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Reise | erster aufklärungsflug mit UAE-340a  
17. August 2025 09:29 Uhr: Von ingo fuhrmeister  Bewertung: +7.00 [7]

nachdem 2 x twins mit den edm-960 umgrüstet wurden, die techniker und piloten eingewiesen, wurde ich gestern auf einen längern flug von dubai - bandar abbas - dammam - dubai mitgenommen, eine überwachungsmission für borderpatrol und umweltkontrolle.

ziel war es auch, die walhai-wanderung zu dokumentieren, die in die um diese zeit stattfindet. der flieger selber hatte noch einige empfänger, mit der schiffe erkannt werden können anhand der digitalen signatur. bisschen eng - aber ging...2 op-arbeitsplätze f. radarexperte und fotoheini.

nach bandar abbas - wie immer unspektakulär, landung...auftanken für eine handvoll AED, ein becher heißer tee und nach 20 min wieder in der luft richtung doha, überlfuggenehmigung über das große gas- und ölfördergebiet in 2000ft qnh. was wir da zu sehen bekamen war atemberaubend: überall auf der meeresoberfläche sah man im lupenmodus umrisse von vielen walhaien, die an der oberfläche schwammen und anscheinend plankton schlürften. der bildauswerter meinte, er könne allein aus dieser höhe bis zu 40 walhaie zählen und bezogen auf die größe des gebietes dürften es fast 2000 sein. warum sind diese tiere hier?

im august ist die große wanderung der yellofintunas, die kommen hierher um zu laichen. dann schwimmt auf der oberfläche eine fast 20 cm dicke laichschicht mit ordentlich eiweis für die sharks...kein wunder daß die so groß werden! man schätzt, daß ca 30mio dieser tunas mautfrei über die straße von hormus legal einreisen und für nachwuchs sorgen....und die sharks kommen und schlürfen davon....interessant...ein biologe hat mir erhählt, daß noch soviel laich übrigbleibt, daß davon hochgeschätzt 15 mrd tunas schlüpfen könnten....aber es überleben halt nur so viel, wie notwendig.

da die sharks wechselwarm sind, müssen die sich auch mal abkühlen...die oberflächen-T-wasser ist ca 33 grad...das hält kein fisch lange aus...nur duch zufall ist man drauf gekommen, daß wenn ihnen zu warm wird, die sharks abtauchen...ab einer tiefe von 60 m qnh wird das wasser schlagartik kälter...die T sinkt auf 15 grad! warum? frisches meerwasser kommt in der tiefe durch die straße von hormus in den persischen golf, fließt bis kuwait in der tiefe und wird am strand von kuwait hochgedrückt, erwärmt sich und fließt als warmes oberflächenwasser wieder richtung oman. ein insgesamt seit vielen jahren eingespieltes wechselspiel...

wir sind dann auf 5000ft qnh gestiegen und der fotograf konnte dann bilder von sehr vielen sharks machen, viedeos f doku etc. allein in diesem ausschnitt hat der scanner fast 1800 sharks gezählt...insgesamt dürften es doch mehr als 2000 gewesen sein...dann eine nacht in dammam am nächsten tag über bahrain weiter nach dubai zurück.

mal sehen, ob ich noch am montag mit aufs indische meer mitfliege.

aber auf so einem begrenzten gebiet - soviele riesen zu sehen, die bis 12 t wiegen und fast 8 m lang werden...war einfach phänomenal....ich hab dann meinen begleitern von der nordsee erzählt...wo es nur flundern gibt...platte sprache...wegen der flachen häuser...küstenebel....da wollten sie dann doch nicht hin....

17. August 2025 17:16 Uhr: Von ingo fuhrmeister an ingo fuhrmeister Bewertung: +3.00 [3]

was hat sich die natur dabei gedacht?

heut war ein vortrag in dubai south für luftbildarchäologie und prä-paälontologie über die neuen erkenntnisse der tektonischen plattenverschiebungen....ur-amazonas auf pangäa vor und nach der trennung. vor allem die grenze für die "gebärarten" der säugetiere. interessant vor allem, daß der ur-amazonas noch heute ca 200 m unter der sahara von ost nach west fließt und mit den großen flüssen wie senegal, niger und gambiafluß an die oberfläche tritt, es ist also eine gigantische menge an fossilem wasser irgendwo vorhanden.

interessanterweise gibt es auch eine grenze, ab der südöstlich eines gew. kreises keine aeropoden - flugsauriere...(bölkows...dukes...aircoupe..) zu finden sind, warum weis keiner, aber anscheinend hat die evolution selber grenzen gezogen.

eine markante grenze aroound the globe ist die trennung von plazentatieren und beuteltieren. in südamerika findet man skelette von säbelzahntigern,die klar beuteltiere waren, auf dem afrikanischen kontinen nicht...aber aber einer insel indonesien bis weit sw-lich runter nach australien sind die beuteltiere, weniger plazentatiere verbreitet. (schnabeltier, känguro, mäuse..koalas etc) warum die natur diesen weg ging, ist bisher immernoch unbekannt. warscheinlich ist es eine überlebensstrategie. denn - wenn dürre herrscht...nahrungsmangel...und ein embryo hat den weg vom geburtskanal in den beutel gefunden...wird über hormonausschüttung die weiterentwicklung gehemmt...bis die lage wieder gut ist...bei plazentatieren unmöglich...

am mittwoch gibts noch einen vortrag über AI-windkanäle und übernahme der berechnungen aus windkanälen in die AI..mal sehen, welches flügelprofil auf uns zukommt...

21. August 2025 11:02 Uhr: Von ingo fuhrmeister an ingo fuhrmeister Bewertung: +3.00 [3]

mit extrem-ausbildern für "durchkommen" in der wüste - sehr wüst...navigation mit kompass und stock

da ein kurs für angehende jetpiloten wieder anstand, der flugverunfallte in der wüste das weiterkommen über einige tage ermöglichen sollte, wurde ich eingeladen, daran teilzunehmen. hintergrund war eine 10 tägige einweisung auf einer 340a für mehrere piloten der border-/umweltkontrollbehörde auf den jetzt mit edm-960 umgerüsteten fliegern. dabei hatte sich seit längerem ein gutes und freundschaftliches verhältnis zu einem chefausbilder ergeben, von dem ich nicht wußte, wofür er noch alles zuständig ist. aber er hatte eben diese überraschung f mich parat, weil ich ihm von meinem ersten dessert-star aus dem jahr 1987 erzählt habe.

das ganze hat sich auf ca 3 1/2 tage aufgeteilt:

samstag abend: 5 stunden theorie, was ist wenn, erste schritte rund um unfallstelle, teambildung, notfallausrüstungsübernahme, übernachtung an einer simulierten absturzstelle einer f16 nach eigenem ermessen. vorausschicken möchte ich, daß ich am freitag ewig viel wasser getrunken und mir elktrolyte reingekippt habe...was mir möglicherweise als doping hätte ausgelegt werden können, aber gesegnet sei alles, was die leber und nieren durchspült...

1. tag morgengebet fajr, zw. dämmerung und sonnenaufgang ca 5 uhr, danach kardamon kaffee, kefta und heißen tee.

ziel: in einem 5 x 5 km großem wüstengebiet mit sanften dünen und muschelkalkformationen horizontal gem angaben auf der notfall-map einen 20 liter wassertank finden, der in der nähe eines im sand steckenden stocks zu finden ist, dessen oberlänge so bemessen ist, daß er um 11 - 12 - 13 - 14 uhr eine bestimme schattenlänge wirft in eine richtung X und dessen L zu TN dann zu 4 wasserbehältern führt. das gelände sieht so aus wie im film von der apollo 11-landung...warscheinlich haben die wüstensöhne den eagle irgendwo zugegraben....

die teams wurden im abstand von 90 minuten in verschiedene richtungen lostgeschickt, so daß sich keiner in die quere kam. da ich gottseidank aus meinem hotelzimmer ein weißes laken mitgenommen habe, das ich mir nach 2 stunden um den kopf gewickelt habe, konnte ich die 45 grad und sonne einigermaßen gut ertragen. das gehen im sand strengt ziemlich an, wenn man als nichtsportlicher pilot dort rumgeht...ist man nach 1 - 2 stunden platt...die ersten wypts von der karte easy mit kompass und zeit gefunden und im schatten einer düne ausgeruht. bei sonnentiefstand ca gg 17 uhr weiter bis ca 22 uhr weiter gegangen, zwischendrin ein paar datteln und wasser getrunken. gottseidank hielt sich mein körper m schwitzen zurück aber man merkt den kräfteverbrauch. so ab 23 oder 24 uhr hingelegt bei immernoch 35 grad und versucht zu schlafen...ging so bis 5 oder 6 am nächsten tag ganz gut.

das ganze war so organisiert, daß die ausbilder jedes team nach einer posn-meldung besucht haben, debriefing vor ort, was wann wie....auf fehler hingewiesen...(anscheinend wurden wir von dronen verfolgt...)

2. tag...ich dachte schon wir sind 10 km geschlurft...waren aber nur 2 oder 3...man darf hitze, sonne und die beginnende dehydrierung nicht unterschätzen. bei mir haben trotz guter wasserversorgung kopfweh angefangen und sterne vor den augen zu flimmern...ein zeichen, daß der körper bei 45 grad + wasserzufuhr an die grenzen kommt, obwohl ich m.e. keinen kräfteverlust empfand oder schlapp war. ab und zu hinsetzen hilft...aber das aufstehen...ich dachte immer, daß ich durch das langjährige judo-/konditionstraining fit bin, aber die hitze macht einen strich durch das eigene empfinden über seinen körper. also noch langsamer geschlurft bis ca 18 uhr. über nacht haben wir unsere wasserproduction aufgebaut....4 alustreben in den sand...eine 3x3 m plastikfolie drüber...ein stein in die mitte und gefäß drunter....am nächsten morgen gg 8 war es mit 1,5 litern voll...so viel wasser ist noch im sand gespeichert...

3. tag. unseren stock haben wir um 11 uhr nur knapp mit 100 m verfehlt...nur duch zufall haben wir diesen in einer flachen stelle gefunden...dann kompass raus..peilung...2 grad EAST ... mach in dem fall nicht viel aus...in der tabelle intrapoliert und nach 10 minuten den kühlen kanister mit noch kühlerem wasser gefunden.....pause bis 17 uhr....weitergegangen bis zum errechneten waypt und auf abholung gewartet....sahat - mein partner, dipl-ing in L+R mit zusatzstudium in mathe...war platt und froh nach 3 tagen nicht mehr laufen zu müssen...die jungend v heut verträgt nix mehr....aber die kopfweh b mir...war warscheinlich doch die hitze...pfeifen in den ohren durch verstärkten tinnitus...der abend wurde dann in einem großen militärzelt so wie bei MASH mit essen und tee beendet.

am nächsten morgen kam der feldarzt mit gespann, hat alle untersucht...bei einem waren die salze am unteren ende, hat infussion bekommen, bei manchen dehydrierung mäßig. deswegen...wenn man einem verdurstenden helfen will mit wasser...nur erst ein paar tropfen...auch wenn er jammert nach mehr...wenn zuviel auf einmal, kann der ausgetrocknete magen und die nieren mit dem anströmenden wasser nix anfangen und kollabieren total und das führt zum tod! bei mir sind die kopfweh auch weg...flimmern tuts noch ein bisschen...am samstag gehts wieder nach muc....

noch etwas: warum weis ich nicht, daber das zeitgefühl fängt an verrückt zu spielen. der doktor meinte, daß es irgendwie ein schutzmechanismus des körpers ist, um alles zu verlangsamen, dh weniger wasserverbrauch, energiehaushalt...alles gerät dabei durcheinander und das scheint ein symptom zu sein.

dann noch was interessantes...: ihr kennt ja alle die geschichte der israeliten durch die wüste...als moses seinen stab auf einen felsen stieß...dieses phänomen gibt es tatsächlich... aber man muß wissen, wo und wie das funktioniert. es gibt in der wüste in dxb auch diese schicht formationen, die z.t. auch artesische brunnen...hier oasen bilden...es ist ein gemisch aus sandstein und muschelkalk. nach regen speichert sich das wasser in den schichten, und dort wo die schichten dunkler werden, ist wasser gespeichert, ein paar sticke mit messer oder stock und es beginnt zu tropfen und zu rinnen...

wenn ihr dann des lebens einmal in deutschland überdrüssig werdet...folgt mir in die wüste...ich führe euch in ein gebiet, in dem AVGAS und legiertes motoröl in strömen fließen...auf dem weg dort hin soll ihr nicht dürsten....


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