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Das neue Heft erscheint am 2. Juni
Flugplätze und Behörden - wir müssen reden!
Geschichte des Instrumentenflugs, Teil 2
Ein Tag als Wasserflugpilot in Norwegen
Falscher Lärm
Pilot Training: Stabilisierte Anflüge
Corona und die gewerbliche Luftfahrt
Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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2. September 2013: Von Heiko L. an Achim H. Bewertung: +1.00 [1]
"Schuld sind in erster Linie die Leute, die unbedingt fliegen wollen und das System der Flugschulen, für die die Ausbildung das Geschäft ist. Die Fluglinien selbst haben wenig Gründe, über Bedarf auszubilden. Auf der Homepage besagter Flugschule stand einige Zeit lang "ATPL mit Null Eigenkapital". Zum Kotzen."

Sollte man den Flugschulen wirklich vorwerfen dass die (Grund-)Ausbildung ihr Geschäft ist? Ja, was sollte es denn sonst sein? Und dass es keine privaten, gewinnorientierten Flugschulen mehr gibt und nur noch die Airlines für ihren Eigenbedarf ausbilden, kannst Du nicht wollen, das wäre dann das Ende der GA.

Auch Flugschulen müssen sich marktwirtschaftlichen Gegebenheiten stellen und stehen zunächst ihren eigenen Angestellten und Gesellschaftern gegenüber in der Verantwortung. Ist es ihre Aufgabe, Interessenten von der Ausbildung abzuraten, weil diese sich damit finanziell übernehmen könnten? Ist es moralisch verwerflich, Aspiranten mit einer Null-Eigenkapital-Finanzierung zu ködern, die anderenfalls vielleicht sogar Omas lebenslang Erspartes investiert hätten?

Muss man nicht von einem erwachsenen Menschen erwarten können, sich nicht nur bei der Flugschule, sondern auch anhand unabhängiger, objektiver Quellen zu informieren? Und genau zu kalkulieren, bevor eine Entscheidung solcher Tragweite getroffen wird? Um dann eine einem mündigen Bürger angemessene Entscheidung zu treffen?

Dagegen sind die Pay-to-fly Modelle sicher etwas anderes, weil
hier Qualitätskontrollen (Screening etc.) zu Lasten der Sicherheit umgangen werden. Unbeteiligte Menschen, die sich in gutem Glauben in die Obhut einer Airline begeben, haben i.d.R keine Möglichkeit, vor Ihrer Buchungsentscheidung von den fragwürdigen Verhältnissen im Cockpit zu erfahren.
2. September 2013: Von Christof Edel an Heiko L.

Die Auswahl von Piloten nach Geldbeutel und nicht hauptsächlich nach Können ist schon sehr viel länger die Norm als hier dargestellt - die Musterberechtigung für das Verkehrsflugzeug ist nur die neueste [und was den einzelnen Betrag angeht, die eklatanteste] Entwicklung.

Schon bevor der angehende Flugkapitän überhaupt mit der Musterberechtigung beginnen kann, hat er mehr als 50,000 Euro für die Ausbildung zum Berufspiloten mit Zweimot- und Instrumentenflugberechtigung hingeblättert.

Der eigentliche Grund liegt meines Erachtens am Mangel von beruflichen Möglichkeiten unterhalb des Linienflug-Piloten, der resultierenden schlechten Entlohnung für die wenigen verbleibenden Arbeitsplätze. Dies macht eine solche Ausbildung und das Sammeln von Erfahrung eben davon abhängig, ob man das Geld irgendwie auftreiben kann (und will).

Die falsche Auswahl geht also schon bei der Privatpilotenlizenz, spätestens bei CPL/IR los. Diejenigen, die es bis dorthin geschafft haben, bekommen schon irgendwie das Geld für die Musterberechtigung zusammen.

2. September 2013: Von Flieger Max L.oitfelder an Christof Edel Bewertung: +2.00 [2]
Es gibt -gottseidank- durchaus noch andere Varianten als die selbst vorfinanzierte CPL-IFR Ausbildung mit anschließendem Klinkenputzen und Hoffen auf einen Platz im Cockpit, auch ich hätte sonst sicher nicht diese Laufbahn einschlagen können.

Airlines die die gesamte Ausbildung vorfinanzieren und bei denen die teilweise oder gänzliche Rückzahlung gegen vertragliche Bindung erfolgt mögen zwar weniger werden aber es gibt sie noch immer.

Pay-to-fly ist ein Schritt in die falsche Richtung weil Standards unweigerlich sinken werden. Ich frage mich, wann es pay-to-transplant geben wird für zahlungskräftige Hobbychirurgen?

PS: Mit der Klassifizierung, den ATPL als reine "Auswendiglernerei" abzutun bin ich nicht glücklich weil der unbedarfte Leser "ATPL-Theorie" mit dem Beruf und dem Anspruch des Linienpiloten per se gleichsetzen könnte. Dabei gibt es meines Wissens keinen anderen Beruf in dem die Qualifikation vergleichbar häufig (mehrmals jährlich) überprüft wird und die ATPL-Theorie allein hilft weder beim Screening noch im Simulator.

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