Login: 
Passwort: 
Neuanmeldung 
Passwort vergessen



Das neue Heft erscheint am 2. November
Flugzeugnutzung in AOC und ATO
Sicherheitslandung am Silver Trail
Kontaminierte Kabinenluft
Pilot Induced Oscillation
Zollen oder Zahlen
Fehler - was mache ich bloss damit?
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
Sortieren nach:  Datum - neue zuerst |  Datum - alte zuerst |  Bewertung

21. Juli 2019 23:15 Uhr: Von Tobias Schnell an Chris B. K. Bewertung: +1.00 [1]

Mit keinem hier aus dem Forum, der dauernd nach SERA und irgendwelchen Regeln schreit

Denke auch, dass das ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl der NASA-Austronauten war. Leute, die sich an Regeln, Handbücher und Prozeduren halten, konnte man bei so was echt nicht gebrauchen. Die Mondmissionen waren größtenteils komplett improvisiert.

21. Juli 2019 23:30 Uhr: Von Chris B. K. an Tobias Schnell Bewertung: +2.00 [2]

Ich denke halt immer nur an die letzten Minuten vor der Landung:
Computerausfall, spontan mal im Schwebeflug einen anderen Landeplatz suchen und dazu noch der Countdown der Tankanzeige, bevor sie dann mit 17 Sekunden Reserve im Tank aufgesetzt haben.

Oder auch der Re-Start:
Leider war beim Anziehen der Raumanzüge der Schalter für den Raketenmotor abgebrochen, was fast zum Todesurteil wurde. Tja, mit einem in den abgebrochenen Schalter eingesteckten Filzstift startete die Mondlandefähre dann doch wieder.

Für solche Improvisationen brauchst Leute mit Schneid, genauso wie für den mit Panzertape zusammengeklebten co2-Filter bei der Apollo 13 Mission und bei dem Absturz des fliegenden Bettgestells. Am Vormittag hat sich Neil Armstrong da mit dem Scheudersitz rausgeschossen und am Nachmittag saß er wieder im Büro.
Heute würde jeder Pilot, der sich einmal mit einem Schleudersitz rausgeschossen hat, von der medizinischen Abteilung sofort lebenslanges Flugverbot bekommen, weil man die Folgen ja nicht 100%ig sicher abschätzen kann. Jedenfalls würden sie ihn nicht zum Mond flliegen lassen. :-(

Irgendwie verspüre ich gerade den Gedanken wie schön es doch gewesen wäre in den 1950ern geboren worden zu sein. Damals hieß es irgendwie "einfach machen", ohne das die hauptamtlichen Bedenkenträger zum Zuge gekommen sind. :-)

21. Juli 2019 23:35 Uhr: Von Helmut Franz an Tobias Schnell

Das glaube ich nicht.

https://www.youtube.com/watch?v=xc1SzgGhMKc

Https -> http!

Wirkt nicht sehr improvisiert...

22. Juli 2019 03:07 Uhr: Von Chris _____ an Chris B. K.

"Computerausfall, spontan mal im Schwebeflug einen anderen Landeplatz suchen und dazu noch der Countdown der Tankanzeige, bevor sie dann mit 17 Sekunden Reserve im Tank aufgesetzt haben."

Das riecht mir doch arg nach absichtlicher Legendenbildung. Speziell nach Lektüre von "The Right Stuff".

22. Juli 2019 05:25 Uhr: Von Alexis von Croy an Chris _____ Bewertung: +5.00 [5]

Es gab keinen „Computerausfall“. Während des gesamten Mondlandeprogramms ist nie einer der von Hand gebauten „AGC“ oder „LGC“ (Apollo Guidance Computer / Lunar Guidance C.) ausgefallen.

Bei Apollo 11 gab es in der letzten Phase des Anflugs eine (stumme) Warnung des Computers („we have a 1202“) die daher kam, dass Aldrin den Schalter des für die Rückkehr von der Oberfläche benötigten Rendezvous-Radars auf „on/auto“ gestellt hatte. Seine Motivation: im Falle eines Abbruchs des Anflugs das Mutterschiff so schnell wie möglich wiederfinden und keine Zeit mit dem Hochfahren des Radars zu vergeuden.

Als das für das Koppeln der beiden Raumschiffe gedachte RR die Mondoberfläche abtastete, überlastete das den LGC etwas, so dass er die Meldung „1202“ ausspuckte - aber weiterhin mit 80-85 Prozent seiner Leistung lief. (Die Geschichte hat technisch noch viel mehr Aspekte, aber das ist der wesentliche Punkt).

Später stellte sich heraus, dass dies auch kein Fehler Aldrins war, sondern durchaus auch so trainiert worden war. Nur die Dokumentation zu diesen Abläufen stellte sich später als widersprüchlich heraus. „1202“ jedenfalls zeigte lediglich an, dass der LGC langsam an seine Kapazitätsgrenze kam*.

Da kein echter Fehler oder Systemausfall vorlag gab man das „Go“ zur Landung.

Wer es ganz genau wissen will, der liest das faszinierende Buch „Digital Apollo“ des M.I.T.-Professors David Mindell („Humans and Computers in Spaceflight“), das den AGC/LGC und den Autopiloten des LM (Lunar Module) bis ins Detail erklärt.

Ich habe David Mindell 2008 für mein Buch „Der Mond und die Abenteuer der Apollo-Astronauten“ (Herbig-Verlag, 2009) interviewt, ... das es leider nur noch als Kindle eBook bei amazon gibt.

* Auch diese Beschreibung ist nur eine oberflächliche, populäre Beschreibung eines komplexen Zusammenhangs, den man hier im Detail lesen kann:

https://www.google.de/amp/s/arstechnica.com/science/2019/07/no-a-checklist-error-did-not-almost-derail-the-first-moon-landing/%3famp=1

22. Juli 2019 06:33 Uhr: Von Robert Forster an Alexis von Croy Bewertung: +1.00 [1]
22. Juli 2019 08:19 Uhr: Von Chris B. K. an Chris _____

Das riecht mir doch arg nach absichtlicher Legendenbildung. Speziell nach Lektüre von "The Right Stuff".

Also bei mir riecht das eher nach "Apollo 11 - The untold story".


7 Beiträge Seite 1 von 1

 

Home
Impressum
© 2004-2019 Airwork Press GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Airwork Press GmbH. Die Nutzung des Pilot und Flugzeug Internet-Forums unterliegt den allgemeinen Nutzungsbedingungen (hier). Es gelten unsere Datenschutzerklärung unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (hier). Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA) Hub Version 12.72.03
Zur mobilen Ansicht wechseln
Seitenanfang