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Das neue Heft erscheint am 22. Dezember
Die Allgemeine Luftfahrt und das schlechte Gewissen
International fliegen in COVID-Zeiten
Ausflug an die Alpensüdseite - Locarno (LSZL)
Mit dem Elektroflugmoped zum Bäcker?
Unfallstatistiken und Risiken in der Luftfahrt
Unfall: Alle Sicherheitssysteme gerissen
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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25. Juni 2007: Von Max Sutter an Alexander Stöhr
Noch heute habe ich es im Ohr, wie Günter Beckstein, der bayerische Innenminister, beim Vorfall vor dem Reichstag in die laufenden Fernsehkameras gesagt hat: "Das Flugsicherheitsgesetz hat sich bewährt".

Angesichts dessen, was vorgefallen ist, kann man als Politiker wohl nur schwerlich größeren Stuss von sich geben*), denn

1) Das Gesetz hat genau das nicht verhindert, was es indirekt verhindern wollte, nämlich ein Einflug in sensibles Gebiet und die Gefährdung von Personen unter Umständen, die mit Legalität nichts zu tun hatten

2) Der Beweis für terroristische Absicht ist wohl nie zu erbringen gewesen

3) Das für die allgemeine Luftfahrt wichtigste Element, nämlich die ZÜP, wäre im Falle eines UL-Fliegers (so er denn die Lizenz besessen oder beantragt hat) ohnehin nicht angewendet worden

4) Es gab keinen einzigen Aspekt, welcher vom Flugsicherheitsgesetz auch nur in irgend einer Weise positiv beeinflusst worden wäre.

*) Er ist dann in der Folge den kaum vorstellbaren größeren Stuss doch noch los geworden, denn er hat allen Ernstes auch den Einsatz von Boden-Luft-Raketen gegen Leichtflugzeuge (und der Logik folgend sicher auch Luftsportgeräte) am Himmel über Berlin erwogen. Methode hau drauf, egal, was dann noch passiert. Kollateralschäden werden ohne nachzudenken in Kauf genommen. Nicht zu fassen, vom Motorsegler-Phantom-Vorfall über Frankfurt am Main hat er aber auch gar nichts gelernt.
25. Juni 2007: Von Alexander Stöhr an Max Sutter
"hat er gar nichts gelernt"

ich glaube nicht, daß er die chance hatte. ist er von irgendjemand kontaktiert worden? hat irgendjemand sein büro auf seriöse weise informiert, welche konsequenzen das geforderte handeln wirklich hat? ich bin mir sehr wohl der tatsache bewußt, daß das eigentlich seinen "mannen" obliegt. hier wird ein als absolut unwichtiges thema (AL) einfach für rambo-politik mißbraucht. die meinen nicht wirklich, eine garbe aus der 20mm BK sei vertretbar um eine verwirrte dimona zu züchtigen. das kann keiner meinen, der etwas von zielbekämpfung aus der luft versteht. die, welche so etwas sagen verfügen schlicht nicht pber das nötige wissen und müssen schleunigst (SACHLICH) informiert/beraten werden, nicht etwa angreifen - das löst nur den "oppositionsreflex" aus.
25. Juni 2007: Von Max Sutter an Alexander Stöhr
ich glaube nicht, daß er die chance hatte. ist er von irgendjemand kontaktiert worden?

Sind Sie mal nicht so zurückhaltend. Diese Leute haben ganze Stäbe, um sich briefen zu lassen, was die Konsequenzen (nicht nur die juristischen) beim Abschuss eines Flugzeuges betrifft. Dass wild gewordene Spitzenbeamte dann trotzdem solche aberwitzigen Dinge in die Gesetze schreiben, das haben wir nicht erst seit Schäuble. Neu ist nur die Hartnäckigkeit, mit der solches Tun verteidigt wird. Wenn nötig, ist man sofort mit dem Ruf nach der passenden, mit heißer Nadel gestrickten Änderung des Grundgesetzes zur Hand. Die Verfassung soll nur noch als Maßnahmenkatalog dienen, die Vermittlung von Werten wird ausgesetzt. Nein, das sind keine Ahnungslosen. Das sind knallharte Politiker mit einem klaren Kalkül für Ihre Klientel.

Kann sein, dass der bayerische Innenminister im Falle von Berlin etwas aus der Hüfte geschossen hat, das Ereignis war ja hinreichend überraschend und auf die Umgebung eines Symbolgebäudes gezielt. Den Frankfurter Zwischenfall mit dem Motorsegler hat er aber sehr wohl gekannt, denn er wurde auch seinerzeit schon von Journalisten befragt. Man wird doch gerade von solchen Leuten nach einem überraschenden Ereignis auch ein paar besonnene Worte erwarten können, und nicht nur schieren Aktions-Populismus.

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