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1. März 2019: Von Malte Höltken an Sven Walter

Die FARs kopieren bedeutet, Europäische Luftsportvereine trockenzulegen. Fluglehrerinnen müssten alle den CPL nachmachen, jede Segelfluglehrerin eingeschlossen, Vereine dürften keine Selbstkostenflüge mehr durchführen... Nee danke.

1. März 2019: Von Sven Walter an Malte Höltken Bewertung: +2.00 [2]

Die FARs kopieren bedeutet, Europäische Luftsportvereine trockenzulegen. Fluglehrerinnen müssten alle den CPL nachmachen, jede Segelfluglehrerin eingeschlossen, Vereine dürften keine Selbstkostenflüge mehr durchführen... Nee danke.

Einspruch, euer Ehren:

Es bedeutet, dass man den CPL mit 6 h fliegen und 6 Abenden büffeln erledigt,das ist de facto ein PPL Checkflug mit halber Toleranz (50 Fuß statt 100 Fuß Höhenabweichung etc.) plus zwei Spezialmanöver (Chandelle und Lazy 8), ohne die Druckdifferenzen in der Turbine gebüffelt haben zu müssen (600 Fragen MCQ, die deutlich praxisorientierter sind als bei uns). Salopp gesagt, aber nah an den Fakten.

Dass die Schnupperflüge pro rata umgelegt werden, was bei der besseren Auslastung dann auch runter geht (gerade den 172er Flug ab Holtenau anno 2006 zufällig zur Hand, das waren 1 Euro 80 die MInute, wo wir das durch drei geteilt haben), 40% der Privatpiloten statt 5% IR haben, und - man muss ja nicht alles mitmachen. CPL für Segelflug, Verstellpropellerverbot oder Höchstgeschwindigkeit 120 kts für Luftsportgeräte, teurere Prüfer etc. finde ich auch völlig übertrieben. Aber als Gesamtsystem ist es kohärenter, überzeugender, widerspruchsfreier und deutlich erfolgreicher unterm Strich.

Nur der 1. Googletreffer der "requirements":

https://www.aspenflyingclub.com/flight-training/advanced-flight-training/commercial-pilot-certificate/

"Under CFR Part 61, a pilot needs at least 250 flight hours. That includes 100 hours of pilot-in-command time and 50 hours of cross-country. Cross-country flights are also part of the training; including one of three legs that is at least 300 nautical miles total with a single leg of at least 250 miles. Additionally, at least 10 hours of instrument training and 10 hours in a complex aircraft are required. All of these hourly requirements ensure that a commercial pilot is a proficient and experienced pilot." Bei den Vorgaben machbar, das deckt jeder Vereinsfluglehrer ceteris paribus ab. Die 10 h IFR wären allemal sinnvoll... Was die Kosten angeht - auf "complex aircraft" kann man gerne verzichten. aber der alte Vereinsfluglehrer waren 300 h PIC aus dem Kopf, statt wie heute 100 (CPL)/ 150 (PPL) PIC.

Mir fallen noch diverse andere Gründe ein, bin aber gerade bisserl schreibfaul. (Stichworte z.B. meine eigene TMG-Berechtigung, wo ich aufgrund des fehlenden Schülerstatuts einen Piloten für den Rückflug brauchte, den Mose durfte ich die kurze Strecke ja nicht mehr überführen ohne vorläufige Lizenz; ich brauchte also Flugleiter, Wetter, Prüfer, Rückflugpilot, und ja, das ist nicht alles FCL, sondern deutscher Wahnsinn, aber drüben hätte ich Hinflug mit Flugauftrag und Rückflug mit vorläufigem Lappen mit mehreren Monaten Gültigkeit erhalten, aber nach 7 Tagen wäre schon die Scheckkarte in der Post gewesen, und dass, obwohl ich Segelflugschein und CPL habe und daher die Unterschiede zwischen einer ASK 13 und einer SF25 sehr gut einschätzen kann).

2. März 2019: Von Florian S. an Malte Höltken

Die FARs kopieren bedeutet, Europäische Luftsportvereine trockenzulegen.

Auch das Problem mit der ZÜP wär dann sofort gelöst, wenn wie in den USA die Behörden ganz ohne ZÜP-Antrag über Deine Zuverlässigkeit entscheiden dürfen, Dich ohne es Dir sagen zu müssen auf eine no fly Liste setzen können und Rechtsmittel dagegen von vornherein ausgeschlossen sind.

So lösen halt die US-Vorschriften doch viele unserer Probleme auf einmal ;-)

2. März 2019: Von Sven Walter an Florian S. Bewertung: +1.00 [1]

Ironie ist soooo eine hübsche Stilfigur....

Wie geschrieben, man muss nicht alles übernehmen, das ginge ohne Rechtsweg bei uns ja auch gar nicht, da verfassungswidrig. Aber jetzt zeige er mal auf, wer in den USA keine Lizenz erhält (mir fällt nur "Trunkenheit am Steuer" und "Besuch von Terrorcamps" ein, während es bei uns auch ganz andere Delikte sind).

2. März 2019: Von Daniel K. an Sven Walter Bewertung: +2.00 [2]

Nicht alles übernehmen, würde dann bedeuten, dass wir doch wieder Flickschusterei betreiben oder?

2. März 2019: Von Sven Walter an Daniel K. Bewertung: +2.00 [2]

Man kann die Gesetzgebung von Dutzenden Ländern übernehmen, und dabei vieles unnötig komplex machen. Man kann die Gesetzgebung eines Landes übernehmen, und partiell verbessern. Wenn man das bei der besten Gesetzgebung dieses Beritts auf einem Sektor auf dem Planeten macht und dann klitzekleine Kosmetik ausführt, hat man immer noch in toto ein deutlich besseres Produkt. Das Bessere ist der Feind des Guten.

2. März 2019: Von Daniel K. an Sven Walter

Inhaltlich hast du durchaus in vielen Punkten Recht, ich habe mir nur den Spaß gemacht, dein Flickschusterei Beitrag rauszusuchen...

2. März 2019: Von Florian S. an Daniel K. Bewertung: +1.00 [1]

Nicht alles übernehmen, würde dann bedeuten, dass wir doch wieder Flickschusterei betreiben oder?

Diese Diskussionen laufen immer gleich:
Es gibt immer jemanden, der behauptet, wir brauchen ja nur die FAA-Regeln 1:1 zu kopieren und wenn man dann fragt, was denn mit den deutschen Vereinen oder dem Segelflug oder dem Pilotennachwuchs ohne ATPL ist oder ob wir dann wie in den USA auch alle eine Pilotenrechtschutzversicherung brauchen um uns gegen die hunderte der correcitve actions jährlich wie von der der FAA zu schützen, jommt dann immer ganz schnell ein "ich hab zwar einfach Alles übernehmen gesagt aber in Wirklichkeit meine ich nur das, was mir gerade passt."

Die Wirklichkeit ist in der Beziehung eben doch eine andere und ganz einfache:
Die Struktur der Luftfahrt in Europa ist eine fundamental andere, als in den USA. Deswegen brauchen wir auch eine andere Regulierung. Das fängt schon damit an, das Europa eben nicht wie die USA ein Staat mit einer Zentralregierung ist, die durchregieren kann.

Ich kenne viele, die sich leidenschaftlich darüber beschweren, wie komplex Alles aus Brüssel ist, weil sich halt 28 Länder abstimmen müssen - aber mindestens genauso leidenschaftlich darüber jammern, wenn aus Brüssel dann mal etwas kommt, was nicht 1:1 den deutschen bzw. ihren Interessen entspricht.

So sind wir Menschen nun mal...

2. März 2019: Von Chris _____ an Florian S. Bewertung: +2.00 [2]

Die Amerikaner selbst verstehen die USA nicht als Staat mit Zentralregierung, sondern als Bund von Staaten, die gemeinsam eine Nation bilden. Vor allem die Republikaner pochen immer wieder darauf, die "Feds" weniger einflussreich zu machen.

Im Gegensatz zu Europa haben die USA aber - zugegebenermassen zu einer anderen Zeit und mit anderen Rahmenbedingungen - eingesehen, dass diese Staaten gemeinsam viel staerker sind als einzeln. Die Staaten der EU muesste da auch mal hinkommen, statt zum (von Amerika ferngelenkten) Debattierclub zu werden.

Ansonsten wird Europa zwischen der Militaerstrategie der USA und der Wirtschaftsmacht Chinas in die Bedeutungslosigkeit versinken. NOCH gibt es genug Know-How, Bildungsstand, Kapital, Leistungsbereitschaft, auch kulturelle Staerken Europas. Aber mein Eindruck ist, die Uhr tickt, wir leben von der Substanz und verkaufen das Tafelsilber (zB Kuka) oder lassen uns die Butter vom Brot nehmen (zB Diesel).

Aber in Bezug auf der Fliegerei, und hier beziehe ich mich auf alles bis PPL+IR (mehr kenne ich nicht), da ist das FAR-System tatsaechlich umfassend ueberlegen. Geht schon damit los, dass man wirklich weiss, woran man ist, weil es sauber codifiziert ist.

2. März 2019: Von Sven Walter an Chris _____ Bewertung: +1.00 [1]

@ Chris:

Aber in Bezug auf der Fliegerei, und hier beziehe ich mich auf alles bis PPL+IR (mehr kenne ich nicht), da ist das FAR-System tatsaechlich umfassend ueberlegen. Geht schon damit los, dass man wirklich weiss, woran man ist, weil es sauber codifiziert ist.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Eigentlich. Trotzdem Replik an..

..@ Florian:

diese Diskussionen laufen immer gleich:
Es gibt immer jemanden, der behauptet, wir brauchen ja nur die FAA-Regeln 1:1 zu kopieren und wenn man dann fragt, was denn mit den deutschen Vereinen oder dem Segelflug oder dem Pilotennachwuchs ohne ATPL ist oder ob wir dann wie in den USA auch alle eine Pilotenrechtschutzversicherung brauchen um uns gegen die hunderte der correcitve actions jährlich wie von der der FAA zu schützen, jommt dann immer ganz schnell ein "ich hab zwar einfach Alles übernehmen gesagt aber in Wirklichkeit meine ich nur das, was mir gerade passt."

Was bei diesen Diskussionen immer gleich läuft, ist, dass die einen kompetent beide Systeme beurteilen können, weil sie sich darin bewegen, und andere, die tendenziell ahnungslos polemisieren. Die (wenigen) Nachteile der FAA können wir und zählen wir gerne immer wieder auf, es sind aber sehr wenige Ausnahmen. Die Vorteile der EASA bei der FAA-Legislation einzufügen wäre deutlich leichter als umgekehrt. Zudem haben wir den gleichen, einheitlichen ICAO-Überbau. Alles unter 2 to könnte man locker als Beliehene an die Verbände übergeben, wie das z.B. die British Gliding Association macht. Hohe Sicherheitsstandards, bessere Kostenkontrolle. Die deutschen Vereine wären besser gestellt, der Segelflug wäre bessergestellt, die Bürokratie wäre abgebaut, die Gebühren geringer, der Pilotennachwuchs kann auch im EASA-System bei 250 h FO werden mit fATPL, während der CPL entschlackt den Inselflieger und Fluglehrernachwuchs mit Basisrüstzeug für Platzrundenschrubben und Kolbenschüttlerverkehr ausgestattet wäre.

Jan hat's oft genug publiziert.

Corrective actions und Pilotenversicherungen? Äh - schon mitbekommen, wie die Cessna-Bewertung des LBA war, während jetzt bei den PA28-Holmdebatten in den Staaten deutlich weniger Unsicherheit breit macht?

Sorry, ich kann dich oft genug nicht ernst nehmen.

Die Wirklichkeit ist in der Beziehung eben doch eine andere und ganz einfache:
Die Struktur der Luftfahrt in Europa ist eine fundamental andere, als in den USA. Deswegen brauchen wir auch eine andere Regulierung. Das fängt schon damit an, das Europa eben nicht wie die USA ein Staat mit einer Zentralregierung ist, die durchregieren kann.

Die Unterschiede zwischen einem A320 zwischen Newark und Orlando sowie einem zwischen Stockholm und Rom musst du mir gerne mal erklären. Ebenso zwischen einem IFR - Flug der Allgemeinen Luftfahrt von Le Bourget nach Schwäbisch Hall. Das eine ist eine weitgehend kompetente Luftfahrtverwaltung, das andere "nach allen Kräften bemühte" Flickschusterei. Das Durchregieren ist hier nicht das größte Problem, sondern die Überregulierung. Das kann jemand, der Normhuberei als wichtiger empfindet als statistische Fakten, wohl schwer verknusen.

Ich kenne viele, die sich leidenschaftlich darüber beschweren, wie komplex Alles aus Brüssel ist, weil sich halt 28 Länder abstimmen müssen - aber mindestens genauso leidenschaftlich darüber jammern, wenn aus Brüssel dann mal etwas kommt, was nicht 1:1 den deutschen bzw. ihren Interessen entspricht.

Es geht aber einfacher und besser. Brauchste ein paar Beispiele?

Gut gelöstt: GG: "Bundesrecht bricht Landesrecht". StGB: "Wer einem anderen eine fremde, bewegliche Sache in der Absicht wegnimmt, sich dieselbe rechtswidrig zuzueignen" usw.

Mittelprächtig: Definitionen von Geldwäsche.

Ganz schlecht: 164 II BGB " Tritt der Wille, in fremdem Namen zu handeln, nicht erkennbar hervor, so kommt der Mangel des Willens, im eigenen Namen zu handeln, nicht in Betracht." (altdeutsch-kaiserlicher Mist) oder 675 g/ f/ usw BGB (Girokontenverträge) - das ist unendlich langer Brüsseler Mist.

Konzise und präzise wäre schön - Rechtgebungstechniken sind einfach in manch mehrstaatlichem Gebilde hochentwickelt (Schweiz) oder haben arg Luft nach oben (EU). Die Rechtsklarheit leidet, die volkswirtschaftlichen Transaktionskosten schießen nach oben. Einfach nur furchtbar. Und vermeidbar.


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