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Sonstiges | Erfahrungen mit Wiedererlangung Medical nach bariatrischer OP  
22. Februar 2024 21:52 Uhr: Von Holger H. 

Hallo und einen schönen guten Abend zusammen,

vorab, ich frage für einen Freund.

Gibt es hier jemanden, der jemanden kennt, der sich einer bariatischen OP (Magenbypass) unterzogen hat und danach sein Medical Class 2 wiedererlangen musste?

Man liest ja generell derzeit allerlei wirklich haarsträubende Erfahrungsberichte bezüglich der Wiedererlangung von Medicals selbst bei Berufspiloten beim LBA.

Die OP selbst bringt aufgrund der minimalinvasiven Durchführung in der Theorie eine Arbeitsfähigkeit nach 2-3 Wochen ( best case) mit sich, aber im worst case ist man dann monatelang gegroundet... mir ist klar dass das dennoch ein ziemlich umfangreicher Eingriff, auch in den Stoffwechsel ist, aber es wäre dennoch aberwitzig dafür ein Jahr nicht fliegen zu können.

Eure Erfahrungen sind wirklich von großem Interesse, gerne auch per PN.

Herzliche Grüße,

Holger

23. Februar 2024 07:04 Uhr: Von Horst Metzig an Holger H. Bewertung: -6.33 [7]

Damit ich als medizinischer Laie verstehe, was eine bariatrische Operation überhaupt ist, musste ich im Internet fragen: https://www.google.com/search?client=firefox-b-e&q=bariatrischer+OP

Unter Adipositaschirurgie oder bariatrischer Chirurgie versteht man chirurgische Massnahmen zur Behandlung von Adipositas, oder auch Übergewicht genannt. Sie ist ein Spezialgebiet der Viszeralchirurgie und beschäftigt sich mit der chirurgischen Veränderung des Magen - Darm - Traktes.

Auf deutsch, Magenverkleinerung, damit bei der Nahrungsaufnahme ein zeitlich schnelleres Völlegefühl kommt. Also kein Hungergefühl im Magen. Damit soll weniger Kalorien aufgenommen werden.

Wann ist eine bariatische Operation notwendig? Erst ab einen BMI über 40, Beispiel männlich 169 Körpergrösse und höher als 115 kg Gewicht über einen Zeitraum von 5 Jahre.

Das Übergewicht ist das eine, Begleiterscheinungen wegen des Übergewicht aus flugmedizinischer Sicht das andere. So ist die Knochengelenkbelastung überstrapaziert, Gelenke nutzen sich schneller ab, Diabetes Klasse 2 kommt damit oft von selbst, Bluthochdruck und Herz - Kreislaufbeschwerden sind vorprogrammiert, Ablagerungen in den Gefässen - Herzinfarktrisiko und Schlaganfallrisiko stark erhöhrt. Von psychologischer Sicht oft gesellschaftliche Herabwürdigung mit entstehenden Leidensdruck - psysisch wie psychisch -.

Erst ein unerträglicher Leidensdruck ist Grundlage für eine Lebensveränderung. Wenn eine Änderung der Ernährung nicht mehr hilft, sportliche Betätigungen sind in diesen Zustand oft unmöglich, mit Ausnahme Fahrradtreten im Wasser, kommt als letztes Mittel die Magenverkleinerung in Frage. Leider wurden hier im Laufe des Lebens alle körperliche Warnsignale, bewusst oder unbewusst, nicht beachtet.

Ich versuche, mich in diese leidende Person hinein zu denken. In dieser Lebenssituation wäre mir die Fliegertauglichkeit erst einmal unbedeutend. Ich möchte aus dieser adipositas Situation heraus kommen, um wieder Lebensfreude zu bekommen. Eine Magenverkleinerung ist ein sehr schwerer Eingriff mit Risiken, den ich nicht aus Jux und Tollerei machen möchte.

Ich habe kein adipositas Problem, meine Ratschläge sind vielleicht nicht in dem erhofften Interesse der betroffenen Person, um die es hier geht. Zudem weis ich nicht, wie die genetischen Werte für diese Operation beigetragen haben?

23. Februar 2024 08:46 Uhr: Von Matthias Klein an Holger H. Bewertung: +2.00 [2]

Kann dazu aus eigener Erfahrung berichten - gern per PN ...

23. Februar 2024 10:38 Uhr: Von Dr. Thomas Kretzschmar an Holger H.
Beitrag vom Autor gelöscht
23. Februar 2024 10:43 Uhr: Von Dr. Thomas Kretzschmar an Holger H. Bewertung: +8.00 [8]

(f) Digestive tract and abdominal surgery Applicants who have undergone a surgical operation: (1) for herniae; or (2) on the digestive tract or its adnexa, including a total or partial excision or diversion of any of these organs should be assessed as unfit. A fit assessment may be considered if recovery is complete, the applicant is asymptomatic, and there is only a minimal risk of secondary complication or recurrence.

EASA Richtlinie. Nicht so qualifiziert und ausführlich wie von Horst Metzig, aber vielleicht zielführender

23. Februar 2024 10:47 Uhr: Von Willi Fundermann an Dr. Thomas Kretzschmar Bewertung: +2.00 [2]

"Nicht so qualifiziert und ausführlich wie von Horst Metzig, aber vielleicht zielführender..."

Er wusste zwar bis gestern nicht, was das ist. Aber damit, dass er Stellung nehmen wird, hatte ich irgendwie gerechnet.

Außerdem ist der Betroffene ja leztlich selbst schuld an der Misere:

"Leider wurden hier im Laufe des Lebens alle körperliche Warnsignale, bewusst oder unbewusst, nicht beachtet."

23. Februar 2024 16:11 Uhr: Von Holger H. an Dr. Thomas Kretzschmar

Das "fit assessment" wird dann von der Klinik die den Eingriff gemacht nach erfolgter Rekonvaleszenz ausgestellt? Gibt es Vorgaben wann man dieses Assessment frühestens machen kann? Vielleicht ja auch in dieser Grundsatzfrage auch für andere interessant, denn im Grunde ist es selbst bei ner Blinddarmentfernung ja das gleiche....wer sagt der Patient ist wieder fit.... reicht da ein "Attest" von einem Arzt oder läuft sowas auf ugly Gutachterschlachten heraus?

Beste Grüsse,

Holger

23. Februar 2024 16:24 Uhr: Von Holger H. an Matthias Klein

Unable, ich erhalte die Nachricht, dass Du keiner PN zugestimmt hast :-)

24. Februar 2024 03:26 Uhr: Von Alexander Callidus an Holger H. Bewertung: +1.00 [1]

Kommentar von jemandem, der sich dem Eingriff unterzogen hat: "Ich bereue es nicht, aber ich würde es keinem raten."

Schau, daß Dein Freund mit verschiedenen Quellen spricht und sich auch mehrere unabhjängige Erfahrungsberichte einholt.

24. Februar 2024 09:48 Uhr: Von Tobi K. an Alexander Callidus

Ein Freund von mir hat das auch durch. 3 Jahre später hat er zwar 70kg weniger, aber die reinste Horror-Story durch: irgendwas zwischen 6-8 OPs, mehrmals Darminhalt im Bauchraum wegen "gerissener Verbindung" zwischen Magen und Darm, Bauchfell durchtrennt, etc. Die körperlichen Folgen durch diese OPs sind heftig. Vermutlich hatte er auch viel Pech, aber passieren kann immer etwas.

24. Februar 2024 10:29 Uhr: Von B. S. an Holger H.

Was heisst eigentlich genau "wiedererlangen"? Das klingt für mich wie eine versuchte Verlängerung/Erneuerung und nicht wie ein komplett neues Medical, was ich bei Adipositas aus dem Bauch heraus erwarten würde.

24. Februar 2024 12:18 Uhr: Von Achim H. an Holger H.

Hat sich diese üble OP mit den Semaglutid-Spritzen nicht weitestgehend erledigt?

24. Februar 2024 14:03 Uhr: Von ingo fuhrmeister an Achim H.

Das bringt auch den stoffwechsel an den abgrund...besser metformin 850 mg...weniger essen...mehr bewegung...

24. Februar 2024 14:20 Uhr: Von Horst Metzig an Holger H.

Hier aus dem Internet Informationen über diese Art der Operationen: https://adipositalk-freiburg.de/adipositalk-freiburg/das-metabolische-syndrom/

24. Februar 2024 19:23 Uhr: Von Dr. Thomas Kretzschmar an Holger H. Bewertung: +1.00 [1]

Das "fit assessment" geht nur über den Fliegerarzt. Der entscheidet nach Vorlage ausführlicher Berichte und sicher erst, wenn man von stabilen Verhältnissen ausgehen kann. Ich persönlich würde das frühestens nach 3 Monaten nach der OP entscheiden. Ich sehe in den Richtlinien nicht, dass in diesem Fall die Behörde entscheiden muss. Bei Klasse 1 muss an das LBA verwiesen werden.


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