Einmal durfte ich einen Ferry von USA nach Deutschland mit durchführen. Möchte ich nicht missen, war ein grandioses Erlebnis!
Aber: Der Moment, an dem die Öldruck-Warnlampe halfway zwischen Goose Bay und Narsasuaq anging, werde ich sicher auch nicht vergessen. War zum Glück aber nur eine Steckvebindung; weiß man halt in der Luft nicht. Zeitdruck war alleine deshalb schon da, weil der Flug im November stattfand und wir zwischen zwei Tiefdruckgebieten die vielleicht einzige Möglichkeit über Wochen genutzt haben. Start in Island morgens um 0735, Landung in Aschaffenburg um 1655 bei 8:45 h Blockzeit, weil noch ein Tankstop bei Andrew in Wick auf dem Plan stand. Dabei im Schneetreiben nachts noch eine Kaltfront überholt. Schönwetter-Fliegerei an die Nordsee-Inseln ist etwas anderes...
Trotzdem ein unheimlich schönes Abenteur! Alleine der Anflug auf Narsasuaq zwischen den Eisbergen, dieses leuchtende Blau des Wassers, Polarlichter zwischen Grönland und Island - das genieße ich auch fast 14 Jahre später noch!
Nachtrag zum Thema Pannen: Schon das erste Leg hatte es in sich, denn der Transponder übertrug nur bei 3.000 ft die Höhe korrekt, ansonsten irgendeinen Quatsch. War ein Avionik-Umbau und es wurde zufällig genau bei 3.000 ft gecheckt. Kann man sich echt nicht ausdenken... Beim Überflug vom Airport in Portland hatten wir real 12.000 ft, wurden aber in irgendwas um die 1.000 ft auf dem Radabildschirm angezeigt. Wie uns dann später von der FAA mitgeteilt wurde, standen zwei F-18 schon am Rollhalt. Hätte teuer und unangenehm werden können. Wie sich heraus stellte, war ein einziger Pin am Stecker vom Transponder verbogen.
Die Geschichte mit den 3 Stunden bei der Bordercontrol weil man meinte, mein Visa könnte falsch sein (was es nicht war) lass' ich mal als Panne weg, denn das hat mit dem Flug nur bedingt etwas zu tun. Obwohl, eigentlich war der Ferry schon der Auslöser des Problems.