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18. Juni 2014 Jan Brill

Flugbetrieb: EASA Class- and Typeratings


UPDATE 23.6.: Neue Klassenberechtigungen: Erhebliche Vereinfachungen für PA46 und einige Single-Engine-Turbine-Muster

Am 4. Juni hat die EASA eine maßgeblich geänderte neue Tabelle über die Klassen- und Musterberechtigungen für Flugzeuge herausgegeben. Wesentliche Änderungen und Erleichterungen ergeben sich vor allem für Einmots und da vor allem für die PA46. So ist die normale Kolben-Malibu nach der neuen Tabelle ein einfaches SEP(land) Muster. Sie ist also kein HPA-Flugzeug mehr und benötigt auch keine eigene Klassenberechtigung. Erleichterungen ergeben sich auch für Turbinen-Singles. Einige wichtige Fragen sind jedoch noch offen.


Die Kolben-Malibu ist zukünftig ein einfaches SEP(land) Muster. HPA oder eigene Klassenberechtigung entfallen!
© Peter Bakema 
Die neue Tabelle gibt an, ob für ein Flugzeug ein HPA-Zusatzkurs erforderlich ist, ob es ein Complex-Flugzeug im Sinne der Basic-Regulation ist und ob es Operational Suitability Data (OSD) zu diesem Flugzeug gibt.

Operational Suitability Data ist eine Evaluierung des Operational Evaluation Board (OEB), die unabhängig von fixen Kriterien (wie z.B. die Complex-Festlegung) die tatsächlichen Erfordernisse für den Betrieb des Flugzeugs festlegt. Und da hat sich einiges getan.

Die Kolben-Malibu, also die Flugzeuge der Reihen PA46-310P, -350P und 350T (Matrix) sind normale SEP-Muster geworden. Kein HPA mehr, kein eigenes Classrating mehr. Die Malibu wird damit genauso behandelt wie die C210P, was nach unserer Ansicht auch absolut angebracht ist.

Natürlich werden die Versicherungen nach wie vor ein gewisses Training und eine gewisse Erfahrung fordern, nur muss man jetzt wenn man Malibu fliegen will eben nicht mehr den Weg über Schule und Prüfer gehen und auch die jährliche Erneuerung einer weiteren Klassenberechtigung entfällt.

Schade ist, dass man diesen Schritt nicht auch konsequent für die Extra 400 gegangen ist. Diese hat nach wie vor ein eigenes Classrating.

Für die Turbinen-Varianten der PA46, also Jetprop und Meridian, gibt es nun einen einzigen Lizenzeintrag, nämlich “PA-46”. Diese Muster sind auch nach wie vor als HPA klassifiziert. Zwischen den Mustern Jetprop und Meridian reicht ein Vertrautmachen (familiarization training).

Für Cessna Single Engine Turbine gibt es zukünftig nur einen Lizenzeintrag “CessnaSET (land)”, mit dem man dann von der C206 Soloy-Conversion über die C10T Silver Eagle bis zur C208 Caravan alle Muster fliegen darf. Wer also zurzeit Silver Eagle fliegt braucht für den Umstieg z.B. auf die Caravan nurmehr eine Unterschiedsschulung (differences training).


Fragen zum SET-Rating

Unklarheiten gibt es beim SET-Rating. Die EASA Schreibt in den Erklärungen zur Tabelle:

Class ratings "SET (land/sea)" for single-pilot single-engine turbo-prop aircraft are established within the lists. [...] Aircraft within the class ratings SET (land/sea) are listed individually in the table. Aircraft which had previously been designated as SET by the JAA under the provisions of JAR-FCL 1 are included in the class ratings SET (land/sea).

Entsprechend steht in der Remarks-Spalte z.B. für die Jetprop auch:

Class Rating SET (land) for PA-46-500TP (Malibu Meridian) and Jetprop LLC Piper PA-46 (Jetprop DLX)

Das gleiche steht bei allen anderen SET-Mustern, außer bei TBM und PC-12. Trotzdem gibt die EASA als License-Endoresement-Text aber “PA-46”, oder “Extra500” oder “CessnaSET” an. Für uns ist unklar, ob die EASA “PA-46”, oder “Extra500” oder “CessnaSET” weiterhin als eigene Klassenberechtigungen ansieht, oder ob dies nur verschiedene License Endorsements unter der Klassenberechtigung SET(land) sind.

Letzteres wäre natürlich eine ganz enorme Erleichterung. Nur eine Klassenberechtigung von der Soloy-206 bis zur Meridian.


Update 23.6.:

Wir hatten diesbezüglich bei der EASA nachgefragt und bestätigt bekommen, dass es tatsächlich nur noch ein Classrating SET(Land) für alle diese Muster gibt und das innerhalb dieses einen Classratings mit einer Unterschiedsschulung (Differences Training) neue License Endorsements erworben werden können.

Das heisst im Klartext:

Wer z.B. die License Endorsements "CessnaSET" und "PA-46" hat braucht nur einen Checkflug für die Verlängerung des gemeinsamen Classratings SET(Land) zu machen.

Wer das License Endorsements "CessnaSET" hat und auch mal Turbinen-Malibu fliegen möchte, benötigt lediglich eine Unterschiedsschulung und ggf. das HPA um zum neuen License Endorsement "PA-46" zu kommen.

Hierin sehen wir eine deutliche Erleichterung, die auch hoffentlich von den nationalen Luftfahrtbehörden so umgesetzt wird.

Sinnvoll wäre hier, den die Unterschiedsschulung ausführenden Fluglehrern und ATOs gemäß ARA.FCL.215 die Möglichkeit zu geben solche weiteren License Endorsements innerhalb des SET-Classratings zumindest temporär (wie beim Neuerwerb einer Klassen- oder Musterberechtigung) per Handeintrag im Flugbuch des Piloten einzutragen.


Wir hoffen, dass das Operational Evaluation Board seine Arbeit fortsetzt und irgendwann auch bei den Turbinen-Twins die Erkenntnis gewinnt, dass das starre Kriterium der Complex-Flugzeuge für viele GA-Muster viel zu grob ist und eine eher gemütliche Cheyenne I in die gleiche Kategorie wirft wie einen CJ4.

Liebend gerne würden wir die erheblichen Investitionen in ATO und Type Rating Instructor/Examiner abschreiben, wenn solche einfachen Twin-Turboprops nicht mehr als Komplex-Flugzeug behandelt würden!


Bewertung: +2.00 [2]  
 




19. Juni 2014: Von B. S.chnappinger an Jan Brill
Bin ich blind oder fehlen TBM 850 und 900 in der Liste?
20. Juni 2014: Von Christian R. an B. S.chnappinger
Die 850er steht unter EADS Socata, letzte Zeile. Alle TBM´s sind als HPA deklariert.
21. Juni 2014: Von B. S.chnappinger an Christian R.
Danke, jetzt das "850" in Klammer entdeckt. Davor steht TBM 700 N... das hat mich verwirrt...
21. Juni 2014: Von Peter Luthaus an Jan Brill
Bei aller Freude über die Pa46 enthält die neue Tabelle aber einen Knaller bezüglich MEP: Jetzt muss für jedes FLUGZEUG eine Differenzschulung gemacht werden. D.h. ja, wenn ich die Seneca V "A" fliege muss ich für die Seneca V "B" mich nicht nur vertraut machen, sondern brauche sogar eine Differenzschulung!
Vorher war das in der Klasse nun wirklich ganz frei, außer der DA42 gab es keine Notwendigkeit einer Differenzschulung. Warum sind eigentlich die PA31 und die DA42 in der Tabelle noch explizit aufgeführt, wenn sowieso für jedes Flugzeug eine Differenzschulung nötig ist? Gab es hier wirklich diesen extremen Regelungsbedarf, bisher wurde das Thema doch ziemlich "Common Sense" angegangen...
22. Juni 2014: Von Jan Brill an Peter Luthaus
D.h. ja, wenn ich die Seneca V "A" fliege muss ich für die Seneca V "B" mich nicht nur vertraut machen, sondern brauche sogar eine Differenzschulung!


So lese ich das nicht, und das würde auch gar keinen Sinn ergeben. Dann bräuchte jedes einzelne Flugzeug ja einen eigenen Lehrer, und wenn der mal in Pension geht kann man die Maschine schrotten (gibt's übrigens in Singapore, mit einer TB9!).

Die EASA-Tabelle verwendet den Ausdruck "aircraft" auch an anderer Stelle immer im Sinn von "aircraft-types". Z.B.

Aircraft within the class rating MEP (land) are not listed individually in this table,

Hier ist sicher nicht jede einzelne Registrierung gemeint ;-)

MfG
Jan Brill
24. Juni 2014: Von Dr. Klaus Schneider an Jan Brill
Hallo Jan,

wie ist eigentlich der neue Stand bzgl. Anerkennung einer Klassenberechtigung der FAA?
Konkret möchte ich die Jetprop in meine deutsche Lizenz eintragen lassen. Ich habe bereits mehr als 500h.

Verstehe ich das richtig, dass nun doch wieder ein Unterschied gemacht wird ob es eine Kolben-Malibu oder Turbinen-Malibu ist? Es wurde doch erst kürzlich zusammengefasst unter "PA46".

Vielen DAnk für die Aufklärung
3. Juli 2014: Von RotorHead an Peter Luthaus
Bei MEP waren schon seit 2003 Unterschiedsschulungen zwischen verschiedenen Mustern notwendig...
3. Juli 2014: Von RotorHead an Jan Brill
Mir scheint, dass hier Klassenberechtigungen und Musterberechtigungen in einen Topf geworfen werden. Bei der PA-46 handelt bzw. handelte es sich um eine Musterberechtigung. Die Gültigkeit von Musterberechtigungen beträgt ein Jahr, die von Klassenberechtigungen für einmotorige Flugzeuge beträgt zwei Jahre.
3. Juli 2014: Von Jan Brill an RotorHead
Wieso durcheinander? Beim SET, worunter jetzt ja auch die PA-46 mit Turbine fällt, handelt es sich m.E. um ein Classrating. Das hat die EASA auch so bestätigt. Daher steht auch ausdrücklich "Classrating" in der Remarks-Spalte.

Es gibt innerhalb des Classratings "SET(land)" nur eben eine Reihe verschiedener License Endoresements. Die EASA hatte mir dazu am 23.6. geschrieben:

The PA-46 endorsement for the PA-46-500TP (Malibu Meridian) and PA-46 Jetprop DLX is viewed as a license endorsement under the common class rating of SET(land). The same applies for the CessnaSET series of aircraft (206 A/T Soloy, 207 A/T Soloy, 208, 210) and any others shown in the list. All of these are part of the SET class rating.


viele Grüße
Jan Brill
3. Juli 2014: Von Christof Edel an Jan Brill
Mag zwar da so stehen, ist aber nicht im Sinne des Erfinders.

So sind zum Beispiel Boeing 757 und Boeing 767 ein und dieselbe Musterberechtigung. eine Unterschiedschulung ist beim Wechsel zwischen 757 und 767 erforderlich, der Lizenzeintrag ist jedoch nur die Musterberechtigung. So ist das bei allen andern Mehr-Musterberechtigungen auch.

Daß der Lizenzeintrag etwas anderes ist als einfach nur die Klassenberechtigung ist etwas ganz neues - und hat die Luftfahrtbehörde allen ernstes vor, sich alle Unterschiedschulungen melden zu lassen und neue Lizenzen herauszugeben?

Und das wichtigste, nämlich die erforderliche Berechtigung, steht in der Bemerkungsspalte.... (kopfschüttel) ich tippe eher auf etwas Massentägheit beim Umsetzen der Anweisung, die (wahrscheinlich ohnehin rechtswidrige) Musterspezifische Klassenberechtigung durch eine "echte" Klassenberecthigung zu ersetzen.

Ach ja - und wer hat eigentlich die Anweisung gegeben? Ich würde gerne einen Blumenstrauss schicken - endlich eine EASA-Regelung, die das geltende Recht zugunsten der Freiheit und nicht zur Einschänkung nutzt...

Ich vermute, daß nach etwas Praxis sich das ganze normalisiert und die Turbinen-Einmot-Klassenberechtigung genau so wie die Kolben-Mehrmot-Klassenberechtigung wird. Und Unterschiedsschulung wird dann einfach im Flugbuch eingetragen und gut is.

5. Juli 2014: Von Dieter Oppel an Jan Brill
Hallo Herr Brill,

darf ich sie korrigieren: Das Class Rating Cessna SET (land) gibt es schon seit mindestens 20 Jahren und darin waren schon immer alle einmotorigen Turboprops von der C206 Soloy bis zur Caravan enthalten.

Das Thema interessiert mich sehr, da ich auch zwei Class Ratings erhalten muss (Cessna SET und Pilatus PC 6), die nun offenbar beide dem neuen Class Rating SET zugegordnet werden. Bitte berichten sie weiter darüber.

viele Grüße

Dieter Oppel

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