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27. Oktober 2020 07:08 Uhr: Von J. D. an Stefan Jaudas Bewertung: +1.00 [1]

du meinst, das Risiko vor Abflug / nach Landung und beim (De-) Boarding?

Ich habe da jetzt mal 10 Sekunden intensiv drüber nachgedacht ;-)

Also wenn ich Flughafen -oder Airlinebetreiber wäre, würde ich das Tragen einer FFP2 oder 3 Maske außerhalb des Fliegers überall dort verpflichtend machen, wo Abstandsregeln etc nicht eingehalten werden können, also zb bei Gepäckaufgabe, Check-In, Boarding etc.

Jetzt kann man noch darüber nachdenken, die horrenden Kosten einer FFP2/3 Maske (~ 1€ / Stück) dem reisewilligen Kunden aufzuerlegen, oder, vor dem Hintergrund mehrerer Millionen € Umsatzeinbußen pro Tag, die Dinger einfach beim Betreten des Flughafens zu verteilen...

Ist aber wahrscheinlich zu einfach gedacht :-)

27. Oktober 2020 08:24 Uhr: Von Erik N. an J. D. Bewertung: +1.00 [1]

Das wäre bei weitem zu offensichtlich. Offensichtliche Lösungen sind zu einfach, um von akademisch herausragenden Führungspersönlichkeiten ernsthaft in Betracht gezogen zu werden.

Das beste - nach meiner einfachen Denkstruktur - wäre ein kurzer, aber sehr harter, kompletter Lockdown. Planbar, mit Ansage, 10, 14 Tage, vollständiger Lockdown incl. Ausgangssperre. Alles zu. Null soziale Kontakte. Full Stop = Betonwand für den Virus.

Statt ewiger uneinheitlicher und noch Monate andauernder Eierei.

27. Oktober 2020 08:53 Uhr: Von Friedhelm Stille an Erik N.

Null soziale Kontakte? Wie soll das im privaten Bereich kontrolliert werden?

Bei unseren Nachbarn kommen regelmässig Familien mit ihren Kindern zusammen, im Sommer im Garten, jetzt eben im Hause.

27. Oktober 2020 09:31 Uhr: Von J. D. an Erik N.

es gibt Stimmen, die sich schon auf den kommenden Lockdown "freuen" - erstens, weil dann sichtbar wird, dass der gar nicht so viel bringen wird und zweitens, weil wir in ein paar Wochen, nachdem wieder unzählige Existenzen und Milliarden "versenkt" wurden, der ganze Tanz mit dann erneut steigenden Infektionszahlen wieder von vorne losgeht.

Also, Lockdowns als neue "normale Realität" - mit besten Grüßen nach Schweden :-)

27. Oktober 2020 09:57 Uhr: Von Wolff E. an J. D. Bewertung: +9.00 [9]

Immer dieses Schwedenbeispiel. Hätte Deutschland sich wie Schweden verhalten, hätten wir locker 45.000 Tote oder mehr gehabt. Und Schweden hat keine Ballungsräumen wie Deutschland mit mehreren Millionen Einwohnern. Zur info, Schweden hat rund 10 Mio Einwohner, Deutschland ca 83 Mio. Schweden hat 450.000 qmk und Deutschland 357.000qmk. Kann sich jetzt jeder selbst vorstellen, was in Deutschland beim "Schwedenmodell" passiert wäre...

27. Oktober 2020 10:57 Uhr: Von J. D. an Wolff E. Bewertung: +1.00 [1]

kann man so pauschal nicht sagen, solange die Pandemie noch im vollen Gange ist.

Schweden hat am Anfang Fehler gemacht, die Senioreneinrichtungen richtig zu schützen, dadurch gab es dort sehr viele Tote.

Die Verläufe der Todesfälle in den letzten Monaten ist pro Schweden.

EDIT: die wenigsten verstehen ja auch den Schwedischen Weg bzw. haben sich mit diesem auseinandergesetzt. Kann man in diesem aktuellen Interview aber nachholen...




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Todesfaelle_Schweden.JPG



27. Oktober 2020 11:46 Uhr: Von Stefan Jaudas an Wolff E.

Stimmt. Außerdem, Schweden ist nicht unbedingt das Transitland Nr. 1.

27. Oktober 2020 13:37 Uhr: Von Wolff E. an J. D. Bewertung: +1.00 [1]

Schweden hat ca 110.000 Infektionen stand letzte Woche. Sind auf Deutschland ca 880.000. Es erschließt sich mir nicht, wie man das Schwedenmodell gut finden kann. Auch das Schweden kein Transitland ist, kommt Schweden zu gute.

27. Oktober 2020 14:04 Uhr: Von Willi Fundermann an Wolff E.

Das Virus gibt es überhaupt nicht. Alles Erfindung von Bill Gates!

27. Oktober 2020 15:03 Uhr: Von Erik N. an Friedhelm Stille

Klar, müssen sie ja auch nicht. Wenn sie es müssen, bleiben 95% der Leute zu Hause.

Meine das ganz im Ernst: eine Woche + Wochenende extrem hart alles runterfahren, dann ist Ruhe. Aber planbar, verkraftbar. Und absehbar.

27. Oktober 2020 15:08 Uhr: Von Achim H. an Erik N. Bewertung: +6.00 [6]

... und danach geht es genauso wieder hoch.

Zu den intelligenten, dynamischen und spezifischen Eingriffen gibt es m.E. keine Alternative in einer freiheitlichen Gesellschaft. Das läuft schon im Großen und Ganzen richtig bei uns. Weiter als wir aktuell ist kein vernetztes europäisches Land vom medizinischen Notstand entfernt.

27. Oktober 2020 15:09 Uhr: Von Friedhelm Stille an Erik N.

Wer aber überwacht die verbleibenden 5%?

Die grosse Masse bedarf keiner Kontrolle. Es sind immer Minderheiten, die für Probleme sorgen.

27. Oktober 2020 15:29 Uhr: Von ch.ess an Erik N.

Und dann Stacheldraht an allen Grenzen ?

Wie willst Du verhindern, dass wieder Fälle von außen kommen? Ein Test muss noch nicht anschlagen oder, wenn länger her, kannst Du Dich danach angesteckt haben...

Wir müssen uns mit dem Virus nach einer ersten, verzögerten Grundexposure (2020/21) vielleicht permanent abfinden. So, wie mit allen anderen Corona-Viren auch... ;-)

Und mit der Zeit werden wir die üblichen "Grippe-Wellen" haben und uns, weil das nächste Thema rumläuft, mit der 6-7-stelligen Infektion und 5-stelligen Todeszahl pro Winter wieder abfinden. Das war und ist das Leben.

27. Oktober 2020 20:05 Uhr: Von Erik N. an ch.ess

Ja, erzähl das mal den Leuten in Berlin. Die planen gerade Lockdown 2.0.

Meine Idee ist ja auch nur ein Weg, es zumindest zwischenzeitlich mal zu stoppen.

Man stoppt keinen Virus komplett. Never, ever. Die Strategie kann ja nicht lauten, so wie jetzt für 2 Jahre weiterzumachen ?? Irgendwann ist die cure worse than the disease.

27. Oktober 2020 22:48 Uhr: Von Sven Walter an Erik N.

Die Idee hat schon was. Man muss sich halt nur als "Inselrepublik" gerieren, hat ja in Asien mancherorts auch schon funktioniert. Den Gedanken hatte ich im März auch länger, als Segler nirgends mehr reindurften etc., woher stammt denn wohl das Wort Quarantäne?

14 Tage Stillstand, und alles ist weg. Dann nur noch am Flughafen und den Grenzen den Test verlangen, schon ist man nahe an Neuseeland, die das ja offenkundig so hinbekommen haben. Wir gucken vielleicht zu selten auf die noch besseren Vorbilder.

Wer durch Deutschland durchwill, darf noch an 15 speziellen Tanken Sprit nachfüllen. Geht alles, und bei einem schlimmeren Virus ("Ebola durch die Luft") würden wir es genauso machen.

Hammer & Dance überzeugt mich, die zwei Wochen voller Stillstand lassen sich aber auch durchziehen. Ist schlicht eine Abwägungsfrage, die so weit nicht auseinander liegt. Wir haben nur wenige Funktionen außerhalb von Kraftwerkszentralen, Uniformberufen und medizinischer Versorgung, die wirklich zwei Wochen lang unverzichtbar sind. (die KFZ-Versicherungsbeiträge gehen runter... warum wohl... es gibt auch weniger Grippetote, warum wohl....).

28. Oktober 2020 07:06 Uhr: Von J. D. an Wolff E. Bewertung: +1.00 [1]

warum es Leute gibt, die den Schweden-Weg diskussionswürdig finden, zeigen die beiden o.s. Grafiken!
Aus diesen ist ersichtlich, dass die Todesfälle in Schweden in den letzten Wochen gegen 0 tendieren, während diese in allen anderen europäischen Ländern stark ansteigen.

Des Weiteren berücksichtigt die schwedische Strategie soziologische, psychologische, gesellschaftliche, wirtschaftliche, epidemiologische und virologische Komponenten.

Dass Schweden bislang(!) auch wirtschaftlich vergleichsweise besser durch die Krise kommt, ist dabei sicherlich ein unterstützendes Element.

28. Oktober 2020 07:20 Uhr: Von J. D. an Achim H.

Zu den intelligenten, dynamischen und spezifischen Eingriffen gibt es m.E. keine Alternative in einer freiheitlichen Gesellschaft.

Sehe ich auch so - vor dem Hintergrund aktuell stattfindender Diskussionen ("All-In-Lockdown") möche ich aber "evidenzbasiert, erklär- und nachvollziehbar" als Forderung anfügen.
Um es vorsichtig auszudrücken: Gerichte haben jüngst mehrfach bestätigt, dass diese Forderungen des Öfteren durch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenzen nicht erfüllt wurden und sich Ähnliches erneut abzeichnet...

28. Oktober 2020 07:44 Uhr: Von Stefan Jaudas an Sven Walter

... nee ... wir sind eben keine Insel. Nicht mal UK oder Irland (Inseln!) kommen da irgendwie besser weg wie wir.

14 Tage Stillstand, und alles ist weg. Dann nur noch am Flughafen und den Grenzen den Test verlangen, schon ist man nahe an Neuseeland, die das ja offenkundig so hinbekommen haben. Wir gucken vielleicht zu selten auf die noch besseren Vorbilder.

Neuseeland ist zudem nicht nur eine Insel, sondern eine Insel mit einem über 1500 km breiten "Ärmelkanal". Durch seine Lage ist Neuseeland vor "Laufkundschaft" geschützt, und wegen der Transportkosten machen die mehr selber wie andere Leute. Es gibt gerade mal 4,2 Mio Menschen dort, weniger Leute wie im Großraum Berlin, und das ca. auf der Fläche der 11 alten Bundesländer.

Selbst Neuseeland hat inzwischen zwei (!) Lockdowns benötigt.

Wer durch Deutschland durchwill, darf noch an 15 speziellen Tanken Sprit nachfüllen. Geht alles, und bei einem schlimmeren Virus ("Ebola durch die Luft") würden wir es genauso machen.

Der war jetzt gut ... klar. Mr. und Ms. Transitreisende werden sich da natürlich stringent dran halten. Genau wie Michel und Micheline. So wie sich alle auch an die Tempolimits, Überholverbote, das Verbot der illegalen Müllentsorgung, usw. halten? Und die Transitler sind ja nur ein kleiner Teil. Es gibt ja auch reichlich Leute, die irgendwohin müssen. 15 spezielle Tanken helfen nicht den Leuten, die einen Container in Kleinkleckersdorf abliefern müssen.

Das Einzige was helfen wird ist entweder, der SARS-CoV-2 geht den Weg von SARS-CoV-1, oder es gibt Imfstoffe - vorzugsweise mehrere.

28. Oktober 2020 08:19 Uhr: Von Mich.ael Brün.ing an Erik N.

Wie kommst Du darauf, dass eine Woche reicht?

Mit Inkubationszeit und verzögerten Ansteckungen im eigenen Haushalt müsste man mindestens 3 Wochen rechnen.

3 oder auch nur 2 Wochen komplett runterfahren?

Geht heutzutage kaum. Weiterhin aktiv bleiben müssen zB Krankenhäuser, Arztpraxen, Betreuungsdienste, Apotheken, Reha-Einrichtungen, Lebensmittelhandel, Polizei, Müllabfuhr, technische Notdienste sowie die gesamte Logistik, die an der Versorgung dieser Bereiche hängt und damit auch Tankstellen für alle Mitarbeiter in diesen Berufen.

Aber selbst wenn damit die Gesamtsumme der sozialen Kontakte um 95% reduziert werden, sind es nach derzeitigen Erkenntnissen gar nicht die vernünftigen Menschen und ihre alltäglichen Aktivitäten, die das Infektionsgeschehen im wesentlichen treiben, sondern die großen Zusammenkünfte, ob nun private Feiern oder Vernachlässigen der Hygiene an engen Arbeitsplätzen.

Wenn ich mir die Anti-Corona-Maßnahmen-Demos so ansehen, glaube ich, dass es insgesamt extrem schwer wird, das Geschehen durch politische Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Selbst extreme Lockdowns können unterwandert werden und das lässt sich nicht verhindern, denn der Schutz des privaten Bereichs muss auch höhere Priorität haben.

Mein größter Vorwurf an die Politiker: Sie haben ein halbes Jahr sinnlos verstreichen lassen, um die Corona-App zu einem besseren Werkzeug zu machen.

Meine Gedanken:

  • Warum nicht eine zweite App entwickeln, die bestätigen kann, dass ein in die Nähe gehaltenes Handy ebenfalls die App aktiv hat und dann den Zugang zu potentiellen Infektionsbereichen (zB Linienflüge ab Wartebereich vor Security Check, ÖPNV, Restaurants, Veranstaltungen) nur mit aktiver App zuzulassen?
  • Warum nicht anonyme Statistiken sammeln, wie sich die Anzahl der Sozialkontakte (Tokenaustausch) pro Tag pro Person verändern?
  • Warum nicht vielleicht sogar Warnungen herausgeben, wenn man in der Nähe eines Handys ist, dessen App in den letzten X Tagen schon mehr als Y längere Kontakte verzeichnet hat? Schließlich ist eine Person, die 100 Kontakte hatte, wohl auch 100x mehr gefährdet, sich angesteckt zu haben, als eine Person, die nur einen Kontakt hatte.

Das ist alles unter Einhaltung der DSGVO und Anonymität möglich, ganz im Gegensatz zum Erfassen von Personaldaten in Restaurants, deren Eigentümer in der Masse wohl eher keine DSGVO-konforme Lagerung und Verwaltung der "Kontaktzettel" durchführen.

Die Kontaktverfolgung, wie sie heute von den Gesundheitsämtern durchgeführt wird, ist nicht viel anders als vor hundert Jahren. Das kann doch nicht sein. Wir haben doch heute viel bessere Mittel, um a) herauszufinden, wie sich das Viraus ausbreitet und b) die Personen, die mit einem Infizierten Kontakt hatten, zu warnen.

Hätte man die Verbreitung der App von Beginn an mit weiteren Maßnahmen "unterstützt" wüssten wir heute auch mehr über die Verbreitungswege und hätten vor allem ein besseres, weil stärker verbreitetes Netz, um die potentiell Infizierten früher zu erkennen und dann deren Sozialkontakte zu minimieren, bis klar ist, ob sie ansteckend sind. Chance vertan.

28. Oktober 2020 09:51 Uhr: Von Erik N. an Mich.ael Brün.ing Bewertung: +2.00 [2]

Eine App mit tracing, Kontaktverfolgung und zentraler Evidenz wäre in der Tat ein valider Schritt, ist aber in Deutschland (und Europa) aus Datenschutzgründen nicht zu machen. Forderungen danach kann man aufstellen, aber es ist Träumerei.

Das Virus bahnt sich seinen Weg, und kann niemals komplett aufgehalten werden (never, ever), und zwar bis zu dem Zeitpunkt, an dem die marginale Zunahme immuner Personen gerade grösser ist als die marginale Wahrscheinlichkeit der Weiterverbreitung. Meiner Information nach ist das der Fall, wenn ca 60-70% der Bevölkerung immun sind, oder durch eine Impfung immunisiert sind. Das ist noch ein langer, steiniger Weg.

Solange dieser Wert nicht erreicht ist, sind alle Massnahmen, jeglicher Couleur, immer nur temporär wirksam. Es ist nur so, dass ein knallharter, planbarer, kompletter Shutdown (oder eine Abfolge davon in Abhängigkeit von Wocheninzidenzen) auf den man sich vorbereiten kann, und auf den sich auch die Millionen Selbständigen, Künstler, Theater, Museen, Kneipen, Messeveranstalter, Gastronomen etc. vorbereiten können, aus meiner Sicht besser ist, als das, was wir im Moment sehen: eine schleichende, völlig uneinheitliche, unvorhersehbare, von Eitelkeiten, Fehlinformationen, Panik und unterschiedlichen virologischen Statements getriebene Zerstörung der Lebensgrundlagen von zig Millionen von Menschen.

Die Betonung liegt auf Planbarkeit. Kommunikation eines einheitlichen Regelsystems, auf Basis veröffentlichter Zahlen.
Beispiel: Wenn die 50er Inzidenz erreicht ist, schliessen wir in {Ort, Region, Land} alles für 10 Tage komplett.. dann können sich alle darauf einstellen. Und zwar überalle, bundesweit. Klar kommuniziert, transparent.

Im Seuchenschutzgesetz wurde die Verantwortung für Massnahmen bewusst auf die Länderebene gelegt. Was aber fehlt, wie man eindeutig sieht, ist die Festlegung einer einheitlichen Policy, eines einheitlichen Regelsystems, durch den Bund. Eine Art "Wenn das, dann das". Dem Virus ist es wurscht, ob er in Berlin oder München oder Thüringen herumschwebt.

Wenn man einen Shutdown macht, so wie es Frau Merkel jetzt machen will, dann MUSS die Bundesregierung im Sinne der "New Monetary Theory" (gemäß der der Staat ohnehin Geld ausschütten kann bis der Arzt kommt, was ja ohnehin schon seit Jahren der Fall ist) Helikoptergeld via Bundesbank direkt auf die Konten betroffener Soloselbständiger, Gastronomen, und anderer Betroffener ausschütten. Und NICHT, wie bisher, diese Dinge durch "erleichterte" Anträge auf Hartz4 regeln. Direkte, unbürokratische Hilfe, ohne staatliches Misstrauen, und Lösung der Frage, ob die Inanspruchnahme jeweils gerechtfertigt war, NACH der Krise, im Rahmen von Steuererklärungen.

Geschieht dies nicht, ist zu erwarten, dass die Menschen auf die Strasse gehen, und protestieren, so wie es in Italien schon passiert, und ich meine, sie haben sogar recht. Denn wenn "der Staat" für sich in Anspruch nimmt, alle Leben retten zu wollen - was ja per se völlig valide ist - dann muss er dies auch gesamtheitlich tun. Was nicht geht, ist einseitig auf das Virus und die Krankenhausbetten zu schielen, und die wirtschaftliche Seite zu vernachlässigen.

Fazit: entweder "the full Monty" (Shutdown plus Helikoptergeld) oder "Schutz von Risikogruppen", aber dann Öffnung des wirtschaftlichen Lebens. Wir werden alle mit diesem Bug leben lernen müssen, bis ein Impfstoff funktioniert oder ein Tablettencocktail den Verlauf sicher mindert. Bis dahin aber die gesamte Wirtschaft und zig Millionen Menschen in den persönlichen Ruin zu treiben, ist grob fahrlässig.

28. Oktober 2020 09:54 Uhr: Von Wolff E. an J. D. Bewertung: +2.00 [2]

Ich weiß nicht, was du an 45.000 Tote und 800.000 Infizierte nicht verstehen willst / kannst, wenn Deutschland das Schwedenmodell gewählt hätte? Diese Zahlen wären mit Sicherheit eingetreten (sehr vermutlich noch höher), bevor sich die Kurve abgeflacht hätte. Und Schweden ist im Gegensatz zu Deutschland kein Transitland. Auch das musst du einfach akzeptieren. Dann ist Schweden deutlich größer als Deutschland bei geringerer Bevölkerung. Auch das macht das Schwedenmodell nicht besser für Deutschland. Aber zum Glück haben andere entschieden und nicht du...

Du würdest vermutlich das Schwedenmodell nicht gut finden, wenn in deiner Verwandtschaft jemand schwer erkrankt oder gestorben wäre. Es ist immer einfacher über was zu "richten" was einen eher weniger betrifft.

28. Oktober 2020 10:21 Uhr: Von Erik N. an Wolff E. Bewertung: +1.00 [1]

man kann Schweden nicht mit Deutschland vergleichen, und das Gesundheitsystem dort wollen wir in Deutschland definitiv nicht.

28. Oktober 2020 11:50 Uhr: Von Sven Walter an Stefan Jaudas Bewertung: +1.00 [1]

Deswegen schrieb ich ja "nahe an". Nicht "exakt wie". Offenbar machen wir es ein paar Nuancen besser als UK und Irland. Offenkundig könnten wir sofort das öffentliche Leben zu 99% für zwei Wochen anhalten, wenn Covid-19 nicht 16x so tödlich wie die handelsübliche Grippe wäre, sondern wie Ebola - wir machen es bewusst nicht. Was in Ordnung ist, aber nicht, weil es nicht geht, sondern weil wir es nicht wollen. Das Durchschleusen mit Einzelschein, sonst warten vor der Grenze, wäre legal und machbar. Wir wollen es nicht. Du könntest problemlos dieses zwei-Wochen-Experiment wagen - nur wäre das erkaufte Zeit, denn später käme es wieder. Wie geschrieben, ich kann mit beidem leben. Aber genauso, wie sich alle dt. Inseln von Borkum bis Heringsdorf (Loriot anyone? :-)) schützen können, kannst du das auch mit einem Flächenstaat machen. Um sich immer wieder klarzumachen, was immer funktionieren würde - aber eben nur temporär, und für nicht vertretbare Kosten.

Neuseeland ist zudem nicht nur eine Insel, sondern eine Insel mit einem über 1500 km breiten "Ärmelkanal". Durch seine Lage ist Neuseeland vor "Laufkundschaft" geschützt, und wegen der Transportkosten machen die mehr selber wie andere Leute. Es gibt gerade mal 4,2 Mio Menschen dort, weniger Leute wie im Großraum Berlin, und das ca. auf der Fläche der 11 alten Bundesländer.

Alles bekannt. Aber das Prinzip ist das Gleiche. Wäre Corona tödlicher, wir hätten ganz andere Maßnahmen.

Der war jetzt gut ... klar. Mr. und Ms. Transitreisende werden sich da natürlich stringent dran halten. Genau wie Michel und Micheline. So wie sich alle auch an die Tempolimits, Überholverbote, das Verbot der illegalen Müllentsorgung, usw. halten? Und die Transitler sind ja nur ein kleiner Teil. Es gibt ja auch reichlich Leute, die irgendwohin müssen. 15 spezielle Tanken helfen nicht den Leuten, die einen Container in Kleinkleckersdorf abliefern müssen.

Für den definierten Zeiträum geht das selbstverständlich. Kennzeichen erfassen, Strecke vorgeben, sonst abweisen an der Grenze. Die Rückstaus nach Polen noch im Kopf? Es gibt nicht so viele PKW-Grenzübergänge zu unseren 9 Nachbarn. Und - die Ausgangssperren haben diverse Nachbarstaaten im Frühjahr, mit unterschiedlichen Nuancen, gezeigt. Nur: Wir wollen das nicht. Was man sehr gut begründen kann.

Wir reden hier nur über die Gründe, warum welches Argument am wenigsten Nebenwirkungen hat.

Das Einzige was helfen wird ist entweder, der SARS-CoV-2 geht den Weg von SARS-CoV-1, oder es gibt Imfstoffe - vorzugsweise mehrere.

Ja, und da gibt es ja offenkundig in der rollierenden Phase-3-Erprobung erhebliche Fortschritte. Bin daher eher zuversichtlich, dass die Heilberufe und Pflegeheime ab dem nächsten Quartal in 6-stelligen Zahlen geimpft werden.

Den Erfolg einer Gesellschaft kann man an ihrem Organisationsgrad ablesen - das stimmt einen dann doch vorsichtig optimistisch. Trotz eines gewissen Bodensatzes an Covidioten im wahren Leben.

28. Oktober 2020 12:25 Uhr: Von Mich.ael Brün.ing an Erik N.

In bestimmter Hinsicht folgst Du auch nur plakativem Populismus.

Die Betonung liegt auf Planbarkeit. Kommunikation eines einheitlichen Regelsystems, auf Basis veröffentlichter Zahlen.

Beispiel: Wenn die 50er Inzidenz erreicht ist, schliessen wir in {Ort, Region, Land} alles für 10 Tage komplett.. dann können sich alle darauf einstellen. Und zwar überalle, bundesweit. Klar kommuniziert, transparent.

Was bringt dem Gastwirt oder dem Einzelhändler denn die Planbarkeit von zu erwartenden Maßnahmen, wenn deren Eintrittszeitpunkt nicht planbar ist?

Der Inzidenzwert ist nur eine simple Metrik, die außerdem nur bedingt Aussagekraft über die Dynamik hat. Eine große Hochzeitsfeier, auf der sich 50 Gäste infizieren macht einen Landkreis von 100.000 Einwohnern sofort dicht. In Berlin oder Frankfurt erhöht sich der Inzidenzwert nur um einen einstelligen Wert. Gleiche Dynamik der Ausbreitung, vollkommen unterschiedliche Reaktion darauf. Gleiche Reaktion auf gleichen Inzidenzwert ist also definitiv auch keine gleiche Behandlung eines identischen Infektionsgeschehens.

Außerdem haben wir sehr viel breitere Erkenntnisse über Infektionsmöglichkeiten bei normalen Restaurantbesuchen, als bei Schulen und Kindergärten, da Kinder fast ausschließlich wohl asymptomatische Infektionen haben und sich die Kette nicht nachvollziehen lässt. Trotzdem will man Restaurants mehr "stigmatisieren" als Schulen?

Eine App mit tracing, Kontaktverfolgung und zentraler Evidenz wäre in der Tat ein valider Schritt, ist aber in Deutschland (und Europa) aus Datenschutzgründen nicht zu machen.

Falsch. Jedenfalls kein DSGVO-Problem, wenn man es in passendem Rahmen umsetzt.

Die Maßnahmen, die ich beschrieben habe, sind vollkommen anonym umsetzbar. Es geht nicht um Tracking von Einzelpersonen und deren Aufenthalt. Es geht bei der Nachverfolgung vorrangig darum, die weitere Ausbreitung zu verhindern. Das bedeutet, man muss so schnell wie möglich alle Kontaktpersonen identifizieren und diese testen lassen. Dafür muss man nicht deren Namen kennen und auch nicht deren Aufenthaltsorte. Genau dafür wurde die App entwickelt und erledigt das an sich gut und datenschutzkonform.

Die App hat zwei Nachteile:

  1. Ich kann niemanden zwingen sich testen zu lassen oder in Quarantäne zu gehen, wenn dieser per App die Nachricht einer Risikobegegnung bekommt.

  2. Die App wurde nur etwa von einem Viertel der Bevölkerung heruntergeladen und wahrscheinlich nutzen sie davon nur die Hälfte.

Den Aspekt der Quarantäne-Verweigerung kann ich bei einem "Corona-Verweigerer" wahrscheinlich auch mit klassischer Kontaktverfolgung nicht wirklich eliminieren.

Ich kann aber den Anteil der "freiwilligen" Nutzung der App erhöhen und insbesondere bei potentiellen Infektionsherden deren Aktivierung sichern, in dem ich entsprechende Vorgaben mache. Wir könnten schon längst bei 80% Nutzung sein, wenn wir z.B. bei einem Restaurant-Besuch alternativ zur Angabe von Kontaktdaten, eine Prüfung auf die aktive App machen können. Die Prüfgeräte erzeugen auch nur einen Zufallscode zum Austausch, erhalten aber - als Vorschlag - auch eine Klassifizierung. Es gebe dann Codes mit Klassifizierung als Mensch (normale Handys) und eben auch Restaurant, Bus, Schule etc.

Sämtliche Corona-Tests sollten zB auch nur mit einer von einer App erzeugten ID möglich sein. Wenn ein positiver Test vorliegt, erfolgt automatisch der Eintrag in die Datenbank und nicht auf Basis von Freiwilligkeit. Die ID ist natürlich anonym bzw. es ist der zufällig erzeugte, anonyme Code, der auch im normalern Austauschverfahren mit anderen Handys eingesetzt wird. Das würde - im Gegensatz zu heute - sogar ein vollkommen anonymes Testing ermöglichen.

Was machen die Gesundheitsämter beim Kontakt-Tracing heute?

Sie fragen die Infizierten bezüglich ihrer Kontakte und diese müssen dabei natürlich Kontaktdaten nennen. Wenn jemand nicht kooperieren will, läuft das ins Leere. Wissen die Leute überhaupt noch, wo sie überall waren? Die "Verfolger" werten dann ggfs. auch die Kontaktlisten der Restaurants aus und rufen die Personen an. Stimmen die Kontaktdaten? Weiß man aus der Liste, wie weit entfernt die Personen voneinander waren. Stimmen die Zeitangaben, um Gleichzeitigkeit ableiten zu können? Am Ende läuft es darauf hinaus, dass alle einen Test machen müssen und solange in Quarantäne bleiben. Es geht hauptsächlich also darum, diese Personen zu informieren.

Alternativer Prozess mit App

Per automatisch eingestelltem Testergebnis werden ohnehin die Kontakte, die sowohl zeitlich als auch räumlich nahe genug waren informiert, sich testen zu lassen und in Quarantäne zu bleiben. Die Personen mit einer Risiko-Begegnung werden aufgefordert, sich bei einer Hotline zu melden. Diese Hotline - kann zentral für Deutschland - klären, ob zusätzlich eine klassische Nachverfolgung erforderlich ist, z.B. weil der Infizierte die App nicht ständig genutzt hat. Außerdem könnte man ihn fragen, ob er freiwillig seine "Kontaktstruktur" übergeben will, sprich: Wieviele Kontakte hatte er, wie eng (Abstand, Zeitraum) und mit welcher Klassifizierung (Mensch, Restaurant, Bahn, Schule, etc.) Nur anonyme Werte ohne Namen. Übertragung durch die App (XML-Format mit Klartext) per Email an sich selbst und dann Möglichkeit zur Weiterleitung an eine behördliche Adresse. Damit könnte man auch viel besser das Infektionsgeschehen nachvollziehen.

Einziger Nachteil: Da der Test in meinem Modell auch ohne Angaben von persönlichen Daten durchgeführt werden kann, ist eine Identifizierung der infizierten Personen durch die Gesundheitsämter nicht möglich. Man ist also auf "Mitarbeit" angewiesen.

Damit könnte man aber leben, denn die klassische Verfolgung ist ressourcenbedingt jetzt ohnehin am Ende und wenn 5 mal mehr Menschen freiwillig ins System eingebunden sind, spielen die "Verweigerer" eine deutlich geringere Rolle als der erhöhte Nutzen durch stärkere Verbreitung und schnellerer Informationsfluß.

28. Oktober 2020 12:32 Uhr: Von Achim H. an Sven Walter Bewertung: +1.00 [1]

Wäre Corona tödlicher, wir hätten ganz andere Maßnahmen.

Dann wär's auch schneller wieder weg. Ebola sind immer nur kleine Ausbrüche von kurzer Dauer. Hatten wir ja bereits einmal in Deutschland, deswegen heißt der früher entdeckte Verwandte von Ebola auch Marburg-Virus. Viren, die sehr tödlich sind und schnell töten, halten sich nicht lange.

Übrigens ist das letzte Coronavirus MERS-CoV auch schnell wieder verschwunden, vermutlich weil es sehr tödlich war.


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