Weitestgehende Zustimmung. Wobei mich da immer wieder irritiert, wie selbst bei den tief hängenden Früchen von allen äußeren Enden jenseits des pragmatischen Spektrums da Störfeuer kommt. Einige Punkte nennst du ja selbst.
Vielleicht ist es aber auch Realitätsverweigerung wenn die Luftfahrtbranche ernsthaft glaubt sie müsste einfach gar nichts machen.
Ich glaube, das liegt teilweise an der Internationalität der Branche. Wenn jetzt sagen wir die Neuseeländer und Australier darauf einigen würden, dass zwischen ihren beiden Ländern nur noch mit SAF geflogen werden darf, hat das keine wirklich messbaren Außenwirkungen für die beteiligten Fluglinien. Will da Europa vorpreschen, schadet es dann AF/ KLM, BA mit Spananiern und Lufthanseaten gegenüber den drei Großen aus den USA, Emirates, Turkish usw. Das macht es komplexer.
Jetzt habe ich insgesamt 5 Jahre in Hamburg gelebt und war auch erst diese Woche wieder paar Tage da. Es gibt wohl außer München keinen Ort in Deutschland der so modern und wohlhabend sein dürfte. Gleichzeitig erfolgt die Fernwärme immer noch über das Kraftwerk Wedel und fast kein Haus hat PV auf dem Dach. Eine große Flusswasserwärmepumpe und mehr PV sind nur zwei Beispiele für Low Hanging Fruits die man ohne großen Aufwand ernten kann. Mir kann keiner erzählen dass das nicht möglich ist.
Bei der Dekarbonisierung (Wedel ersetzen etc.) sind sie schon dabei, bei der PV gebe ich dir recht. Wobei da Verkehrs- und Wärmewende deutlich wichtiger sind, denn Windstrom kann HH ganz üppig übernehmen ;-). Im Gegensatz zum Söderamtssitz.
Auch beim Verkehr ist viel möglich: Ich war mit dem Auto da und hatte mein Faltrad dabei - Fakt ist wer in der Stadt lebt braucht praktisch kein Auto - und was nicht fährt stößt kein CO2 aus.
Du hast aber nicht reingependelt in die Stadt? Ich bin Baujahr '74, Kieler, und den sinnfreien Ausbau des Elbtunnels konnte ich Jahrzehnt für Jahrzehnt angucken. Den untragbaren Dauerstau haben die nie so konsequent angegangen, wie das Verkehrsplaner aus NL, DK und der CH gemacht hätten. Wie du schon oben schriebst, tief hängende Früchte, aber leider sehr uninspiriert und ideologisch zerredet und vertagt, viel zu oft. Wobei man da an so einem krassen Beispiel wie Paris sehen kann, dass da noch am schnellsten was reformiert werden kann.
Aurubis, Trimet und der Hafen sind sicherlich schwer zu dekarbonisieren. Möglich ist aber auch da sehr viel mehr als man denkt.
Tja und da denke ich, dass das gar nicht mal die primäre Verantwortung eines Stadtstaates sein sollte bei der bundesweiten Bedeutung von Primärrohstoffen, einem unfassbar wichtigen Seehafen etc. Soll die Stadt mal zuerst alle Busse, Fähren, Regionalzüge elektrifizieren, Taxis kommen ja schon mWn, aber das ist so der Punkte, wo die Freitagszukunftler ein wenig überreißen im Machbaren.
Wo ist eigentlich der Glauben an die Zukunft hin? Einfach mal anpacken und machen. Die Chinesen überholen uns eh schon gnadenlos.
Jepp, und leider siehst du auch im Fred hier, wie Propaganda langfristig gewirkt hat.
Kopenhagen ist an der Klimaneutralität 2025 gescheitert, aber - 2025!!! Nicht 2040, '45 oder '50. Aber selbst bei den tief hängenden Früchten gilt dann für viele "nach mir die Sintflut". Als ob uns das schaden würde, nicht zu 100% bei der Steinkohle, 98% beim Erdöl und 95% beim Erdgas von Importen abzuhängen.