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| Flugzeugkauf | Cruiser Aircraft PS 28 - Hersteller ärgert Kunden |
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Welches Flugzeug man kaufen soll? Endlos, es gibt ja so viele. Lieber eine Ausschlußliste anlegen, und da gilt für mich: Jedenfalls keines vom tschechischen Hersteller Czech Aircraft bzw. Czech Sport Aircraft oder Cruiser Aircraft. Die PS-28 mag ein hübsches Fliegerl sein, 600 kg, zweisitzig, um günstig D-E... unterwegs zu sein, mit ca. 100 kts Reisegeschwindigkeit. Angetrieben vom Rotax 912 ULS, also nicht zertifiziert im zertifizierten Flugzeug mit all den rechtlichen Problemchen daraus. Geschenkt.
Schlimmer ist das Verhalten des Herstellers den Haltern seines Fluggeräts gegenüber: Es ist schlicht purer Zufall, auf eine Anfrage jeglicher Art an diese Firma Antwort zu bekommen. Ja, es gibt eine hübsche Website, sogar mit "contact"-Button. Da bekam ich aber nur einmal eine Antwort, dazu weiter unten mehr.
Ansonsten war es unserem Verein in über fünf Jahren Halterschaft einer PS-28 unmöglich, sicher und regelmäßig einen verläßlichen Ansprechpartner dort in Kunovice aufzutun. Ersatzteile (Kunde droht mit Auftrag) wie ein defektes LED-Blitzlicht oder einen flackernden Landescheinwerfer? Ächz, keine Antwort per E-Mail, Telefon, Website. Höhepunkt des Wahnsinns: Bei 1000 h Betriebszeit waren turnusgemäß der Wechsel von Propellergetriebe und elektrischer Benzinpumpe fällig. Beides geht wegen der erwähnten Zert.-Problematik nur über den Hersteller. Getriebe Fehlanzeige, keine Unterstützung, wir verbauten zuletzt ein nobles zertifiziertes Teil von Rotax Franz in den unzert. ULS, um überhaupt fliegen zu dürfen. Die Facet-Pumpe hingegen wurde prompt geliefert, inkl. Form One. Wow, war am Ende das Eis gebrochen? Nein, danach ging der Laden wieder auf Tauchstation.
Wir schickten sogar einen tschechischen Muttersprachler los, doch auch jener kehrte erfolglos zurück. Uns graute zunehmend vor dem Fall, irgendwann einmal aufgrund eines größeren Schadens diesem "Kundendienst" ausgeliefert zu sein, der sich als eine Art psychische Abhärtungsmaßnahme erwiesen hatte. Wir haben unsere PS-28 deshalb vor ein paar Wochen erfolgreich verkauft, ins osteuropäische EU-Ausland.
Wie versprochen, zuletzt das Anekdötchen zum "contact"-Button: Ein Kamerad flog diesen Sommer in anderer Sache nach Kunovice und erkundigte sich nach Cruiser Aircraft. Die seien doch pleite, erfuhr er. Huch?! Ich drückte also flugs den Button auf der website und erhielt diesmal innerhalb zwei Stunden eine emotionale Antwort, man arbeite derzeit 10 frische Bestellungen ab, "we are in normal operation".
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Mindestens ungewöhnlich für ein tschechisches Unternehmen ... jedenfalls nach meiner Erfahrung. Aber natürlich unakzeptabel.
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Das ist bei anderen Herstellern von dort auch so. Wir haben mal einen Flieger zur GÜ geschafft da das nur dort drüben ging. Die zu überzeugen das abzuarbeiten, obwohl das Werk der einzige Ort war wo es für den Typen ging, war ein Abenteuer. Als der Flieger dann dort war haben die die GÜ für den doppelten Preis gemacht obwohl sie nicht mehr als vorhergesagt machen mussten. Genau so mit Triebwerken die dorthin mussten. Wir haben unsere Vereinsflotte dann auf andere Flugzeuge umgestellt. Die bauen dort drüben wirklich tolle Flugzeuge aber Kundendienst haben die überhaupt garnicht.
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Ja lieber Alexis, da magst Du richtig liegen und findest im hochkompetitiven Automotive-Umfeld in Tschechien sicher ein gesünderes Marktgeschehen. Dort kann sich wahrscheinlich niemand ein solches stumm stellen leisten. Doch im Bereich der Kleinluftfahrt tummeln sich zu viele kauzige Grattelbuden, denen die Kundschaft mangels Wettbewerb ausgeliefert scheint. Hier gilt die Schwabenregel: Kaufst nix, hast kein Ärger.
Vor zwei Jahren stand unser Verein vor der Neuanschaffung Schuldoppelsitzer Segelflug. Ein Allstar PZL Glider SZD 54-2 Perkoz aus Polen klang attraktiv, nicht zuletzt dank voller Acro-Tauglichkeit. Wir bemerkten jedoch rechtzeitig, dass die in manchen Detaillösungen rustikale Bauweise den Hausgeist eines nicht minder rustikalen Herstellers spiegelt. Kontaktaufnahme mit dem Werk, err, schwierig. Die Anfrage unseres akribischen Werkstattleiters nach einem Werkstatthandbuch vorab zur Info - blieb unerhört. Der deutsche Importeur/Musterbetreuer verhielt sich, passend zum Werk, sagen wir mal: spezielle Eigenheiten pflegend. Ächz, wir wollten doch bloß ein Flugzeug, kaufen, im sechsstelligen Bereich... Es ist dann eine Schleicher ASK 21 b geworden. Unter anderem, weil in Poppenhausen/Rhön immer jemand ans Telefon geht.
Cruiser Aircraft und PZL sind unsere zwei Erfahrungen. Es mag anders agierende Hersteller in Osteuropa geben. Aber wir haben halt diese beiden kennengelernt.
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Wäre denn der Fox für euch eine Option gewesen?
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Keinesfalls wäre der Fox eine Alternative gewesen, wir suchten ja einen Schuldoppelsitzer. Die erweiterten Acro-Fähigkeiten des SZD 54 hätte eine Gruppe von einem Dutzend Leuten gut gefunden, doch kaum die Hälfte davon hätte sie regelmäßig genutzt. Der Schwerpunkt lag klar auf Schulung, d.h. Anfängerschulung. Erster Alleinflug - auf einem Fox!? Puh, da schwitzt der Lehrer am Boden mehr als die Aspiranten im Cockpit.
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Neuanschaffung Schuldoppelsitzer Segelflug. Ein Allstar PZL Glider SZD 54-2 Perkoz aus Polen klang attraktiv, nicht zuletzt dank voller Acro-Tauglichkeit.
Da habe ich direkt Bezug auf dich genommen. Für einen Erstflug reicht dann auch eine K13 ;-). Oder ein Befa, wenn's besonders gemütlich-gutmütig sein soll. Ich bin Fox noch nicht geflogen, Basiskunstflug bislang nur in K21, aber wir sprachen ja von osteuropäischer Bauqualität.
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Der Fox fliegt eher wie ein Starfighter und im F-Schlepp sollten da mindestens 130 km/h stehen. Ist als Schulungsdoppelsitzer jetzt nicht ganz so geeignet.....
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Gleitzahl 30 ist jetzt weit weg von Gleitzahl 4,5, F-Schlepp macht ja fast niemand in D bei Anfängern, da Winsch auch billig ist, aber ich lasse mich da gerne überzeugen, dass der Fox zu giftig ist. Nur sehe ich auch die Gebrauchtpreise von K13, K21, Befa etc., wenn es wirklich erstmal nur um die Anfängerschulung geht. Wenn Kunstflug dem Verein wichtig ist, warum nicht eine billige und eine teure Lösung wählen, falls Stellplatzmangel kein Flaschenhals ist.
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Wie kommt ein unzertifizierter Motor in das zertifizierte Flugzeug? Selbstbau?
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Gemäß den EASA-Vorschriften kann ein nicht zertifizierter Motor für ein leichtes Sportflugzeug (LSA) verwendet werden, wenn das gesamte Flugzeug als System zertifiziert ist, was bedeutet, dass das Triebwerk als Teil der Zertifizierung der Flugzeugzelle gilt. Dies unterscheidet sich von einem vollständig zertifizierten Flugzeugtriebwerk, das über ein eigenes separates Typenzertifikat verfügt. Dieser Prozess ermöglicht die Verwendung von Komponenten wie Motoren und Instrumenten, die häufiger in Bausatz- oder Mikroleichtflugzeugen verwendet werden, was die Kosten senken kann.
Der Hersteller kauft den Motor (unzertifiziert) und baut ihn in ein zertifiziertes Lfz ein.
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"Bei 1000 h Betriebszeit waren turnusgemäß der Wechsel von Propellergetriebe und elektrischer Benzinpumpe fällig. Beides geht wegen der erwähnten Zert.-Problematik nur über den Hersteller. Getriebe Fehlanzeige, keine Unterstützung, wir verbauten zuletzt ein nobles zertifiziertes Teil von Rotax Franz in den unzert. ULS, um überhaupt fliegen zu dürfen"
Ist das dann - wie dargestellt - ein Problem?
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Zunächst mein Dank an Pat lean Hard für die profunde Erklärung, wie nichtzertifzierte Motoren in zert. Flugzeuge kommen. Nun zu der neu aufgeworfenen Frage, ob der Sachverhalt ein Problem wird. Antwort: Eigentlich nicht, aber.... Wie von Pat dargelegt, wird das Bauteil (hier der Motor, es kann aber auch Propeller, Benzinpumpe etc. betreffen) durch Einbau des Flugzeugherstellers "zertifiziert". Das bedeutet aber auch, es führen alle Wege nur noch über ihn bei der Teilebeschaffung. Denn nur dieser kann das benötigte Form One für solche Teile ausstellen. Wenn man dann auf so hartleibige Schweiger stößt wie bei Czech Sport Aircraft (bzw. Cruiser Aircraft, oder wie der Laden sich gerade nennt) wird's haarig.
Nichtzertifizierte Motoren in D-E... 600 kg finden sich u.a. in: Aerospool WT9, Breezer B600, Evektor SportStar, Flight Design CTLS-ELA, Czech Sports PS-28, Lightwing AC4, Tomark Viper. Einige der genannten Hersteller bieten wahlweise auch zert. Motoren an.
An sich wäre der Kniff nicht-zert. Parts kein Problem, wenn sich der Hersteller seiner Folgeverantwortung stellt. Die wuchs immens, als Rotax vor ein paar Jahren feststellte, daß es sich dank dieses nicht-zert.-Verfahrens rechtlich nicht mehr um Rotax-Motoren handelt. Sondern quasi um einen "Aerospool 912", "Cruiser 912", usw. In der Folge mußte jeder Hersteller ein eigenes Wartungshandbuch, Ersatzteilkatalog usw. für die Motoren erstellen. Das mag seither geschehen sein.
Doch, um das ursprüngliche Thema dieses threads aufzugreifen, Cruiser Aircraft mochte sich gar nicht oder nur unplanbar sporadisch mit der Lieferung von Teilen abgeben. Unverständlich, läßt sich mit Ersatzteilen doch gutes Geld verdienen (siehe Autoindustrie). Vorstand und Technikteam meines Vereins jedenfalls waren nach jahrelangem Beschaffungsärger froh, als die PS-28 nach dem Verkauf gen Osteuropa entschwebte.
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