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Wartung | PA-46-350P Ölverlust  
7. August 2019 10:21 Uhr: Von Jürgen Scheiwe 

Nach einem Öl- und Ölfilterwechsel an meiner Mirage bin ich am Montag von Hangelar nach Klagenfurt geflogen. Flugzeit 2 h. Nach dem Flug stellte ich fest, dass die gesamte Rumpfunterseite voller Öl war. Nach Abkühlen des Motors war die verbliebene Ölmenge noch 6 Quarts, eingefüllt waren 11 Quarts. Das Öl kam aus dem linken Auspuffrohr, in welches das Entlüftungsrohr des Oil/Air Separators mündet. Da es in Klagenfurt keine Werft gibt, habe ich mich an Piper Kassel gewandt. Dort meinte man, der Rücklauf vom Oil Separator zum Motor könne verstopft sein. Ich habe daraufhin einen Draht durch den Schlauch vom Separator in den Motor geführt, konnte aber keine Verstopfung feststellen. Der Separator selbst (der Siebeinsatz) weist auch keine Auffälligkeiten auf. Hat jemand schon einmal dieses Problem gehabt und welche Gründe können sonst den starken Ölaustritt aus der Entlüftung verursachen? Der Motor hat 600 h TT. Während des Fluges waren alle Motorwerte (Öltemperatur, CHT) normal.

7. August 2019 10:29 Uhr: Von Achim H. an Jürgen Scheiwe Bewertung: +1.00 [1]

Was ist denn die Mindestmenge für diese Motorvariante?

Es könnte durch Blow-By verursacht werden, d.h. Undichtigkeit an Kolbenringen und daraus folgende Bedruckung des Kurbelwellengehäuses. Wenn es jetzt nicht weiter sinkt als die 6qt (und die OK sind für den Motor) spricht es für diese Theorie.

7. August 2019 10:34 Uhr: Von Jürgen Scheiwe an Achim H.

Werde die Mindestmenge nachher im Handbuch nachsehen, Maximum sind 12 Quarts.

7. August 2019 10:45 Uhr: Von Sebastian G an Jürgen Scheiwe

Das ist nicht normal. Ich hatte mehrere TIO 540 AE2A und so tief darf das Öl unter normalen Umständen nicht fallen. Sicher dass das Öl nicht doch aus dem Turbo kommt?

7. August 2019 11:11 Uhr: Von Jürgen Scheiwe an Sebastian G

An dem linken Turbo und auch am Motor selbst ist außen alles trocken. Auch unten in der Cowling ist kein Öl.

7. August 2019 13:03 Uhr: Von Jürgen Scheiwe an Achim H.

Im Type Certification Data Sheet des Motors habe ich gefunden:

Usable oil, qt. (20° nose up or down) 9 1/4

7. August 2019 13:35 Uhr: Von B. Quax F. an Jürgen Scheiwe

Völlig Ahnungslos, war die Messung kruz nach dem abstellen? Bzw. hat sich die Bestandsmessung in der Zwischenzeit verändert (kurz nach dem Anstellen ist das Öl ja überall im Motor auf Reise). Waren die am Öl/Air Seperator bei der Wartung dran? Könnte es Öl vom Kolben über über die Brennkammer bis in das Abgas System schaffen ohne "verbrannt" zu werden?

7. August 2019 14:12 Uhr: Von Sebastian G an Sebastian G

An dem linken Turbo und auch am Motor selbst ist außen alles trocken. Auch unten in der Cowling ist kein Öl.

Wenn verliert der Turbo wohl im Lager innen das Öl. Wenn man die Cowling abschraubt (Akku Schrauber nicht vergessen) kann man vorne diesen 90 Grad Ansaugschlauch des Turbo leicht abnehmen und rein schauen. Von der Abgasseite kann man probieren mit der Taschenlampe zumindest ein Stück weit zu schauen.

Wenn es sonst keinen Weg gibt könnte man das Rohr von oben auch aus dem Auspuff raus ziehen, irgendwie befestigen, alles sauber machen und mal laufen lassen und dann sieht man ob es weiter aus dem Auspuff kommt oder dem Rohr.

Unser AE2A war auch lange undicht, der Verlust war aber viel kleiner als in dem Fall, und ich bin fast verzweifelt an dem Ding...

Sonst gibt es in Graz eine Werft die sich mit der PA46 auskennt. Die wäre von Klagenfurt vielleicht noch gut zu erreichen.

7. August 2019 14:28 Uhr: Von Andreas Ni an Sebastian G

..ich empfehle: mit einer Endoskop-Kamera mal von unten reinschauen. Die Dinger gibts inzwischen bei ebay und im Baumarkt für deutlich unter 50, manchmal 20 Euro; erfüllt den Zweck völlig, um festzustellen, ob das Öl aus dem Turbo oder dem Air-Oil-Separator kommt.

Aber in beiden Fällen halte ich ein Weiterfliegen in diesem Zustand für wenig sinnvoll.

Interessant wäre auch zu wissen, ob es einen schleichend sich erhöhenden Ölverlust innerhalb der letzten 50 std gab oder ob es plötzlich anfing.

Lycoming gibt übrigens auch einen maximal zulässigen Ölverbrauch je Std an (bei den meisten 540 liegt er im Rahmen von 1 quart je std).

Hat der Motor Chromzylinder? Chromzylinder neigen zu erhöhtem Verschleiss der Kolbenringe und damit zu jenem Blow-By, was Achim bereits erwähnt.

Im übrigen empfehle ich, die unteren Kerzen mal rauszuschrauben. Sollte das Öl von gebrochenen Kolbenringen eines Zylinders kommen, wird einem die untere Kerze des entsprechenden Zylinders einen ordentliche Portion Öl servieren.

Übrigens wandern Kolbenringe in ihrer Nut, soll heissen, sie verdrehen sich allmählich, und das ist gewollt. Dabei kann es passieren, dass die Öffnung aller Kolbenringe mal fluchtet. dann ist einerseits die Kompression deutlich schlechter, andrerseits der Blow-By höher. Aber einen derart hohen Ölverbrauch wegen lediglich fluchtenden Öffnungen der Kolbenringe habe ich noch nie erlebt.

7. August 2019 14:41 Uhr: Von Alexis von Croy an Jürgen Scheiwe

Ich tippe, wie andere, darauf, dass das Öl aus dem Inneren des Turboladers kommt.

Fliegen würde ich so auf keinen Fall.

7. August 2019 19:29 Uhr: Von Jürgen Scheiwe an B. Quax F.

Wie bereits eingangs gesagt waren die 6 Quarts nach Abkühlen noch im Motor und am nächsten Tag ist es leider nicht mehr geworden. Ich bin mir ziemlich sicher dass das Öl aus dem Separator kommt und könnte dazu ein paar Bilder zeigen. Leider gelingt es mir mit meiner digitalen Unwissenheit nicht, hier Fotos vom iPad hochzuladen.

7. August 2019 21:22 Uhr: Von B. Quax F. an Jürgen Scheiwe

Ja das mit dem Bildern von Appel Geräten bekomme ich auch nicht hin. Das mit dem kalten Zustand habe ich übersehen, sorry. Hatte vor einigen Wochen auch das Problem das nach der Reinigung des Öl-Seperator eine Leckage entstanden ist (Wartung ist so Gefährlich). Eine Massive Ölspur an der Gondel, aber der Verlust war im Gegensatz zu Dir nicht messbar. Leider konnte ich bei der Reperatur nicht zugegen sein. Es war wohl etwas "locker". Daher die Frage ob sie da dran waren?

7. August 2019 21:56 Uhr: Von Jürgen Scheiwe an B. Quax F.

Wollte dir die Bilder per PN senden, aber auch da scheitere ich. Habe deine E-Mail-Adresse leider nicht auf dem iPad Der Seperator wurde noch nie geöffnet, da war noch der Sicherungslack an den Schrauben.

8. August 2019 07:31 Uhr: Von Achim H. an Jürgen Scheiwe Bewertung: +1.00 [1]

In den Separator geht der Blow-By, d.h. da ist etwas im Argen wenn es so viel Blow-By gibt, dass dort literweise Öl ankommt.

8. August 2019 21:39 Uhr: Von Jürgen Scheiwe an Achim H.

Eine Mindestölmenge steht nicht im POH, lediglich die Maximalmenge von 12 Quarts. Piper Kassel wusste dazu auch keine Antwort und hat nun direkt bei Lycoming angefragt. Die haben geantwortet dass die Mindestmenge 2,75 Quarts ist und sie dazu eine Revision für das POH herausgeben wollen.

8. August 2019 22:42 Uhr: Von Sebastian G an Jürgen Scheiwe

Die normale Menge ist 8 bis 9 quarts. Mehr haben unsere AE2A immer schnell ausgespuckt. Aber sowohl 1 quart pro Stunde als auch 2,75 minimal sind Extremwerte bevor man aus dem Himmel fällt. Grob mehr als 1 quart auf einen Tank und irgend etwas ist wohl kaputt. Wir hatten das Problem nie aber MMOPA ist voll von gebrochenen Kolbenringen.

8. August 2019 22:52 Uhr: Von Umberto Eco an Jürgen Scheiwe

Hallo!

LOWK ist die "Wüste" um Reparaturen und Co. zu organisieren und Standzeiten "sauteuer" bei "0" Service.

Mein Plan "A" wäre entweder Öl auffüllen bis zum Strich und selbst nach LJBL zu fliegen oder Matiasz Meze von www.aeroservice.si mit seiner Diesel 172-er mit Werkzeugkiste einfliegen zu lassen.

Plan "B" ist die AAC in LOWG zu kontaktieren; die AAC hat den Piper-Vertrieb/ Wartung für AT.

Ich tippe auf eine "lose" Schelle nach der Inspektion .... insbesondere wenn der Lyco rund läuft und sonst keine Auffälligkeiten sind.

Viel Glück,

Gottfried

9. August 2019 06:21 Uhr: Von Marcus Schulz an Jürgen Scheiwe Bewertung: +1.00 [1]

Guten Morgen zusammen!

wenn ich das ganze richtig verfolgt hab reden wir von einem Verlust von ca. 6 qts auf 2 Flugstunden.

Angesichts der hohen Menge würde ich ein entweichen über die Kurbelgehäuseentlüftung auch eher ausschließen.

Auffällig ist, dass der Verlust nach dem Ölwechsel auftrat. Vielleich ist einfach nur die Dichtung am Ölfilter nicht in Ordnung?

Ansonsten würde ich Ölkühler bzw. die Zuleitung, Öldruckgeber , also irgendwas Druckführendes verdächtigen. Sollte man bei demontierter Cowling relativ schnell erkennen.

Viel erfolg und viele Grüße

Marcus Schulz

9. August 2019 10:20 Uhr: Von Andreas Ni an Marcus Schulz Bewertung: +2.00 [2]

Marcus, Jürgen schrieb ja, es sei aus dem linken Abgasrohr gekommen. Ausserdem sind Undichtigkeiten an Stellen, die mit vollem Öldruck beaufschlagt sind, i.d.R. sehr viel drastischer. Bei meiner Baron verlor ich mal innerhalb eines weniger als 30minütigem Flug um den Kirchturm lockere 5 Liter: wo das Adapterteil zwischen Ölkühler und Kurbelgehäuse angeflanscht ist, sitzt eine Dichtung, die undicht wurde, und das offensichtlich, weil der Torque der Schräubchen zum Kurbelgehäuse hin zu gering war - bei Original Gold Crown Conti-IO-470-Motoren mit unter 500h.

Eine Undichtigkeit am Gummi des Ölfilters würde dafür sorgen, dass alles Öl innerhalb weniger Minuten draussen wäre, da bin ich überzeugt. Wäre es die Ölablassschraube, wären der gesamte Motor und die Cowling be-ölt, sowie das Malibu-Bäuchlein der Länge nach.

9. August 2019 11:17 Uhr: Von Jürgen Scheiwe an Umberto Eco

Da gebe ich dir uneingeschränkt Recht, Klagenfurt (LOWK) ist die absolute (Service-)Wüste. Und es wird jedes Jahr schlimmer. Ich fliege seit über 30 Jahren hierhin, aber so trostlos wie dieses Jahr war es noch nie. Kein einziger GA-Flieger auf der Platte, da ist natürlich nachvollziehbar dass es keine Werft mehr gibt. Lediglich die Jets von Glock sind noch da. Nachdem der Flugplatz im vergangenen Jahr an einen Investor verkauft wurde (75 %), gibt es zwar hochtrabende Ausbaupläne (Airporthotel, Kongress- und Veranstaltungszentrum, neues Terminal, Alpen-Adria-Messezentrum), bei maximal 4 Linienflügen am Tag aber wohl nur heiße Luft. Mich wollten sie erst gar nicht mehr zu meinem Flieger lassen, wenn ich nicht wegfliege. Ansonsten müssten sie einen Security Mann für mich abstellen, der mich bewacht und den ich selbstredend bezahlen darf.

Was das Öl angeht: es waren wohl knapp 5 Quarts in 5 Stunden, die verbraucht wurden. Ich war nach dem Ölwechsel bereits 3 h unterwegs bevor ich jetzt nach Klagenfurt geflogen bin. Einen gewissen Ölverbrauch hatte ich immer, nur ist mir jetzt zum ersten Mal aufgefallen dass das Öl aus der Entlüftung kommt, was sich eben durch einen starken Ölfilm an der Rumpfunterseite hinter dem linken Auspuff bemerkbar machte. Dieser Ölfilm war allerdings sehr klar (nicht schwarz), was mir den Eindruck gibt, dass es sich um das erste (überschüssige) Öl nach dem Ölwechsel handelt. Die Ölfilterdichtung und andere Quellen kann ich ausschließen, dann sähe es innerhalb der Cowling anders aus. Die und der Motor selbst sind aber komplett trocken.

Ich werde jetzt das Öl auffüllen auf 8 Quarts und dann zurückfliegen, danach prüfen wieviel wieder fehlt und zuhause die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Ich werde wieder berichten. Ein schönes Wochenende allen vom sonnigen Wörthersee und vielen Dank schon mal für Euren Input.

9. August 2019 12:13 Uhr: Von Achim JulietBravo an Andreas Ni

Ich antworte mal dem Letzten.

Auch ich vermute, daß Marcus und Andreas auf der richtigen Spur sind.

Der Lyco TIO-540-AE2A hat zwei Kolben(dicht-)ringe und einen Ölabstreifring. Da ist es höchst unwahrscheinlich, daß alle drei Öffnungen so übereinanderliegen, daß viel Öl in den Brennraum käme. Und selbst dann würde nach der Verbrennung kaum was davon übrig bleiben. (siehe Doku hier Seite 34)

Ein defekter Ölabstreifring? Unwahrscheinlich, bei der Menge an "verlorenem" Öl. Bleibt meiner Meinung nach nur eine Undichtigkeit.

Interessant wäre, wie's unter der Cowling aussieht und welche Farbe das ausgelaufene Öl hat. Ist es dunkler ("verbrannter"), oder sieht es aus, wie der Rest des Öls im Motor?

9. August 2019 18:49 Uhr: Von Umberto Eco an Jürgen Scheiwe Bewertung: +1.00 [1]

Hallo!

Ich habe nur einen Lyco TIO-540-er, aber die "Öl über Bord"-Problematik kommt mir irgendwie bekannt vor; grundsätzlich wirft der Lyco in der Standardinstallation alles über 10 qrt gnadenlos über Bord, insbesondere wenn die Werft es genau nimmt und die Füllmengen beachtet. Als Bottleneck konnte ich den Standard Air/Oil-Separator, welcher einfach zu klein dimensioniert war, identifizieren; gewechselt und nun habe ich meine Ruhe. In der Lösungssuche ist mir aufgefallen, dass auf die jährliche, manuelle Reinigung des Standard Separators vielfach vergessen wird ...

Guten und sicheren Rückflug,

Gottfried

10. August 2019 08:15 Uhr: Von Jürgen Scheiwe an Umberto Eco

Morgen Gottfried,

ich vermute mal du hattest das Problem an einer C 206 T. Du schreibst du hast den Standard Air / Oil Separator gegen einen größeren gewechselt. Woher hast du den größeren? Bei der Piper ist der Separator ein Piper- und nicht ein Lycoming Teil. Dazu finde ich im Parts-Catalogue keine Alternative.

Grüße Jürgen

11. August 2019 11:22 Uhr: Von ingo.fuhrmeister@freenet.de fuhrmeister an Jürgen Scheiwe

hallo herr scheiwe,

fragen sie doch mal martin haller bei der sp-luftbild in EDML...schönen gruß von mir...er kennt die malubu fast besser, als

die entwickler selber...

mfg

ingo fuhrmeister

12. August 2019 10:17 Uhr: Von B. Quax F. an Jürgen Scheiwe

Gut zurück gekommen? Gibt es schon eine Diagnose?

Hast Du noch was Klagenfurt Airport zu berichten? Das Thema kein FPL kein Zugang zum Flieger habe ich schon an anderen Stellen erlebt (Handy im Flugzeug vergessen). Früher konnte an immer auf dem Fußweg vom GAT zum Flieger laufen, gibt es das noch oder alles anders? Wie hat es sich auf die Kosten ausgewirkt?


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