Hallo Wolfgang,
die gesetzliche Notwendigkeit, was zu tun ist, ergibt sich aus Part-FCL und nicht aus behördlichen Formularen. Abgesehen davon bezieht sich der Term "Landungen" auf den Formularen der RPs und des LBA auf die Anzahl der Bodenberührungen, d.h. auch Touch&Gos sollten hier eingetragen werden. Es käme ja auch niemand auf die Idee, für die Einhaltung der Verlängerungskriterien 12 Full-Stops (oder gar 12 einzelne, unabhängige Flüge) zu fordern.
Ansonsten ist für mich - wie bereits geschrieben - FCL.740.A(b)(1)(ii) sehr klar und unmißverständlich:
- im Deutschen: einen(!) Schulungsflug von mindestens(!) 1 Stunde Dauer mit [FI/CRI]
- im Englischen: a(!) training flight of at least(!) 1 hour with [FI/CRI]
Im Gegensatz dazu wird bei den PIC-Stunden nur "6 Stunden als PIC" gefordert, ohne die auf einen Flug oder Flüge mit bestimmter Mindestlänge einzuschränken. Hätte der Gesetzgeber also gewollt, dass auch 4 unabhängige Platzrunden mit FI mit jeweils 15 Minuten Blockzeit ausgereicht hätten, hätte er der dritten Punkt der Liste in FCL.740.A(b)(1)(ii) ausformulieren können als "1 Stunde Schulungsflug mit FI/CRI". So ist es beispielsweise bei der Grundausbildung für den PPL formuliert, wo es in Punkt FCL.210.A(a)(1) "25 Stunden Flugausbildung mit Fluglehrer" heißt, ohne dass hier weiter die Anzahl der Flüge oder Mindestflugzeiten vorgegeben werden.
Unstittig ist, dass hier die Blockzeit zählt und dass die Inhalte des Schulungsflugs zwischen Pilot und Fluglehrer relativ frei gewählt werden können. Einen gewissen Bezug zur praktischen Fliegerei sollten die Themen allerdings aufweisen. Den Toilettengang würde ich jetzt eher nicht zu diesem Themenbereich zählen, hatte aber bisher (zum Glück) auch noch keinen Piloten, der von mir im Rahmen einer Auffrischungsschulung eine derartige Einweisung verlangt hätte. Aus der Erfahrung mit meinen Kindern kann ich aber zumindest sagen, dass das entsprechende FD-Endorsement (fecal dropping) in einer Stunde eh nicht zu schaffen ist. :-)
Beste Grüße
Johannes