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3. Oktober 2006 Jan Brill

Politik: DAEC im Todeskampf


Der DAeC im Todeskampf ?

Nachdem sich im Nachgang des ZUP-Beschlusses des Bundesrates auf dem Internetforum des DAeC allzu kritische Widerrede gegen den Schmusekurs des Verbandes regte, reagierte dieser mit einem Rundumschlag. Nicht nur das Forum wurde geschlossen, die ganze Internetpräsentation ging zu Boden! Pilot und Flugzeug allerdings hält die kritische Auseinandersetzung mit dem Dachverband für wichtig, und deshalb haben wir - rechzeitig vor dem Datengau - eine Kopie des initialen Forumseintrages gezogen, die wir hier gern zur weiteren Diskussion "Gast-hosten", bis man beim DAeC wenigstens den angeblichen "Hackerangriff" unter Kontrolle hat...


Nachdem sich kritische Stimmen im Forum regten ging die Website des DAeC plötzlich unter... gut, dass wir eine Kopie des fraglichen Forumseintrages gemacht haben!
Der Deutsche Aeroclub DAeC war in der Vergangenheit mehrfach Ziel kritischer Berichterstattung in Pilot und Flugzeug. Zahlreiche (Zwangs)Mitglieder des Dachverbandes von Luftsport und AL in Deutschland kritisierten den Verband heftig wegen seines berühmt-berüchtigten Schmusekurses gegenüber Behörden und Gesetzgebern und einer gewissen Fokussierung auf Ehernnadeln und Vereins-Rituale.

Nach dem äußerst praxisfernen Bundesratsbeschluss zum ZUP-Intervall allerdings, der offenbar ohne jede Eingabe des Dachverbandes zustande gekommen war, kochte die Stimmung über.

Sogar im Internetforum des DAeC selbst regte sich kritische Widerrede von den Mitgliedern. Das Forum wurde daraufhin prompt vom Netz genommen. Wir wollen es dem Verband mit den vielen Zwangsmitgliedern allerdings nicht ganz so leicht machen sich der Diskussion zu entziehen und haben daher eine Kopie der DAeC-Forumsdiskussion gezogen, die wir hier zur weiteren Diskussion online stellen.

DAeC-Forum - Allgemeines - Herr Allerdissen, treten Sie zurück!

Autor: Diomedea
Datum: 27.09.06 00:45

Sehr geehrter Herr Allerdissen,

die Lande-Gutscheinhefte sind momentan das Top(!)-Thema auf der DAeC-Homepage.
Ich bin fassungslos!!!

Warum nutzt der DAeC nicht beispielsweise die aktuelle Diskussion um die Oper "Idomeneo" für einen eigenen Aufschrei? Gestern wurde in Berlin aufgrund der Warnungen des Innensenators Körting eine Mozart-Oper vom Spielplan abgesetzt, heute läuft die Presse Sturm und plötzlich gelten die Forderungen der Innensenatoren/-minister nach Einschränkung unserer Bürgerrechte aufgrund von abstrakten Gefahren als "totaler Quatsch":


Ehrennadeln statt Verbandsarbeit. Viele Zwangsmitglieder des DAeC haben wesentlich dringendere Sorgen als die goldene Ehrennadel.
© D. Grosse 
"Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zeigte sich verärgert über die Absetzung der Mozart-Oper "Idomeneo" - und vor allem über das Vorgehen seines Innensenators Ehrhart Körting (SPD). Körting erklärte heute im Senat, das Landeskriminalamt habe über die veränderte Gefahrenlage mit der Opernführung gesprochen. Auch er selbst habe mit Intendatin Harms telefoniert. Die Entscheidung habe bei der Oper gelegen. Konkrete Belege für Gefahren hatte Körting nicht. Daraufhin nahm sich Wowereit seinen Innensenator vor, berichten Teilnehmer: Dessen Verhalten sei "totaler Quatsch".
Auch offiziell nannte Wowereit die Entscheidung falsch, "bei allem Verständnis für die Sorge um die Sicherheit von Besuchern und Künstlern". Er sehe keine konkrete Gefährdung. "Unsere Vorstellungen von Offenheit, Toleranz und Freiheit müssen offensiv gelebt werden." Eine freiwillige Selbstbeschränkung gebe den Gegnern unserer Werte "eine vorauseilende Bestätigung, die wir ihnen nicht zugestehen sollten". (Zitat aus spiegel online vom 26.09.06, 22:00 Uhr)

Da es ein paar mehr Opernbesucher und Kunstliebhaber gibt als Privatpiloten, ist das Medienecho selbstverständlich etwas leichter herzustellen. Aber einen offenen(!), unbequemen Brief an das Bundesinnenministerium zu schreiben und die Parallelen zum der unsäglichen ZÜP-Begründung aufzuzeigen, das ist um Dimensionen sinnvoller als das Feilbieten von Lande-Gutscheinheften.


===> Herr Allerdissen, ziehen Sie als DAeC-Präsident die Konsequenzen aus
===> dem aktuellen Komplettversagen unseres Dachverbandes. Sie haben im
===> Vorfeld stets den Alleinvertretungsanspruch des DAeC für alle deutschen
===> Luftsportler gefordert und so andere Initiativen gezielt unterbunden!


Sollten Sie dazu nicht bereit sein und gar die Chuzpe besitzen, sich zur Wiederwahl im November aufstellen zu lassen, dann kommen mir ernsthafte Zweifel, ob sie die Realitäten und die Stimmung an der Basis des Luftsports noch erkennen und einschätzen können... Allerspätestens zu diesem Zeitpunkt sollten die Vereine ihre DAeC-Beiträge verweigern! Leider können die Vereinsvorstände, geschweige denn die fliegende Basis, den DAeC-Präsidenten nicht direkt wählen...

Würde der Fall des jetzigen DAeC-Führung monetär erzwungen werden - sozusagen als "Turbo-Strukturreform 2006" - dann würde sicherlich zunächst eine Art Vakuum entstehen. Es gibt dann zwar keine neuen Aktionen (Lande-Gutscheinhefte), aber zumindest werden die Basis und die Landesverbände nicht am Handeln gehemmt. Wenig später würde dieses Vakuum - da bin ich sicher - von fähigen Luftsportlern gefüllt, die endlich unsere Interessen zielführend und nachhaltig vertreten. Dass dabei Fehler gemacht werden können, ist menschlich. Aber wir werden das verzeihen, wenn wir das Gefühl haben, dass die Verantwortlichen intelligent genug sind, zum einen die gemachten Fehler einzusehen und zum anderen es beim nächsten Mal besser zu machen.

Zukünftig out:
- Geheimdiplomatie.
- Devotes Kekse essen inkl. anschließendem "feschen Gruppenfoto mit Politiker".
- Öffentliche Verleihung von Ehrenvasen.
- Geheime Verleihung von Auszeichnungen an Menschen, die dem Luftport mehr geschadet als genutzt haben.
- Vollmundige Versprechungen in Foren, die dann zu 0.0% eingehalten werden.
- Landegutscheine als Top-Thema auf der DAeC-Homepage nach großen politischen Niederlagen.

Zukünftig in:
- Kooperation mit den eigenen Mitglieder für die Durchsetzung von politischen Zielen und für die Sammlung von Ideen.
- Organisation von öffentlichkeitswirksamen Demos in Berlin und anderswo, wenn wir anders von der Politik nicht gehört werden.
- Echte Unterstützung von ZÜP-Verweigerern.

Die Listen lassen sich sicherlich noch verlängern...

Mit emotional aufgewühltem Fliegergruß
Jens-Christian Henke

Nachricht bearbeitet (27.09.06 01:08)


  
 
 




4. Oktober 2006: Von Intrepid an Jan Brill
Ich wünsche dem DaeC viel Glück bei seiner inneren Reinigung. Ob aber alles nur an einer Person liegt? Zur Ehrennadel-Verleihung gehören immer zwei: einer, der verleiht, und einer der verliehen bekommt.
4. Oktober 2006: Von Rainer Trillmich an Intrepid
Man sollte den DAEC nicht zu sehr schelten und vor allem nichts erwarten, was er nach seinem Selbstverständnis nicht leisten kann. Ich habe vor einiger Zeit mit einem verantwortlichen Redakteur der Verbandszeitschrift des DAEC, Landesverband NRW telefoniert und bemängelt, daß die Belange von ganz normalen Piloten ohne sportliche Ambitionen vom DAEC fast gar nicht wahrgenommen würden. Alles dreht sich um Wettkämpfe, Medaillen, Ehrungen, Meisterschaften usw. usf. Der war sehr erstaunt und meinte (zu Recht), der DAEC sei schließlich ein SPORT-Verband, nichts anderes. Und fügte leise hinzu, als solcher bekäme man schließlich finanzielle Zuwendungen von offizieller Seite. Deshalb seien der Kritik an Entscheidungen eben dieser Seite enge Grenzen gesetzt. Also, wes Brot ich eß, des Lied ich sing.
4. Oktober 2006: Von Jan Brill an Rainer Trillmich
Hallo Herr Trillmich,

schon richtig - aber warum bin ich dann als nicht sportlich ambitionierter Segelflieger zwangsweise Mitglied in dem Laden !?!

Der DAeC präsentiert sich oft als Alleinvertretung der AL. Zitat:

In diesem Spannungsfeld von Interessen und wechselseitigen Beziehungen versteht sich der Deutsche Aero Club (DAeC) als Wahrnehmender der Rechte und Interessen aller Luftsportler. Es sind über 2000 Vereine mit insgesamt 100.000 Mitgliedern im DAeC organisiert.

Ich vereise in diesem Zusammenhang auch auf die legendäre Rede von Gerd Allerdissen zum LBA-Jubiläum im November 2004, deren Zeuge ich leider werden musste. Dort vertrat Allerdissen nicht nur die Piloten, sondern auch (zu deren Entsetzen) gleich noch die Hersteller- und Entwicklungsbetriebe und überreichte im Namen "aller" schlussendlich... richtig: eine Ehrenvase!

Die Internetseite des DAeC ist übrigens wieder online. Das Forum mit den kritischen Bemerkungen freilich ist abgeschaltet...

MfG
Jan Brill
4. Oktober 2006: Von Rainer Trillmich an Jan Brill
Hallo Herr Brill, warum man da Zwangsmitglied ist, weiß ich auch nicht so genau, hat wohl irgendwas mit den Zuschüssen an Sportverbände zu tun, die über den DAEC an die Vereine fließen, auch vielleicht mit günstigen Versicherungen usw.
Aber der DAEC versteht sich eben als Interessenvertretung aller LuftSPORTLER, das schreiben Sie ja auch. Und wenn man kein "Luftsportler" sein will (wie ich z.B.), ist eben der DAEC nicht meine Interessenvertretung und will es offensichtlich auch nicht sein.
9. Oktober 2006: Von Norbert V.H. Lange an Jan Brill
Ein Mann wie der Herr Henke hat vermutlich noch nie mit Politikern verhandelt. Wenn er und andere meinen, mit ihrer Total-Verweigerungshaltung, mit ihrer Polemik, mit den hinkenden Vergleichen (von den stillosen, teils gossenhaften Redewendungen mal ganz abgesehen) könnten Politiker umgestimmt werden, irren sie gewaltig.

Im Gegenteil: Mit diesem hysterischen Gekreische, diesen immer wiederkehrenden polemischen und teilweise völlig inhalts- und bezugslosen Pauschalangriffen auf die Politik, haben sie es den Interessenvertretern nur noch schwerer gemacht.

Der DAeC täte gut daran, sein Forum nicht wieder zu eröffnen.

Das Bild in der nichtfliegenden Öffentlichkeit, daß die verschiedensten Foren dem unbedarften Laien bieten, ist mehr als desaströs.

Deshalb sollten die anderen Foren, auch das Ihre Herr Brill, hinsichtlich der Wirkung auf die breite Öffentlichkeit besser moderiert werden.

Auch ich habe eine liberale Grundhaltung, aber wenn Freiheiten mißbraucht werden, muß man sie beschneiden.

Es ist ein Mißbrauch der Meinungsfreiheit, wenn Diskutanten persönlich angegriffen werden, Wenn dann auch ncoh tagelang nur noch persönliche Duelle ausgefochten werden, wenden sich der ratsuchende Flieger und der interessierte Laie mit Grausen ab.

Henry
9. Oktober 2006: Von Stefan Jaudas an Norbert V.H. Lange
Ein Mann wie der Herr Lange hat vermutlich noch nie am Steuerknüppel eines Flugzeugs gesessen. Mit seinen völlig ahnungslosen "Lösungsvorschlägen" und seinem Beharren, trotz völliger Unbeteiligung ständig vorzugeben, "für" die Flieger zu sprechen (von den stillosen, teils gossenhaften Redewendungen mal ganz abgesehen) irrt er sich gewaltig.

Allerdings ist der von ihm angerichtete Schaden nicht so groß, wie es der Troll aus dem Taunus gerne hätte. Kaum jemand liest das DAeC-Forum. Das zeigen die veröffentlichten Zugriffsstatistiken deutlich. Von der Beteiligung an diesem Forum ganz zu schweigen.

Was "Interessenvertreter" angeht, da erwarte ich, daß meine Interessen konsequent und wahrnehmbar vertreten werden. Wenn die Ansprechpartner in Politik und Verwaltung von meinen Interessenvertretern Anonymität und strikte Vertraulichkeit verlangen und diese auch unwidersprochen bekommen, dann stinkt dieser Fisch gewaltig. Sorry, wenn ich im Beruf etwas erarbeite, dann steht mein Name für alle Empfänger deutlich lesbar drauf. Solche Transparenz erwarte ich auch von Politik und Verwaltung. Sollen die Leute, die solchen Mist wie "einhellige Expertenmeinung" und "die größte Gefahr geht von den Privatpiloten aus" zu dem stehen, was sie da schreiben. Und zwar genauso öffentich wie sie diese haltlosen Verleumdungen verbreitet haben.

Der DAeC täte gut daran, sein Forum nicht wieder zu eröffnen? Und wo wollen Sie dann in Zukunft herumtrollen? Andererseits, damit sind auch erstmal Ihre Ergüsse im DAeC- Forum vom Netz, das kommt Ihnen womöglich ganz gelegen.

Die nichtfliegende Öffentlichkeit ist in den Fliegerforen kaum zu finden. Ich beschäftige mich ja auch nicht mit Foren der Kleintierzüchter, Amateurfunker, oder sonstiger Freizeitbeschäftigungen. Mit Verlaub, der einzige unbedarfte Laie sind Sie, und disaströs sind Sie selber.

Mit der Moderation hinsichtlich der Wirkung auf die breite Öffentlichkeit meinen Sie wahrscheinlich Selbstzensur im Sinne eines freien Publizisten aus einem deutschen Mittelgebirge?

"Es ist ein Mißbrauch der Meinungsfreiheit, wenn Diskutanten persönlich angegriffen werden, Wenn dann auch noch tagelang nur noch persönliche Duelle ausgefochten werden, wenden sich der ratsuchende Flieger und der interessierte Laie mit Grausen ab."

Erstens, die Angriffe gingen bisher immer vom taunusser Troll aus. Zweitens, die Duelle wurden von ebendiesem Troll am Leben gehalten. Drittens, auch wenn Sie weder ratsuchend noch Flieger sind, wenden Sie sich bitte von den Fliegerforen ab. Ob mit oder ohne Grausen ist mir dabei ziemlich egal.

Stefan

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