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Unfälle und Zwischenfälle | C551 down in der Ostsee  
4. September 2022 23:01 Uhr: Von Tobias Schnell 

C551 OE-FGR mit 4 POB Jerez - Köln/Bonn fliegt am Ziel vorbei und stürzt in die Ostsee:

https://aviation-safety.net/database/record.php?id=20220904-0

Erinnert ein wenig an den Crash des LR35 mit Payne Stewart an Bord:

https://www.ntsb.gov/investigations/AccidentReports/Reports/AAB0001.pdf

5. September 2022 07:05 Uhr: Von Joachim P. an Tobias Schnell Bewertung: +1.00 [1]
...oder Helios 522
5. September 2022 08:15 Uhr: Von Daniel Fliegermann an Joachim P.
https://mobil.ksta.de/koeln/auf-dem-weg-nach-koeln-privatjet-stuerzt-in-ostsee---blaue-funken-funktionaer-wohl-pilot-39919572
5. September 2022 10:21 Uhr: Von Sebastian G____ an Tobias Schnell Bewertung: +1.00 [1]

Nach FAA Regeln hätte der Pilot als single Pilot in FL360 vermutlich dauerhaft eine Maske tragen müssen. Ist das nach EASA Regeln auch so?

5. September 2022 10:23 Uhr: Von Constantin Droste zu Vischering an Daniel Fliegermann

Ich habe keine HPA-Erfahrung, aber die Time of Useful Consciousness beträgt in FL360 noch gut 30 Sekunden. Das müsste doch reichen, um die Maske aufzusetzen und einen Emergency Descend einzuleiten. Das war hier anscheinend single Pilot ops. Angeblich wurden ja sogar Probleme mit der Pressurization gemeldet. Tragisch.

5. September 2022 10:33 Uhr: Von Andreas KuNovemberZi an Sebastian G____ Bewertung: +3.00 [3]

"Nach FAA Regeln hätte der Pilot als single Pilot in FL360 vermutlich dauerhaft eine Maske tragen müssen. Ist das nach EASA Regeln auch so?"

Nein.
Und in den USA dürfte 14 CFR § 91.211 zu den am meisten missachteten Vorschriften bei SP OPS von Jets gehören.

Für alle Pressurization issues: gutes Training im Sim und ein eindeutiges Mindset sind hier wirklich hilfreich.
Das mindset muss dann auch immer beinhalten, in der Realität so zu handeln wie im Sim trainiert. Super Artikel dazu in der letzten puf.

5. September 2022 10:42 Uhr: Von Reinhard Haselwanter an Constantin Droste zu Vischering

Bei einer rapid decompression kriegt der Pilot mit, dass es da was hat, und er wird rasch reagieren und die quick donning mask überziehen. Wenn es ein schleichender Druckabfall ist, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass er es nicht mitbekommt und graduell handlungsunfähig wird. Sollte er (wie in Medienberichten dargestellt) sogar noch Druckprobleme gemeldet haben, ist es umso trauriger, da er dann wahrscheinlich versucht hat, das Problem zu "fixen", dabe aber weder level off oder decend eingeleitet hat, noch die Maske für die Fehlersuche zur Sicherheit benützt hat... Die TUC nimmt mit zunehmender Flughöhe progressiv ab (siehe Tabelle), und der Jet führte den climb sicher mittels A/P durch... sehr traurig, das ganze.

https://en.wikipedia.org/wiki/Time_of_useful_consciousness

EDIT: Wie Andreas geschrieben hat, ist das Mindset hierfür ausschlaggebend. Was würde es kosten, in einer Druckkammer eine rapid decompression durchzuführen, und dies z.B. bei einer HPA-Ausbildung zwingend in den Ausbildungssyllabus aufzunehmen ? Wir geben pro Flugstunde mehrere Hundert Euro aus... ich kann mir denken, dass dies, wenn es als "Programm" an einigen dafür medizinisch geeigneten Standorten in D festgelegt würde, auch in einem akzeptablen Kostenrahmen darstellbar wäre...

5. September 2022 10:47 Uhr: Von Horst Metzig an Constantin Droste zu Vischering

Sauerstoffmangel in solchen Fällen ist ein schleichender Vorgang, die Personen nehmen das oft gar nicht war.

5. September 2022 10:53 Uhr: Von Roland Schmidt an Reinhard Haselwanter

Die Cirrus (Turbo?) hat doch so ein super feature, dass ein Sinkflug automatisch eingeleitet wird, wenn der Pilot nicht mehr reagiert bzw. sich zu lange nicht bewegt. Ich frage mich, ob das bei solchen Flughöhen insbesondere single pilot nicht auch sehr viel Sinn machen würde.

5. September 2022 10:55 Uhr: Von Dominic L_________ an Horst Metzig

Naja, aber es sollte ja um 9000ft rum eine Warnlampe angehen und ein Signalton erklingen. Wenn die Kabine ab da graduell steigt, sehe ich eigentlich kein Problem mit der Zeit, die Maske aufzusetzen. Bis man über 12000ft wäre, vergingen ja noch mehrere Minuten.

5. September 2022 11:11 Uhr: Von Michael Söchtig an Dominic L_________

Vielleicht wäre eine Automatik die, wenn es 3min keinen Pilot Input gibt, automatisch auf FL100 sinkt, tatsächlich eine sinnvolle Sache.

Mal angenommen die waren handlungsunfähig - wie lange kann man in der Höhe dann eigentlich (bewusstlos) überleben?

5. September 2022 13:25 Uhr: Von Erik N. an Andreas KuNovemberZi Bewertung: +7.00 [8]

Warum muss man im Alter von 71 Jahren so ein Flugzeug mit der ganzen Familie allein fliegen, statt sich einen zweiten Piloten mit an Bord zu holen ? Die hatten eine eigene Chartergesellschaft, an den Finanzen kann es auch nicht gelegen haben. Warum ?

5. September 2022 13:32 Uhr: Von Achim H. an Erik N. Bewertung: +16.00 [18]

Mit 70 wäre es noch OK? Ein 50-jähriger mit schlechter Gesundheit wäre auch besser als ein topfitter 72-jähriger? Wieso willst Du auf Basis nicht vorhandener Informationen gleich altersdiskriminieren?

5. September 2022 13:33 Uhr: Von T. Magin an Erik N.
71Jahre? Das ist doch ein Jungspund. Frag mal den Frosta-Gründer nach seinem Alter, als er alleine seinen CJ in Egelsbach in den Zaun gehängt hat.
5. September 2022 13:37 Uhr: Von Erik N. an Achim H. Bewertung: +1.00 [1]
Nach der Argumentation ist auch die Altersgrenze für Berufspiloten Altersdiskriminierung.
5. September 2022 13:38 Uhr: Von T. Magin an Achim H. Bewertung: +1.00 [3]
Ist es dann auch Diskriminierung, wenn wir mit steigendem Alter häufiger zum Medical müssen?
5. September 2022 13:42 Uhr: Von Thomas R. an T. Magin Bewertung: +1.33 [2]

Frag mal den Frosta-Gründer nach seinem Alter, als er alleine seinen CJ in Egelsbach in den Zaun gehängt hat.

Callsign "Iceman" nehme ich an?

5. September 2022 13:44 Uhr: Von Chris _____ an T. Magin Bewertung: +3.00 [3]

Ist es dann auch Diskriminierung, wenn wir mit steigendem Alter häufiger zum Medical müssen?

Das Medical ist m.E. überhaupt nicht nötig beim _Privatflieger_. Gibt's beim Auto, beim LKW, beim Schiff ja auch nicht im privaten Bereich. Und der Beweis ist nicht erbracht, dass das Medical überhaupt genug Unfälle verhütet, um den Riesenaufwand, der ALLE Piloten und die Bürokratie trifft, zu rechtfertigen. Die FAA hat das kapiert und Basic Med eingeführt.

WENN man das Medical aber für sinnvoll hält, dann ist es mit zunehmendem Alter naheliegend, dieses engmaschiger durchzuführen.

Hingegen, den Unfall eines 70jährigen ohne jede Kenntnis dem Alter zuzuschreiben, ist altersdiskriminierend und auf dem gleichen Level wie Frauen das Einparken nicht zuzutrauen.

Bei der dünnen Informationslage dieses Threads liegt es nahe, dass der Pilot um Probleme mit der Druckkabine wusste, aber nicht auf die Idee kam FL360 zu verlassen zugunsten einer Höhe, wo er keinen Sauerstoff braucht. Das wäre eine krasse Fehlentscheidung. Oder er flog in FL360 mit einer nichtfunktionierenden O2-Maske, vielleicht leerer O2-Tank, was sein Preflight schlecht aussehen lässt. Beides sind Fehler, die auch jüngeren Piloten passieren können.

5. September 2022 13:44 Uhr: Von Joachim P. an Thomas R.

Fast richtig ;)

5. September 2022 14:36 Uhr: Von Sascha H. an Joachim P. Bewertung: +3.00 [3]

Alter hin oder her, ich frage mich weshalb überhaupt ein Hobbyflieger, einen so komplexen, alten Jet, der keinerlei features moderner ergonomie bietet, fliegen muss, und dazu noch alleine.

Sehr viele hochmoderne Jets, die man theoretisch gut alleine fliegen könnte, brauchen hingegen 2 Piloten, nur weil sie eben über 5,7T liegen.

5. September 2022 14:43 Uhr: Von Achim H. an Sascha H. Bewertung: +4.00 [4]

Der fast gleiche Unfall ist mit einer hypermodernen TBM 900 im Jahre 2014 passiert (das war die erste TBM 900 überhaupt).

https://aviation-safety.net/wikibase/169555

Es waren sogar 2 Piloten an Bord, deutlich jünger als 71. Auch ein 71-jähriger kann korrekt agieren wie im Simulator gelernt und die Sauerstoffmaske als ersten Schritt greifen. Dann wird aus dem tödlichen Unfall nämlich nur ein technisches Problem mit Landung am nächsten geeigneten Flugplatz.

Sehr viele hochmoderne Jets, die man theoretisch gut alleine fliegen könnte, brauchen hingegen 2 Piloten, nur weil sie eben über 5,7T liegen.

Die Phenom 300 wiegt 8,5t und benötigt nur einen Piloten. Ein moderneres Flugzeug gibt es in dieser Klasse nicht. Der geplante neue HondaJet wird ebenfalls in dieser Klasse spielen und nur einen Piloten benötigen. Das mit 5,7t ist falsch.

5. September 2022 14:44 Uhr: Von Alexander Callidus an Sascha H.
„Alter hin oder her, ich frage mich weshalb überhaupt ein Hobbyflieger, einen so komplexen, alten Jet, der keinerlei features moderner ergonomie bietet, fliegen muss, und dazu noch alleine.“

Den Spaß am herumdüsen kann ich schon verstehen. Aber halt ohne Passagiere
5. September 2022 14:45 Uhr: Von T. Magin an Chris _____
„Hingegen, den Unfall eines 70jährigen ohne jede Kenntnis dem Alter zuzuschreiben“

Das unterstellst Du Erik jetzt im Speziellen. Ich habe seine Aussage eher als allgemeinen Seufzer verstanden nach dem Motto „ja muss es denn überhaupt sein, dass man sich (in dem Alter), dem allgemeinen Risiko eines solchen Flugs aussetzt.“ Aber nicht so, als dass das Alter jetzt kausal für den Unfall verantwortlich wäre.
5. September 2022 14:45 Uhr: Von Andreas KuNovemberZi an Sascha H. Bewertung: +3.00 [3]

Die 5.700 kg Grenze ist entfallen. Eine CJ3 (MTOM ca. 6.200 kg) kann man auch Single Pilot fliegen.

Der Safety Record für Single Pilot OPS in Jets ist weit besser als der Safety Record jeder anderen Flugzeugklasse darunter - egal ob Multi Crew oder SP, egal ob SEP, MEP, SET oder MET.

Der Grund hierfür ist vorwiegend das bessere Training und nur zu einem Teil die größere Sicherheit des Fluggeräts.
Der Grund für manchen Unfall bei SP Jet OPS liegt aus meiner Sicht dann wiederum auch in nicht ausreichendem Training - weil besonders Alpha-Tierchen und Owner Pilots hier auch gerne mal abkürzen.

5. September 2022 14:58 Uhr: Von Erik N. an T. Magin Bewertung: +9.00 [9]

Danke. PuF, das neue Twitter.

Es geht nicht generell ums Alter, aber es spielt eine Rolle. Wir werden nicht jünger, wir alle bauen ab einem gewissen Alter ab, und die wenigsten gestehen sich das ein - zumal wenn es Menschen sind, die ein Unternehmen aufgebaut haben, auf die viele im Umfeld hören, die voll im Leben stehen und gewohnt sind, Entscheidungen gerne allein zu treffen. Jeder hier kennt im verwandtschaftlichen Umfeld die Fälle, wo mit zunehmendem Alter die Meinung über die eigene Leistungsfähigkeit diese deutlich überteigt bzw. die Fähigkeit, darauf angemessen zu reagieren, nachhaltig sinkt. Es gibt nicht umsonst eine Altersbegrenzung bei Berufspiloten. Ist das auch Altersdiskriminierung ? Nein.

Mir erschließt sich, unabhängig vom Alter, nicht, dass jemand, der so vermögend ist, selbst in der Charterei unterwegs ist, Zugriff auf alle Ressourcen hat und die Risiken der Fliegerei kennt, sich nicht einfach einen zweiten Piloten bestellt, zumal wenn man mit der Familie unterwegs ist. Und ich kenne einige Selbstflieger mit Jet oder Firmenflugzeug, die das exakt genau so sehen.

My two cents. Gerne viele rote, ändert aber an meinem Standpunkt nichts.


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