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Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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Unfälle und Zwischenfälle | Vorsicht beim Tanken.  
26. Januar 2017: Von Malte Höltken  Bewertung: +6.00 [6]

In unserer Vereinsflugschule besetze ich ehrenamtlich den Posten des Flugsicherheitsleiters. Normalerweise passiert nicht viel, was der Rede wert wäre oder nicht regelmäßig hier und in anderen Foren besprochen wird. Diese Woche "durfte" ich allerdings eine Rundmail verfassen, die ich gerne auch Euch zugänglich machen möchte, einfach weil das Thema meiner Meinung nach selten angesprochen wird. Ich kopiere hier einfach mal die Email - ohne die direkten Vereins- bzw. Flugschulrelevanten Dinge - rein:


Hallo zusammen,

am Wochenende haben wir die Cessna 172 des Vereins betankt. Während ein Vereinsmitglied den linken Tank betankt hat, habe ich am Gepäckfach meine Brille aus dem Flieger holen wollen. Dem tankenden Mitglied ist ein wenig Kraftstoff am Einfüllstutzen vorbei auf die Fläche geschwappt. Das ist wohl jedem von uns schon einmal passiert. Dieser Kraftstoff hat seinen Weg der Schwerkraft folgend an der Flügeloberseite entlang hinter meine Brille direkt in mein Auge gefunden. Ich habe es geschafft, das meiste des Kraftstoffs direkt im Turm auszuspülen. Danach hat mich Andrea zum Augenärztlichen Notdienst ins Uniklinikum Münster gefahren, wo noch einmal gespült und das Auge untersucht wurde. Durch das rechtzeitige Spülen ist dankenswerter Weise nichts weiter passiert.

In einem anderen Fall ist einem Vereinsmitglied Batteriesäure bei der Wartung unserer Flugzeuge and Auge gespritzt. Auch hier hat ein sofortiges Spülen und direkte Ärztliche Betreuung schlimmeres Verhindert.

Wir können alle daraus lernen und ich möchte Euch bitten im Umgang mit den Betriebsstoffen viel Umsicht walten zu lassen und folgende Punkte zu beachten:

1.) Bitte sorgt dafür, daß sich niemand unterhalb der Fläche aufhält, die ihr gerade betankt. Ich stand für weniger als eine halbe Minute mit Brille an der unpassenden Stelle. Man kann manchmal nicht so doof denken, wie es passieren kann. Die paar Minuten bis der Tankvorgang abgeschlossen ist, sollte jeder zum fliegen mitbringen.
2.) Bitte seid auch beim Hantieren mit der Zapfpistole vorsichtig. Benzin im Auge ist wirklich, wirklich unangenehm.
4.) Bei der Wartung und den täglichen Kontrollen kann es leicht dazu kommen, daß Betriebsmittel oder Putzmittel ins Auge kommt. Bitte seid auch hier vorsichtig und nutzt im Zweifel eine Schutzbrille, wenn Ihr mit ätzenden Mitteln arbeitet.
6.) Lasst Euch, solltet Ihr etwas ins Auge bekommen, direkt zum Augenärzlichen Notdienst fahren. Zur Not vom Flugleiter, die Platzöffnung ist im Zweifel nicht wichtiger als Euer Augenlicht.

Weitere Informationen, was im Notfall zu tun ist, findet Ihr unter anderem hier: https://www.portal-der-augenmedizin.de/augenkrankheiten/augenveraetzung/veraetzung-augenveraetzung.html

Wir wünschen Euch viele, viele sichere und schöne Flugstunden in 2017! Ich hoffe, ich konnte für Euch lernen.

Habt Ihr etwas, woraus Eure Fliegerfreunde lernen können? Immer her damit!

maltehoeltken@gmail.com

Wenn man regelmäßig viel Platz und Zuladung "über" hat, kann man sich auch überlegen, ob eine Augendusche nicht etwas ist, was sich mitzunehmen lohnt. Letztlich umgeben uns eine menge Stoffe, auf die unsere Augen doch sehr empfindlich reagieren.

26. Januar 2017: Von Alexis von Croy an Malte Höltken Bewertung: +2.00 [2]

Das ist richtig scheusslich und tut höllisch weh. Vor vielen Jahren habe ich mal eine Zweimot betankt und die Zapfpistole arretiert... als der Tank voll war schaltete sich die Pistole aber nicht ab, worauf ich einen großen Schwall AVGAS mitten ins Gesicht bekam. Obwohl ich sofort meine Kopf unter fließendes Wasser gehalten habe war ich minuttenlang fast blind und hatte tagelang Schmerzen!

Seitdem bin ich beim Tanken vorsichtiger .. auch bei Tiefdeckern!

26. Januar 2017: Von ingo fuhrmeister an Alexis von Croy

wer ist der taucher am flugzeugrand?

der AvC - ich stell ihn mir grad mit taucherbrille am GAT in MUC vor:

sie sind hier falsch! hier ist ein flugplatz....

aber stimmt....ein bekannter von mir hat mal verbleites benzin

über schlauch von einen tank in den andren mit eigenlungenunterdruck

gesaugt....tagelang lag er dem tode näher als dem leben....und das

in der wüste....

@AvC: nimm dann wenigstens EASA-zertifizierte flossen mit!

mfg

ingo fuhrmeister

26. Januar 2017: Von Richard Georg an ingo fuhrmeister Bewertung: +1.00 [1]

wir müssen den Gesetzgeber nur überzeugen, dass an jeder Tankstelle eine fest installierte Augendusche erforderlich ist.

26. Januar 2017: Von Thomas Kube an Richard Georg

Wo lebst du denn?

Alles schon da.

https://www.etikettenwissen.de/wiki/Datei:Benzin-Kennzeichnung-GHS.png

Dem Augenarzt graut es aber viel mehr vor anderen Lösungsmitteln oder schnellen Teilchen.

Thomas

26. Januar 2017: Von T. Magin an Malte Höltken Bewertung: +2.00 [2]

Hallo Malte,

Danke für die Hinweise! Das Leben kann einfach zu dumm laufen. Und es wäre dramatisch traurig wenn wegen solcher Misshapps das Medical gefährdet würde.

Viereinhalb Worte zu Deinem Rat "Zur Not vom Flugleiter, die Platzöffnung ist im Zweifel nicht wichtiger als Euer Augenlicht":

Dafür gibt's den Rettungsdienst. Und nur den. Und nicht den Flugleiter. Eine Augendusche (Flasche zur Einmalverwendung) im Turm könnte man auch mal überdenken. Nicht nur bei Euch.

All the best!


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