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Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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15. September 2025 17:25 Uhr: Von Joachim P. an Christoph E. Bewertung: +5.00 [5]

Wenn Du schon ein IR hast, ist die Frage legitim. Das "mach gleich den ATPL" kommt aus der Zeit der klassischen IR-Theorie. Wenn man schon dabei ist, macht man besser "das große". Denn "xy werde ich eh nicht benötigen" ist eine der großen Fallen in der Fliegerei. Viele, die ich kenne, haben mehrfach Theorie gelernt.

2025 sind die Voraussetzungen aber etwas verschoben. Als PPLer kann man in ein paar Tagen die BIR-Theorie machen und die Freelancerei in dem Sinn ist im D aktuell aus SV-Gründen tot. Und in der kleinen GA sind die Gehälter am Boden. In unserem Alter ist das für viele keine wirtschaftliche Alternative.

Also wenn FI-Ambitionen, dann über CPL nachdenken, wenn mehr Ambitionen: ATPL würde ich nicht mit Airline assoziieren. Wenn Du in nem Lear oder ner XLS links sitzen willst, brauchst Du den auch in der kleinem GA.

15. September 2025 20:07 Uhr: Von Christoph E. an Joachim P.

Danke für die Einschätzung, Joachim!

Mein Ziel ist es, wenigstens für das Fliegen nicht mehr bezahlen zu müssen. Reich werden möchte ich damit nicht. Eine XLS wäre mir schon eine Nummer zu groß. Mich zieht es eher in Richtung SETs - Caravan, Jetproo oder PC-12.

15. September 2025 20:31 Uhr: Von Joachim P. an Christoph E. Bewertung: +7.00 [7]

Also "fürs Fliegen nicht bezahlen müssen" ist nicht jedermanns Sache. Denn für Dein Fliegen (Urlaub usw) mußt Du immer noch bezahlen. Was es dann for free gibt, ist das Fliegen anderer (als FI oder SET-Kutscher). Ob das dann noch Spaß macht oder zur Belastung wird muß jeder selbst rausfinden. Jeden Tag diesselben Approaches fliegen, EDMA-EDJA-EDNY-EDJA-EDMA, macht höchstens noch bei Gewitter oder Vereisung Spaß. Oder man ritzt sich mit der Notaxt um sich noch zu spüren. Oder mit über 50 im Januar pampigen Paxen das Gepäck durch den Schneeregen zu tragen (für 2.500 EUR brutto), empfindet auch nicht jeder als eine schöne, selbstbestimmte Arbeitswelt. Manche gehen aber total darin auf und nehmen für den Sonnenuntergang über den Wolken viel in Kauf. Da hat jeder eine andere Einstellung. Wenn man plötzlich fliegen muss ändert das was. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Man kann es auch mal 2 Jahre machen, um was zu erleben.

Noch was zum ATPL: Screene doch mal Stellenanzeigen, wie viele auch für eine CPL-Stelle eine ATPL-Theorie als Voraussetzung haben wollen. Und screene, wieviele Freelancer-Stellen es noch gibt. ;)

EDIT: ich will Dir nix ausreden. Meine Empfehlung: mach ATPL-Theorie mit CPL, mach einen MCC Kurs, mach ein Type- oder Classrating. Mach das alles, um Dich weiterzuentwickeln. Nicht wegen eines Jobs. Dann ist die Entscheidung richtig und der Job kommt von allein. Ich wollte nur ein wenig Erwartungsmanagement betreiben.

15. September 2025 21:19 Uhr: Von Wolfgang Lamminger an Joachim P.

volle Zustimmung!

"Damals" dachte ich auch CPL reicht, KingAir - Cheyenne - CJ - ich will keinen Airbus fliegen. Aber irgendwann - Jahre später - hatte die Firma, in der ich Freelance C551 (Citation II SP - "Single Pilot") flog, auch eine C550. Das exakt gleiche Flugzeug, aber 800 lbs mehr MTOW und Mindestbesatzung "2". Ergo: ATPL erforderlich, zumindest für den PIC. Dass ich dann mit meiner 20 Jahre alten ATPL-Theorie nicht weiter kam, ist 'ne andere Story...

16. September 2025 06:53 Uhr: Von Thomas R. an Joachim P. Bewertung: +2.00 [2]

Meine Empfehlung: mach ATPL-Theorie mit CPL, mach einen MCC Kurs, mach ein Type- oder Classrating.

"Ich würde nie wieder ein Classrating ohne konkretes Jobangebot machen."

(Ioachim Capsicum, kurz vor dem Niedergang des Römischen Reiches.)

16. September 2025 07:06 Uhr: Von Joachim P. an Thomas R. Bewertung: +2.00 [2]

Ja, da ist auch was dran. ;)

Aber bis Du aufgetreten bist, habe ich schon nach Weisheit und Lebenserfahrung geklungen, musst Du zugeben.

16. September 2025 13:05 Uhr: Von Christoph E. an Joachim P.

Danke nochmals an alle für die Beiträge und euren Rat. Die Argumente "pro ATPL" kann ich gut nachvollziehen und scheinen mir valide. Am Ende werde ich mich aber gezwungenermaßen an den verfügbaren Ressourcen orientieren müssen - in meinem Fall ist das die Zeit.

Wenn ich alleine die 650h für den Lehrgang auf ein Jahr herunterrechne, dann erscheinen mir die 12h wöchentlich neben einem Job mit 40++ Stunden und Familie - in meinem Fall - nicht realistisch. Dann kann ich zu den Kosten für die Ausbildung gleich die für den Scheidungsanwalt mit einplanen :-/

Insofern wird meine Strategie wohl sein, die möglichst niedrigschwelligste Option zu wählen, in dem Bewusstsein, mir dadurch ggfs. Möglichkeiten zu verbauen. Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese Einschränkungen für jemanden mit 50+ relevant sind, kann man m.E. diskutieren.

Ich habe in der Tat mal stichprobenartig Jobs gescannt. Ja, bei manchen Stellen wird frozen ATPL voraussgesetzt, es gibt aber auch einige, bei denen nur ein CPL gefragt ist.


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