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18. September 2019 06:45 Uhr Jan Brill

Politik: U-space und BVLOS


Drohnen-Luftraum: Gefährliche Tagträume

Die Bestrebungen, Drohnen in das bestehende Luftverkehrssystem zu integrieren, laufen offensichtlich auf einen Verdrängungswettbewerb hinaus. Das ist der Eindruck, der aus dem U-space Workshop 2019 der EASA entsteht. Der Luftraum unter 500 ft soll außerhalb von Flugplätzen für die zivile Luftfahrt unzugänglich gemacht und für autonome Flugobjekte reserviert werden. Was das für enorme Probleme mit sich bringt, kann ein Blick in die Praxis verdeutlichen.

Man stellt sich Amazon-Drohnen vor, die Pakete ausliefern, Apotheken-Drohnen, die Medikamente bringen. Und irgendwann, wenn man die Akku-Kapazität ein paar Größenordnungen in die Höhe geschraubt hat oder die Gesetze der Physik durch Parlamentsbeschluss außer Kraft gesetzt wurden, auch Passagierdrohnen, die massenhaft Menschen von A nach B befördern. Wer jetzt skeptisch mit den Augen rollt, hat das volle Verständnis des Autors: Man kriegt zwar keine Elektroroller in den zweidimensionalen Bodenverkehr integriert, aber im hochkomplexen Luftverkehr klappt das dann ganz bestimmt und wird die Innenstädte ganz sicher mächtig entlasten! Fakten und Naturgesetze sind so was von letztes Jahrtausend – schon klar!


Auszug aus der EASA-Präsentation beim U-space Workshop. Die zivile Luftfahrt als alter Gaul und die Drohnen als Automobil?
Da kein Mensch weiß, wie das gehen soll, da nicht klar ist, wie die Drohnen untereinander ausweichen, was die Paketdrohne mit der Pizza bei Vereisung macht, wo sie landet, ob die Dinger direkt (über Häuser und Gärten) oder entlang von Drohnen-Straßen fliegen und vor allem, wann die Nebenwirkungen (tote Vögel, genervte Menschen) durchschlagen, brauchen wir die Sache nicht technisch zu diskutieren. Es ist schlichtweg nichts da, was als Diskussionsgrundlage dienen könnte.

Es handelt sich um Visionen. Und wer die hat, geht – frei nach Helmut Schmidt – entweder zum Arzt oder eben in die Politik.

Wir führen folglich eine politische Diskussion. Und da beginnt nach Friedrich Georg Jünger die geistige Unterwerfung mit der Übernahme der Fragestellung. Neudeutsch heißt das „Framing“. Der Rahmen der Diskussion wird so gesteckt, dass die Ergebnisse eingeengt oder vorbestimmt sind.

Und betrachtet man die Vorlagen und Ergebnisse des EASA-Workshops, der am 14. und 15. Mai in Köln stattfand, ist dieses Framing oder diese Fragestellung für die gesamte Luftfahrt hochgefährlich.

Als „U-space“ wird da schon im Titel des Workshops ein Luftraum für die Unmanned Aerial Vehicles definiert. Separat vom normalen Luftraum. Dieser soll vom Boden bis 500 ft AGL reichen und da werden vollkommen andere Regeln gelten als im übrigen Luftraum.

Ganz flott, bis Mitte 2020, soll dieser U-space geschaffen und von der EU-Kommission in ein Gesetz gegossen werden. Wer mit einem normalen Luftfahrzeug in den U-space will, muss gesonderte Bestim­mungen beachten, zahlen und möglicherweise spezielle Ausrüstung mitführen.

Wohlgemerkt, das ist kein Beitrag zur Dis­kussion, das ist der Rahmen der Diskussion. Alles, was es jetzt noch zu bereden gibt, ist, wie wir das am hübschesten umsetzen.

Die Hypothese, dass sich Drohnen in das seit 100 Jahren entwickelte System des Weltluftverkehrs einfügen müssen, wird in einem Nebensatz als „unpraktikabel“ abgetan. So geht Framing vom Feinsten!

Auf welcher Seite die EASA dabei steht, das ist leider allzu klar. Mit nicht sehr subtilen Bildern wird gezeigt: Wir sind die Pferdekutschen, die Drohnen sind die neuen Autos zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dieser Vergleich hinkt auf so vielen Beinen, dass selbst ein Tausendfüßler eine Gehhilfe bräuchte, aber das lassen wir jetzt mal außen vor.

Betrachten wir kurz die Konsequenzen, wenn die Vorgaben dieses Workshops so umgesetzt würden. Was tummelt sich denn so alles im Luftraum unter 500 ft?

  • Segelflugzeuge,
  • Ballone,
  • Rettungshubschrauber,
  • nahezu die gesamte Arbeitsfliegerei mit Hubschraubern – vom Personentransport bis zur Pipeline-Kontrolle.
  • Kurzum: Ein seit Jahrzehnten etabliertes Ver­kehrs­sys­tem, das auf See-and-Avoid beruht.

Dabei behaupten die Drohnen-Befürworter noch nicht einmal, diese Dienste ersetzen zu können. Der U-space wird als Voraussetzung für die Entwicklung der Technologie angesehen. Also erst mal platt machen, was es gibt, und dann sehen, ob sich magisch die weiteren technologischen Voraussetzungen ergeben! Das ist postfaktische Politik vom Allerfeinsten.

Die deutsche AOPA hat auf den Workshop reagiert und eine Reihe von Forderungen aufgestellt, die unserer Ansicht nach richtig sind:

  • Drohnen müssen immer den bemannten Luftfahrzeugen ausweichen, schon weil ein partnerschaftliches „See and Avoid“ angesichts der geringen Abmessungen und der Vielzahl der geplanten Drohnen nicht mehr funktioniert.

  • Eine vorherige formelle Erlaubnis zum Einflug in den U-Space kann von der bemannten Luftfahrt nicht eingeholt werden, es sei denn, es handelt sich etwa um längerfristig geplante Luftarbeit. Alle Betreiber von tief­fliegenden Rettungshubschraubern haben ganz andere Probleme, und Piloten von Segelflugzeugen, die eine ungeplante Außenlandung durchführen, können auch selbst 5 Minuten vor der Außenlandung noch nicht festlegen, wo sie stattfinden wird. Ganz ähnlich sieht es bei Ballonen, Drachenfliegern und Gleitschirmen aus, und bei Notlandungen hat man erst recht keine Zeit für Formalitäten.

  • Der bemannten Luftfahrt dürfen keine Kosten für den Einflug in den U-Space entstehen. Sollte es für die bemannte Luftfahrt notwendig werden, sich mit elektronischen Geräten sichtbar zu machen, etwa für Gleitschirmpiloten ohne konventionelle Transponder, dann sind dafür die Kosten von den Verursachern der neuen Anforderungen zu tragen, also den Drohnen.

Eine Integration von Drohnen und bemanntem Luftverkehr ist aus Sicht beider Luftraumnutzer der bessere Weg als eine Trennung von U-space und Airspace. Denn falls autonome Elektro-Flugkörper (nichts anderes sind die Drohnen) irgendwann mal wirtschaftlich werden, wird es nicht bei 500 ft bleiben. Sollten die grundlegenden physikalischen Probleme wie Akku-Kapazität irgendwann mal gelöst sein, werden die Drohnen schnell den gesamten Luftraum erobern. Funktionierende Integration in das bestehende Luftverkehrssystem wird dann noch wichtiger.

Drohnen müssen also von Anfang an lernen, untereinander auszuweichen und andere Verkehrsteilnehmer zu beachten. Je früher das in die Regeln und Technologien eingewoben, wird desto besser.



Bewertung: +28.00 [28]  
 
 




18. September 2019 07:44 Uhr: Von Jan R.oth an Jan Brill

Hey Jan,

ganz großes Kompliment für diesen Artikel. Das ist das Abo allemal Wert.

Weiter so!

18. September 2019 13:30 Uhr: Von ballooner an Jan R.oth

... auch von meiner Seite ein grosses Kompliment an Jan Brill dafür, die Problematik so auf den Punkt gebracht zu haben!

Leider sind es ja nicht die UAS (vulgo: 'Drohnen') allein, die uns den Luftraum streitg machen: auch die Windräder ragen immer höher in den Himmel und stellen mit ihrer Höhe und ihren Nachlaufturbulenzen grossflächige Hindernisse dar. Und in beiden Fällen wird seitens ihrer Betreiber damit argumentiert, dass die 'technische Entwicklung stirbt', sollte den Betreiberforderungen nicht nachgegeben werden. Denn: Letztlich und schliesslich sind alle diejenigen Personen, die sich im Luftraum bewegen und/oder UAS und Windräder kritisch sehen, nur Umweltfrevler und Fortschrittsgegener (Achtung: Ironie)

Ich halte deswegen eine entsprechende Einflussnahme ('Lobbyismus') aller Mitglieder der allgemeinen Luftfahrt, der Freizeitluftfahrt und des Luftsports sowie ihrer Verbände für immens wichtig - viel wichtiger als z.B. Diskussionen zwischen den Piloten der einzelnen Luftahrzeugarten wie ULer vs. Motorflieger vs. Segelflieger vs. ...

Dabei muss uns allen aber auch klar sein, dass Einflussnahme ohne Geld (= von Mitgliedsbeiträgen bezahlte Spezialisten) nicht funktionieren wird. Dies ist den wenigsten 'privaten' Luftfahrtteilnehmern bewusst :-(

18. September 2019 17:46 Uhr: Von Stefan Jaudas an Jan Brill

Danke!

Man stelle sich vor, als Analogie, es würde im bodengebundenen Verkehr für die beräderten Drohnen (auch "autonome" Fahrzeuge genannt) ein ähnlicher Straßen-U-Space gefordert werden.

EDIT. Oder auf der Autobahn wird grundsätzlich immer eine Spur für Amazon-Kleintransporterdrohnen reserviert, sowie alle Straßen abseits der Autobahnen. Nur Parkplätze und deren Zufahrten bleiben frei für dne klassischen Verkehr ...

Mag man sich den Aufschrei vorstellen?

18. September 2019 19:22 Uhr: Von ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister an Stefan Jaudas Bewertung: +2.00 [2]

ich hab schon vor dem geistigen auge die neue icao-karte für münchen-ausschnitt...4 korridore GND-250FT-AGL W-O-N-S

W für neckermanndronen v 0900-SS

S für amazondronen v 0900-SS

O für lieferandodronen v 0900-SS

N für gemischte dronen v 0900-SS

achtung: abwurf aus 200 FT AGL v 0900 - 1800 in allen corridoren

dazwischen die rettungsflieger, polizeihubschrauber...

alles was nicht abgeholt wird....wofür gibts die stadtreinigung....

techn. noch nicht ganz ausgereift!

mfg

ingo fuhrmeister

da schafft es eher abu dhabi....mit autonom rollenden rollstühlen...

https://www.arabianaerospace.aero/abu-dhabi-international-airport-begins-trials-of-autonomous-wheelchairs.html

wenn ich mir den shit mit lilium ansehe....autonom fliegende senkrecht startende und landende elektroturbinen....bisland ohne zertifizierte software und rechtsgrundlage....sollten wir erstmal autonom rollende rollatoren entwickeln...von der altersresidenz für piloten zum kiosk, kino, tierpark, caffee und back course via kiosk zur altersresidenz....von jeppesen gesponserte roadmaps und garmin oem-gps-empfänger mit lautsprecherausgang: al mahatta al khadima hia.....

mfg

ingo fuhrmeister

28. September 2019 20:53 Uhr: Von ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister Bewertung: +5.67 [6]

heute artikel in der markt+technik (elektronikzeitschrift die wöchentlich erscheint)

für mich eigentlich eine pflichtlektüre freitags vor der luftlagebesprechung im situation-room.

aber was da steht, hat mich nachdenklich gestimmt. wenn es interessiert, kann ich gerne den artikel scannen und einstellen.

thema: flugtaxis als exportschlager

es wird in der umfrage fabuliert, daß in naher zukunft sog. lufttaxis mit batterien passagiere von a über c nach b bringen. die gesetzlichen vorgaben bzw. die novellierungen wurden garnicht angesprochen. wenn ich mir den schwachsinn durchlese, den ein bitkom-präsident achim berg erzählt...: wir haben hierzulande eine welctweit führende automobil- und luftfahrtindustrie und eine breit aufgestellte digital-branche - also alles, was es für die entwicklung von flugtaxis braucht.

m.e. nach, haben diese leute von der vergangenheit nix gelernt, von der aus den 90igern, wo grüne und spd mit aller macht auf kommunaler ebene flugplätze entwidment (baden-baden, karlsruhe, noch mehr????) haben - achja - neubiberg...und jetzt auf heiland mit dem größten bullshit aller zeiten, mit elektrisch bestriebenen flugtaxis irgendwie punkten wollen. daß aber das lizium aus der atacama wüste mit riesigen grundwasser ableitugen gewonnen werden muß, das wird natürlich heuchlerisch von dieser grün-pädofilen führungsriege, deren ziel nie der umweltschutz war, verschwiegen, von den spd-heinis, die sowieso nix davon verstehen, auch nicht.

deswegen schlage ich mal vor, daß viele der hier angwesenden vereinsvorstände, bzw. führungsmanschaften aus den vereinen, platzhaltern in die partei der grünen am ort eintreten u nd durch parteiarbeit vorbereiten, daß am heimatplatz ein e-flugtaxi-stützpunkt errichtet wird, mit aller inftrastruktur von batterieladestation über ticketverkautsautomat und e-lufttaxis-verkehrskontrollzentrum....am besten noch einen experten von der IHK mit einschließen und über ein entsprechendes gutachten wird alles laufen. ich stelle mir schon jesenwang als bayr. e-lufttaxistützpunkt vor...oder FFB wird wieder aufgemacht...mit s-bahnanschluß oder transrapid nach eddm...

am besten noch einen antrag auf förderung dieser anlagen stellen und gelder für den erhalt des fluplatzes mit allen hangars, tankstelle, tower etc mit einschließen. noch einen antrag auf die wieder ansiedelung seltener heuschrecken, fledermäuse, regenwürmer und grasmilben stellen, und die grünen sind auf einmal eure freunde.

aber wie gesagt, das sind nur gedanken, die mir beim lesen des artikels kamen! und wir werden weiter belogen! aber: wir schaffen das!

mfg

ingo fuhrmeister

28. September 2019 23:08 Uhr: Von Olaf Musch an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister

Hallo Ingo,

gerade als Heli-Pilot, der in der gleichen Höhenregion unterwegs ist, wie die "Dinger", interessiert mich das Thema.
Aus meiner Sicht sind da so einige Dinge noch nicht geklärt. Regularien (VFR/IFR, ...) , Funkverfahren, Verkehrssteuerung, Luft-/Boden-Betriebssicherheit, ...
Ein Muster in die Luft zu bringen ist das Eine. Daraus ein in die vorhandenen Systeme integriertes Verkehrsmittel zu machen, das sicher und dann auch noch wirtschaftlich betreibbar ist, ist aus meiner Sicht noch mal eine ganz andere Nummer.

Gibt's den Artikel auch irgendwo im Netz? Wenn nicht, wäre ich an einem Scan interessiert (pm ist zugelassen).

Olaf

29. September 2019 09:25 Uhr: Von Chris B. K. an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister

aber: wir schaffen das!

Dazu ein Bericht aus Stuttgart :-(

--> https://www.youtube.com/watch?v=w-jfpSqsn7U

29. September 2019 11:03 Uhr: Von Tobias Schnell an Olaf Musch Bewertung: +2.00 [2]

Olaf,

gerade als Heli-Pilot, der in der gleichen Höhenregion unterwegs ist, wie die "Dinger", interessiert mich das Thema

Hm, also als Privat-Heli-Pilot unterliegtst Du doch zumindest hierzulande den gleichen Regeln wie die Flächenflieger, was z.B. Mindestflughöhen und Flugplatzzwang angeht. Demnach bist Du vom U-Space genauso viel oder wenig betroffen wie "wir", oder?

29. September 2019 11:52 Uhr: Von Thomas Nadenau an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister

wir haben hierzulande eine welctweit führende automobil- und luftfahrtindustrie und eine breit aufgestellte digital-branche - also alles, was es für die entwicklung von flugtaxis braucht.

Wenn „wir“ es nicht machen, dann machen es eben andere Länder. Eine Lawine kann man nicht aufhalten.

29. September 2019 12:15 Uhr: Von ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister an Thomas Nadenau

richtig thomas....nur wenn die eigene regierung mit hilfe von sog. umweltfreunden, deren ziel es ist, unter ausgeben von möglichst viel steuergeldern, industriezweige zu zerstören....und andere nachbarländer wie frankreich, england etc. (autobauer) sich einen dreck um die eu-normen kümmern...dann sehe ich ein gewisses gleichgewicht gestört. warum muß zb nur vw, audi hohe bußgelder zahlen...französische, italo-cars etc. haben doch genau die selben autos auf den markt geworfen...alle haben mitgemacht...

heiß die alternative elektroauto oder elektroflug??? unter dem aspekt weiterer umweltzerstörung, recourcenvernichtung (lizium...) lt der grünen sonnenblümchenliebhaber ...ja...

ich will ja beim thema bleiben...anbei f. euch der artikel aus der markt+technik von diesem wochenende.

mfg

ingo fuhrmeister



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29. September 2019 13:23 Uhr: Von Thomas Nadenau an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister

Wenn eine Regierung mehr als eine Periode Regierung sein möchte, dann macht sie doch wahrscheinlich das, was die Wähler von ihr erwarten. Und Umweltverschmutzung und Klimaänderung ist nun einmal ein aktuelles Thema, welches viele Menschen berührt.

VW und Konsorten mussten bezahlen, weil sie betrogen hatten. Den anderen Autoherstellern war das wohl nicht nachzuweisen.

29. September 2019 15:01 Uhr: Von Olaf Musch an Tobias Schnell Bewertung: +1.00 [1]

Hm, also als Privat-Heli-Pilot unterliegtst Du doch zumindest hierzulande den gleichen Regeln wie die Flächenflieger, was z.B. Mindestflughöhen und Flugplatzzwang angeht. Demnach bist Du vom U-Space genauso viel oder wenig betroffen wie "wir", oder?

Grundsätzlich hast Du Recht, Tobias, aber ich fliege sehr viele meiner Stunden mit FI/FE, um immer wieder die vielfältigen bodennahen Manöver zu üben. Dazu haben natürlich entweder die FI/FE selbst bzw. auch die Halter der Helis die entsprechenden Erlaubnisse zum Unterschreiten der Mindeshöhen und für beliebige Außenlandungen/starts.

Ein sehr großer Teil der Ausbildung und des fortlaufenden Trainings findet eben deutlich unterhalb von 1.000ft AGL statt:

- Sämtliche Schwebeflug-Geschichten bis "rauf" zu Highspeed-Taxi, Quickstop o.ä., und davon beileibe nicht alles auf Flugplatzgelände, sondern vielfach auf und über Feldern und Feldwegen (hier zwischen Harz und Heide gibt es dazu sehr gute Möglichkeiten). Es gibt aber auch einige Plätze, wo wir das zumindest für ein paar Minuten bis ca. einer halben Stunde (wg. Lärmbelästigung) auch vor Ort machen können

- Autorotationen (entweder mit power recovery oder ohne, aber Du musst halt jedesmal "runter")

- Steilstart- und -anflug-Verfahren, Hot&High-Startverfahren, Geländefolgeflug (ja, macht man auch als PPL ein wenig)

- Diverse Notmanöver (z.B. pedal stuck high oder low, loss of pedal control, hydraulic failure, ...), mit denen man ebenfalls Anflüge können muss

Wenn Du sowas an Plätzen übst, hältst Du damit teilweise Flächen-Verkehr auf, und das geht nur bedingt. Daher gehen wir für solche Spielereien eben häufig auf's Land und verteilen die Lärmbelästigung dann auch möglichst gleichmäßig über die Gegend.

Wenn ich dagegen solo oder mit "normalen" Paxen unterwegs bin, durchquere ich den "U-Space" nur für Start und Landung.

Die CPL-Kollegen haben darüber hinaus aber noch deutlich mehr Probleme. Die verdienen ihr Geld praktisch ausnahmslos in Bodennähe: Rund- oder Kurierflüge von/zu Außengeländen, Waldkalkung, Sprüh-/Tau-/Trocken-flug über Feldern und Plantagen, Leitungskontrolle, Lastenversatz/-transport, Geo-/Umwelt-Erkundung (auch auf Expiditionen), Offshore-/Plattform-Flüge, Film-/Fotoflüge und was einem sonst noch so einfallen kann.

Und wenn man dann noch Rettung, SAR, Polizei und Heeresflieger dazu nimmt, ist der "untere Himmel" schon auf sehr vielfältige Weise in Benutzung.

Olaf

29. September 2019 15:49 Uhr: Von Olaf Musch an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister

Danke für den Artikel, Ingo.

Mir ist darin noch ein Wort besonders aufgestoßen: "autonome" Flugtaxis. Ich wäre mit "vollautomatisch" ja noch einverstanden, aber ein selbstbestimmendes Flugtaxi, das freie Entscheidungen treffen darf (so die Definition von "autonom") wäre irgendwie gruselig. Es ist eine Sache, die Entscheidungsfindung im Sinne des "bringe Deine Passagiere sicher von A nach B" mit KI-Methoden zu trainieren; einem "autonomen" Flugtaxi wäre aber auch die Entscheidung "Nö, mach ich nicht" erlaubt...

Ok, das wird jetzt vielleicht etwas zu philosophisch... ;-)

Olaf

29. September 2019 18:14 Uhr: Von Tobias Schnell an Olaf Musch

Wenn Du sowas an Plätzen übst, hältst Du damit teilweise Flächen-Verkehr auf, und das geht nur bedingt

Hm, also das leuchtet mir nur bedingt ein, aber der von mir vermutete Grund für das Backcountry-Training ist schon auch legitim :-)

So oder so werden die Helis die ersten sein, für die es eine geregelte Mitbenutzung des U-Space geben wird. Zumindest bei der Arbeits- und Rettungsfliegerei ist der Nutzen gesellschaftlich unumstritten, und falls für das Airspace-Sharing besondere Technologie nötig ist, würde sie in Hubschraubern vermutlich noch am problemlosesten einzurüsten sein. Das bisschen PPL-Hubschrauberfliegerei hat niemand auf dem Radar, es wird im Windschatten mitschwimmen.

Spannend wird es eher für Segelflieger, Ballone & Co...

29. September 2019 20:29 Uhr: Von ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister an Tobias Schnell

spannend wird auch, von wo aus die ganzen autonomen gesteuert werden sollen...die sw zertifiziert...nach welchen TSO? wo sind die e-lufttaxi-kontrollzentren.???? warscheinlich in langen angegliedert...ich hör schon unsren FISPROFI in maschinensprache am mikro hängen....tagsüber FIS...nachts e-FIS...

ob sich lilium darüber mal gedanken gemacht hat?

mfg

ingo fuhrmeister

29. September 2019 20:49 Uhr: Von Stefan K. an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister

Bis dahin bin ich schon lange in Rente.... :)

29. September 2019 21:11 Uhr: Von ch.ess an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister

Lilium ? Das wuerde ja bedeuten, dass sie ueber den erwarteten Early Exit durch Verkauf an einen etablierten Anbieter hinaus denken wuerden ?

30. September 2019 08:08 Uhr: Von Olaf Musch an Tobias Schnell

Hm, also das leuchtet mir nur bedingt ein, aber der von mir vermutete Grund für das Backcountry-Training ist schon auch legitim :-)

Welchen Grund vermutest Du denn?

Ach ja. Einen zusätzlichen Faktor habe ich noch nicht erwähnt: Manche Plätze haben extreme Schwierigkeiten, ihre Lande(!)-Gebühren auf Schwebeflugübungen von Helis anzuwenden. Es gibt Plätze, denen nur die Piste wichtig ist, und die entsprechend nur jeden Anflug berechnen. Wenn wir da abseits der Piste schweben, stört das keinen. Andere Plätze machen so etwas wie "jede halbe Stunde Schwebeflugtraining macht eine 'Landung'", was auch ok ist; und wieder andere wollen jeden Bodenkontakt zählen, was sich als schwierig erweist..
Zum Glück sind letztere eher selten. Da, wo wir an Plätzen üben (z.B. Heimatstandort Hodenhagen EDVH, aber auch Drütte EDVS oder Hildesheim EDVM), ist eines der ersten beiden "Preismodelle" vereinbart. Braunschweig und Hannover mögen Schwebeflugtraining eher nicht so gern; das Gelände und der Flugbetrieb mit den "großen Jungs" gibt das nicht so gut her.

Olaf

30. September 2019 08:37 Uhr: Von ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister an Stefan K. Bewertung: +1.00 [1]

bist du nicht schon im vorruhefunk? nur jeder 2te call wird beantwortet...:-)))

30. September 2019 11:57 Uhr: Von Erik N. an Olaf Musch

Jetzt mache ich mal den Nostradamus:

  • Es wird vollautonome Fahrzeuge und Fluggeräte geben, für Lasten- und Personentransport.
  • Sie werden sich den Luftraum zunächst mit von Menschen gesteuerten Fahrzeugen und Fluggeräten teilen.
  • Damit dies auf individueller Ebene funktioniert, und akzeptiert wird, werden Algorithmen sehr bald in der Lage sein, nicht nur die Steuerung, sondern auch kritische Entscheidungen zu treffen. Dies wird erforderlich sein, um in den unterschiedlichen nationalen Kultur- und Rechtssystemen akzeptiert zu werden.
  • Paralles werden die Verkehrssysteme und Fahr-/Flugvehikel zunehmend miteinander vernetzt.
  • Sobald eine ausreichende Vernetzung erfolgt ist, wird der Mensch zunehmend seine eigene Autonomität verlieren, da er in einem künstlich intelligenten Verkehrslogistiksystem der hauptsächliche Risikofaktor ist.
  • Den Verlust an persönlicher Entscheidungsfreiheit wird dem Individuum als Plus an Comfort, Geschwindigkeit, Kosteneffizienz und Klimaneutralität verkauft. Das System wird so eingeführt, dass die Menschen das Gefühl haben werden, etwas hinzugewonnen zu haben, nicht dass ihnen etwas weggenommen wurde (wer es nicht glaubt, möge sich mit dem chinesischen social scoring auseinandersetzen).

Die Frage ist nicht mehr ob, wie oder warum, sondern nur noch: wann.

Das wird ggfs. länger dauern, da die Welt nicht so schnell ist, wie man in Prognosen gemeinhin glaubt. Ich schätze 20-30 Jahre, maximal.

30. September 2019 12:23 Uhr: Von Stefan K. an ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister Bewertung: +1.00 [1]

Ich erhole mich gerade von dem Dauergebabbel des vergangenen Sommer..... :-)

30. September 2019 13:59 Uhr: Von ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister an Stefan K.

bestimmt auf kosten des steuerzahlers....

30. September 2019 14:19 Uhr: Von ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister an Erik N.

erik..ich hoffe, du hast recht mit 30 jahren...dann bin ich fast 90ig...aber nur fast...

das mit dem chinesischen scoring macht mir mehr sorgen....sollte das die real existierende regierung der ddr noch in der west-ddr einführen, bargeld ebenfalls abgeschafft....dann bekomme ich mit meinem scoring nicht mal mehr einen friedhofsplatz zugewiesen...vielleicht nicht mal mehr einen sarg....dann werden alle underscored individuals verbrannt und als asche auf der start-/landebahn in schönefeld im winter verstreut....soweit er bis dahin in betrieb ist....:-))))

mfg

ingo fuhrmeister


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