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25. Juni 2007: Von Alexander Stöhr an Joachim Adomatis
Herr Adomatis,

auch wenn Herr Heinzgen mir zur Seite springt, haben Sie, wenn es um die sachliche Genauigkeit geht, Recht: Der genannte Kiebitzpilot war ein Verbrecher.
Mein Post hätte viel richtiger heißen müssen:"Wo sind Leichtflugzeuge für Verbrechen oder als Waffe benutzt worden?" ich sehe davon ab, mein Post diesbezüglich zu editieren, da es den Kontext verfälschen würde.

Mein Ausspruch sollte einfach Verwunderung darüber äußern, daß Normen geschaffen werden, welche mit falsch dargesetellten Begebenheiten rechtfertigt werden, welche aber nicht den Tatsachen entsprechen. Die Normen wären weder geeignet gewesen, die genannten Ereignisse zu verhindern, noch werden sie in irgendeiner Weise die gefürchteten zukünftigen Taten irgendwie beeinflussen, geschweige denn verhindern können.

Sie sind in Berlin. Gibt es eine Verbindung zwischen Lobbyismus der AL (zu der ich die Aktivität von PuF einfach zähle) und irgendeiner Initiative zu Wahrung von demokratischen Freiheiten im allgemeinen oder Bürgerrechten im besonderen? Die ZÜP ist keine so gravierende Bewegung gegen Piloten. Die meisten haben ja anfänglich einfach abgenickt. Aus fachlicher sicht erscheint sie sogar fast(!) vertretbar. Aus aufgeklärt freiheitlicher sicht ist die ZÜP jedoch unerträglich, nicht nur weil sie in jetziger Form Grundrechte ohne Not beschneidet, sondern vielmehr weil das logische Fundament auf dem sie fußt eine Ausweitung dieser Überwachungsform auf andere Fortbewegungsmittel (Boote, Pkw) geradezu verlangt. Verlangt, da das Kleinflugzeug, wie hier im Forum hinreichend dargelegt, die vielleicht schlechteste Wahl der Mittel ist, einen Anschlag effektiv durchzuführen. Lieber einen Sprinter unauffällig mit 1-2t Sprengstoff deponieren, als ein Flugzeug zu stehlen, um dann mit einer Kiste Handgranaten im Vergleich dazu nur "ein wenig Lärm" zu machen. Ein ferngesteuertes Fluggerät ist unauffälliger und effektiver einzusetzen, und selbst dann greift der gemeine Terrorist entweder zu Kleinlaster, zur ungelenkten Rakete oder wenn es wirklich High-Tech zugehen soll zum ferngezündeten Sprengsatz.

Ich wundere mich immer über die Unwissenheit über die TATSÄCHLICH eingesetzten Mittel, wenn es darum geht den Terror zu bekämpfen.

Alles Augenwischerei, und das muß den diesen Unsinn bestimmenden Politikern sachlich, kühl und unpolemisch beigebracht werden. Habe ich so am vorvergangenen Wochenende mit einem OB-Kandidaten gemacht, und am eben verflossenen habe ich mich mit einer in diesem Bereich (Grundrechte vs. staatlicher Überwachung) promovierten Juristin darüber auseinandergesetzt. Hierbei gebe ich als Empfehlung mit (an jeden, den es interessiert); lassen Sie die Fliegerei außen vor (nichtflieger fühlen sich schnell genervt) und benutzen Sie die ZÜP nicht im Speziellen, sondern allgemein in Ihrer Argumentation. Der logische Schluß, alle Autofahrer zu überwachen, muß klar gezeichnet werden, um vielleicht so den Irrtum noch deutlicher zu machen.

Dei Diskussion in unseren (Fach-)Foren ist sicher befruchtend, jedoch ist das Wahre Gesprächsziel außerhalb.
25. Juni 2007: Von Max Sutter an Alexander Stöhr
Noch heute habe ich es im Ohr, wie Günter Beckstein, der bayerische Innenminister, beim Vorfall vor dem Reichstag in die laufenden Fernsehkameras gesagt hat: "Das Flugsicherheitsgesetz hat sich bewährt".

Angesichts dessen, was vorgefallen ist, kann man als Politiker wohl nur schwerlich größeren Stuss von sich geben*), denn

1) Das Gesetz hat genau das nicht verhindert, was es indirekt verhindern wollte, nämlich ein Einflug in sensibles Gebiet und die Gefährdung von Personen unter Umständen, die mit Legalität nichts zu tun hatten

2) Der Beweis für terroristische Absicht ist wohl nie zu erbringen gewesen

3) Das für die allgemeine Luftfahrt wichtigste Element, nämlich die ZÜP, wäre im Falle eines UL-Fliegers (so er denn die Lizenz besessen oder beantragt hat) ohnehin nicht angewendet worden

4) Es gab keinen einzigen Aspekt, welcher vom Flugsicherheitsgesetz auch nur in irgend einer Weise positiv beeinflusst worden wäre.

*) Er ist dann in der Folge den kaum vorstellbaren größeren Stuss doch noch los geworden, denn er hat allen Ernstes auch den Einsatz von Boden-Luft-Raketen gegen Leichtflugzeuge (und der Logik folgend sicher auch Luftsportgeräte) am Himmel über Berlin erwogen. Methode hau drauf, egal, was dann noch passiert. Kollateralschäden werden ohne nachzudenken in Kauf genommen. Nicht zu fassen, vom Motorsegler-Phantom-Vorfall über Frankfurt am Main hat er aber auch gar nichts gelernt.
25. Juni 2007: Von Alexander Stöhr an Max Sutter
"hat er gar nichts gelernt"

ich glaube nicht, daß er die chance hatte. ist er von irgendjemand kontaktiert worden? hat irgendjemand sein büro auf seriöse weise informiert, welche konsequenzen das geforderte handeln wirklich hat? ich bin mir sehr wohl der tatsache bewußt, daß das eigentlich seinen "mannen" obliegt. hier wird ein als absolut unwichtiges thema (AL) einfach für rambo-politik mißbraucht. die meinen nicht wirklich, eine garbe aus der 20mm BK sei vertretbar um eine verwirrte dimona zu züchtigen. das kann keiner meinen, der etwas von zielbekämpfung aus der luft versteht. die, welche so etwas sagen verfügen schlicht nicht pber das nötige wissen und müssen schleunigst (SACHLICH) informiert/beraten werden, nicht etwa angreifen - das löst nur den "oppositionsreflex" aus.
25. Juni 2007: Von Max Sutter an Alexander Stöhr
ich glaube nicht, daß er die chance hatte. ist er von irgendjemand kontaktiert worden?

Sind Sie mal nicht so zurückhaltend. Diese Leute haben ganze Stäbe, um sich briefen zu lassen, was die Konsequenzen (nicht nur die juristischen) beim Abschuss eines Flugzeuges betrifft. Dass wild gewordene Spitzenbeamte dann trotzdem solche aberwitzigen Dinge in die Gesetze schreiben, das haben wir nicht erst seit Schäuble. Neu ist nur die Hartnäckigkeit, mit der solches Tun verteidigt wird. Wenn nötig, ist man sofort mit dem Ruf nach der passenden, mit heißer Nadel gestrickten Änderung des Grundgesetzes zur Hand. Die Verfassung soll nur noch als Maßnahmenkatalog dienen, die Vermittlung von Werten wird ausgesetzt. Nein, das sind keine Ahnungslosen. Das sind knallharte Politiker mit einem klaren Kalkül für Ihre Klientel.

Kann sein, dass der bayerische Innenminister im Falle von Berlin etwas aus der Hüfte geschossen hat, das Ereignis war ja hinreichend überraschend und auf die Umgebung eines Symbolgebäudes gezielt. Den Frankfurter Zwischenfall mit dem Motorsegler hat er aber sehr wohl gekannt, denn er wurde auch seinerzeit schon von Journalisten befragt. Man wird doch gerade von solchen Leuten nach einem überraschenden Ereignis auch ein paar besonnene Worte erwarten können, und nicht nur schieren Aktions-Populismus.

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