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Flugzeugkauf | Ferry Flight - Wer zahlt für was?  
5. August 2026 11:19 Uhr: Von Nicolas Nickisch 

Ich bin neulich über 2 Folgen in youtube ("on the move") über das gefährliche Dasein von ferry-Piloten gestolpert.

Die beiden Episoden berichten die Storiese beim Transfer von Flugzeugen von schief nach schräg.

Dabei entsteht der Eindruck:

- super gefährlich

- ständig geht alles kaputt und bringt ale beteiligten fast um

- hoher Zeitdruck und Kostendruck.

Dabei entstand der Eindruck, dass die ferry-Piloten die Kosten für inspektionen und außerordentliche reparaturen von den Ferry-Piloten oder deren Firmen getragen werden.

Ist das tatsächlich so?

Es gibt noch einen anderen youtube-kanal "Nomadic Airways". Das läuft ähnlich und ist ein bisschen langweilig. Viel blabla,viele Stunden, hoher zeitdruck und viel Filmen in Hotelzimmern und resturants. Aber eigentlich immer ohne Pannen.

5. August 2026 13:42 Uhr: Von Heiko Sauer an Nicolas Nickisch Bewertung: +3.00 [3]

Einmal durfte ich einen Ferry von USA nach Deutschland mit durchführen. Möchte ich nicht missen, war ein grandioses Erlebnis!

Aber: Der Moment, an dem die Öldruck-Warnlampe halfway zwischen Goose Bay und Narsasuaq anging, werde ich sicher auch nicht vergessen. War zum Glück aber nur eine Steckvebindung; weiß man halt in der Luft nicht. Zeitdruck war alleine deshalb schon da, weil der Flug im November stattfand und wir zwischen zwei Tiefdruckgebieten die vielleicht einzige Möglichkeit über Wochen genutzt haben. Start in Island morgens um 0735, Landung in Aschaffenburg um 1655 bei 8:45 h Blockzeit, weil noch ein Tankstop bei Andrew in Wick auf dem Plan stand. Dabei im Schneetreiben nachts noch eine Kaltfront überholt. Schönwetter-Fliegerei an die Nordsee-Inseln ist etwas anderes...

Trotzdem ein unheimlich schönes Abenteur! Alleine der Anflug auf Narsasuaq zwischen den Eisbergen, dieses leuchtende Blau des Wassers, Polarlichter zwischen Grönland und Island - das genieße ich auch fast 14 Jahre später noch!

Nachtrag zum Thema Pannen: Schon das erste Leg hatte es in sich, denn der Transponder übertrug nur bei 3.000 ft die Höhe korrekt, ansonsten irgendeinen Quatsch. War ein Avionik-Umbau und es wurde zufällig genau bei 3.000 ft gecheckt. Kann man sich echt nicht ausdenken... Beim Überflug vom Airport in Portland hatten wir real 12.000 ft, wurden aber in irgendwas um die 1.000 ft auf dem Radabildschirm angezeigt. Wie uns dann später von der FAA mitgeteilt wurde, standen zwei F-18 schon am Rollhalt. Hätte teuer und unangenehm werden können. Wie sich heraus stellte, war ein einziger Pin am Stecker vom Transponder verbogen.

Die Geschichte mit den 3 Stunden bei der Bordercontrol weil man meinte, mein Visa könnte falsch sein (was es nicht war) lass' ich mal als Panne weg, denn das hat mit dem Flug nur bedingt etwas zu tun. Obwohl, eigentlich war der Ferry schon der Auslöser des Problems.

5. August 2026 15:48 Uhr: Von Sven Walter an Heiko Sauer

Geile Geschichte, dankeschön! (aber bist du sicher, dass es F-18 waren, nicht F-16? Das wäre für NORAD und diverse Reserveeinheiten reichlich ungewöhnlich bei der Luftraumsicherung. Ist aber natürlich nicht wichtig.)

5. August 2026 16:00 Uhr: Von Heiko Sauer an Sven Walter Bewertung: +1.00 [1]

Jepp, Du hast recht! Das waren F-16.

5. August 2026 18:34 Uhr: Von Wolfgang Lamminger an Nicolas Nickisch Bewertung: +2.00 [2]

Hier eine kleine Rückschau von mehreren Ferry-Flügen, bei denen ich mitwirken durfte: https://www.pilotundflugzeug.de/img/red/issues/pf/2012-12/pdf/PF_Titel_2012-12.pdf

Ich war dort auch nur "fliegender Pilot", habe selbst keine Ferry-Aufträge angenommen oder ausgeführt.

Grundsätzlich gibt es dabei zwei Szenarien:

  • Ferry wird zum Festpreis ausgeführt - hohes Risiko für den Ferry-Piloten und überscahubar für den Auftraggeber
    Problem: es wird möglichst kostengünstig geflogen, Wetter wird ggf. ignoriert (Übernachtungen in Grönland $$$) - Ruhezeiten, Rettungsmittel etc. werden minimiert
  • Ferry wird zu vorher veranschlagten, aber nach Aufwand abzurechnenden Kosten ausgeführt - die Kalkulation für den Ferry ist unabhängig von Preisschwankungen, ggf. muss auch Mal die ein oder andere Übernachtung mehr mit abgerechnet werden
    Vorteil: der Ferry-Pilot hat nicht die "Pressure" die dritte teure Übernachtung auf eigene Kosten zu übernehmen, obwohl das Wetter auch am nächsten Tag genau so schlecht ist über dem Eiskap, ggf. muss ein Life-Raft als "Dangerous Good" zum Abflug-Flugplatz transportiert werden, wenn diese Kosten mit abgerechnet werden können, wird es wahrscheinlicher auch mitgenommen

Letztlich hängt alles natürlich auch vom Flugzeugmuster, der Strecke und dem Auftraggeber wie Aufragnehmer ab. Die "erfahrenen" Ferry-Leute werden sich da auf viel weniger Kompromisse einlassen, insbesondere wenn sie das Flugzeuge nicht kennen. Natrülich auch die Frage ob es ein Neu- oder nahezu-Neuflugzeug ist oder ein altes Schätzchen, nach dem vierten Avionik-Umbau, mit unzuverlässiger Fuel-Pump.


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