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Das neue Heft erscheint am 22. Dezember
Die Allgemeine Luftfahrt und das schlechte Gewissen
International fliegen in COVID-Zeiten
Ausflug an die Alpensüdseite - Locarno (LSZL)
Mit dem Elektroflugmoped zum Bäcker?
Unfallstatistiken und Risiken in der Luftfahrt
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Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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4. September 2016: Von Johannes K. an Alfred Obermaier Bewertung: +1.00 [1]

Alfred,

die Überarbeitung der AZF/BZF-Ausbildung ist sicherlich notwendig, aber zum aktuellen Zeitpunkt Wunschdenken.

Ich sehe grundsätzlich einige Vorteile im englischen Funk:

  1. Zunächst die Standardargumente: (Im Idealfall) weltweit gleich und auch Ausländer wissen was Sache ist.
  2. Dein Argument: Deutsch als Sprache der Technik, u.A. wegen Ihrer Präzision. Bin ich völlig bei dir. Wenn du aber einmal einen Blick in zweisprachige Dokumente wirfst (z.B. Patente oder auch die Part-FCL), dann wird dir auffallen, dass die Absätze auf Deutsch fast immer länger sind als die englischen, bei gleichem Inhalt.
  3. Aussage der FIS-Lotsin auf der AERO. Sie funkt lieber auf englisch, weil kürzer und prägnanter. Ihr Beispiel war: "Enter CTR via Charly" vs. "Fliegen Sie in die Kontrollzone ein über Charly". Ist jetzt keine typische FIS-Sprechgruppe, aber ich denke die Intention wird klar. Allein bei dem verbogenen Deutsch rollen sich mir die Zehnägel hoch.
  4. Für die wenigsten von uns ist englisch die Muttersprache. Entsprechend ist das Absetzen eines Funkspruchs auf englisch mit einer vorherigen Denkleistung (Übersetzung D->E) verbunden. Durch diese Denkleistung mache ich mir unterbewusst aber auch gleich Gedanken über den Inhalt und die Vollständigkeit. Es besteht also weniger die Gefahr des "drauflosplapperns", weil der "Nachdenken"-Schritt vor dem Funk forciert wird. Oder kurz gesagt: Erhöht sich die Schwierigkeit, erhöht sich die Aufmerksamtkeit, und dadurch sinkt die Fehlerrate.

Aus diesen und weiteren Gründen habe ich mir angewöhnt, auf Strecke und an kontrollierten Plätzen standardmäßig auf englisch zu funken. Aber zum Glück hat hier ja noch jeder die Wahlfreiheit der Sprache seiner Wahl.

Viele Grüße

Johannes

EDIT:

Habe gerade mal ein schönes Beispiel aus der Part-FCL gefunden. FCL.935(b)(2)

2) | oral theoretical examinations on the ground, pre-flight and post-flight briefings and in-flight demonstrations in the appropriate aircraft class, type or FSTD;

(2) | mündliche theoretische Prüfungen am Boden, Besprechungen vor dem Flug und nach dem Flug und Vorführungen während des Fluges bei den praktischen Prüfungen in der entsprechenden Luftfahrzeugklasse, dem entsprechenden Luftfahrzeugmuster oder dem entsprechenden FSTD;

Gleicher Inhalt, aber der deutsche Text ist doppelt so lang.

4. September 2016: Von Alfred Obermaier an Johannes K.

Johannes, auch die deutsche Sprache kann leisten was die englische Sprache kann.

Was spricht gegen "Einflug in D über Charlie" anstatt dem von Dir zitierten Satzungetüm.

Vielmehr dann noch FCL 935 xx, auch das würde kein deutscher Muttersprachler so sagen, sondern zB von "Vorflug- / Nachflug-" sprechen. Hier wird einfach von Juristen (?) eine Übersetzung angefertigt und diese dann per Beschluß / VO für verbindlich erklärt. Das erklärt den doppelt so langen Text. Das ist ein verbogenes Deutsch; mein Deutschlehrer, ein Sprachästethiker, würde sich im Grabe umdrehen.

Romane zu schreiben (also doppelt so lange Texte zu produzieren) ist bekanntlich einfach, sich kurz zu fassen eher sehr schwierig, egal in welcher Sprache.

Super Argument das mit den Ausländern, bin regelmäßig sehr begeistert wenn in bella Italia auf RDR, APP, TWR Funksprüche in italienischer Sprache oder in der Schweiz in italienisch, fanzösisch oder auf deutsch erfolgen.

Bin völlig Deiner Meinung daß idealerweise im Luftverkehr alle dieselbe Sprache sprechen sollten/müssten.
Bin allerdings gegen Deine Tendenz Deutsch als, ich sage mal "minderwertig" darzustellen, weil des Englischen nicht gleichwertig.

Das ist unangemessen.

Johannes, daher kein Lob.


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