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11. Januar 2004 Sami Kadam

Flugbetrieb: Ice is not nice


Austrian Airlines Fokker F70 bei EDDM notgelandet

Der Flug der Austrian Airlines am 05.01.03 von Wien nach München endete auf einem Acker in der Nähe des Zielflughafens. Es gab keine Todesopfer. Grund der Notlandung, nach den bisher vorliegenden Informationen, ist die verminderte Leistungsfähigkeit beider Triebwerke der Fokker F70 nach Einflug in Vereisungsbedingungen gewesen.

Der Ausfall bzw. gleichzeitiger Leistungsverlust beider Triebwerke eines Verkehrsflugzeuges ist ein seltenes Ereignis.


Eisschutzleiste hinter dem ersten Schaufelkranz, Teile davon wurden in der Verdichtungsstufe hinter den Fans bei der F70 gefunden
Triebwerke sind in der Zwischenzeit gegen Erlöschen, auch unter extremen meteorologischen Bedingungen, zuverlässig geschützt. Nach menschlichem Ermessen kommen außer Spritmangel und Vogelschlag kaum Gründe in Betracht, die zu einem Totalausfall der Triebwerke führen können.
Vorläufige Befunde der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung haben ergeben, dass das Flugzeug im Abstieg von FL 280 auf FL 100 in Vereisungsbedingungen geriet, daraufhin die Enteisungsanlage aktiviert wurde. Wenig später kam es zu einem dramatischen Abfall der Leistung auf beiden Triebwerken. Nach der Landung haben sich in der Verdichterstufe, hinter den Fans, Teile der herausgebrochenen Eisschutzleisten ( Ice Impact Trays ) gefunden.

Meteorologische Bedingungen waren bereits in der Vergangenheit jedenfalls mitursächlich für den Ausfall beider Triebwerke:


  • Am 04. April 1977 befand sich eine DC–9–31 der Southern Airways auf einem 133 NM Shuttleflug von Huntsville nach Atlanta. SIGMET ( Significant Meteorological Information ) hatte bereits vor schwierigen Wetterbedingungen gewarnt. Der Freezing Level zwischen 12.000 – 14.000 ft , CB`s deren Tops bis 55.000 ft ragten, Regen und Hagel vorausgesagt, erwartete die Besatzung ein unangenehmer Flug. In einem Gebiet außerordentlich hoher Schauerintensität verlor das Flugzeug beide Triebwerke. Die anschliessende Notlandung kostete den Piloten und 51 Passagieren das Leben. Zudem wurden 8 Personen am Boden getötet. 21 Passagiere und die beiden Flugbegleiterinnen überlebten die Notlandung.

  • Gerade mal 3318 ft hatte die MD – 81 der SAS nach dem Start in Stockholm / Arlanda erreicht, als sie nach Ausfall der beiden Triebwerke am 27.12.1991 auf freiem Feld niederging. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebten die Notlandung. Es war das „Wunder von Arlanda“. In der Nacht zuvor, als das Flugzeug auf dem Flughafengelände abgestellt war, hatte sich im hinteren Bereich der Tragflächen Klareis gebildet. Obwohl die Maschine vor dem Start enteist worden war, blieben die hinteren Teile der Tragflächen mit Eis behaftet. Nach dem Start lösten sich Eisbrocken und drangen in die Triebwerke ein. Beide Triebwerke fielen unmittelbar hintereinander aus, der Besatzung der „Dana Viking“ gelang es nicht mehr die Triebwerke nochmals zu starten.


Auffällig in den genannten Fällen ist, dass sowohl die DC – 9, ihr Nachfolgemodell MD – 81 als auch die Fokker F70 über eine ähnliche Konfiguration verfügen. Sämtliche Muster haben im Heck angeordnete Triebwerke und ein sogenanntes T - Leitwerk. Meteorologische Bedingungen scheinen zumindest in den Fällen der Southern Airways und der SAS eine gewisse Rolle gespielt haben.

Ob diese Flugzeuge konstruktionsbedingt anfällig sind oder ob andere, bisher nicht bekannte Gründe zur Notlandung der Austrian Airlines Maschine geführt haben, wird das Ergebnis der Flugunfalluntersuchung zeigen. Die BfU hat jedenfalls die Ermittlungen aufgenommen. Wir werden weiter darüber berichten.


  
 
 




25. Februar 2004: Von Mark Pfeiffer an Sami Kadam
Am24.2.2004 hat die Austian bekannt gegeben, daß die Maschine nicht mehr in Dienst gestellt wird und zu Ersatzteilen und Schrott verarbeitet wird.

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