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IFR & ATC | IFR Pickup  
5. Mai 2019 17:53 Uhr: Von M Schumacher 

Im LOIJ Thema wurde der IFR-Pickup zum Cloudbreaking angesprochen.

Meine Frage ist allgemein dazu, daher ein neues Thema aufgemacht:

Alexis erwähnt IFR Pickups bei VFR Flügen zum Cloudbreaking. War das spontan!? Oder hattest du da vorher einen z- Flugplan aufgegeben?

Ich habe noch nie einen IFR-Pickup spontan gemacht, wird das einfach so von ATC in Mitteleuropa akzeptiert? Oder nur in speziellen Fällen und mit Begründung?

Danke und Grüsse

Michael

5. Mai 2019 18:10 Uhr: Von Roland Schmidt an M Schumacher

Jemand hatte mal hier erwähnt, dass ATC eventuell nicht begeistert ist von spontanen (und planbaren) pickups.

5. Mai 2019 18:15 Uhr: Von Florian S. an M Schumacher Bewertung: +1.00 [1]

Zweimal gemacht - zweimal kein Problem.

Natürlich sollte das nicht so rüber kommen, wie "ich war zu faul, vorher einen FP aufzugeben und mache das deshalb am Funk", aber FIS war beide Male echt hilfreich. Es waren beides SItuationen, wo ich letzendlich (wahrheitsgemäß) sagen konnte, "ich kann natürlich jetzt 50NM Richtung x fliegen, da dann unter die Wolken und 50NM zurück - aber mit Plan zum Cludbreak ging es schneller".

Jeweils dann mit Hilfe des FIS-Lotsen einen Plan von der aktuellen Position DCT x gefiled, 5 Minuten auf die Radar-Frequenz gewechselt und dann wieder gecancelt.

5. Mai 2019 18:17 Uhr: Von Felix Koch an M Schumacher Bewertung: +1.00 [1]

Wenn du im Flug unvorhergesehen vor dem Problem einer geschlossenen Wolkendecke stehst und zum cloudbreak einen IFR pickup (ohne FPL) erbittest, muss und wird ATC dir helfen und dich IFR machen. Falls es dringend ist, sollte man es dazu sagen, dann geht's auch erstmal ohne Details, die werden dann nach dem pickup abgefragt. Wenn es Zeit hat, wird ATC erst deine details abfragen.

So ein Verfahren sollte natürlich auf ungeplante, nicht vorhersehbare Situationen beschränkt bleiben.

5. Mai 2019 18:22 Uhr: Von Reinhard Haselwanter an M Schumacher

An und für sich sollte man seinen Flug so planen, dass dies nicht nötig wird; Wenn aber z.B. das Wetter am Zielflughafen tatsächlich nicht so ist, wie erwartet (schnelleres Vorrücken einer Kaltfront etc.), ist man in D, CH, A aus meiner Erfahrung heraus bei ATC sehr hilfreich. Es kommt sicher auch immer auf die technische Ausstattung des ATC-Centers und die workload drauf an; ebenso die Mentalität des controllers (in Italien war ein pick-up oder auch canceln immer eher ein langwieriges Prozedere :-) ). Aber ATC ist sicher auch immer froh, wenn Verkehr "weg" ist (im Sinne von:schnell und sicher an der destination gelandet). Wir Piloten sollten dies aber aus meiner Sicht immer als einen der letzteren "Rettungsanker" sehen, um die Gunst der controller nicht zu verspielen. Sollte sich dies bei irgendeinem ATC-Center häufen, glaube ich nicht, dass Begeisterung aufkommt - und irgendwann gibt´s dann auch die berühmte Formel: "after landing, please call phone nr. xxx-yyy !"

P.S.: fast das gleiche hat Felix gerade geschrieben :-)

5. Mai 2019 18:22 Uhr: Von Alexis von Croy an Roland Schmidt Bewertung: +2.00 [2]

Ich habe das auch schon zwei Mal ohne Plan gemacht nachdem ich VFR on top heimgeflogen bin und nicht runter kam.

Allerdings habe ich nicht FIS gerufen sondern direkt München Radar.

Ungefähr so:

  • ATIS von MUC abgehört, um mich zu vergewissern, dass die Ceiling oberhalb der MVA liegt
  • Initial call (VFR from/to, position, Flight Level) request IFR pickup for cloudbreaking to Landshut
  • G-YORC turn left/right course xy, descend 4000 ft, Munich qnh ... report clear of clouds
  • G-RC clear of clouds, xy ft, cancelling IFR ...

War wirklich beide Male so unproblematisch. Beim ersten Mal habe ich ihn sogar danach gefragt, ob das Verfahren „ok“ ist und er meinte nur, dass das kein Problem sei ...

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das verweigert wird ... warum auch?

5. Mai 2019 18:37 Uhr: Von Reinhard Haselwanter an Alexis von Croy Bewertung: +3.00 [3]

D´Mingna kennen halt ihre Papp´nheimer :-))) !

5. Mai 2019 19:24 Uhr: Von M Schumacher an Reinhard Haselwanter

Ok, dann braucht es keinen Notfall oder sowas. Ist mir bewusst, dass dies dennoch die Ausnahme sein sollte wegen des erhöhten Aufwandes für ATC.

Habe da noch einen Fall von vor längerer Zeit im Kopf, wo es eine Anzeige gegen Piloten auf dem Flug nach Berlin wegen unzureichender Flugvorbereitung gab, da sie ein Pickup erbeten mussten.

5. Mai 2019 19:34 Uhr: Von M Schumacher an M Schumacher

Dank euch für die Antworten und Beispiele, sehr hilfreich.

Gruss Michael

5. Mai 2019 19:39 Uhr: Von Tobias Schnell an M Schumacher Bewertung: +3.00 [3]

Habe da noch einen Fall von vor längerer Zeit im Kopf, wo es eine Anzeige gegen Piloten auf dem Flug nach Berlin wegen unzureichender Flugvorbereitung gab, da sie ein Pickup erbeten mussten

Völlig andere Ausgangslage - das war nicht "unzureichende Flugvorbereitung", sondern "versuchte Slotumgehung". Zumindest lag der Verdacht ausgesprochen nah.

SERA.4001 c) lässt Airfiling explizit zu, auch wenn im Normalfall, wie schon von anderen geschrieben, ein "Prefile" für alle Seiten der bequemere Weg ist.

5. Mai 2019 19:54 Uhr: Von M Schumacher an Tobias Schnell

Der Verdacht auf die Slotumgehung war in dem Fall tatsächlich naheliegend, die Anzeige hatte aber die Begründung der unzureichenden Flugvorbereitung und des Fluges mit zu geringen Wolkenabstände, wenn ich mich recht erinnere.

Edit: Damals war Airfile gem. SERA noch nicht gültig, daher in der Tat ganz andere Auagangslage, danke.

5. Mai 2019 20:15 Uhr: Von Achim H. an Tobias Schnell Bewertung: +2.00 [2]

Airfiling war vor SERA in Deutschland nur eine Notfalllösung mit Begründung im Einzelfall und möglicher Verfolgung.

Seit SERA ist Airfiling eine ganz normale Prozedur und kann ohne weitere Begründung gemacht werden. ATC ist verpflichtet, dem nachzukommen. Allerdings ist man hierzulande anders als z.B. in USA darauf nicht vorbereitet und es sollte sparsam genutzt werden.

Innerhalb eines Landes ist es normalerweilse kein Problem. Grenzüberschreitend stellt es ATC vor eine schwierige Aufgabe.

5. Mai 2019 21:08 Uhr: Von Tobias Schnell an M Schumacher

die Anzeige hatte aber die Begründung der unzureichenden Flugvorbereitung und des Fluges mit zu geringen Wolkenabstände

Klar - Slotvermeidung durch VFR-Fliegen ist ja nicht verboten. Man hat halt was Justiziables gebraucht.

5. Mai 2019 21:28 Uhr: Von B. Quax F. an M Schumacher Bewertung: +5.00 [5]

Was man auch in Hinterkopf behalten sollte ist ein Pickup nachdem man IFR gecancelt hat (ist auch ein Airfile). Da gibt es verschiedene Szenarien wo man auf unerwartete Schwierigkeiten treffen kann und dann doch lieber nach oben (IMC) flüchten will und zum Alternate. Nicht schüchtern sein, besser Radar Umstände machen als den Unfallermittlern.

10. Mai 2019 01:43 Uhr: Von B. S.chnappinger an Florian S.

Ist es denn wirklich frech, Hilfe zu fordern von jemandem, der das kann? Wer ist denn in Not? ATC oder Pilot

10. Mai 2019 07:48 Uhr: Von Florian S. an B. S.chnappinger Bewertung: +1.00 [1]

Im Notfall sollte man natürlich alles machen, was geht. Es ging hier aber nach meinem Verständnis nicht um Notfälle sondern um solche Situationen, in denen man schon auch ganz normal VFR weiter fliegen könnte, es aber bequemer ist, mal kurz zu IFR zu wechseln.

10. Mai 2019 08:45 Uhr: Von Alexis von Croy an Florian S. Bewertung: +1.00 [1]

Nein, mir zumindest ging es um Fälle, in denen man VFR nicht weiter kommt und sonst umkehren bzw. zu einem Alternate fliegen müsste. Oder wenn der VFR-Anflug an einen IFR-Platz nicht mehr möglich ist.

Auf jeden Fall ist es ein gutes zusätzliches Werkzeug für solche Fälle.


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