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Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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11. Januar 2026 20:45 Uhr: Von Johannes Vogl an Alexander Patt

Ich wusste nicht, dass in der Gegend intensiv Segelflug betrieben wird. Damit ist es für mich noch ein Stück nachvollziehbarer geworden. Statt im Sommer zig Segelflieger mit Transponder in der TMZ zu haben (von denen ohne Transponder mit der "ich mach einfach"-Mentalität ganz zu schweigen), zwischen denen man dann die Airliner mit Vektoren manövrieren muss, einen Delta-Deckel drauf und gut ist. Das ergibt absolut Sinn. Das passt dann auch dazu, dass gerade das Thema Segler vs. Airbus im Luftraum E wieder aktuell ist.

11. Januar 2026 22:13 Uhr: Von Alexander Patt an Johannes Vogl Bewertung: +4.00 [4]

Mit der Logik sollte man doch VFR-Flüge ganz verbieten? Ergibt doch Sinn und macht alles einfacher...

11. Januar 2026 22:53 Uhr: Von Michael Söchtig an Alexander Patt Bewertung: +1.00 [1]

Interessant dass man in Ahaus und Gorleben wegen des Brennelementelagers eine ED-r einrichtet, bei Urenco Gronau dagegen nicht.

12. Januar 2026 20:48 Uhr: Von Johannes Vogl an Alexander Patt Bewertung: +2.00 [2]

Deine Antwort deute ich mal so, dass du dir argumentativ gegen den Delta-Luftraum nicht anders zu helfen weißt, als mit Polemik. Aber in diesem Fall hast du sogar recht! Über dem ganzen Bundesgebiet Luftraum A ab Boden und gut ist. Mit dieser Maßnahme würde man sich abgesehen von uns Privatfliegern wohl wenig Feinde machen. Die Airlines kümmert das schließlich nicht. Nun aber zurück zum Thema Verhältnismäßigkeit: die Pro-Liste für diese Luftraumänderung ist leider ungleich länger als die Contra-Liste. Ich bin auch kein Fan davon, wer mag schon Luftraumeinschränkungen. Aber es geht hier um nachvollziehbare Abwägungen gewisser Ziele gegeneinander. Passagierflugzeuge ohne Kollisionsgefahr mit hunderten Leuten sicher im Luftraum navigieren zu können ist nunmal wichtiger als Leistungssegelflug - oder anderer VFR Verkehr. Das mag einigen sauer aufstoßen, aber das ändert ja nichts an der Sache. Die TMZ ist durchlässig, das ist auch gut so. Aber das bei einem Airport wie Memmingen insbesondere im An- und Abflugsektor so zu handhaben, ist suboptimal. Denn selbst wenn man die Flugzeuge auf der Monitoring-Frequenz erreicht, muss man sie erstmal "aus dem Weg schaffen". Mit Luftraum D ist es anders herum. Möchte man durch und es spricht kein Schutzbedürfnis dagegen, gibt es eine Freigabe. Wir haben es in Deutschland so oder so sehr gut und auch die DFS bemüht sich immer wieder, die Einschränkungen beim absolut erforderlichen (!) Minimum zu halten. Das sieht man z.B. an den C(HX) Zonen, die eingerichtet wurden. Sowas müssten die uns nicht ermöglichen... Ich gehe davon aus, dass diese Entscheidung wohl überlegt ist.

12. Januar 2026 23:05 Uhr: Von Joachim P. an Johannes Vogl Bewertung: +1.00 [1]

Passagierflugzeuge ohne Kollisionsgefahr mit hunderten Leuten sicher im Luftraum navigieren zu können ist nunmal wichtiger als Leistungssegelflug

Spannend. Die einen sagen so, die anderen so. Oder argumentierst Du mit Stoiber ("weil das ja klar ist")?

Bin kein Jurist, aber vermutlich sind ein Bergfalke und ein Bobby vor dem Gesetz gleich wichtig. Die Airlines machen nur bessere Lobbyarbeit bei der Luftraumstruktur als die Segelflieger.

13. Januar 2026 07:42 Uhr: Von Alexander Patt an Johannes Vogl Bewertung: +10.00 [10]

Gegen D Airspace habe ich gute Argumente, gegen gleichgültige, uninformierte Ignoranz fehlen mir tatsächlich gelegentlich die Werkzeuge.

Aber zur Sache:

„Thema Verhältnismäßigkeit: die Pro-Liste für diese Luftraumänderung ist leider ungleich länger als die Contra-Liste.“

Wäre dies so, müssten nicht unaufhörlich die Interessenvertreter der verschiedenen Luftraumnutzer darüber verhandeln, welche Änderungen der Luftraumgestaltung es denn jedes Jahr geben soll. (Auch) Deine Interessen werden dabei u.A. vom DAeC Ausschuss Unterer Luftraum vertreten, und zwar in unermüdlicher, ehrenamtlicher Kleinarbeit. Dass sich „die DFS immer wieder bemüht, die Einschränkungen beim absolut erforderlichen Minimum zu halten“ deckt sich dabei nicht mit der Realität. Nicht mal entfernt.

Abwägungen:

Alle Luftraumnutzer sind gleichberechtigt. Daher muss zwischen den konkurrierenden Interessen fein abgewogen werden, so dass ein möglichst akzeptables Gleichgewicht entsteht. Die weit verbreitete Ansicht, dass gewerbliche Fliegerei, quasi als Naturgesetz, irgendeine Art von Vorrang besitzt ist nicht begründet. Bei meinen Kunden z.B. liegt der Anteil der Flüge zum privaten Vergnügen bei etwa 75%, in den Sommermonaten noch deutlich höher. Was daran wichtiger sein soll als ein VFR Spazierflug, ein Fallschirmsprung oder ein Leistungssegelflug ist nicht erklärbar, sondern fast ausschließlich wirksame Lobby-Arbeit.

TMZ / Airspace D:

Die TMZs funktionieren im Wesentlichen genau so, wie sie sollten. Selbstverständlich gibt es Regelverstöße, gegen die nur wiederkehrendes Training hilft. An unserem Flugplatz (drei TMZs in nächster Nähe) versuche ich das möglichst nachhaltig, und es scheint, als ob es einigermaßen brauchbar funktioniert. Leider erreicht man so eher die Vereins-organisierten Segelflieger und nur wenige Motorflieger. Deine leichtfertige Einschätzung, die Regelverstöße begingen hauptsächlich Segelflieger ist übrigens statistisch nicht haltbar. Offizielle Zahlen werden, obwohl vorhanden, leider nicht veröffentlicht - unsere firmeninterne Auswertung zeigt ein eher ausgeglichenes Verhältnis zwischen Motor- und Segelflug, aber das ist natürlich nur ein Ausschnitt des Gesamtbilds.

Loyalität / Einfluss:

Mit Deinem Beitrag beschreibst Du leider einen verblüffend großen Anteil der Luftfahrer in Deutschland. Statt sich für die Interessen der anderen Fliegerkollegen zu interessieren, siehst Du ausschließlich Deine potentiellen Einschränkungen und übersiehst dabei, dass es durchaus in der vorhersehbaren Zukunft Restriktionen gibt, die auch Deine Fliegerei empfindlich treffen können. Natürlich spielt ein D nicht CTR für den VFR - Kaffeeflug oder den IFR - Reiseflug buchstäblich keine Rolle und wer die Memmingen CTR durchqueren möchte ist weiterhin auf der TWR - Frequenz. Auch die Fallschirmspringer werden keine Änderung wahrnehmen, deren Deppenwerfer ist ohnehin auf der Radar - Frequenz. Wenn allerdings mal wieder eine absurd große EDR für einen anreisenden Diktator eingerichtet wird, oder das Risiko durch militärische (Tief)Flüge rapide ansteigt, ist eine wirksame Interessenvertretung plötzlich auch in Deinem Sinn - das funktioniert nur mit einer gewissen Einigkeit der ohnehin schwachen GA-Stimme, die man besser nicht leichtfertig verspielt.

Anekdotisch:

Ich habe in 24 Monaten Fliegerei ex Memmingen und Weeze (sehr vergleichbare TMZ Setups) insgesamt etwa 30 Sekunden Flugzeitverlängerung durch Vectoring wegen VFR Verkehrs erlebt, bei der IFR-Schulung in NRW im selben Zeitraum etwa 5 Minuten (aber nur, weil die Schulflugzeuge so quälend langsam sind).

P.S.:{ATC schafft VFR Verkehr in TMZs üblicherweise nicht „aus dem Weg“, sondern erfragt die Absichten und erzeugt gegebenenfalls durch Avoiding Headings für den IFR Verkehr ausreichende Separation ohne nennenswerten Zeitverlust}

13. Januar 2026 09:50 Uhr: Von Thomas R. an Joachim P. Bewertung: +2.00 [2]

Spannend. Die einen sagen so, die anderen so. Oder argumentierst Du mit Stoiber ("weil das ja klar ist")?

Bin kein Jurist, aber vermutlich sind ein Bergfalke und ein Bobby vor dem Gesetz gleich wichtig. Die Airlines machen nur bessere Lobbyarbeit bei der Luftraumstruktur als die Segelflieger.

Man könnte ja mal in SERA.3210 nachschauen. Da findet man erstaunliche Dinge:

(2) Converging. When two aircraft are converging at approximately the same level, the aircraft that has the other on its right shall give way, except as follows:

(i) power-driven heavier-than-air aircraft shall give way to airships, sailplanes and balloons;
(ii) airships shall give way to sailplanes and balloons;
(iii) sailplanes shall give way to balloons;
(iv) power-driven aircraft shall give way to aircraft which are seen to be towing other aircraft or objects.

13. Januar 2026 11:31 Uhr: Von Joachim P. an Alexander Patt Bewertung: +4.00 [4]

Danke für den Beitrag. Trotz Homebase EDJA bin ich kaum von dem Charlie-Deckel betroffen, habe außer ein paar Repositionierungen zumeist IFR-Operation am Start. Für die umliegenden Basen wie Leutkirch, Tannheim, Wörishofen ist das aber schon eine massive Einschränkung, die m.E. nicht durch die Gefährdungslage motiviert ist, sondern durch SOPs und Lobbyarbeit der hier operierenden Carrier.

13. Januar 2026 11:35 Uhr: Von Joachim P. an Thomas R. Bewertung: +6.00 [6]

Das geht ja gar nicht. Da bezahl ich beim Rainer stolze 19 Euro nach Teneriffa, und dafür ist der Staat nicht mal in der Lage mir die segelfliegenden Eliten aus dem Weg zu räumen. Wo ist denn die FDP, wenn man grad mal Luftraum-Umverteilung von unten nach oben braucht?

14. Januar 2026 09:57 Uhr: Von TH0MAS N02N an Joachim P. Bewertung: +2.00 [2]

Wie wäre es mal mit Sachebene:

- was haben/werden unsere Verbände unternommen, BWLV, DAEC, AOPA

- was sind denn die Minimum-Verkehrszahlen für einen Luftraum D nicht CTR ? Welche Regeln gibt es da?

- hat man dagegeben überhaupt eine Handhabe. Wer hat ggf. Klagerecht ?

14. Januar 2026 19:41 Uhr: Von Bernd M___ an Alexander Patt

Dass sie Delta vergrößern kann ich ja noch irgendwie mir erklären, warum sie aber nicht wie bei Nürnberg und Leipzig einen TMZ "Slot" FL75 - FL100 ffeigelassen haben, nicht.

14. Januar 2026 20:40 Uhr: Von Joachim P. an Bernd M___ Bewertung: +2.00 [2]

Weil die meisten Liner von Süden hot 'n' high daherkommen und deren SOPs sagen, sie sollen sich nur in protected airspace tummeln. Die TMZ war ao ein geduldetes Ding, aber oft Diskussionen mit Approach, wenn das Routing aus der TMZ rausgeht, weil sie das nach deren Aussage net dürfen...

14. Januar 2026 20:43 Uhr: Von Joachim P. an TH0MAS N02N Bewertung: +4.00 [4]

Durch die Sachebene gibts noch weniger oft Durchfluggenehmigungen als durch Delta.


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