Hallo,
das ist mein erster Beitrag hier, also habt bitte Geduld mit mir. Gerne hätte ich schon vor ein paar Tagen geantwortet, aber die Erteilung der Schreibberechtigung auf diesem Forum läuft ungefähr so ab wie eine Verweisung an das Referat L6 (nur ein Scherz! - aber es dauert eben auch ein bisschen).
Für mich hat es beim Unterschreiben dieser Petition keine Rolle gespielt, ob sie inhaltlich mit EASA Richtlinien konform ist und ob sich diese Richtlinien eventuell sogar ändern lassen. Natürlich tun sie das, wenn einer der größten EASA-Mitgliedsstaaten Druck macht. Er macht das aber nur, wenn er angeschubst wird. Es geht darum, dass wir für das Ministerium und die Behörde sichtbar werden, bzw. bleiben, denn das ist nicht die erste Petition zum Thema. Dass es nach vier Tagen inzwischen schon mehr als 13.000 Unterschriften gibt, zeigt doch, wie groß das Problem ist.
Ich gehe auch nicht davon aus, dass diese Petition eine sofortige Änderung der Verweisungspraxis bewirken wird. Vielleicht denkt aber der eine oder die andere Verantwortliche eine Stunde über das Problem nach und kommt auf eine schnell umsetzbare und trotzdem EASA konforme Methode, wie mit der Situation umgegangen werden kann. Mir würde es schon als großer Fortschritt erscheinen, wenn dem LBA Referat eine maximale Bearbeitungsdauer auferlegt werden könnte. Z.B. in der Art, dass wenn der Fall nach vier Wochen noch nicht bearbeitet worden ist, der Fliegerarzt das Tauglichkeitszeugnis selbst ausstellen darf.
Als selbst von einer Verweisung an L6 betroffener (Berufs-) Pilot liegt mir die Sache besonders am Herzen. Die Verweisung an sich ist nichts Schlimmes, und dass eine zweite Meinung eingeholt wird, wenn ein Messwert eine erlaubte Grenze übersteigt, in diesem Fall von einer oder einem Sachverständigen bei der Behörde, ist für mich auch nachvollziehbar. Das muss dann aber in einem transparenten Prozess erfolgen und vor allem in einem vorgegebenen Zeitintervall. Und wenn die Behördenmitarbeiter wirklich so überarbeitet sind, dass sie nicht einmal den Telefonhörer abheben oder gar eine E-Mail beantworten können, dann sollte wenigstens der Fliegerarzt Zugriff auf die Akte haben.
Wenn diese Petition nur eine kleine Verbesserung in diese Richtung bewirkt, ist uns allen geholfen. Weiter oben ist ein Artikel verlinkt, demzufolge etwa 2/3 der (befragten) Piloten bereits von einer Verweisung an die Behörde betroffen gewesen sein sollen. Diese Zahl ist für mich nicht nachvollziehbar, zumindest nicht unter den Piloten, die ich kenne. Aber es werden tatsächlich immer mehr, und es trifft zunehmend jüngere, oft sogar (ATPL) Flugschüler bei der ersten Klasse 1 Verlängerungsuntersuchung. Die dann mit einer angefangenen Ausbildung und zigtausend bereits ausgegebenen Euros monatelang in der Luft hängen. Ohne zu wissen, ob und wie es weitergeht.
So etwas muss aufhören und wenn diese Petition dazu nur ein kleines bisschen dazu beiträgt, gibt es keinen Grund, sie nicht zu unterschreiben. Für mich jedenfalls.
Viele Grüße
MH
PS: Ausflaggen ist für mich keine Option. Wenn ich nochmal 30 wäre, dann würde ich vielleicht darüber nachdenken, es aber wahrscheinlich trotzdem nicht machen. Es ist einfach so, dass ich hier lebe und hier mein Geld verdiene und hier meine Steuern zahle, von denen wiederum die hiesigen Beamten bezahlt werden. Und die sollen hier für mich arbeiten.