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Das neue Heft erscheint am 2. März
Verschärfung der ZUP
Nutzungsausfall und merkantiler Minderwert
Im Test: TBM-940
Leserreise 2021: Vorbereitung Südamerika
UPRT - ein weiterer Kommentar
Missglückter Checkflug
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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Leserreise 2013 Around the World  
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Funkaufzeichnung / Textnachricht aus dem Cockpit
Neukaledonien – Französische Enklave in Melanesien
Einträge im Logbuch: 60
Die Crews stechen in See – Cairns, Great Barrier Reef
 
3. Oktober 2013 Georg Schlatter

Leserreise: Tag 34


Nouméa - Brisbane - Cairns

Meine innere Uhr hatte die Zeitverschiebung, die uns dank erneutem Flug nach Westen eine zusätzliche Stunde beschert hatte, noch nicht mitgemacht, und ich erwachte viel zu früh. Allerdings hatte das sonst so smarte Smartphone auch nicht mitgezogen, und so läutete der Wecker wenig später, als ich mich eben mit dem Wasserkocher abmühte. Dies war hier immerhin etwas einfacher als im so gestylten Hotel in Fiji, wo es zwar ein superelegantes Lavabo mit ebensolcher Batterie gab, aber die Höhe zwischen Wasserhahn und Becken war so gering, dass man den Kessel nicht unterschieben konnte. Einzige Möglichkeit, zu einem frühen Kaffee zu kommen, war, den Wasserkocher unter der Duschebrause zu füllen und anschliessend die Kleider zu wechseln.

So setzte ich mich denn im Morgengrauen mit meinem Kaffee auf einen Stein am Ufer und genoss den Sonnenaufgang und die Schönheit der Hotelanlage; bei Lichte betrachtet zeigte sich die eher seelenlose Zimmerausstattung und - Gestaltung im Novotel - Stil.
Karlheinz, unser Ethnologe mochte sich noch nicht von der Insel trennen, und so hatte er kurzerhand am Vorabend einen Linienflug nach Brisbane gebucht, von wo aus er schon immer den Rückweg nach Deutschland anzutreten geplant hatte. Wir bedauerten seien frühen Abschied und beneideten ihn um die zusätzliche Zeit in Noumea.

Dass eine Bootsfahrt auch mit Pilot und Flugzeug 'uneventful' sein kann, nahmen wir heute mit Genugtuung zur Kenntnis. Dass dies aber nicht ohne Einsatz von Arnim Stief und im Hintergrund sogar auch seiner Gattin Marissa möglich war, erfuhren wir nur am Rande; sie mussten die Tranportunternehmung veranlassen zwei ausserfahrplanmässige Fahrten at no extra cost durchzuführen.

Die Flugpläne nach Australien hatten wir schon am Vorabend abgeändert (schon wieder eine Umplanung, diesmal, weil der Zoll in Rockhampton 10 Tage Vorlaufzeit verlangte, was leider nicht in der AIP stand) und so konnten wir die frische Baguette ungestört geniessen und bei französisch - dünnem Kaffee von einem doppelten Expresso träumen

Zurück auf dem Flughafen. Es ist ausserordentlich sauber hier, grosszügig und mit einem feature ausgerüstet, das ich auf einem Flugplatz noch nie gesehen habe: einer sharp instrument disposal box, wahrscheinlich weniger für Drogensüchtige als für Blutverdünnungsspritzen. Wir wurden ausgesucht höflich und auch sehr speditiv bedient; dass dann auch noch ein Ramp Check durchgeführt wurde, im Rahmen dessen alle Bordpapiere und meine Pilotenlizenzen photographiert wurde, überraschte ein wenig, ging aber ebenfalls sehr schnell und mit viel Lachen aller Beteiligten über die Bühne.
Heute dürften nicht alle gleich glücklich gewesen sein über die Flugsicherung: ohne HF kein FL > 240, was auch den schnelleren Maschinen PC12 und KingAir einen weiten Umweg über bzw. einen ungeplanten Tankstop in Brisbane einbrachte. Und erst das Spacing: TBM und PC12, wurden durch die vorausfliegende Cheyenne ausgebremst. Schliesslich nahmen wir die Flugsicherung selber in die Hand und sorgten bei Sicht von Pol zu Pol für regelkonforme Abstände.

Australien: dies bedeutete nicht nur radar environment und Transpondercodes, sondern vor allem einen wunderschönen Anflug über die vorgelagerten Inseln und über die Küstenlinie.

In der Kabine war allerdings einiges durcheinander geraten, so dass wir an unserem Standplatz etwas Zeit zum Aufräumen brauchten bevor wir bis zur Tür vordringen und diese öffnen konnten. Sigi war schlau genug, den bereitstehenden Offiziellen unseren Desinfektionsspray am Fenster zu präsentieren und auf seine Armbanduhr zu zeigen, was diesen jede weitere Sorge über unsere Zuverlässigkeit abnahm.

Bei Hawker Pacific warteten 2 Zollbeamtinnen, welche pro Crew - leider, ist man bei ihrem Charme versucht zu sagen - nicht mehr als 2 Minuten brauchten, und eine FBO, welche uns mit kalten Getränken und freiem Internetzugang verwöhnte. Es gab nur eine kleine Enttäuschung, nämlich die, dass wir, weil alle wir alle auf der GenDec als Crewmitglieder geführt wurden, keinen Stempel im Pass erhielten; solche sind nur für Passagiere vorgesehen.
Dass wir direkt vom aktiven RWY über den high speed exit bis ans entgegengesetzte Ende des Flugplatzes zur FBO rollen konnten, blamiert etwas die bisher angeflogenen Staaten mit ihren überbordenden Formalitäten (und die Schweiz, die es nicht fertigbringt, während des WEF eine Zollabfertigung in Dübendorf einzurichten).

Die Flugplanaufgabe war anforderungsreich. Die PC12 - Crew, welche als einzige über ein Login bei einem australischen Anbieter verfügte, war schon unterwegs. So mühten wir uns zuerst erfolglos mit RocketRoute und der DFS-Website ab. Aber dann: Homebriefing.com meldete innerhalb von weniger als einer Minute per SMS die Annahme des Flugplanes - unglaublich !

Es wurde früh dunkel und so kam es zu einem langen Nachtflug von Brisbane nach Cairns, oft mit Bodensicht und entsprechendem Lichterzauber (allerdings zeitweise auch auf dem Stormscope) wobei uns diese wunderbare Cheyenne das Gefühl vermittelte, in einem Airliner zu reisen, und dies über eine totale Flugzeit allein heute von mehr als 8 Stunden.


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