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IFR & ATC | Fliegen ohne Flugleiter (Teil 867)
10. Juli 2012: Von Der Hamburger 
10. Juli 2012: Von Markus Dörr an Der Hamburger

Das muß doch ein Tower-Lotse gewesen sein. Laut Bericht wurde ja eine Startfreigabe gegeben.

;-)

Edit: Zwinker, nicht jeder versteht die Ironie. Hilfe,Ingo.

10. Juli 2012: Von Max Sutter an Markus Dörr
Das muß doch ein Tower-Lotse gewesen sein. Laut Bericht wurde ja eine Startfreigabe gegeben.

Herrgottnochmal. Es handelt sich hier um ein Segelfluggelände, schnallt doch das endlich! Da gibt es entgegen dieser katastrofalen HR-Falschmeldung weder einen Flugleiter noch eine Startfreigabe. Ich weiß nicht, wen da der Regierungspräsident einsperren oder suspendieren will, außer ggfs. einen oder beide Piloten. Ich weiß nicht einmal, ob da das BFU überhaupt zum Zuge kommt, unter Umständen schlägt sich nur die Polizei/Staatsanwaltschaft mit dem Fall herum. Hoffentlich schauen sie wenigstens kurz im Gesetz nach.
10. Juli 2012: Von Der Hamburger an Markus Dörr
Waldeck ist ein Sonderlandeplatz mit Grasbahn.
Entweder hat der Journalist Quatsch geschrieben, oder der Flugleiter hat tatsächlich eine "Startfreigabe" gegeben. Das ist ja das Problem...
10. Juli 2012: Von Sabine Behrle an Max Sutter

>Da gibt es entgegen dieser katastrofalen HR-Falschmeldung

Na, dann ist das doch die Gelegenheit für Sie, Herr Sutter, mal herauszufinden, wie viel Mühe sich der öffentlich-rechtliche Vorzeigejournalist gegeben hat und warum's nicht hingehauen hat. Meine Theorie war ja Ihrer Meinung nach falsch.

Man stelle sich vor, das Segelflugzeug wäre ohne Freigabe gelandet anstatt ordnungsgemäß durchzustarten...

Auf Föhr wurde übrigens am Wochenende Kerosin aus einer Piper abgeborgen und, noch schlimmer, ein dreijähriges Kind als Passagier gesichtet.

10. Juli 2012: Von Markus Dörr an Max Sutter

> Da gibt es entgegen dieser katastrofalen HR-Falschmeldung weder einen Flugleiter noch eine Startfreigabe.

Wie kein Flugleiter? In Deutschland? Ich dachte das braucht es sogar bei einem Außenstart.

10. Juli 2012: Von Max Sutter an Sabine Behrle
Frau Behrle, wollen wir mal ausnahmsweise nicht auf dem Journalisten herumhacken, denn der weiß natürlich auch, dass die einzigen Fragen, die auf ihn niederprasseln, die betreffs Kontrollturm sind, und ob die von dort kommenden Anweisungen auch gehorsamst befolgt worden seien. Da faselt einer halt das Zeug, das Walter Mittelholzer vor achtzig Jahren im "wie werde ich Verkehrspilot?" geschrieben hat, als es die Swissair schon bzw. noch gab, und das einzige elektronische Bordinstrument ein ADF war, mit feuchtem Daumen/Zeigefinger auf die Frequenz von Radio Beromünster eingezittert. So hatte es im Cockpit immer Musik, wenn auch mittelwellige langweilige, und man verfehlte die Schweiz garantiert nie, vorausgesetzt, der Zeiger blieb nicht hängen und - leider nicht immer der Fall - es war genug getankt.

In diesem Fall sieht es so aus, dass ein Inkompetenzrat aus dem Regierungspräsidium seine Inkontinenz auf diese Weise losgeworden ist (d.h. er hat schlicht Sch..... erzählt an der Presseorientierung) und da Gespenster gesucht, wo keine sein können. Seine Zuversicht, dass er ohne jede Ahnung bestimmt das Richtige tun und veranlassen wird, hatte etwas Preussisch-Beamtenhaftes.

Das Problem, das besteht, wenn wir diese Situation verbessern wollen, ist das der Masse. Rein statistisch läuft es darauif hinaus, dass in Deutschland jede(r) Pilot(in) etwa 4000 nicht fliegende Normal- und flugplatzgegnerische Wutbürger auf einen akzeptablen Kenntnisstand bringen müsste, was in der zur Verfügung stehenden Zeit einfach nicht zu machen ist. Denn wir wollen ja trotzdem ab und zu auch noch fliegen gehen, und arbeiten sollen wir ja auch noch - hätt ich fast vergessen. Der Threaderöffner ist aber gerne eingeladen, Kontakt zu suchen mit dem HR-Autor und den flugkenntlich etwas auf Vordermann zu bringen. Immerhin hat er damit etwa ein Achtzigmillionstel des Problems gelöst. Hinweis: Die Wahrscheinlickkeit für einen Sechser im Lotto (ohne Superzahl) ist bei einer Tippreihe etwa sechs mal höher.
10. Juli 2012: Von M. S. an Max Sutter
Servus,

Du schriebst:

"In diesem Fall sieht es so aus, dass ein Inkompetenzrat aus dem Regierungspräsidium seine Inkontinenz auf diese Weise losgeworden ist (d.h. er hat schlicht Sch..... erzählt an der Presseorientierung) und da Gespenster gesucht, wo keine sein können. Seine Zuversicht, dass er ohne jede Ahnung bestimmt das Richtige tun und veranlassen wird, hatte etwas Preussisch-Beamtenhaftes."

Na, na, na immer mal langsam mit den jungen Pferden.

Wenn ich die Pressemitteilung richtig lese,

a) "
Nach dem Flugunglück in Waldeck mit einem Schwerverletzten am Samstag ist der Flugleiter des Sportflugplatzes suspendiert worden."

Da steht nicht vom RP (zumindest nicht beim Aufruf 10.07., 21:51 Uhr). Wahrscheinlich wurde der Flugleiter vom Verein suspendiert. In anderen Vereinen, mir bekannt, wurde auch schon ein BfL suspendiert - und zwar vom Platzhalter und nicht vom RP.

b) "
Das Regierungspräsidium Kassel bestätigte, dass "gravierende Verstöße" auf dem Flugplatz festgestellt worden seien. Einzelheiten dazu wurden jedoch nicht genannt. Der Flugleiter habe auch als Fluglehrer gearbeitet."

Naja, also, dass da etwas schief gelaufen ist, ist ja wohl nicht zu bestreiten. Gravierende Verstöße wurde vom hr ja auch in Anführungsstriche gesetzt. Genau verstanden hat der Journalist also gar nicht, was das RP eigentlich meinte.

c) "Der Pilot eines Leichthubschraubers [nach dem Bild zu urteilen wohl eher ein Gyrokopter] hatte gerade die Startfreigabe erhalten, als ein Segelflugschüler auf der gleichen Bahn zur Landung ansetzte, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit."

Dass ein Polizist (wohl des gehobenen Dienstes) eher keine Ahnung davon hat, wundert mich nicht. Wäre das die Aussage aus dem entsprechenden Referats des RP gewesen, würde ich mich auch aufregen...


d) Wer den Kaffeekurs des RP Darmstadt (der in Kassel ist hoffentlich besser) für Flugleiter kennt, muss allerdings zum Ergebnis kommen, dass vielfach ein Verkehr ohne selbigen sicherer wäre. Obwohl natürlich die im Rahmen dieses Kurses im Wesentlichen gezeigten Unfallbilder schon ganz gut den FL auf diese Situation vorbeireiten...

Ansonsten von mir gute Besserung an den Verletzten!
10. Juli 2012: Von Max Sutter an M. S.
Na, na, na immer mal langsam mit den jungen Pferden.

Sowas wird von einem alten Ackergaul natürlich immer gerne mitgenommen, danke!

Wahrscheinlich wurde der Flugleiter vom Verein suspendiert

Wenn wir uns darauf einigen, bis zum Vorliegen von belastbarer Information zu akzeptieren, dass wir viel zu wenig zu diesem Thema zu wissen und uns der Kommentare enthalten, sollten wir damit leben können. Manchmal spielen da auf so kleinen Äckern, dazu noch mit Gemischtbetrieb, auch noch ganz andere Faktoren mit.

Der Flugleiter habe auch als Fluglehrer gearbeitet."

Auch das ist noch keine Sünde an einem unkontrollierten Platz, natürlich immer vorausgesetzt, er hält sich an das Gesetz. Wenn ich allerdings etwas von einer Startfreigabe lese, dann denke ich mal, dass da ziemlich grundlegend gegen die Gesetze verstoßen wurde und durch jemanden, der sich wie ein Fluglotse an einem kontrollierten Platze zu gebärden schien, ein desorientierendes Element der Unsicherheit ins Spiel gebracht worden sein konnte (man beachte die zurückhaltende Formulierung). Doch wissen wir es noch nicht mit letzter Sicherheit.

Natürlich sind trotzdem sowohl der Gyrocopter-Pilot als auch der Segelflugschüler Pilots in Command und müssen an unkontrollierten Plätzen ihre eigenen Entschlüsse fassen und verantworten. Einen Flugleiter im Sinne eines Eingriffsberechtigten gibt es da nicht, außer es gilt, unmittelbare Gefahr im Verzug abzuwenden. Nach Lage der Dinge dürfte hier der antriebslose Segelflieger in jedem Fall den Vortritt gehabt haben. Natürlich darf der Gyrokopter nicht einfach das Gas reinschieben, wenn er eine Start-"Freigabe" kriegt, solange ein Segler im kurzen Endteil ist und zwar egal, was der Flugleiter sagt. Diese Situation zu erkennen war da höchstwahrscheinlich in erster Linie Aufgabe des Gyrokopter-Verantwortlichen.

Das Ganze ist zwar tragisch und traurig, und es hätte natürlich nie passieren dürfen. Aber es kann immer noch beinahe musterhaft als schlechtes Beispiel bei Aus- und Fortbildung dienen. Gute Besserung auch von mir.
11. Juli 2012: Von Sabine Behrle an Max Sutter

Wenn ich allerdings etwas von einer Startfreigabe lese...

...

Natürlich sind trotzdem sowohl der Gyrocopter-Pilot

Ich muss jetzt mal Grundsätzliches zu Ihrem Medienkonsum erfragen: Wieso glauben Sie einem Journalisten, der nicht mal in der Lage ist, einen Hub- von einem Tragschrauber zu unterscheiden, so ohne weiteres, dass eine Startfreigabe erteilt wurde? Irgendwie verstehe ich da was nicht. Die Quelle (hr) hat sich in diesem einen Artikel gleich mehrfach diskreditiert.

11. Juli 2012: Von Max Sutter an Sabine Behrle
Ja gut, über den Term "Startfreigabe" im juristischen Sinne lass ich mit mir reden, aber den Vorgang als solchen wird er doch hoffentlich so gehört haben und nicht nur frei erfunden. Sonst wäre das ja wie ein Konzert- oder Theaterkritiker, der einen Verriss schreibt, obwohl er gar nicht in der Aufführung war.
11. Juli 2012: Von Ernst-Peter Nawothnig an Max Sutter

Verriss ohne dabei gewesen zu sein ... ganau das ist weithin journalistischer Standard. Der Normaldeutsche, inklusive Journalist und Polizist, weiß von der Kleinfliegerei buchstäblich nichts, ahnt das auch selbst, und zitiert deshalb bei jeder Gelegenheit das, was sogar er ganz sicher weiß: Jeder Flug wird angemeldet und abgefertigt, ist also vorher dokumentiert. Start und Landung nur mit Freigabe. Unterwegs ist die Maschine ständig "auf dem Radarschirm" und wird aufmerksam beobachtet. Alle Flugzeuge fliegen mit Kerosin. Bei letzterem hat er zugelernt, denn vor 20 Jahren noch flogen für ihn alle Flugzeuge mit "Flugbenzin". Die Mehrheit ist auch überzeugt, dass man mit Rückenwind starten und landen muss.

Geschreibsel über Flugunfälle ist also mit äußerster Vorsicht zu genießen.

11. Juli 2012: Von Max Sutter an Ernst-Peter Nawothnig
Die Mehrheit ist auch überzeugt, dass man mit Rückenwind starten und landen muss.

Genau. Und schön tief und langsam fliegen obendrein. Letzteres hat in Waldeck offenbar wieder einmal Leben gerettet. Sowas bei Reisegeschwindigkeit in 3000 Fuß ...
11. Juli 2012: Von Jörg-Martin Rassow an Ernst-Peter Nawothnig
Sie vergaßen zu erwähnen, daß alle (oder zumindest die großen) Flugzeuge vor der Landung aus Sicherheitsgründen Treibstoff ablassen und daß die Landung heute nur noch automatisch erfolgt. Alles zusammen ist anerkanntes Fach-Allgemeinwissen, denn gut zwei Drittel der von Herrn Sutter genannten 4000 Normalbürger sind trotzdem ausgewiesene Luftfahrt-Experten, weil jeder jemanden kennt, der jemanden kennt, der mit jemandem verwandt ist, der jemanden kennt, der schon mal an einen Flugplatzzaun gepinkelt hat.
11. Juli 2012: Von Sabine Behrle an Ernst-Peter Nawothnig

Geschreibsel über Flugunfälle ist also mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Nicht vergessen: ...wie ein Stein vom Himmel...

11. Juli 2012: Von Markus Dörr an Sabine Behrle

Auch sehr schön ist das Ablassen der Toilettentanks in der Luft, das hat mir mein Schwager kürzlich erzählt. Der ist ja vom Fach, Sanitärinstallateur.

11. Juli 2012: Von Ernst-Peter Nawothnig an Sabine Behrle
Nahezu jedesmal die Standardfloskel "verschwand plötzlich vom Radarschirm". Lustig sind die Meldungen "... abgestürzt, Pilot blieb unverletzt" oder " ... stürzte auf eine Wiese, es entstand kein Sachschaden".
11. Juli 2012: Von John Doe an Ernst-Peter Nawothnig
Ich weiß von einem Fall, da hat FAZ/FFM Rundschau geschrieben, das der Sachschaden sich auf ca 50.000 Mark beläuft. Es war eine Malibu im Acker nach Motorstillstand notgelandet. Mit Gear up usw. Zelle hatte einen Knick, Prop hinüber, Benzin lief aus, eine Tragfläche war geknickt. Der Flieger war definitiv Totalschaden. Wusste gar nicht (seit dem weiß ich es) das eine Malibu nur 50.000 Mark kostet. Ach ja, Motor und Prop hatten ca 300 Stunden runter. Die machen sich zum Teil gar keine Mühe mal zu klären, was da passiert ist. Es wird ohne zu Hinterfragen der Polizeibericht 1:1 übernommen. Und was da so alles steht, wissen wir ja.
11. Juli 2012: Von Sebastian Willing an John Doe

Antwort vom Hessischen Rundfunk auf meine Hinweismail bezüglich der falschen Berichterstattung:

vielen Dank für den Hinweis. Die Informationen zum Hergang beruhen auf den Angaben des Sprechers des ermittelnden Polizeipräsidiums Nordhessen. In der Tat gibt es aber zwischenzeitlich die von Ihnen genannten Zweifel an der Darstellung. Näheres erwarten wir uns von der Darstellung der BFU, die aber wie gewohnt einige Zeit auf sich warten lässt.

Die Kenntnis über die Existenz der BFU lässt zumindest hoffen.

12. Juli 2012: Von Intrepid an Sabine Behrle
Die "Startfreigabe" schiebe ich mal auf polizeiliche und/oder journalistische Fantasie. Die Suspendierung vom Dienst wundert mich ein wenig. Mögliche Erklärung wäre, dass der Flugleiter gleichzeitig auch einen Schüler beaufsichtigte. Das wird nicht zulässig gewesen sein.

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