen müssen.
Ich ahnte da schon was und beschloß sicherheitshalber die Position zu halten und funkte dies. Vom Tower kam keine Antwort (dieser hing zu dieser Zeit ebenfalls am Fernglas und suchte die Maschine), was auch nicht nötig war, da alle Maschinen ja mithören.
Plötzlich kam die Meldung "rwy vacated" und ich rollte auf. Klar war ja jetzt, daß der andere Pilot die Landerichtung verwechselt hatte und 02 gelandet war (auch der FL auf dem Turm machte da ne 180 Grad Drehung :-) ).
Schön, wenn der Funk die nötigen Infos enthält und man sich selbst ein Lagebild machen kann.

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