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Flugzeugbau | "Ground adjustable wastegate" - Hat das schonmal jemand verstellt?  
10. August 2022 09:12 Uhr: Von Nicolas Nickisch 

Wie vielleicht schon durchgedrungen ist, verbringe ich die meisten Flugstunden in einer Mooney M20K.

Die Karre hat ein sogenanntes "ground adjustable Wastegate", das aber vermutlich noch nie angefasst wurde.

Die Verstellmöglichkeit ist extra hinter einer separaten KLappe verborgen und für Mooney-Verhältnisse ausgesprochen gut zugänglich. Ich leite daraus ab, daß der Hersteller durchaus plant, daß da einer was verstellt.

Zum "Problem":

Letztens sank der MAP im Steigflug in FL150 auf ~34 in ab - bei WOT. Full rich und 2600RPM.

Lt. POH soll die "Critical altitude" bei 17000 liegen - Theoretisch sollte also bei 17000 noch immer der max. MAP 40' zur Verfügung stehen. Darüber würde der Motor dann eben zunehmend kurzatmig werden.

In einem englischsprcachigen Forum wurde vorgeschlagen eben dieses adjustable wastegate nachzujustieren. Das hörte sich relativ simpel - etwa so "dreh halt die Schraube etwas rein bis es passt"

Das wird auch von der Werft unterstützt.

Nachdem ich aber die zugehörige Prozedur im Wartungshandbuch gelesen habe, scheint mir das keineswegs eine einfache Prozedur zu sein. Ich habe auch noch niemanden gefunden, der sowas mal gemacht hat und über die Effekte berichten kann.

Auch mit der Werft bin ich mir da nicht so sicher.

Kennt sich jemand damit aus/hat das mal gemacht?

10. August 2022 10:10 Uhr: Von Dr. Jürgen Schwarz-Boeck an Nicolas Nickisch

Schon mal im EMPOA-Forum nachgefragt (Technikreferent)?

10. August 2022 10:12 Uhr: Von Matthias Reinacher an Nicolas Nickisch Bewertung: +3.00 [3]

Aus Interesse: Welche DA hattest du denn in FL 150? Das erklärt evtl. schon einen Teil...

10. August 2022 10:15 Uhr: Von Nicolas Nickisch an Matthias Reinacher

EHrlich gesagt muss kann ich das nicht mehr sicher rekonstruieren, Ich kann mich noch an knapp +5 Grad einnern.

Aber unsere 2 Thermometer zeigen doch sehr different an.

Mit 2oder3 inch in 16 oder 17000 hätte ich auch an einen "schlechten Tag" gedacht.

Aber 6 inch schon mind. 2000 Fuss unter dem eigentlichen Limit?

10. August 2022 10:18 Uhr: Von Nicolas Nickisch an Dr. Jürgen Schwarz-Boeck

Nein, EMPOA noch nicht. Aber guter Punkt. Ich bin eher im mooneyspace

10. August 2022 10:26 Uhr: Von Andreas Nitsche an Nicolas Nickisch Bewertung: +1.00 [3]

Klasse Thread :-))

Ich stelle immer meine Armbanduhr zurück, wenn ich zu spät komme!

Nur bekommt die Armbanduhr kein Overboost. So naiv können nur "gemeine PuF-Foristen" denken: wie gedenkt ihr denn dann, das Overboost -insbesondere beim Startlauf, wenn alle Hebel rigoros nach vorn geschoben werden- zu vermeiden (das ist die Aufgabe des Wastegate!)?

Wenn beim Start die Hebelchen vorgeschoben werden, hat das Wastegate genau dann aufzugehen, wenn der für den spezifischen Motor maximal erlaubte Ladedruck erreicht wird (siehe auch POH: manchmal ist der auchnoch zeitlich limitiert).

Dreht man nun einfach diesen Druck höher, dann verkürzt sich übrigens auch die Startstrecke :-)) ..aber verpasst dem Motor einen höheren (höchstwahrscheinlich unzulässigen) Ladedruck. Eine Weile macht der das mit, aber irgendwann wahrscheinlich nicht mehr. Das MM gibt übrigens bei turbogeladenen Motoren vor, bei wieviel Überschreitung des Druckes und/oder der Zeit ein Überholen oder Überprüfen des Motors erforderlich ist.

Wenn dann Euer Motor mit hochgestelltem Ladedruck bei WOT ab einer gewissen Höhe weniger (deutlich weniger) als den im Handbuch angegebenen Ladedruck erreicht, dann wird er den auch nicht mehr erreichen, wenn der maximal zulässige Boost in der Höhe nicht mehr geschafft wird.

Hier liegen eher andere Probleme vor: zB Turbolader verschleissen nunmal und bringen irgendwann nicht mehr volle Leistung.....

10. August 2022 11:13 Uhr: Von Constantin Droste zu Vischering an Andreas Nitsche

Das könnte ein echter "Popcorn-Thread" werden...

@Andreas: Es gibt tatsächlich viele Flieger, die fixe (ältere Senecas) oder mechanisch gesteuerte Wastegates (ältere Turbo Arrows und Saratogas) haben und nicht automatische. Bei diesen Fliegern darf man keinesfalls beim T/O "den Hebel ganz nach vor schieben", sondern man muss immer den Max MP manuell einregeln. Typischerweise vor Beginn des Startlaufs in den Bremsen stehend. Im Gegensatz zum automatischen Wastegate merkt man aber bei diesen Systemen eher, wenn sich in der Abstimmung etwas ändert und eine Korrekturmöglichkeit ist selbstverständlich vorhanden und vorgesehen.

Bei uns (84er Turbo Saratoga) steht auch demnächst mal eine Justierung an, weil wir bei Max. MP im Startlauf nicht ganz den Max. Fuel Flow und RPM erreichen. Hier muss die Relation von Wastegatestellung und Throttle angepasst werden, d.h. bei gegebener Throttle-Stellung muss das Wastegate etwas mehr geöffnet sein.

It's an art, not a science...

10. August 2022 11:15 Uhr: Von Justus SJ an Andreas Nitsche Bewertung: +1.00 [1]

Andreas, die 231 hat einen fixierten Bypass, das Wastegate ist quasi der Pilot, ähnlich wie bei einer Turbo Arrow - WOT geht erst ab einer gewissen Höhe.

10. August 2022 13:34 Uhr: Von Wolfgang Winkler an Matthias Reinacher Bewertung: +1.00 [1]
„EHrlich gesagt muss kann ich das nicht mehr sicher rekonstruieren, Ich kann mich noch an knapp +5 Grad einnern.“

+5 Grad Celsius in FL 150 wären näherungsweise 20 Grad über ISA. Die DA in diesem Level hätte demnach ca. 17.400 ft betragen. Vielleicht trägt dies zur Problemanalyse ein wenig bei.

Mein Vorschlag: Vor technischen Eingriffen das Experiment bei ISA wiederholen.
10. August 2022 14:58 Uhr: Von Nicolas Nickisch an Andreas Nitsche

Gar so pauschal ist das nie zu betrachten.

Ich muss bei jedem Take-off den Throttle bis 35/36 inch reinschieben. Im Startlauf macht der RAM-air Effekt noch zusätzlichen MAP; heisst; Im Startlauf muss ich aufpassen, daß die 40 nicht überschritten werden und muss immer die Pulle rausnehmen. Oder eben mit weniger MAP anfangen und lägeren Startlauf in Kauf nehmen.

In Abhängigkeit von den äußeren Bedingungen (Temp, Luftdruck, Mondphase etc.) muss ich das Gas mehr oder weniger weit reinschieben. Mal erreiche stosse ich mit dem Finger ans Armaturenbrett, mal nicht.

In anderen Fliegern (NA, injected oder nicht) schiebst Du halt das Gas voll rein und musst nehmen was kommt.

Ich habe auch keine Erfahrung mit einer Verstellung des waste gate. Auch nicht mit anderen Fliegern gleichen Typs

Ich stelle mir das tatsächlich so vor, daß du mit dem wastegate festlegst wieviel der TC arbeitet. schraubst Du das wastegate mehr zu, dann kriegt der TC mehr Abgas ab und schafft mehr, AKA der gewünschte MAP wird mit weniger Gas reinschieben erreicht. Dafür hast Du (hoffe ich) in der Höhe mehr "luft" um den vollen MAP hinzukriegen.

Und - natürlich; der TC kann verschleissen und hat auch schon seine 1100h runter. Der A/P dreht prüfend am Rädchen und sagt, der sei prima :-)

10. August 2022 14:58 Uhr: Von Christian Rohde an Nicolas Nickisch

Schönen guten Tag,

wir hatten mal eine Turbo Arrow, die den gleichen Motor mit fixed Wastegate hatte. Wenn ich mich recht erinnere, sollte man laut maintenance manual ausdrücklich nicht am Wastegate rumdrehen, weil das eine Werkseinstellung ist. Erreicht der Turbo die Volldruckhöhe nicht, ist das ein Indikator, dass etwas kaputt ist. Es könnte beim Nachdrehen sonst auch passieren, dass Du mit weniger Drosselklappenweg am Boden beim Startlauf zu wenig Kraftstoffdurchfluss hast, weil beim max. Ladedruck die Drosselkappe weniger geöffnet ist. Der Drosselklappenwinkel geht mit in die Durchflussbemessung der Einspritzanlage ein. Das fixed Wastegate war halt ne "Billiglösung".

10. August 2022 15:25 Uhr: Von Nicolas Nickisch an Christian Rohde

Versteh ich zwar nicht ganz, aber deine These scheint nicht abwegig.

Während man teilweise davon liest, es einfach so zu justieren bis es passt, ist in unserem Wartungshandbuch ein recht kompliziert klingendes Procedere angegeben, wo man anscheinend eben auch FF und temperatur mit einbezieht.

Umso supekter ist eine ordentliche Klappe mit easy errichbarem Wastegate

10. August 2022 15:28 Uhr: Von Nicolas Nickisch an Wolfgang Winkler

Guter Punkt. Damit wären wir gar nicht sooo schlecht

https://www.aviationconsumer.com/aircraftreviews/mooney-231-252-2/

hier ist ein Bericht über die 231 und 252 und deren Unterschiede. Den kannte ich noch nicht.

Demnach wäre die critical altitude der factory 231 sogar bei nur 14000ft !

INtersessant sind die Betrachtungen zu den Gipfelhöhen.

Im POH hören die Tabellen tatsächlich bei 24000ft sic! auf, aber ich bin noch nicht annähernd so hoch gekommen.

Eine entsprechende Performance würde ich weder mir noch dem Flieger zutrauen.

Ich meine sogar mal in youtube einen Typen gesehen zu haben, der bis über 30000ft kam.

10. August 2022 15:48 Uhr: Von Wolff E. an Nicolas Nickisch

Was auch sein kann, dass das Turbosystem im "Einlassseitet" undicht ist und so Druck abbläst. Wenn du jetzt am Wastegate "rumdrehst", kann es sein, dass der Turbo deutlich höher drehen musst, um den geschwünschten Druck zu erreichen, was aber auf die Lebensdauer des Turbos gehen kann, da es auch für den Turbo eine maximale Turbinendrehzahl gibt. Und wenn sich der Turbo dann zerlegt, kannst du sehr wahrscheinlich einen Motoroverhaul durchführen lassen (zumindest alle Zylinder). Zerlegt sich ein Turbo im Betrieb, fliegen Metallteile in den Brennraum und richten schlimmer Schäden an. Außer bei der Twin-Comanche, da ist der Turbo vor Luftfilter.


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