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20. Januar 2004 Joachim Adomatis

Politik: Bundeswehrreform


Beim "Eisenfighter" wird nicht gespart

"Der Eurofighter ist jeden Euro wert," sagte Peter Struck. Darum will der Bundesverteidigungsminister bei seiner, der Bundeswehr verordneten radikalen Abspeckkur, auch nicht um einen Euro von der im Etat für dieses Kampfflugzeug eingestellten Summe von 12 Milliarden Euro abrücken. Das Einzelexemplar kostet 80 Millionen. Die Orders für 180 Stück laufen. Dabei hatte sein forscher Vorgänger Scharping noch bevor er über den Lenker und aus dem Amt flog, flugs an Kabinett und Parlament vorbei 60 Fighter nachbestellt.

Eurofighter
Jeden Euro wert? Der 20 Minuten Flieger...
"Vertrag ist Vertrag!“ Erklärte der Sozialdemokrat auf die spezifische Frage eines Pressemannes und dementierte zugleich eine Meldung in der WELT und von FOCUS, dass man die für eine dritte Tranche nach 2010 vorgesehenen Lieferung aussetzen wollte.
Dafür aber wird die Mannschaftsstärke unserer Bundeswehr nach Strucks Wehrreform um 35.000 Mann sinken. Etwa 10.000 Stellen ziviler Angestellten werden gestrichen. Von den heute 621 Standorten werden nur noch etwa 400 in verkleinerter Form erhalten bleiben. Die Zahl der Kampfpanzer wird von etwa 1.800 auf 400 Leopard II sinken. Nur 350 werden auf den wehrtechnisch neuesten Stand gebracht. Von derzeit 2.600 Schützenpanzern bleiben 500.
Der Bestand von heute rund 700 Kampfflugzeugen wird sich auf 262 verringern. Am Ende bleiben die 180 Stück bestellten „Eurofighter“ und 80 Tornados. (!)

Keine Krise mehr ohne Bundeswehr

Rund um den Globus sind 8.000 deutsche Soldaten im Einsatz. Ziel seiner radikalen Reformen sei, die Bundeswehr weltweit für Kriseninterventionen fit zu machen. Das sagte unser Wehrminister Mitte Januar.
Was ist das für eine Öffentlichkeit, was ist das für eine politische Opposition, die so etwas unwidersprochen hinnimmt?
Wie will dieser Verteidigungsminister weltweit operieren, wenn er einen Kampfjet favorisiert mit der jämmerlichen Reichweite, die gerade mal der Nordsüd-Ausdehnung der Bundesrepublik entspricht. Es ist bekannt, dass ein „Eurofighter“, der in Jever (Schleswig–Holstein) startet, im bayerischen Fürstenfeldbruck mit leeren Tanks aufschlägt.
In Pilot und Flugzeug war es wiederholt zu lesen, zuletzt in den Heften neun und elf/2003:
„Der Eurofighter ist das Sinnbild deutsch-europäischer Handlungsunfähigkeit und der militärischen Inkompetenz.“
Denn: Bei diesem Kampfflugzeug handelt es sich um ein viel zu teures, mittlerweile veraltetes Waffensystem.
Es wird dem Bürger noch weiter auf der Tasche liegen. Die Rechnungsprüfer bestätigen es in einer bis heute unter Verschluss gehaltenen Expertise (BRH-IV6-2003-0639): ”Derzeit darf der Flugbetrieb nur erfolgen, wenn innerhalb von 20 Minuten ein Flugplatz erreicht werden kann." Vorausgesetzt die Maschine hebt überhaupt ab. "Die Triebwerke dürfen wegen Vereisungsgefahr bei Temperaturen von weniger als fünf Grad und gleichzeitiger Sicht unter 400 Meter nicht gestartet werden.”
Die projektierte Geschwindigkeit kann auch nicht gehalten werden: Statt 2500 km/h erreicht der ”Eurofighter” nur 2000 km/h. Die Bordkanone funktioniert nicht. Das Radarsystem ist fehlerhaft.

„Vertrag ist Vertrag“

Ein Eurofighter kostet 80 Millionen Euro. Doch nun droht eine Kostenexplosion. Denn es werden die Gesamtkosten des Waffensystems, bisher mit 24 Milliarden Euro kalkuliert, um weitere 3,7 Milliarden Euro steigen. Die Mängel seien groß, heißt es in dem Rechnungshofbericht, mit Hinweis auf die nicht einmal funktionierende Bordkanone.
Folgerichtig heißt es in dem Report "BRH-IV6-2003-0639" vom 8. August 2003:
"Die Entwicklung des Eurofighters weist insgesamt so große Rückstände auf, dass eine sinnvolle operationelle Nutzung in absehbarer Zeit ausgeschlossen ist".
Hinreichend Gründe also, aus dem Projekt auszusteigen. Nicht so unser Verteidigungsminister. „Vertrag ist Vertrag“. Einen, der so was sagt, haben wir doch noch am Regierungstisch: Den Versager mit der Autobahnmaut. Wie sagte doch der Kanzler: „Sie können es einfach nicht!“ Er meinte aber wohl einen anderen.

Sie lesen mehr darüber im Märzheft von Pilot und Flugzeug.


  
 
 




5. Juli 2004: Von Frankm an Joachim Adomatis
Hallo,

Jever liegt in Niedersachsen, nicht in Schleswig-Holstein.

Gruß aus Jever

F. Mammen
6. Juli 2004: Von Stefan Jaudas an Frankm
Hi F.,

der ist gut, sogar weit weg von S-H. Und noch dazu deutlich näher an der Ems als an der Elbe ...

ICAO Blatt Hamburg, da werden Sie geholfen ;-)

Gruß nach Jever

StefanJ

P.S.: Ich kenne nur einen FMA. Die Welt ist klein.
25. Juli 2004: Von Thomas Schmidt an Joachim Adomatis
Hallo zusammen,

trotz aller Peinlichkeiten sowohl technischer als auch vertragsrechtlicher Art (z.B. Gewährleistung durch EADS), scheint der eurofighter fliegerisch sehr wohl auf dem Stand der Zeit zu sein:

(Quelle: kurier.at vom 25.07.04:
Zitat:
"Lob von unerwarteter Seite gab es zuletzt für die immer wieder mit Kritik kämpfenden Produzenten des Eurofighter: Im Rahmen eines Manöverbesuchs hat die deutsche Bundeswehr General John P. Jumper, den Oberbefehlshaber der US-Luftstreitkräfte, zu einem Mitflug in dem neuen Jet eingeladen. Jumper bedankte sich entsprechend: "Ich bin", sagte er laut deutscher Luftwaffe und Eurofigher-Produzent EADS, "alle Airforce-Jets geflogen. Keiner war so gut steuerbar wie der Eurofighter." Jumper hob vor allem die "Beweglichkeit" und "Manövrierbarkeit" sowie die "hervorragende Beschleunigung" und "präzise Navigation" des Flugzeugs heraus."
Zitat Ende!

In diesem Sinne,
Gruß, Thomas

4 Beiträge Seite 1 von 1

 

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