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Das neue Heft erscheint am 1. September
40 Jahre Pilot und Flugzeug - Sind wir Stümper?
Flugsicherungsgeb├╝hren an Regionalflugplätzen
Reise nach Spitzbergen
Flugplanung Polen
Risikobasiertes Training f├╝r die Allgemeine Luftfahrt
Unfall: Umkehrkurve
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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30. September 2019: Von Olaf Musch an Tobias Schnell

Hm, also das leuchtet mir nur bedingt ein, aber der von mir vermutete Grund für das Backcountry-Training ist schon auch legitim :-)

Welchen Grund vermutest Du denn?

Ach ja. Einen zusätzlichen Faktor habe ich noch nicht erwähnt: Manche Plätze haben extreme Schwierigkeiten, ihre Lande(!)-Gebühren auf Schwebeflugübungen von Helis anzuwenden. Es gibt Plätze, denen nur die Piste wichtig ist, und die entsprechend nur jeden Anflug berechnen. Wenn wir da abseits der Piste schweben, stört das keinen. Andere Plätze machen so etwas wie "jede halbe Stunde Schwebeflugtraining macht eine 'Landung'", was auch ok ist; und wieder andere wollen jeden Bodenkontakt zählen, was sich als schwierig erweist..
Zum Glück sind letztere eher selten. Da, wo wir an Plätzen üben (z.B. Heimatstandort Hodenhagen EDVH, aber auch Drütte EDVS oder Hildesheim EDVM), ist eines der ersten beiden "Preismodelle" vereinbart. Braunschweig und Hannover mögen Schwebeflugtraining eher nicht so gern; das Gelände und der Flugbetrieb mit den "großen Jungs" gibt das nicht so gut her.

Olaf

1. Oktober 2019: Von Tobias Schnell an Olaf Musch

Welchen Grund vermutest Du denn?

Weil es einfach mehr Spaß macht?

3. Oktober 2019: Von Olaf Musch an Tobias Schnell Bewertung: +1.00 [1]

Weil es einfach mehr Spaß macht?

Macht es in gewissem Sinne auch. Stimmt schon.

Aber wenn Du Notverfahren übst, hast Du kaum Blick für die "Landschaft". Das ist echte Arbeit. Und je näher Du am Boden bist, desto weniger Raum für Fehler bleibt. Ich habe bei sitzenden Tätigkeiten selten so viel geschwitzt wie bei solchen Sachen.

Und "einfach so", weil's Spaß macht, macht man das nicht wirklich. Dafür kostet die Flugminute dann doch wieder zu viel. Und wenn Du zu mir in den Heli steigst, erwartest Du ja auch, dass ich das im Falle des Falles kann. Also muss ich es vorher alles geübt haben, auch wenn ich es im zivilen Flug mit Paxen nicht machen darf (und auch nicht möchte). Denen reichen meist schon die normalen Sachen am Platz: Schwebeflug, Überrollen über die Nase, Speed in Bodennähe aufnehmen und dann rauf. Und auf manchen Plätzen darf man auch mal vom Taxiway starten (hat man meist bei den großen, damit die Pisten frei bleiben), oder über's Vorfeld brettern (hatte ich auch mal in Hannover. Da bin ich vom Helipad (auf Taxiway M) Richtung Tower gestartet und dann scharf nach links über das Vorfeld abgebogen um zwischen den Pisten bleibend wieder nach Osten rauszufliegen).

Olaf

4. Oktober 2019: Von Christoph S. an Olaf Musch

Dieses Interview hier ist gut - positive Grundstimmung, aber doch noch jede Menge Fragezeichen: https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/verkehr/fehlendes-geschaeftsmodell-sicherheit-flugtaxi-frachtdrohne/

dann bin ich mal gespannt, welche flugschule in D als erstes die ausbildung zum E-LTCPL anbietet....

5. Oktober 2019: Von Mich.ael Brün.ing an Christoph S. Bewertung: +1.00 [1]

Zitat aus dem Interview:

Es gibt darüber hinaus eine unbeantwortete ökonomische Frage: Wenn Sie einen Massenmarkt erschließen wollen, dann darf so ein Ticket nicht 200 US-Dollar kosten, sondern eher 20 bis 30 US-Dollar. Bei diesen Preisen kann aber niemand einen wartungsintensiven Hubschrauber betreiben. Wo ist das Geschäftsmodell, das hergibt, dass sich mit einer Flotte solcher Geräte Geld verdienen lässt?

Genau das ist mein größter Einwand. Es wird kein tragfähiges Geschäftsmodell für den Massenmarkt geben. Das würde nur gehen, wenn sowohl die Herstellung als auch die Betriebskosten um mindestens den Faktor 3 günstiger werden als es die momentanen Hochrechnungen für eine Serienherstellung von Fluggerät und Batterie erwarten lassen.

Porsche Consulting hat den Ticketpreis errechnet:

https://www.econo.de/aktuelles/artikel/porsche-errechnet-ticketpreis-fuer-lufttaxis-7024/

Da frage ich mich, was das für Experten sind. Wie kommen die darauf, dass ein Volocopter 200km/h schnell fliegen soll? Aktuell nennt selbst Volocopter eine Vmax von 110 km/h. Außerdem rechnen sie es so, dass er quasi verzugslos 200km/h schnell fliegt und auch sofort wieder in den Stand abbremst, Steigflug ignorieren wir ohnehin komplett. Hat einer der Rechenexperten dort im Physik-Unterricht geschlafen?

Wenn wir mal annehmen, dass deren Kosten pro Flugminute wenigstens realistisch sind - was ich nicht glaube - dann kämen wir bei 10km Entfernung und einer Durchschnittsgeschwindigeit von vielleicht 60 km/h auf eine Flugzeit von 10min und sind dann bei einem Preis von 120€. Wenn ich auch noch rechne, dass sie wahrscheinlich mindestens um 50% bei den Kosten zu optimistisch sind, dann sind wir bei knapp 200€. Aber selbst 120€ ergeben kein Massen-Phänomen.

5. Oktober 2019: Von Mich.ael Brün.ing an Mich.ael Brün.ing Bewertung: +4.00 [4]

Apropos Ticketpreis.

Wenn die 12€ pro Flugminute realistisch sind, also 6€ pro Sitzplatz (im autonomen Betrieb), dann schafft das sogar ein R44 oder EC130 einschl. Pilot. Und die schaffen auch 100kts im Reiseflug.

Man hätte in dieser Preiskategorie also schon viel früher ein Flugtaxi einrichten können. Ist auch passiert, mit optimalen wirtschaftlichen Grundvoraussetzungen: Heli-Shuttle zwischen Nice Airport und Monaco. Die Strecke führt nur über unbewohntes Gebiet (Wasser) und es gibt zahlungskräftiges Publikum. ca. 18km Entfernung, Flugzeit 7 min, Zeitersparnis gegenüber Taxi: mind. 30min, schöner Ausblick während des Flugs. Früher gab es das sogar im Linienbetrieb, mittlerweile nur noch auf Anfrage für ca. 150€. Massenphänomen? Fehlanzeige.

Flugtaxis sind technisch machbar. Kein Problem. Und sie werden sich auch für spezielle Anwendungen durchsetzen, aber nicht als Massentransportmittel.

Schönes aktuelles Beispiel für einen Elektromobilitätshype: Elektrostehroller.

Technisch 100% im Griff, aber was die Anbieter aufressen wird, sind die Kosten. Der Spagat zwischen sofortiger Verfügbarkeit rund um eine beliebige Innenstadtposition und niedrigen, attraktiven Kosten wird vermutlich schwer zu lösen sein. Das mag vielleicht sogar im Sommer bei gutem Wetter und aktuell günstig bezahlbaren Juicern (die, die nachts die Dinger einsammeln und aufladen) noch mit geringen Verlusten darstellbar sein. Aber wenn es erst in den Winter geht, das Umsatzvolumen bei Regen, Kälte, Schnee und Eis deutlich sinkt und die Geräte stark unter der Witterung leiden, sprich: es einen hohen Verschleiß und wachsende Nutzer-Unzufriedenheit gibt, dann wird sich das Geschäftsmodell bald erledigen. Noch ist wahrscheinlich genügend Hype-Kapital da, um das 2 Winter durchzuziehen, aber in 3 bis 4 Jahren wird die Ernüchternung groß genug sein, dass kein neues Kapital nachfließt.

Wir sprechen uns in 5 Jahren nochmal...

5. Oktober 2019: Von Achim H. an Mich.ael Brün.ing Bewertung: +8.00 [8]

Eine sehr interessante Dokumentation zum Aufstieg und Fall des Helikopter-Massentransports.

https://www.youtube.com/watch?v=8nbz5VFilxY&t=20s

5. Oktober 2019: Von Thomas R. an Mich.ael Brün.ing

Bleibt abzuwarten, ob es wirklich 12 Euro pro Minute sein werden. Ich hätte gedacht, dass die Dinger irgendwann deutlich wartungsärmer sein werden als aktuelle Helis. Aber who knows.

Bzgl. der Elektroroller: Die haben wir seit ein paar Tagen in Karlsruhe, macht echt Laune. Anmeldung ist in zwei Minuten erledigt, Eintrittsbarriere gering. Das hat der Anbieter gut gelöst. Technik mit Position Anzeigen, Entsperren und Abschliessen per App funktioniert einwandfrei, immer und so gut wie in Echtzeit. Interessant, dass die das mit Elektrorollern so gut hinbekommen, was bei App2Drive mit Autos nicht oder nicht ausreichend gut klappt. Allein die Latenz ist gefühlt um eine Größenordnung kleiner.

Ich hab mich aber auch gefragt, ob das Geschäftsmodell nachhaltig sein kann, wenn die Dinger dann mal kaputt gehen oder vandalisiert / geklaut werden. Und Regen / Winter / Verschleiss kommt dazu, das stimmt schon. Bin gespannt!

5. Oktober 2019: Von Christoph S. an Mich.ael Brün.ing

Und nach 10min Flugzeit ist nach heutigem Stand die Batterie wahrscheinlich erstmal leer...

kann ein autonomes e-lufttaxi auch 7500 squaken??? we want to beirut...continuing to ramallah....

5. Oktober 2019: Von Sven Walter an Christoph S. Bewertung: +1.00 [1]

Mal rein physikalisch betrachtet sehe ich da den Lilium Mantelpropeller - Ansatz deutlich im Vorteil - wenn du von der Provinz flott zu sagen wir einem Helipad am EDDF-GA kommst, spart das intermodal unglaublich viel Zeit für Menschen, bei denen auch das Geschäftsmodell sinnvoll ist. Der Zeitgewinn EDDH - Binnenalster ist der vernachlässigbar, im direkten Vergleich.

Aus der Nische heraus kann man sicherlich dutzende Maschinen betreiben, die in der Mitteldistanz erheblichen Komfort- und Zeitgewinn bieten. Auch sowas wie Antwerpen - Canary Wharf, Bogenhausen - Kitzbühel etc. verspricht eine große, erfolgreiche Nische. Du hast ein BRP, einen CPLer an Bord, geringeren Verschleiß, gegenüber Heli deutlich geringere Geräuschemissionen (damit Sozialakzeptanz, plus du kannst Ökostrom tanken statt Jet A1), vermutlich deutlich erhöhte Dispatch-Möglichkeit wegen der Zuverlässigkeit etc.

Was einen ärgert ist eher sowas wie ...

"Hamburg gehört neben Aachen, Ingolstadt, Nordhessen und Enschede-Münster zu den fünf Testregionen, in denen in den nächsten vier Jahren Lösungen für Drohnen und Lufttaxis entwickelt und erprobt werden sollen. 15 Millionen Euro gibt das Bundesverkehrsministerium als Fördermittel."

... aber wir haben Flugleiterpflicht allgemein für die GA, keine unkomplizierten RNAV-Approaches, und Flugplatzpflicht für Helis, anstelle einfach eine generelle Abstandsregelung für Siedlungen mit dB-Grenze einzuführen (sagen wir 64 dB und Mindestabstand 300 m oder so, um unsere Provinz mal zu stärken). Das halbe Avgas-Steueraufkommen per anno wird statt Deregulierung genutzt; wobei mich die Anschubsubventionierung nicht stört als Steuerzahler, aber der perverse Rückstand bei den GA-Rahmenbedingungen.

5. Oktober 2019: Von Wolfgang Lamminger an Sven Walter Bewertung: +1.00 [1]

... und wir haben eine unüberschaubare Zulassungshürde:

da mag der Innovationssprung noch so motiviert sein ... wenn Geräte zum gewerblichen Personentransport genutzt werden sollen, dann muss das Luftfahrtgerät, genauso wie der Betreiber, eine Zulassung haben...

Wer Interesse hat, schaut sich mal an, wie lange die EASA gebraucht hat, ein Hubschraubermuster für Europa zuzulassen, das unter der FAA bereits zugelassen war... (Link)

5. Oktober 2019: Von Olaf Musch an Wolfgang Lamminger Bewertung: +2.00 [2]

Dann kann es ja bei der Zulassung für Lilium, Volocopter oder die anderen in Deutschland entstehenden Geräte nur schneller gehen. Die haben nämlich gegenüber der R66 einen großen Vorteil: Die FAA kennt sie nicht ;-)

Aber ich seh's wie der DLR-Chef: Das eine Gerät wird man in die Luft kriegen, vielleicht kriegt man auch das Gerät zugelassen. Aber ein nachhaltiges, wirtschaftlich funktionierendes und dann noch ökologisch "günstiges" Verkehrskonzept mit diesen Dingern halte ich für noch in sehr weiter Ferne liegend.

Olaf

und....bitte nicht vergessen....nach welchen richtlinien wird das autonome fliegen zugelassen, wo sitzt der der steuert bzw. umleitet, wie wird und wie lange wird getestet? was wird getestet? da muß erstmal viel in die laptoptasten gedrückt werden...

mfg

ingo fuhrmeister

1. November 2019: Von Stefan Jaudas an Olaf Musch Bewertung: +4.00 [4]

... vor allem, der massive Wunsch der Drohnenindustrie nach einem U-Sapce ist die Bakrotterklärung und der Offenbarungseid, was die technische Machbarkeit der "Autonomie" angeht. Außerdem der Offenbarungseid was die Wirtschaftlichkeit angeht.

Wenn es ohne U-Space und andere Restriktionen für den Bestandsverkehr nicht geht, dann ist es schlicht nicht autonom. Egal, wie sehr es sonst gehypt wird. Oder kann sich jemand "U-Roads" vorstellen für die "autonomen" Kraftfahrzeuge?

Der YouTube-Beitrag zu den Helikopter"airlines" ist so aktuell wie damals. Da brauchen nur ein paar wenige Drohnen abstürzen (und das wird zwangsläufig passieren), und es ist vorbei. Sorry, dichte Besiedelung und dichtester Bedarfsluftverkehr an der gleichen Stelle passen nicht zusammen. Zudem solche Lufttaxis nie die Kapazität haben werden, um die bodengebundenen Verkehrsprobleme zu lösen. Von den Kosten ganz zu schweigen. Wenn überhaupt werden das nur Abkürzungen für ein paar wenige Priviligerte sein.


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