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Cleared Visual Approach - was darf ich?
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Der Atemalkoholtest ist ja in dieser Situation freiwillig, wie bei einer Verkehrskontrolle.
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In Österreich braucht man dafür keinen Anfangsverdacht. Mir ist ein stockbesoffener Depp frontal und Auto gekracht und ich mußte dann "aus Fairnessgründen" auch einen Alkotest machen - wie erwartet mit 0,00
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In D erwecken Teile der Exekutive den Eindruck, dass man bei einer Kontrolle intime Dinge wie Atemalk- oder Drogentests mit sich machen lassen müsse, oder private Informationen preisgeben müsse (woher? Wohin? Haben Sie was getrunken?... der Klassiker: ein kollegiales "Wohin des Wegs"). Und die meisten machen mit, aus Unwissenheit, oder um schnell wieder weiterzukommen (is ja auch legitim). Die Rechtslage ist aber anders, als manchmal suggeriert wird.
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Danke Tobias, sehr erhellende Geschichte.
Nur was mich wundert, warum du einen polizeilich administrieren Alkoholtest ohne Anfangsverdacht nicht als Fischen nach bußgeldfähigen Sachverhalten bezeichnen würdest. Genau das ist es nämlich.
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warum du einen polizeilich administrieren Alkoholtest ohne Anfangsverdacht nicht als Fischen nach bußgeldfähigen Sachverhalten bezeichnen würdest. Genau das ist es nämlich
Also ein positiver Alkoholtest würde sicher kein Bußgeld nach sich ziehen, sondern etwas anderes :)
But I know what you're getting at...
Und - ganz ehrlich: Ich war in dem Moment schon drauf und dran zu sagen "hier sind meine Personalien, ich gehe jetzt, und wenn Sie das nicht möchten, können Sie mich ja vorläufig festnehmen. Dann allerdings werde ich auch nichts sagen, sondern erst mal einen Anwalt anrufen". Oder so... Aber es ist halt dann doch die Wahl zwischen ggf. wochenlangem Schriftverkehr etc. vs. 1,5 h, nach denen man nie wieder was davon hört.
Ne, also diese Aktion war schon daneben, das kann man leider nicht anders sagen. Aber wenn ich mir die Berichte der Kollegen hier anschaue, scheint das glücklicherweise ja nicht die Regel zu sein.
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Gute Illustration des Problems der subjektiven Wahrnehmung vs. der objektiven Tatsachen:
Objektiv steht es, wenn ich richtig gezählt habe, jetzt also 6:1. Berichten von 6 (oder 7 - ist nicht ganz klar) völlig unproblematischen und unbürokratischen Emergencies steht der Bericht von einem zweifellhaften Umgang damit entgegen (bei dem es aber anscheinend auch kein Bussgeld gab).
Wenn man aber die Anzahl der Posts nimmt, dann gibt es zu den 6 "guten" Ereignissen in Summe 4 Posts. Zu der einen schlechten Erfahrung und den Sorgen darum, dass es ja schlecht laufen könnte, mehr als 10!
Würde man den Thread nur oberflächlich lesen, könnte man wirklich auf die Idee kommen, Bürokratie nach einem Emergency oder gar das "Fischen nach Gründen für ein Bussgeld" sei ein ernsthaftes Problem...
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Vollkommen normal. Zu einem einzigen Unfallflug gibt es auch mehr zu sagen als zu 100 erfolgreichen Flügen.
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Bei mir lief es bislang auch meist problemlos. Nach Feuer im Cockpit und entsprechend Mayday etc an einem Flughafen nähe des Bodensees kam nur kurz Polizei und BFU, Papiere kontrolliert aber das wars. War damals ein A320. Letztes Jahr, aber auf kleinerem Flieger, im G/A Gen-Failure in IMC. Ebenfalls Mayday, bestens supported von ATC, nichts, aber auch garnichts nach der Landung.
Mein einzig "unangenehmes" Erlebnis in dieser Richtung war ein Ramp Check in Schwäbisch Hall. Random Check, gab kein Ereignis davor. War ein Schulungsflug, hatte mein Flugbuch nicht dabei, der sehr amtlich auftretende Herr schrieb dann auf sein Formular, dass ich Kopien meines Flugbuches binnen zwei Stunden per Mail schicken muss. Ich habe dann gefragt, wie das funktionieren soll, wenn wir zunächst noch nach Egelsbach fliegen und ich anschließend erstmal nach Hause nach Frankfurt fahren muss. "Das ist Ihr Problem", na gut, habs dann abends geschickt, nie wieder was gehört.
Also abschließend würde ich sagen, ein möglicher Ramp Check würde mich nicht davon abhalten eine Luftnotlage zu erklären. Wenn hinter deinem Sitz Flammen aus einem Lüftungsgitter kommen gehen dir wirklich andere Gedanken durch den Kopf als "muss ich jetzt am Boden mit irgendwem reden und Papiere vorzeigen", eher bin ich dann froh, das noch zu können.
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zu Emergency habe ich auch noch eine alte Story.
Schulflug, Motorausfall in so 4.500 ft MSL / 3.000 GND. Position ungefähr halber Weg zwischen 2 Flugplätzen. Airfield A 1512 ft, Airfield B 1312 ft MSL. Zu B habe ich also also mehr Höhe für den Sinkflug verfügbar. C152 sinkt mit best glide so 10ft/s, das genügt für so 5 Minuten Flugzeit. Flugschüler, es ist sein 2. Schulflug, total eingefroren, nicht mehr ansprechbar. (Seine Eltern haben ihm daraufhin die Flugausbildung verboten, weil zu gefährlich).
Funkspruch an Airfield B : "... mein Motor steht, halt mir den Platz für meine Notlandung frei". B bestätigt das. Jetzt volle Konzentration auf den Anflug, bekomme sogat etwas Thermik, bin jederzeit auf eine Notlandung im Feld vorbereitet, komme mit 100 ft GND Reserve an über der Piste an, lande und rolle vor die Werkstatt. Höre noch den Funkspruch "D-XXXX der Flieger ist gelandet und die Bahn ist für Dich wieder frei". Ursache Motorausfall: Pleuelbruch, Motorblock hatte handgroßes Loch.
Habe damals bewusst kein "Mayday" abgesetzt, denn FIS hätte mich dann vermutlich mental beschäftigt. Keine Polizei, keine Formalia, etc. Inzwischen alles verjährt.
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Alfred, Du kennst sicher noch Erich Zeller, 1990 Siebzig Jahre alt? Sehr knarzig, schweigsam. Siezte alle Schüler. Auf dem Weg von NEubiberg nadh EDMY. "Wo würden wir jetzt im Notfall landen?" Mein Blicke auf die Karte, arglos. "Unter uns ist Ampfing"-" Ja. runter!" . Meinen fragenden Blick beantwortet: "Sofort!!" Verunsichert,aber doch routiniert, landete ich. Wa war geschehen? Der Klavierdraht der Cowling der PA38 hatte sich aus den Gliedern raus Richtung Propeller bewegt. Der Alte sah, wie sich die Cowling hinten leicht anhob und der Draht vorne rauswanderte... Nach der Landung knallte er im C-Büro vor meiner Nase die Türe zu und telefonierte ungewohnt laut.. Mit einigen Hammerschlägen und einer Zange wurde der Draht dorthin bugsiert, wohin er gehörte und wir flogen nach EDMY, Platzrunden schrubben.
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War ein Schulungsflug, hatte mein Flugbuch nicht dabei, der sehr amtlich auftretende Herr schrieb dann auf sein Formular, dass ich Kopien meines Flugbuches binnen zwei Stunden per Mail schicken muss. Ich habe dann gefragt, wie das funktionieren soll, wenn wir zunächst noch nach Egelsbach fliegen und ich anschließend erstmal nach Hause nach Frankfurt fahren muss. "Das ist Ihr Problem", na gut, habs dann abends geschickt, nie wieder was gehört.
Du musst Dein Flugbuch auch nicht mitführen, sondern nur "without undue delay" zur Verfügung stellen. Wird oft mit "nicht unbilliger Verzögerung" ins Deutsche übersetzt, und in der Rechtsprechung geht man meistens von einer Frist von einer Woche aus. Hier wäre es also m.E. rechtlich völlig in Ordnung gewesen, die Mail am nächsten Tag zu schicken, zumal der Zeitpunkt den Erfolg der Prüfung ja nicht beeinflusst.
Je nachdem, was man sich so gefallen lassen möchte, kann man das eskalieren. Beschwerde bei der aufsichtsführenden Behörde, Dienstaufsichtsbeschwerde, Anzeige wegen Nötigung gegen den amtlich auftretenden Herrn, usw.
Kleine Anekdote: An einem kleinen Verkehrslandeplatz mit einen XXXXXXXL-Restaurant gab (gibt?) es einen BfLer, der weithin für seine Persönlichkeitsstörung bekannt war. Der hat dann bei zwei befreundeten Piloten angefangen, die Personalausweise von mitfliegenden Passagieren zu kontrollieren.
Ich hab dann mal bei der entsprechenden Landesluftfahrtbehörde angerufen, wo ich auch den einen oder anderen kenne. Der Behördenmitarbeiter meinte (ungefährer Wortlaut): "Wie bitte? Der hat ja wohl einen an der Waffel. Den ruf ich direkt an!"
Kann man also auch auf dem Weg lösen, zumindest in der ersten Eskalationsstufe und bei einer für ihren Pragmatismus bekannten Aufsichtsbehörde, wie dieser.
These: Wenn hier in Deutschland etwas weniger Untertanenmentalität und mehr "Mündiger-Bürger"-Spirit vorhanden wäre, die Leute sich (mit Widerspruch, Beschwerden und anderen legalen Mitteln) wehren würden, dann würden Herren wie der "Das ist Ihr Problem"-Typ ihr Verhalten ganz schnell ändern.
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Ist mir schon klar, dass ich es nicht mitführen muss ;)
Ja, den besagten BfLer gibts noch, er ist aber sehr viel ruhiger geworden.
Es bleibt halt am Ende auch eine Frage wie viel Lust man zum Diskutieren an dem jeweiligen Tag hat oder ob man mit kooperativem Verhalten ggf die Situation schneller verlassen kann. Ich meine damit nicht "den Bückling machen", sondern vielmehr ggf. das kleinere Übel anzunehmen. Als FI/FE hat man ja durchaus öfter mal mit irgendwelchen Feuerlöschassistenten zu tun, die einem versuchen die Welt zu erklären...
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Ich las kürzlich übrigens eine gute dt. Übersetzung für "just culture": Redlichkeitskultur. Gefällt mir ganz gut, auch wenn Beiklang von Sprache natürlich immer noch sehr auslegungsfähig ist.
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