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Cleared Visual Approach - was darf ich?
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63 Beiträge Seite 2 von 3
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Es ist offensichtlich Gift für die Flugsicherheit, wenn ein Mayday-Call, der ohne Unfall endet, quasi automatisch zu einem Ramp Check oder ähnlichem Fischen nach "bußgeldfähigen Tatbeständen" führt. Wenn man damit rechnen muss, dann werden sehr viele Piloten - mich selbst eingeschlossen - zur Vermeidung solche Unannehmlichkeiten zögern, einen Notfall zu erklären. Und genau das kann dann der letzte Beitragende Faktor eines Unfallgeschehens sein. Das finde ich ganz schlimm.
Wie gesagt handhaben sie es in den USA ganz ausdrücklich so, dass ein Notfall, der ohne Unfall und ohne Regelverletzungen endet, keinerlei Bürokratie nach sich zieht. Genau um Piloten die Entscheidung für den Mayday-Call zu erleichtern.
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>>>> ..... beschraenkte sich die Buerokratie auf die Pruefung meiner Lizenz und meines Medicals (witzigerweise hat sich niemand fuer das Flugbuch und die Kontrollen interessiert
Die Prüfung Deiner Lizenz und Deines Medicals ist ein großes Problem für Dich? Du würdest tatsächlich in einem Notfall nicht "Mayday" funken weil eventuell jemand Deine Lizenz prüfen würde?
Viele Regeln sind in den USA viel strenger und es gibt ein unfangreiches Reporting-System für Verstöße.
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Bei jedem 10. Schulflug in EDML hab ich einen Rampcheck, der nicht nur Lizenz und Medical sondern auch Flugzeugdoku und Flugplanung prüft. Und da helfe ich gerne mit, damit der Platz seine Rampcheck-Quote erfüllt und so seine Finanzierung sichern kann.
#beprepared
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Das ist interessant. Ich fliege seit 1994 und hatte noch NIE einen Ramp Check. Auch nicht in EDML.
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Ich fliege seit 1992 und hatte Rampchecks nur auf Sylt(1x) und in Landshut (4x).
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Habe in Europa allerdings auch noch nie ein "cleared for visual approach" bekommen
Könnte das evtl. daran liegen, dass Du noch nie danach gefragt hast :-)?
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Alexis, deine sehr unsympathische Art, alles ins Persönliche zu ziehen, scheint mal wieder durch. Lies meinen Beitrag nochmal. Es geht darum, dass viele Menschen, mich eingeschlossen, es nicht gerade toll finden, wenn sie kontrolliert werden, und das natürlich mit dem Ziel, einen "bußgeldfähigen" Tatbestand zu finden oder - je nach Mentalität des Kontrolleurs - vielleicht auch zu konstruieren.
Ob MEIN Medical nun schöner oder hässlicher ist als DEINS, ist hier nicht der Punkt. Den erkläre ich gern nochmal.
Nehmen wir bspw die W&B-Berechung. Wenig überraschend mache ich die nicht jedesmal neu, weil ich mittlerweile weiß, dass mein Flugzeug, solange ich alleine oder auch mit meiner Familie drinsitze, im zulässigen Bereich liegt. Die W&B hab ich oft genug vorgenommen, bin also safe und legal. Ich kann aber kein Blatt Papier mit der formalen Berechnung dafür hervorzaubern. Will ich das erklären müssen? Will ich riskieren, dass irgendsoein übereifriger Typ mir in der Folge eines Notfallrufs dafür was anhängt? Nein, und alleine das Nachdenken darüber in Fall eines Notfalls ist extrem kontraproduktiv, mit der Folge, dass man im Notfall vielleicht diesen Notfall nicht oder zu spät erklärt.
Und das eben war gerade ein Beispiel. Deine Antwort darauf ist nun vermutlich, dass du immer drei W&B-Berechung n dabei hast und eine davon passt. Aber das wäre nun wieder am Problem vorbei. Das Problem ist, man muss die Hemmschwelle senken, Notfälle zu erklären. Ja, und in USA ist nicht alles besser, aber dieser Punkt ist es.
Es ist ja genau der gleiche Gedanke, der bei Notlandung en die Landegebühr streicht. Wenn an deren Stelle nun ein Rampcheck kommt, ist das mal wieder total widersprüchlich. Aber typisch für Schland.
Und das finde ich ganz schlimm, denn es kann Leben kosten.
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>>>> Alexis, deine sehr unsympathische Art, alles ins Persönliche zu ziehen, scheint mal wieder durch. Lies meinen Beitrag nochmal.
Na gut, dass wenigstens Einer nicht persönlich wird :-) Wegen einer einfachen Frage!
Hast Du mitgekriegt, dass die Flugvorbereitung nicht kontrolliert wurde?
Für das W&B-Problem gibt es wirklich einfache Lösungen.
Dass mich - vielleicht - irgendjemand - am Boden! - mit irgendwas nervt, darf kein Hemmnis für das Erklären einer Notlage sein.
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Aus meiner Sicht können wir den Thread nun schließen.
Yaaay für alle die sachbezogen und hilfreich geantwortet haben. Der Teil war wie üblich wenige Stunden nach dem Eingangspost vorbei.
Buuuh für persönliche Angriffe jeder Art.
Happy Landings allseits!
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Mglw. waren meine Posts missverstaendlich:
- bei der durch den Airport veranlassten Urgency wurde nichts kontrolliert
- bei dem von mir gemeldeten Emergency wurden nur Lizenz und Medical kontrolliert
Wenn Du bei der Polizei den Notruf waehlst und die kommen zu Dir und Deinem PKW, wette ich, dass die mind. Deinen Fuehrerschein und KFZ-Schein pruefen. Wenn ihnen nicht noch einfaellt nach Deinem Verbandskasten zu schauen uvam. Also wo ist Dein Problem? Zu meinen VFR-Zeiten hatte ich immer zwei (vergilbte) W&B-Berechnungen am Kniebrett kleben. Und IFR gibt mir das der Autorouter sowieso immer mit. Denn es kann ja auch mal ein Ramp-Check ganz ohne jede Notlage kommen.
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Irgendwie ist die Sache mit Luftnotlagen und späterem Ramp Check doch ganz einfach: Wenn ich in einer Notlage bin, geht es um's Überleben, wenig könnte mir da gleichgültiger sein als irgendwelche mögliche Fehler in der Flugvorbereitung. Platt gesagt: was ist wichtiger, Überleben oder Flugschein behalten?
Wenn die mangelhafte Flugvorbereitung zur Luftnotlage beigetragen hat, muss ich dazu stehen und in den sauren Apfel beißen, dann habe ich es auch "verbockt". Ich habe auch schon viele Fehler gemacht in 30 Jahren Fliegerei und bin darauf zu recht hingewiesen worden. Immer endete es konstruktiv und die Situationen vergisst man nicht mehr.
Ich bin auch schon oft kontrolliert worden und habe auch schon Landungen aus Sicherheitsgründen gemacht. Noch nie habe ich erlebt, dass nach so einer Situation irgendeine Bürokratie-Kakophonie resultiert. Alle sind froh, dass die Sache gut ausgegangen ist. Das mit dem Ramp Check würde ich mal nicht so hoch hängen, im Zweifelsfall bist Du nach einer brenzligen Situation ja gar nicht in der Lage, daran mental teilzunehmen.
Zur Eingangsfrage wie der Flugweg in so einer "rechtlichen Grauzone" zwischen Notlage und keiner Notlage geht, wo man aber doch nervös ist, darüber habe ich mir auch noch nie Gedanken gemacht. Ich würde die Frage verlagern in die jeweilige Situation. Denn wenn Du nicht mehr die mentale Kapazität hast, dich mit dem "rechtlich" korrekten Flugweg zu beschäftigen, konzentriere Dich lieber auf's Fliegen. Better safe than sorry sagt man auf englisch.
Ich hab die Einstellung, dass ich lieber (und dann gerne!) den Flugschein abgebe als irgendein Leben, sei es meins oder das eines anderen. Damit hatte ich noch nie Probleme.
Insgesamt schließe ich mich der Meinung an, dass in so einer Situation eine "Standardplatzrunde" mit den geschätzten Entfernungen am besten geeignet ist, weil dieser Ablauf sehr vertraut ist (sein sollte) und auch wegen Flughöhe und Entfernung zum Landefeld die besten Optionen bietet.
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>>> Und IFR gibt mir das der Autorouter sowieso immer mit.
Ich wollte es nicht sagen ... ;-)
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Dieser Thread muss dann doch sehr beruhigend für Dich sein: Zwei Fälle in denen es ein Emergency gab. In kinem der beiden Fälle gab es irgendeinen bürokratischen Aufwand oder gar jemanden, der einen Grund gesucht hätte, dem Piloten an den Karren zu fahren.
Die statistische Basis ist zugegeben nicht hoch - aber es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass das befürchtete Szenario tatsächlich in der Realität auftreten würde.
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"Die statistische Basis ist zugegeben nicht hoch"
Was wiederum für unser aller sorgfältige Flugplanung und -Durchführung spricht ;-)
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Haben Mitforisten Erfahrung mit Notfallmeldungen in Deutschland? In den USA betonen sie immer sehr, dass eine Notfallmeldung ohne nachfolgenden Unfall keinerlei Bürokratie nach sich zieht. Ist das hier auch so?
Ich hatte zweimal "das Vergnügen", einmal in den USA - das war eigentlich ereignislos und mit einer Meldung online abgehandelt, einmal in Deutschland - da kam am Boden nach Minuten die Polizei und ich durfte in deren Anwesenheit ein längeres Telefonat führen, am Ende aber auch völlig entspannt.
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dreimal in DE, davon 2x Fahrwerk (ohne Folgen, mit super Unterstützung von RADAR und Tower), einmal Funk- und Transponderausfall mit der Aufforderung, nach der Landung mit der Flugsicherung zu sprechen, keine weiteren Folgen
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Verstehe, mir ging es eher um das Szenario, ich habe einen Zwischenfall in der Nähe eines Flughafens (Kassel, Hannover, Hamburg, Dortmund) und entscheide mich der Sicherheit halber, den Notfall zu erklären und an diesem großen, beleuchteten Flugplatz mit langer Piste zu landen. Towerpersonal, Feuerwehr usw. sind dann alle da, was ja gut ist. Wenn die Landung nun ohne Unfall klappt, muss ich dann mit einem Ramp Check und folglich Fischen nach bußgeldfähigen Sachverhalten rechnen?
Wenn ich euch richtig verstehe nein. Lizenz und Medical prüfen finde ich zwar auch daneben aber "geht ja noch", schlimmer wäre Prüfung ob der Feuerlöscher abgelaufen ist, die W&B dokumentiert ist oder die GoPro-Halterung ein STC hat.
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Wenn die Landung nun ohne Unfall klappt, muss ich dann mit einem Ramp Check und folglich Fischen nach bußgeldfähigen Sachverhalten rechnen?
Nein und nein!
Um eine Störungsmeldung innerhalb von 72h an deine Luftfahrtbehörde kommst du nicht herum. ;)
https://www.austrocontrol.at/luftfahrtbehoerde/safety/meldewesen
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Nein und nein!
"Fischen nach bußgeldfähigen Sachverhalten" würde ich das nicht nennen, aber ein ganz so absolutes Nein mit Ausrufezeichen würde ich nicht unterschreiben, siehe oben.
Nicht sicherheitskritisches Problem am Flugzeug, aufgrund dessen wir aber trotzdem den Flug abgebrochen haben und deswegen (IFR) auch ATC informieren mussten. Das hat die Blaulichtorganisationen auf den Plan gerufen (inklusive Aufforderung, nach der Landung auf der Runway stehen zu bleiben und den Motor abzustellen!). Es folgte u.a. ein Alkoholtest, Formulare ausfüllen, und eine längliche Prüfung der Papiere von Flugzeug und Besatzung (jedes Blatt kopieren etc.) auf der Polizeiwache. Das hat unseren Zeitplan deutlich mehr zerschossen als das technical issue selbst.
Ich fand das ehrlich gesagt damals schon erheblich übers Ziel hinausgeschossen bis inkriminierend, kann aber nicht sagen, ob das die Regel ist. Ein paar Jahre vorher hatte ich mal ein ähnliches Erlebnis wie Rolf (Alternator failure enroute und diversion). Da stand auch die Feuerwehr neben der Bahn, ist dann aber nach der sicheren Landung kommentarlos wieder abgezogen.
Das Problem hatten wir ATC klar benannt und es wurde auch nochmal dazu nachgefragt. Ein Missverständnis ist also auszuschließen.
Ein Mitforist ist mein Zeuge :-)
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Das finde ich auch extrem übergriffig – und ich würde eine Dienstaufsichtsbeschwerde in Erwägung ziehen. Ich glaube aber auch, dass das ein Einzelfall und kein "systemisches" Problem war ... oder?
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Ich würde eine Dienstaufsichtsbeschwerde in Erwägung ziehen
Mein Gedanke war eher, da mal mit dem Safety Management vom Flughafen zu sprechen, wer in der Kette denn da diese Eskalation veranlasst hat und warum und ob man das für sicherheitsförderlich hält. Hab's dann aber nicht mehr weiter verfolgt. Vermutlich wäre die Antwort aber etwas in die Richtung "lieber einmal zu oft als einmal zu wenig alarmieren" gegangen, und dass sie auf das, was die (Flughafen-)Polizei tut, keinen Einfluss haben.
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An welchem Flughafen war das gewesen?
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An welchem Flughafen war das gewesen?
Das mag ich hier aus den verschiedensten Gründen nicht offenlegen: Ich kenne nicht den stake des Flughafens in der Sache, möchte niemanden davon abhalten, dort zu declaren etc.
Aber es war in 2025, also keine Geschichte aussm Kriech...
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Ich finde insbesondere den Alkoholtest auch übergriffig. Das ist ja ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, der auch im Strassenverkehr nur aufgrund eines Anfangsverdachts durchgeführt werden darf.
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da fallen beliebig viele Themen ein: Quote erfüllen, Prozess einmal durchspielen, Langeweile...
Ich hatte das einmal in den USA. Trotz ausdrücklicher und wiederholter Anweisung per Funk, dass wir keinen Emergency erklären, haben sie das Feuerwehrauto rausgeholt. Zum Glück wird ja der Funk aufgezeichnet, das hat die Klärung des Sachverhalts am Boden erleichtert.
Im Zweifel würde ich aber immer den Notfall erklären, der Handlungsspielraum als Pilot in der Luft ist damit klar gesetzt. Papier am Boden ist zwar ärgerlich, aber bis auf Paper Cuts relativ sicher ;)
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