Login: 
Passwort: 
Neuanmeldung 
Passwort vergessen



Das neue Heft erscheint am 23. Dezember
IFR-Training mit dem Amtsgericht Langen
Lisa: Paneldesign
Ramp-Inspections – nüchtern betrachtet
Beinahe-Kollision
LVTO im privaten Flugbetrieb
Fehlerhafte Starttechnik
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Sortieren nach:  Datum - neue zuerst |  Datum - alte zuerst |  Bewertung

26. September 2025 14:54 Uhr: Von Maximilian Hohmann an Peter Heinz Bewertung: +5.00 [5]

Hallo,

das ist mein erster Beitrag hier, also habt bitte Geduld mit mir. Gerne hätte ich schon vor ein paar Tagen geantwortet, aber die Erteilung der Schreibberechtigung auf diesem Forum läuft ungefähr so ab wie eine Verweisung an das Referat L6 (nur ein Scherz! - aber es dauert eben auch ein bisschen).

Für mich hat es beim Unterschreiben dieser Petition keine Rolle gespielt, ob sie inhaltlich mit EASA Richtlinien konform ist und ob sich diese Richtlinien eventuell sogar ändern lassen. Natürlich tun sie das, wenn einer der größten EASA-Mitgliedsstaaten Druck macht. Er macht das aber nur, wenn er angeschubst wird. Es geht darum, dass wir für das Ministerium und die Behörde sichtbar werden, bzw. bleiben, denn das ist nicht die erste Petition zum Thema. Dass es nach vier Tagen inzwischen schon mehr als 13.000 Unterschriften gibt, zeigt doch, wie groß das Problem ist.

Ich gehe auch nicht davon aus, dass diese Petition eine sofortige Änderung der Verweisungspraxis bewirken wird. Vielleicht denkt aber der eine oder die andere Verantwortliche eine Stunde über das Problem nach und kommt auf eine schnell umsetzbare und trotzdem EASA konforme Methode, wie mit der Situation umgegangen werden kann. Mir würde es schon als großer Fortschritt erscheinen, wenn dem LBA Referat eine maximale Bearbeitungsdauer auferlegt werden könnte. Z.B. in der Art, dass wenn der Fall nach vier Wochen noch nicht bearbeitet worden ist, der Fliegerarzt das Tauglichkeitszeugnis selbst ausstellen darf.

Als selbst von einer Verweisung an L6 betroffener (Berufs-) Pilot liegt mir die Sache besonders am Herzen. Die Verweisung an sich ist nichts Schlimmes, und dass eine zweite Meinung eingeholt wird, wenn ein Messwert eine erlaubte Grenze übersteigt, in diesem Fall von einer oder einem Sachverständigen bei der Behörde, ist für mich auch nachvollziehbar. Das muss dann aber in einem transparenten Prozess erfolgen und vor allem in einem vorgegebenen Zeitintervall. Und wenn die Behördenmitarbeiter wirklich so überarbeitet sind, dass sie nicht einmal den Telefonhörer abheben oder gar eine E-Mail beantworten können, dann sollte wenigstens der Fliegerarzt Zugriff auf die Akte haben.

Wenn diese Petition nur eine kleine Verbesserung in diese Richtung bewirkt, ist uns allen geholfen. Weiter oben ist ein Artikel verlinkt, demzufolge etwa 2/3 der (befragten) Piloten bereits von einer Verweisung an die Behörde betroffen gewesen sein sollen. Diese Zahl ist für mich nicht nachvollziehbar, zumindest nicht unter den Piloten, die ich kenne. Aber es werden tatsächlich immer mehr, und es trifft zunehmend jüngere, oft sogar (ATPL) Flugschüler bei der ersten Klasse 1 Verlängerungsuntersuchung. Die dann mit einer angefangenen Ausbildung und zigtausend bereits ausgegebenen Euros monatelang in der Luft hängen. Ohne zu wissen, ob und wie es weitergeht.

So etwas muss aufhören und wenn diese Petition dazu nur ein kleines bisschen dazu beiträgt, gibt es keinen Grund, sie nicht zu unterschreiben. Für mich jedenfalls.

Viele Grüße
MH


PS: Ausflaggen ist für mich keine Option. Wenn ich nochmal 30 wäre, dann würde ich vielleicht darüber nachdenken, es aber wahrscheinlich trotzdem nicht machen. Es ist einfach so, dass ich hier lebe und hier mein Geld verdiene und hier meine Steuern zahle, von denen wiederum die hiesigen Beamten bezahlt werden. Und die sollen hier für mich arbeiten.

26. September 2025 16:37 Uhr: Von ingo fuhrmeister an Maximilian Hohmann

Der staat ist nicht dein freund...

Die beamten arbeiten auch nicht für dich..

Sie sind staatsdiener...

Deine schreibberechtigung hier wurde v L6 vorab geprüft...damit du hier überhaupt schreiben darfst...viele hier haben noch alte schreiblizenzen...:-))

27. September 2025 07:49 Uhr: Von Peter Meier an Maximilian Hohmann

Weiter oben ist ein Artikel verlinkt, demzufolge etwa 2/3 der (befragten) Piloten bereits von einer Verweisung an die Behörde betroffen gewesen sein sollen. Diese Zahl ist für mich nicht nachvollziehbar, zumindest nicht unter den Piloten, die ich kenne.

Das ist natürlich verzerrt und liegt daran, dass die Umfrage der VC nicht alle Piloten abdeckt, sondern freiwillig war und somit in erster Linie von denjenigen, welche bereits eine Verweisung hinter sich hatten oder aktuell drin sind ausgefüllt wurde.

Ansonsten ein ganz toller Beitrag, den man am besten als Leadartikel oben anpinnen sollte.

27. September 2025 09:35 Uhr: Von F. S. an Maximilian Hohmann

Wilkommen!

Inhaltlich bin ich bis auf einen Punkt ganz Deiner Meinung:

... wenn diese Petition dazu nur ein kleines bisschen dazu beiträgt, gibt es keinen Grund, sie nicht zu unterschreiben.

Ich befürchte diese Petition bewirkt exakt das Gegenteil, weil sie den Verantwortlichen die perfekte Ausrede liefert, genau gar nix zu ändern.
Stellen wir uns mal ein fiktives Gespräch, zwischen dem zuständigen Abteilungsleiter (A) im BMV und seinem Chef, dem Staatssekretär (S) vor:

S: Du, da läuft in der Flugmedizin was falsch. 14.000 Menschen haben unterschrieben, dass wir was tun müssen.
A: Wutbürger - davon darf man sich nicht irritieren lassen
S: Aber die haben doch einen ganz konkreten inhaltlichen Vorschlag: Flugmediziner sollen direkt über Flugtauglichkeit entscheiden - das wär doch prima.
A: Ja, das IST prima
S: Und warum machen wir das dann nicht?
A: Machen wir doch! In 95%* der Fälle entscheiden das doch die Flugmediziner direkt!
S: Aber schau mal hier: eine "Vereinigung Cockpit" behauptet, dass in 2/3 der Fälle eine Verweisung ans LBA erfolgt.
A: Das ist Unsinn. Die VC ist eine Gewerkschft, die nicht zwischen "Befragten" und "Antwortenden" bei Umfragen unterscheiden kann oder will. Wir haben ja die Zahlen erhoben: Es sind 5%* und nicht 2/3.
S: Ah, dass heisst die heutige Rechtslage ist schon genau das, was die Unterschreiber fordern?
A: Ja, exakt: Fliegerärzte entscheiden in der Regel eigenverantwortlich und nur bei klar definierten Ausnahmen müssen sie das LBA konsultieren - ganz normale Fachaufsicht halt
S: Und warum fordern sie es dann?
A: Wutbürger eben - 2/3 der von Word-Nutzern bei Microsoft gewünschten Funktionen sind auch schon lang enthalten. Eine Online-Petition zu unterschreiben geht halt schneller, als sich kundig zu machen
S: Na dann - ist ja alles super!

Einen Monat später:
S: Du, hier ist schon wieder was zum LBA
A: Was denn diesmal?
S: Jetzt beschweren die sich, dass die Bearbeitung beim LBA zu lange dauert
A: Müssen wir da wirklich schon wieder drüber sprechen??
S: Nee, hab ja verstanden: Wutbürger halt...

*Zahl geschätzt - aber 5% sind sicher näher dran, als 2/3.

27. September 2025 09:59 Uhr: Von Alexander Patt an F. S.

So ein Gespräch funktioniert aber nur, wenn die Beteiligten so gar keine Ahnung von der Materie haben und dazu nur den Titel der Petition kennen. Sollte also eher nicht real werden. Aber das Herauspicken eines unscharfen Details als alleiniges "Argument", den eigentlichen Sachverhalt völlig ignorierend, liest man ja mittlerweile erschreckend häufig.


5 Beiträge Seite 1 von 1

 

Home
Impressum
© 2004-2026 Airwork Press GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Airwork Press GmbH. Die Nutzung des Pilot und Flugzeug Internet-Forums unterliegt den allgemeinen Nutzungsbedingungen (hier). Es gelten unsere Datenschutzerklärung unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (hier). Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA) Hub Version 14.29.06
Zur mobilen Ansicht wechseln
Seitenanfang